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Bergtouren in den Dolomiten: Val di Zoldo, Civetta, Monte Pelmo

Wandern in den Dolomiten: Val di Zoldo

Das Val di Zoldo ist das schönste Geheimnis der Dolomiten. Wer es lüften will, muss die Wanderstiefel schnüren! Hier stellen wir die vier schönsten Touren in dieser Dolomitenregion vor - inklusive GPS-Daten und Tourenbeschreibungen zum Download ...

Val di Zoldo, das stille Tal der Dolomiten - hier unsere Wandervorschläge:

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Dolomiten - Val di Zoldo - Reisebericht
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Das Val di Zoldo - oder auch Val Zoldana genannt - ist ein Tal in den südlichen Dolomiten (Provinz Belluno). Erreichbar ist es mit dem Zug bis Longarone im Piavetal, von dort täglich per Bus (außer sonntags) in den Talort Forno di Zoldo. Per Auto uber Sella- und Pordoijoch ins Buchensteinertal. Von dort uber den Colle Santa Lucia, Selva di Cadore und die Forcella Staulenza ins Val di Zoldo.

Rumkommen:
Öffentliche Verkehrsmittel sind im Val di Zoldo rar und nicht immer pünktlich. Als praktisch hat sich »Zoldobus« erwiesen, ein Sammeltaxi. Anrufen, Ort und Uhrzeit vereinbaren, manchmal sind noch andere Gäste im VW-Bus. Info: zoldobus.it

Orientieren:
Tabacco-Karten Blatt 25, Dolomiti di Zoldo Cadorine e Agordine, 1:25.000 und Blatt 3, Belluno – Civetta, Maßstab 1:50.000

Informieren:
Consorzio Val di Zoldo Turismo, valdizoldo.net, turismo@valdizoldo.net, Tel. 00 39/0437/789145

Übernachtungen & Restaurants im Val di Zoldo:

Hotel:
Das Vier-Sterne-Hotel Boscoverde ist eines der besten Häuser im Tal, das gilt auch für die Küche. Man hilft hier auch gern bei der Organisation von Touren. Via Pecol Nuovo, Mareson di Zoldo Alto, Tel. 0039/0437/788721, boscoverdehotel.com. Halbpension ab 58 Euro/Person.

Camping:
Ein guter Startpunkt für die Umrundung der Civetta ist der Camping Civetta in Pecol. Auch zum Monte Pelmo kann man von hier direkt gehen. Die Preise richten sich nach der Saison. Zwei Erwachsene inklusive Stellplatz für ein Zelt ohne Strom zahlen ab 19 Euro. Adresse: Piazzale Cabinovia, I-32012 Pecol di Zoldo, Tel. 0039/0437/789146, famigliabalestra.it

Pension:
Maria Luisa Caviglia, eine Argentinierin mit italienischen Wurzeln, betreibt in Pralongo eine liebevoll geführte Pension mit vier Zimmern und drei Apartments. Sie weiß fast alles über das Val di Zoldo, gerne bringt sie ihre Gäste auch zum Startpunkt der verschiedenen Wanderungen. villachele.it, Tel. 0039/0437/78585, mobil unter 0039/320/6906954. Doppelzimmer mit Frühstück ab 76 Euro.

Hütte:
Zu den schönsten Hütten der Dolomiten gehört das Rifugio Bosconero. Es liegt wie im Märchenbuch inmitten einer Lichtung im Wald, darüber ragen die bis zu 700 Meter hohen Wände der Rochetta Alta di Bosconero. Monica Campo Bagatin betreibt die Hütte seit vielen Jahren. Viele gehen extra wegen der zwar einfachen, aber immer guten Küche hinauf. Mobil: 0039/338/3713870, Mail: mbosconero@libero.it

Essen:
In Italien steht die kulinarische Sonne ja ohnehin hoch am Himmel. Traditionelle Kost unter Verwendung lokaler Produkte serviert das Tana de l’Ors, ein historischer Gasthof im Val di Zoldo. Geführt wird es in der zweiten Generation von Alessandro und Fabrizio Votta. ristorantetanadelors.it

Eine äußerst schmale Straße erschließt den Pass zwischen dem Zoldo- und dem Agordo-Tal: den Passo Duran. Er ist Ausgangspunkt für Touren an der Moiazza. Direkt am Pass liegt das Rifugio San Sebastiano. Innen ist es am offenen Feuer nicht nur gemütlich warm, auch Wildspezialitäten lassen sich hier neben einem guten Wein genießen. passoduran.it

Erleben:
Mal richtig draußen sein, die Zivilisation im wahrsten Sinne des Wortes unter sich lassen: Eine Nacht am oder im Bivacco Carnielli ist wie ein kleines Abenteuer am Rande der Welt. Von Forno di Zoldo fährt man ins Val Pramper und wandert vom Parkplatz über Weg 522 zum Biwak hinauf. Wasser mitnehmen!

Alpin klettern:
Die Bosconero-Gruppe wartet mit Klassikern wie »Navasa« (VII-) oder »Spigolo Strobel« (VII) auf. Die Topos liegen im Rifugio Bosconero aus.

