Piolet d'Or 2026: Wie zwei Alpinisten die unmögliche Wand bezwangen

Piolet d'Or
Wie zwei Alpinisten die unmögliche Wand bezwangen

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.11.2026
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Piolet d´Or
Foto: Piolet d´Or

Eine Wand, die drei Jahrzehnte lang trotzig unberührt in den Himmel ragt. Sechzehn Versuche scheitern. Und dann kommen Nicolas Jean und Benjamin Védrines – und schreiben Geschichte. Am 23. Oktober 2026 werden die beiden französischen Alpinisten mit dem Piolet d'Or ausgezeichnet, dem wichtigsten Preis der Alpinismuswelt. Der Grund? Die Erstbesteigung der Jannu East nach 30 Jahren und unzähligen gescheiterten Versuchen.

30 Jahre, 16 Versuche – und dann der Durchbruch

Die Jannu East galt als eine der letzten großen Herausforderungen des Himalaya. Seit drei Jahrzehnten lockt der Berg Alpinisten an – und weist sie alle ab. Bis jetzt.

Was Jean und Védrines hier vollbracht haben, ist pures Alpinstil-Klettern. Nordwand und Ostgrat der Jannu East – genannt "Sommet des Pieux" – fordern maximal alles ab: 2.300 Meter Höhe, schwieriges Gelände (M6, WI5), zwei Biwaks unter freiem Himmel und 2,5 intensive Klettertage. Ohne externe Hilfe. Ohne Fixseile. Ganz allein mit dem Berg.

Die Besteigung am 15. Oktober 2025 ist nicht nur eine physische Leistung – sie ist eine Meditation in Entscheidungsfindung, Mut und sauberm Stil. Genau dafür würdigt sie die internationale Jury: für das technische Niveau, das unerschütterliche Engagement und die klugen Entscheidungen in extremer Höhe.

Das bedeutet ihnen dieser Preis wirklich

Für Nicolas Jean ist klar, was dieser Piolet d'Or bedeutet: "Dieser Preis bedeutet mir unglaublich viel. Es ist die Anerkennung unserer Bergsteiger-Kolleg:innen." Und Benjamin Védrines ergänzt mit sichtlicher Begeisterung: "Diese Wand ist wunderschön, gewaltig und sie war noch völlig unberührt! Ein wichtiges Kapitel unserer gemeinsamen Geschichte geht nun zu Ende."

Piolets d’Or

Die Piolets d’Or schöpfen ihre Inspiration aus der reichen Geschichte und der stetigen Weiterentwicklung des Alpinismus. Ihr zentrales Ziel ist es nicht nur, die eindrucksvollsten Besteigungen des vergangenen Jahres auszuzeichnen, sondern diese Begehungen als Botschafter für klare ethische Werte im weltweiten Bergsteigen zu nutzen, ganz im Sinne der Anerkennung des Alpinismus als immaterielles Kulturerbe der UNESCO.