Urlaub in Norditalien
Südtirol: Bergtouren, Höhenwege, Wandertipps
Reisebericht 09/2021: Ortler Höhenweg Fabian Weiss
Reisebericht 09/2021: Ortler Höhenweg
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Reisebericht 09/2021: Ortler Höhenweg
Reisebericht 09/2021: Ortler Höhenweg 11 Bilder

Ortler Höhenweg - Etappen & Infos

Einwöchige Hüttentour in Südtirol Ortler Höhenweg

Es war Knochenarbeit, den Ortler Höhenweg anzulegen. Doch nun kann man auf ihm in einer Woche den höchsten Berg Südtirols umwandern. Wir stellen euch die Etappen vor und geben Tipps zur Reiseplanung und Übernachtung...

Die hochalpine Wanderroute "Ortler Höhenweg" beeindruckt Wanderer mit Ausblicken auf das Ortler-Massiv und die Südtiroler Bergwelten. Der Ortler-Höhenweg umrundet den namensgebenden Berg Ortler (3905 m) in sieben Etappen mit insgesamt 119,5 Kilometern und 8126 Höhenmetern (Details siehe unten). Die Route erfordert alpine Erfahrung, Trittsicherheit, Kondition und Hochgebirgsausrüstung – stellenweise bewegt man sich über 3000 Meter, ein Teilstück führt über Gletschergebiet. Unterwegs begeistern immer wieder die Blicke auf Ortler und Co. Der Weg ist beschildert, übernachtet wird in Berghütten.

  • Beste Zeit: Juli und August sind die besten Monate. Zuvor liegt im Hochgebirge oft noch viel Schnee. Im September geht die Saison langsam zu Ende.
OD 2019 Südtirol Ortler Blick von der Düsseldorfer Hütte
Whgler / Wikimedia Commons
Blick von der Düsseldorferhütte auf den Ortler. (Gipfel rechts)

Etappenübersicht Ortler-Höhenweg

Tourenbeschreibungen + Karten

1. Von Stilfs zur Düsseldorferhütte

Aus dem Dorf hinab zur Stilfser Brücke, auf der anderen Flussseite hinauf zur Kälberalm (2253 m). Von dort nimmt man den Eselsteig und folgt dem neuen Steig ums Hintere Schöneck. Kurz zu Hochweide an einem Bach absteigen, dann in Serpentinen hoch zur Düsseldorfer Hütte (2721 m).

Mehr zum Thema:
Länge 18,64 km
Dauer 5:58 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 279 Meter
Höhenmeter absteigend 1749 Meter
Tiefster Punkt 2762 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Fabian Weiss
Auf der Terrasse der Düsseldorfer Hütte hat man den Logenblick aufs Ortlermassiv. Auf stolzen 2721 Metern Höhe liegt sie.

2. Von der Düsseldorferhütte zur Zufallhütte

Die Serpentinen wieder absteigen und den Hang zur Bergstation des Kanzellifts queren. Über die Rosimböden führt ein neuer Geröllsteig hinauf zum Schöntaufjoch (3168 m). Mit Blick auf die Cevedale-Gletscher zum Madritschjoch (3123 m) queren, in langen Kehren ab zur Zufallhütte (2265 m).

Mehr zum Thema:
Länge 16,91 km
Dauer 7:35 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 1683 Meter
Höhenmeter absteigend 247 Meter
Tiefster Punkt 1272 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Morgens spiegeln sich die glühenden Eisriesen in einem Weiher an der Düsseldorfer Hütte.

3. Von der Zufallhütte zur Pizzinihütte

Vorbei an einer alten Staumauer und über die Moräne des Langenferners zum Talschluss des Martelltals hinauf. Unterhalb der Ruine der Halleschen Hütte Steigeisen anlegen und über den Gletscher hinauf zur Casatihütte (3269 m). Übers Langenferner Joch gleich dahinter wandert man hinab zur Pizzinihütte (2706 m).

Mehr zum Thema:
Länge 14,81 km
Dauer 6:59 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 814 Meter
Höhenmeter absteigend 1260 Meter
Tiefster Punkt 2699 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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4. Von der Pizzinihütte nach Sant'Antonio

Über den Passo di Zebrù Nord (3001 m) zum Rifugio Quinto Alpini (2878 m) – oder gleich den Weg 529 hinab zur Alm Bàita del Pastore (2168 m). Von hier durchs Zebrùtal hinunter zum Weiler Sant’Antonio (1347 m).