Ausrüstung:

OD 0816 Ausrüstungsset Bergtour Alpin
Sonstiges

Reisebericht: Val di Zoldo - vergessene Welt

Die Kulisse könnte jeden Märchenbuchillustrator in Ekstase versetzen: Auf einer grünen Lichtung, umgeben von dichtem Tannenwald, steht ein winziges Hexenhäuschen unterhalb von gigantischen Felszinnen. Es ist die Casera di Bosconero am Fuß der Rochetta Alta, eines siebenhundert Meter hohen, senkrechten Felstrumms im italienischen »Schwarzwald« – denn nichts anderes bedeutet Bosconero. Die gute Fee des Hauses heißt Monica Campo Bagatin. Sie begrüßt ihre Gäste mit einem feinen Lächeln, das sofort eine wohlige Atmosphäre verbreitet. Seit dreißig Jahren ist sie Hüttenwirtin hier oben, am südlichen Ende des Val di Zoldo, im äußersten Südosten der Dolomiten. Ein Tal, nahezu vergessen und häufig im wahrsten Sinne des Wortes links liegen gelassen.

Und doch hatten vermutlich die meisten von uns schon einmal Kontakt mit ihm: Fünfundsiebzig Prozent der italienischen Eismacher in Deutschland stammen aus dem Val di Zoldo. Auf den selbst gezimmerten Stühlen und Bänken vor der Hütte kommt das Herz zur Ruhe. Wolkenfetzen spielen über den senkrechten Zinnen, der Wind raschelt in den Wipfeln der Bäume, irgendwo klopft ein einsamer Specht. Der Blick gleitet vom Sasso di Bosconero durch den azurblauen Himmel und bleibt schließlich an den mächtigen Dreitausendern hängen, die das Val di Zoldo im Norden begrenzen: dem Monte Pelmo und dem Monte Civetta. Unterschiedlicher können Berge kaum sein. Rechts der Pelmo, ein massiger Solitär, links die imposante Felsenburg der Civetta mit ihren weit auskragenden Gratausläufern und gigantischen Türmen.

Bergtour auf den Monte Pelmo

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Ralf Gantzhorn
Val di Zoldo - Dolomiten

Der Pelmo zählt zu den auffälligsten Berggestalten der Dolomiten, von fast überall rückt er in den Blick, Dutzende von Namen haben Witzbolde sich für ihn ausgedacht: Schichttorte, Hobbitfestung, Scheinriese. Und irgendwann wahrscheinlich fällt dann auch der Satz, dass man da ja eigentlich mal hin- auf müsste, auf den Klotz. Denn schwierig zu besteigen ist der Berg trotz seines unnahbaren Aussehens nicht. Ein Engländer fand 1857 den Schlüssel - Mr. John Ball. Das knallrot auf die Felswand gepinselte Wort »Attaco« begrüßt Pelmo-Anwärter am Einstieg, zweifellos das Werk von begnadeten Ironikern, denn mit einer schneidigen Attacke hat die Sache nur entfernt zu tun. Dennoch begeben sich Aspiranten nun in eine andere Welt, auf einen labyrinthischen Steig, der einen mit großer bergsteigerischer Intuition mitten durch ein Meer aus Fels führt.

Ausgesetzt, teilweise extrem luftig, quert man ungesichert fast einen Kilometer lang auf schmalen Terrassen durch die Ostwand, das berühmte Ball-Band, genial gesehen und gefunden eben von jenem Engländer Mitte des 19. Jahrhunderts. In der Schlüsselstelle, dem »Passo di Gatto«, wird das Band 50 Zentimeter schmal, und ein Überhang verhindert den aufrechten Gang. Entweder heißt es nun darunter hinwegrobben oder mutig außen herum. Das Ball-Band geht in einen monströsen Kessel über ein Amphitheater des Schutts geradezu, in dem die Natur ihr endloses Drama vom langsam zerbröselnden Fels aufführt. Wer seine Wanderstiefel auf Robustheit prüfen will, dem gerät das Heraufwühlen zu den oberen Rängen zu einem Höhepunkt der Besteigung. Sisyphos hatte ja keine Ahnung ... Über eine Steilstufe gewinnt man schließlich den oberen Teil des Kessels, wo früher mal ein ansehnlicher Gletscher hing, heute aber nur noch - noch mehr -Schutt wartet. Diverse Steinmänner helfen bei der Orientierung, oder auch nicht, denn offenbar lädt der Ort zum Errichten solcher kleinen Steinhäufchen ein. Gerade im hier häufig auftretenden Nebel kann das zu interessanten Szenen führen, die die Diskussionskultur in der jeweiligen Wandergruppe auf eine harte Probe stellen. Auf dem Grat zwischen Spalla Sud und Hauptgipfel leitet der Weg herrlich luftig zum höchsten Punkt des einsamen, schläfrigen Riesen, Ansichten der unter einem liegenden, achthundert Meter hohen Nordwand inklusive.

