Bouldergebiet Magic Wood

Pachtkündigung für Campingplatz in Magic Wood

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Im Schweizer Bouldergebiet Magic Wood verwaltet eine Kletterfamilie den Campingplatz und das Gasthaus. Nun hat die Gemeinde ihr die Pacht gekündigt, weil die Preise anziehen sollen.

Thomas Saluz und seine Familie kümmern sich unter dem Namen Bodhi Climbing seit rund 10 Jahren um die Unterkunft für Kletterer und Boulderer im Magic Wood. Anfangs mit einem schlichten Camp, mittlerweile auch mit dem Gasthaus Edelweiß / Backpackers Generoso. Gegen höhere Preise hatte Thomas sich immer gesträubt, damit auch internationales Publikum sich einen Aufenthalt im Magic Wood leisten kann. Die Gemeinde Ferrera im Kanton Graubünden scheint indes andere Pläne zu haben und sprach Thomas Saluz die Kündigung aus. Nun versucht eine Petition, initiiert vom Boulderer Martin Keller, den Gemeinderat umzustimmen.

Camping Magic Wood Schweiz
Thomas Saluz
Camping im Magic Wood

Thomas Saluz ist selbst Boulderer und hat das Gasthaus sowie den Campingplatz entsprechend an den Bedürfnissen seiner Gäste ausgerichtet. Nun wurde ihm der Pachtvertrag zum Ende des Jahres 2020 gekündigt, erst einmal ohne Begründung. Bei der Schlichtungsstelle forderte Thomas eine Begründung von der Gemeinde, zumal es vorher keinerlei Abmahnungen oder Verwarnungen gegeben hatte. Die Gemeinde gab daraufhin als Gründe mehrere Punkte an. So habe sich Thomas Saluz sich gegen eine Erhöhung der Preise gewehrt.

Die Gemeinde will dringend die Preise erhöhen, um mit dem höheren Pachtzins Investionen zu tätigen, die nötig seien, "um mit den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern des Gebietes umzugehen". Unter anderem sollen "Parkplätze für Tagesbesucher geschaffen und eine Überführung zur Verbindung der beiden Camping-Bereiche realisiert werden. Diese Kosten lassen sich nur durch eine Erhöhung des Pachtzinses finanzieren. Gegen eine solche Erhöhung wehrt sich Thomas Saluz." Dies erklärte Gemeindevorstand Albert Rauch auf Nachfragen der Schweizer Kletterwebseite Lacrux.

Außerdem warf die Gemeinde Thomas Saluz vor, er kümmere sich nicht ausreichend darum, dass keine Wildcamper sich im Tal aufhielten. Anfangs hatte Thomas noch den Aufwand betrieben, doch hatte er vor einigen Jahren bereits der Gemeinde erklärt, dass er mit seinem Tagesgeschäft ausgelastet sei und diese Aufgabe nicht mehr übernehmen könne. Unterdessen hat sich anscheinend der Förster bereit erklärt, diese Aufgabe zu übernehmen, und spät abends die Runde zu drehen, um zu prüfen, dass niemand illegal campt.

Des weiteren ist die Gemeinde mit den hygienischen Bedingungen auf dem Camping nicht zufrieden. Dies sehen die kletternden Besucher anders: Die Bewertungen im Netz liegen im Schnitt bei 4,8 von 5 Sternen. Namhafte Kletterer haben sich mittlerweile mit Familie Saluz solidarisiert (siehe Instagram-Posts unten). Der Rückhalt bei den Kletterern scheint groß: Gerade erst hatte ein erfolgreiches Crowdfunding der Familie Saluz und Bodhi Climbing durch die coronabedingte Sperrzeit geholfen; über 13.000 Schweizer Franken kamen zusammen.

Als dritten Grund für die Kündigung führte die Gemeinde an, die Kooperations- und Kommunikationsbereitschaft von Thomas Saluz sei nicht ausreichend. Wie es scheint, liegen die Vorstellungen der Parteien relativ weit auseinander. Wobei man vermuten kann, dass die gegensätzlichen Auffassungen zwischen den Schweizer Gemeindevertretern und den bouldernden Besuchern liegen, und Thomas Saluz als Mittler zwischen den Welten steht.

Hier geht es zur Petition

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