Mehr zum Thema:
Länge 11,77 km
Dauer 5:59 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 989 Meter
Höhenmeter absteigend 561 Meter
Tiefster Punkt 2255 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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5. Von Sant'Antonio zum Rifugio Monte Scale

Kurz vor der Kirche den Bach überqueren und ins Val d‘Uzza hinauf. Oberhalb von Bormio den Hang traversieren, auf der Ponte Forni über den Fluss Adda und hinauf zur Berghütte Rifugio Monte Scale (1950 m).

Mehr zum Thema:
Länge 21,12 km
Dauer 7:15 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 597 Meter
Höhenmeter absteigend 1928 Meter
Tiefster Punkt 2677 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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6. Vom Rufugio Monte Scale zum Stilfser Joch

Über den Staudamm des Lago di Cancano, die Alm Pedenolo und die Bocchetta di Pedenolo zur Bocchetta di Forcola (2768 m). Auf dem Friedensweg zum Stilfser Joch (Garibaldihütte, 2845 m).

Mehr zum Thema:
Länge 16,27 km
Dauer 6:27 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 1051 Meter
Höhenmeter absteigend 458 Meter
Tiefster Punkt 1342 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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7. Vom Stilfser Joch nach Stilfs

Über den Goldsee (2708 m) hinunter zur Furkelhütte (2153 m) und in sanftem Auf und Ab bis kurz vor die Stilfser Alm. Es folgt der lange Abstieg nach Stilfs.

Mehr zum Thema:
Länge 22,09 km
Dauer 7:11 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 1309 Meter
Höhenmeter absteigend 486 Meter
Tiefster Punkt 1939 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Fabian Weiss

Tipps zur Planung eurer Reise

  • Hinkommen: Mit dem Zug fährt man nach Spondinig, was allerdings mit häufigem Umsteigen verbunden ist (ab Stuttgart zum Beispiel mindestens vier Mal). Von dort per Bus nach Stilfs (suedtirolmobil.info/de). Mit dem Auto dauert es von München vier Stunden bis Stilfs, von Stuttgart gut fünf, von Frankfurt sieben.
  • Herumkommen: Grundsätzlich kann man an vielen Punkten auf den Höhenweg einsteigen. So sind zum Beispiel Sulden oder der Lago di Cancano (Ende Etappe 5) per Bus erreichbar. Manche Etappen lassen sich abkürzen, etwa gleich die erste. Wer sich die knapp 1800 Höhenmeter Aufstieg nicht zutraut, startet von Sulden zur Düsseldorfer Hütte und spart sich mehrere Stunden und 1000 Höhenmeter. Auch der Abstieg von gut 2300 Höhenmetern durchs Zebrùtal (Etappe 4) lässt sich entschärfen, indem man sich von einem Shuttleservice von der Alm Bàita del Pastore abholen lässt. Das verkürzt die Strecke bis Sant’Antonio um neun Kilometer (zum Beispiel mit AlpinTaxi, Tel. 0039/3334706865)
  • Orientieren: Eine topografische Karte des Ortler Höhenwegs im Maßstab 1:25.000 erhält man für 9,90 Euro in den Tourismusbüros der Ferienregion Ortler, Ferienregion Latsch- Martelltal, Ferienregion Ultental und in allen fünf Besucherzentren des Nationalparks Stilfserjoch. Sie informiert auch über Zustiege und Übernachtungsmöglichkeiten.
  • Informieren: Auf vinschgau.net findet sich unter »Aktivurlaub« eine Seite zum Ortler Höhenweg mit detaillierten Beschreibungen der Etappen.
  • Anforderungen: Der Ortler Höhenweg erfordert Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und vor allem sehr gute Kondition. In sieben Tagen legt man knapp 120 Kilometer und je 8126 Höhenmeter im Auf- und Abstieg zurück. Pro Tag beträgt das Wanderpensum zwischen sechs und neun Stunden, zum Teil in 3000 Metern Höhe.
  • Mehr Infos: vinschgau.net