Das nagelneue Gipfelkreuz steht etwas deplatziert in der Landschaft herum, aber das Panorama lässt sowieso jeden Gedanken an von Menschenhand gefertigten Metallschrott verstummen. Der Blick schweift über fast alle der großen Massive der Dolomiten und die Zeitlupenschlacht der Geologie, die hier tobt. Zurück auf der Hütte lautet das erste Fazit, dass derjenige, der Schutt nicht kann, nicht gerade am Monte Pelmo beginnen sollte zu üben. Nahezu schuttfrei ist dagegen das andere große Schaustück im Val di Zoldo - die Civetta. Zumindest für diejenigen, die nicht auf den Gipfel möchten, sondern schön untenherum wandern. »Käuzchen« heißt der Berg übersetzt, und selbst Einheimische zucken mit den Schultern, fragt sie einer, wie denn dieser Name zu so einem gigantischen Massiv passen soll. Zur Schauseite des Massivs, der drei Kilometer breiten und 1200 Meter hohen Nordwestwand, auf jeden Fall nicht. Denn die erinnert eher an eine riesige Orgel. Die Pfeiler der Abstürze wirken dabei wie Pfeifen, die das Licht am späten Nachmittag zum Leben erweckt und dann nahezu plastisch aus der Wand heraustreten.

Top-Tour: die Wanderung um die Civetta

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Ralf Gantzhorn
Val di Zoldo - Dolomiten

Die 35 Kilometer lange Mehrtageswanderung rund um das Massiv gehört zu den schönsten der Dolomiten. Sie folgt dem berühmten Höhenweg Nummer 1, dem vielleicht am besten ausgebauten der insgesamt zehn Dolomiten-Höhenwege. Vier Hütten liegen auf dem Wegabschnitt um die Civetta, eine spektakulärer gelegen als die andere. Die erste, das Rifugio Coldai, fristet am frühen Morgen im wahrsten Sinne des Wortes noch ein Schattendasein. Aber nur wenige Minuten entfernt liegt der gleichnamige Lago, ein türkisgrüner Edelstein, in dessen blitzenden Wassern sich die Nordwestwand der Civetta perspektivisch verkürzt spiegelt - ein Ort so überraschend wie eindrücklich.

Nur zwei Wanderstunden weiter kommt das Rifugio Tissi, der Aussichtsbalkon unter den Hütten an der Civetta, denn vom oberhalb der Hütte gelegenen Col Rean reicht der Blick in zwei Welten: Unter einem die Zivilisation mit dem vom Autoverkehr geprägten Talort Alleghe - weit weg. Über einem die nackten Felspfeiler, senkrecht, abweisend und zum Glück ebenfalls weit weg. Man fühlt sich wie ein Beobachter mit einem Brennglas in der Hand: mittendrin und doch irgendwie unbeteiligt. Das in bukolisch anmutender Ruhe versunkene Val Civetta führt zum Rifugio Vazzoler, gelegen in jenem »in heilsamer Unordnung stehenden Zaubergarten, in dem mit erschreckender Heftigkeit die riesigen Felstürme gegen den Himmel stoßen«. Der Schriftsteller Walter Pause schrieb das und meinte damit den Torre Trieste, den die Italiener »Turm der Türme« nennen.

Rifugio Carestiato & Via Ferrata »Constantini

Unterhalb dieses in seiner Höhe kaum fassbaren Gemäuers verlässt der Weg die Civetta und windet sich durch stille Latschenwälder hinüber zur Moiazza und damit zur vierten Berghütte auf dieser Runde: dem Rifugio Carestiato. 1974 wurde hier, unter anderem, um Touristen aus dem Norden in die südlichen Dolomiten zu locken, die Via Ferrata »Constantini« angelegt - der wohl schwierigste Klettersteig der Dolomiten. Er führt durch den 900-Meter-Südabsturz der Cresta delle Masenade.

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Klettersteig

Monica Campo Bagatin hat von ihrer Lichtung all die Massive rund um das Val di Zoldo im Blick. Sie kann die sich dort abspielenden Geschichten und Dramen erahnen und hat dennoch Abstand zu ihnen. Sie liebt die Abgeschiedenheit und Einsamkeit der Bosconero-Gruppe. »Ich werde oft gefragt, ob ich hier alleine keine Angst habe«, gibt sie augenzwinkernd zu Protokoll. Eine Sorge, die völlig fehl am Platz ist. Denn man spürt sofort, dieser Ort strahlt eine ungeheure Geborgenheit aus. Und wer Monica und die Hütte längere Zeit zusammen erlebt, wird das Gefühl nicht los, dass sie eine Symbiose eingegangen sind.

»Vor einigen Jahren«, erzählt sie, »bin ich an Krebs erkrankt. Die Ärzte rieten mirdamals, die Hütte aufzugeben, im Tal zu bleiben.« Sie hielt sich nicht an die Anweisungen der Mediziner und stieg trotzdem auf. Die Krankheit scheint dabei genauso im Tal geblieben zu sein wie sie den inneren Frieden hier oben gefunden hat.

Touren

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