Ich habe nach dem Abi in einem Wollladen gearbeitet, dort Nähen, Stricken, Häkeln gelernt. Und so kamen wir vom Kopf zum Fuß, denn wir sind viel am Berg unterwegs und wollten mal einen Flipflop haben, der sich auch für Zustiege eignet. Und so sind die ersten Outdoor-Flipflops entstanden. Das war wirklich noch so: Da kamen Kunden und wollten eine Sandale aus Kuhfell oder Yogamattenresten mit einer Bestickung oder auch Karabinerschlaufe – und wir haben das dann in einer Einrichtung für Menschen mit Handicap in Rosenheim produzieren lassen.

Tatsächlich war das eine Kundenanregung. Und die passte ganz gut dazu, dass ich in Portugal einen Barfußschuhsohlenlieferanten kannte. So habe ich dort einfach unseren ersten Wollbarfußschuh aus portugiesischer Urmerinowolle bauen lassen. Der kam so gut an, dass wir unser Barfußschuhportfolio ausgebaut haben – was auch daran liegt, dass wir bei Doghammer inzwischen begeisterte Barfußschuhträger sind. Je mehr wir uns mit dem Thema Füße, Fußgesundheit und Schuhe auseinandergesetzt haben, desto eher wurde uns klar, wie viel von den Füßen abhängt, wie groß ihr Einfluss auf unseren Körper und den Bewegungsapparat ist.

Vor allem die Materialwahl. Wir setzen auf heimische Wolle, also aus Deutschland, Österreich sowie der Schweiz. Auch auf portugiesische Urmerinowolle. Wir verwenden hier ausschließlich ungefärbten Schafsloden, weshalb unsere Schuhe in der Farbe etwas variieren. Außerdem setzen wir bei den Sohlen viel auf Naturmaterial. In unseren urbanen Barfußschuhsohlen steckt zu 80 Prozent Naturkautschuk, sämtliche Innensohlen bestehen aus recycelten Weinkorken. Die sammeln wir, schicken sie nach Portugal, wo man sie schreddert und aus dem Granulat neue Innensohlen macht. Auch bei den Barfußwanderschuhen setzen wir voll auf "Cork & Wool Inside".
Ein deutlich angenehmeres Fußklima! Kork und Wolle sind antibakteriell, temperaturregulierend und geruchsneutral. Das bringt eine Kunstfaser einfach nicht. Das Schöne an Wolle und Kork ist auch: Das sind Rohstoffe, die man ernten kann. Leider ist es hier inzwischen so, dass Schafwolle kaum genutzt wird, und wenn, dann nur als Dünger, was auch daran liegt, dass viel Wolle aus Übersee den Markt dominiert. Auch Leder spielt für uns eine Rolle, weil es in Kombination mit Kork und Wolle für die nötige Haltbarkeit sorgt – vor allem bei Barfußwanderschuhen.
Ja, wir haben ein Projekt gestartet, bei dem wir von den Steinschäfern – die sind zwischen Berchtesgaden und Garmisch im Einsatz – 700 Kilo Schafwolle gekauft haben. Daraus haben wir dann unseren eigenen Loden gemacht. Regionaler geht es eigentlich nicht.

Durch das in der Wolle enthaltene Lanolin sind unsere Schuhe wasser- und schmutzabweisend. Das Lanolin wäscht sich mit der Zeit raus, du musst es mit einem Lanolinspray, das wir anbieten, erneuern. Sonst musst du nichts machen, auf keinen Fall Seife nehmen, die wäscht das Lanolin raus. Einfach warten, bis der Dreck trocken ist, dann abklopfen oder ausbürsten. Das ist wie bei Schafen: Der Schmutz fällt irgendwann ab.
Alle urbanen Barfußschuhe – Wollbarfußschuhe, Barfußsneaker, Barfußhausschuhe – können wir in unserer eigenen Werkstatt in Rosenheim neu besohlen. Bei Barfußwanderschuhen geht das nicht, ihre Sohlen sind mit vier bis viereinhalb Millimetern zu dünn dafür.
Ganz klar: das Barfußthema weiter ausbauen, auch das Barfußwandern. Uns macht das selber unglaublich viel Spaß. Du nimmst den Untergrund und dein Outdoorabenteuer viel intensiver wahr.
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