Übernachtungsmöglichkeiten

  • In Stilfs: Die Zimmer des Hotel Sonne in Stilfs bieten einen herrlichen Blick auf das Dorf, das Frühstück ist selbst nach Südtiroler Maßstäben hervorragend (DZ/F ab 57 Euro, Tel. 0039/0473611750, stilfs.it
  • Am Berg: Mehrere Etappen enden an Berghütten. Die Düsseldorfer Hütte auf 2721 Metern Höhe hat eine herrliche Terrasse mit Blick auf Ortler, Zebrù und Königsspitze – und zum Paddeln einen Einbaum in einem winzigen See (DZ/F 34,50 Euro pro Person, Halbpension 48 Euro, Tel. 0039/3332859740, duesseldorferhuette.com). Die Zufallhütte auf 2265 Metern punktet mit Wasserfall- Blick und – in normalen Jahren – einer Saunahütte (Halbpension im Lager 46 Euro pro Person, im DZ 56 Euro, Tel. 0039/3356306603, zufallhuette.com). Auch das Rifugio Pizzini auf 2706 Metern hat eine Sauna – und liegt grandios am Gletscher (DZ/F 75 Euro, Tel. 0039/0342935513, rifugiopizzini.it).
  • Nach der Tour: Das Hotel Gallia an der Stilfserjochstraße ist eine Unterkunft, in der man nach dem Höhenweg gerne die Beine ausstreckt (Zimmer pro Person mit Frühstück ab 58 Euro). Im Restaurant kommen traditionelle Südtiroler Küche, leichte mediterrane Kost und Internationales auf den Tisch. hotel-gallia.it

Tipps von Reiseautor Florian Sanktjohanser

  • Sicher gehen: Für den Abschnitt von der Zufallhütte zur Pizzinihütte (Etappe drei des Höhenweges) lohnt es sich, einen Bergführer zu engagieren. Er stellt Steigeisen und Seile und führt Gäste sicher über das Eis. Der Guide Olaf Reinstadler ist über die Alpinschule Ortler zu buchen, 0039/3357302228, alpinschule-ortler.com
  • Eisfrei: Wer die Ortler-Region auf einer kürzeren und gletscherfreien Variante kennenlernen will, der wandert die ersten beiden Etappen des Ortler-Höhenweges bis zur Zufallhütte. Nun weiter auf dem Weg zur Pizzinihütte, aber vor dem Gletscher abbiegen und über die Eisseespitze und den Stecknerweg nach Sulden wandern – drei schöne Wandertage.
Reisebericht 09/2021: Ortler Höhenweg
Fabian Weiss
Eisiger Hauch: Im hinteren Martelltal führt der Ortler Höhenweg über eine Moräne entlang des Langenferners.

Ein Kranz für den König – unser Reisebericht vom Ortler Höhenweg

"Ein bisserl Fitness braucht man schon", sagt Olaf. Schönstes Bergführer-Understatement. Aber beim Start in Stilfs könnte man ihm glatt noch glauben. Über Wiesen spazieren wir zur Stilfser Brücke hinab, zum tiefsten Punkt der Runde. Es ist ein herrlicher Herbstmorgen, die Sonne flutet das Dorf oben auf dem Hang, im Talschluss leuchtet die schneegekrönte Weißkugel. Unter Fichten, Kiefern und Lärchen wandern wir einen jahrhundertealten Pfad zu den Almen hinauf. Bartflechten hängen von den Ästen, am Wegesrand stehen Steinpilze, Bovisten und Fliegenpilze. Ein Reh nimmt Reißaus, ein Birkhuhn flattert auf, ein Specht fliegt trillernd über uns hinweg. "Am frühen Morgen sehe ich hier immer wieder Hirsche", sagt Olaf. Ab und an streifen auch Braunbären umher, die von der Brenta in den Schweizer Nationalpark ziehen. Einmal sah Olaf einen Bär wenige Meter vor sich, als er im Sessellift an der Bergstation ankam. "Da sind wir schnell wieder eingestiegen." Die ersten Stunden sind beschauliches Eingehen. Wir passieren Almen, auf denen junge Milchkühe grasen, andere Wanderer sind nicht zu sehen. "Weil die Almen nicht bewirtschaftet sind", erklärt Olaf. Und weil bisher erst wenige Urlauber vom Ortler Höhenweg gehört haben. "Bis sich das einläuft, dauert es mehrere Jahre."... den kompletten Reisebericht findet ihr in der neuen OUTDOOR-Ausgabe 09/2021 – ab 3.8. im Kiosk und online als E-Paper.

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Titel 09/2021
Huber Images/Frank Lukasseck
OUTDOOR Ausgabe 09/2021

Videoimpressionen aus dem Vinschgau in Südtirol

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