Saisonausklang im Herbst: Wandertipps & Ausrüstung
Herbstwandern
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Die schönsten Alpentouren vor der Winterpause

Bergfinale im Herbst Die schönsten Alpentouren vor der Winterpause

Im Herbst erleben Wanderer die Natur besonders intensiv. Wir stellen euch acht der schönsten Herbstziele in den Alpen vor ...

Die klare Luft sorgt für weite Blicke, die tiefstehende Sonne taucht die Natur in warmes Licht, auf den Wegen kehrt Ruhe ein: Nach dem Sommer bricht in den Alpen eine besonders reizvolle Wanderzeit an. Da das Hochgebirge allmählich zuschneit, viele Hütten ihre Türen schließen und die Tage kürzer werden, locken vor allem Unternehmen der gemäßigteren Art. Dass man aber auf große Kulissen nicht verzichten muss, zeigt sich etwa im norditalienischen Val Ferret: Die Durchschreitung von Courmayeur ist ein Abschnitt des Fernwegs »Tour du Mont Blanc«, zählt aber auch zu den eindrucksvollsten Tagestouren (5,5 Std., 960 Hm) der Region (Infos: mountainmoments.de). Bleiche Felsbastionen statt Gletscherriesen bestimmen hingegen das Bild in den Dolomiten – wie im Villnösstal, über dessen Almen die zackigen Geislerspitzen thronen. Wer lieber die »Könige der Wälder« besucht, erkundet das hirschreiche Val Mingèr im einzigen Nationalpark der Schweiz, mit Gipfelglück und Traumpanorama trumpft hingegen der Monte Grona am Comer See.

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Was gibt es Schöneres als die letzten sonnigen Wandertage im Herbst auf einer urigen Berghütte zu genießen?

Südtirol: An die Geislerspitzen

Mal zwischen goldenen Lärchen und knorrigen Zirbelkiefern, mal über offene Wiesenmatten an die lotrecht aufragenden Nordabbrüche der Geislergruppe – der Adolf-Munkel-Weg zählt zu den reizvollsten Wanderpfaden des Naturparks Puez-Geisler. Rund dreieinhalb Stunden reichen für die einfache Rundtour (9 km, 400 Hm) mit Start und Ziel an der Zanser Alm im Villnösstal, es bleibt also genug Zeit, um in den drei weiteren urigen Almen am Weg einzukehren und in traumhafter Dolomitenkulisse süße oder deftige Südtiroler Spezialitäten zu probieren. (weitere Wandertipps und mehr siehe unten)

Karwendel: Ahorn & Buckelwiesen

Wenn das Laub seiner bis zu 600 Jahre alten Bäume in Gelb und Orange vor den grauen Laliderer Wänden leuchtet, ist die Idylle am Großen Ahornboden perfekt. Bestaunen kann man das Postkartenmotiv zum Beispiel bei der leichten Rundtour vom Landgasthof Eng über die Binsalm (2.15 Std., 6 km, 440 Hm). Wer eine weitere Traumlandschaft des Karwendels kennenlernen möchte, begibt sich nach Mittenwald: Auf dem Weg nach Wallgau geht es durch das Wellenmeer der Buckelwiesen und vorbei an der türkisgrün glitzernden Isar (3,5 Std., 13 km, 130 Hm). Mehr Infos: alpenwelt-karwendel.de

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Manuel Sulzer
Postkartenmotiv: die bunt-gefärbten Ahornbäume.

Schweizer Nationalpark: Durchs Val Mingèr

Im Osten Graubündens liegt der Schweizerische Nationalpark, das größte Wildnisgebiet des Landes. Seine alpinen Matten, Mischwälder und Hochgebirgsregionen bieten den Lebensraum für eine artenreiche Tierwelt, zu der auch rund 2000 Rothirsche zählen. Beste Chancen, sie während der Brunftzeit von Mitte September bis Anfang Oktober zu beobachten, bieten sich im ursprünglich gebliebenen Val Mingèr. Wandertipp: die Überschreitung der Fuorcla Val dal Botsch (2677 m) hinüber zum Ofenpassgebiet mit seinen tiefen Bergföhrenwäldern (13,5 km, 6 Std., 1100 Hm). engadin.com

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Gute Chancen einen Rothirsch zu sichten gibt es im Schweizer Nationalpark.

Comer See: Auf den Monte Grona

Von subtropischen Pflanzen und charmanten Terrakotta-Dörfern bis zu den stolzen Gipfeln im Umland: Am Comer See treffen mediterranes Flair und alpines Ambiente aufs Schönste zusammen. Einen grandiosen Überblick genießen Wanderer etwa am Gipfel des Monte Grona (1736 m) an der Westseite. Erst geht es von Breglia zum Rifugio Menaggio (1380 m) empor (2.15 Std., 630 Hm), dort stehen mehrere Varianten zur Wahl. Am einfachsten ist dann der Normalweg (1.15 Std., 350 Hm), am sportlichsten die knackige Via Ferrata del Centenario (3 Std., Grad D). rifugiomenaggio.eu

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Grandiose Aussichten warten am Comer See.

Wallis: Traumtour in der Derborence

Wandern zwischen Schluchtwänden und Karstplateaus in der Schweiz: Der urwüchsige Talkessel der Derborence liegt auf 1500 Meter Höhe, die gut ausgeschilderte Wanderung führt am zweiten Tag über den Kessel hinaus bis auf 2518 Meter Höhe. Aufstieg: Ardon – See von Derborence (ca. 4h); Derborence–Ovronnaz (ca. 7h). Mit dem PKW auf der Autobahn 1 bis Bern, dann A12 bis Vevey am Genfer SeeH und A9 über Martigny bis zur Abfahrt Conthey-Vétroz. Alternativ Autobahn 6 bis Thun und per Zug mit der Autoverladung am Kandersteg nach Goppenstein. Von dort noch 45 Kilometer auf der A9 bis Ardon. Der Ort ist per Bahn und Bus erreichbar. Weitere Infos zum Lac de Derborence findet ihr auch auf myswitzerland.com

Allgäu: Bergwandern auf das Rubihorn

Zu den schönsten Wanderungen im Allgäu gehört auch die Bergtour auf einen der Hausberge Oberstdorfs, das Rubihorn (1957 m). Die Tour bietet faszinierende Tiefblicke ins Tal der Iller und führt durch eine sehr abwechslungsreiche Berglandschaft vorbei am Unteren Gaisalpsee. Gekrönt wird die Wanderung von der sensationellen Rundumsicht auf die Oberstdorfer Alpen und das Allgäuer Voralpenland. Eine ausführliche Tourenbeschreibung mit GPS-Daten gibt es hier. Weitere Infos und Übernachtungsmöglichkeiten unter oberstdorf.de

OD 0419 Oberstdorf Allgaeu Allgaeuer Alpen Tour 1 Rubihorn Teaser
Bastian Morell

Oberitalien: Einsam durch die Friauler Dolomiten

Im Schatten weltberühmter Dolomitenstöcke wie Marmolada, Rosengarten und Drei Zinnen schlummert ein Wanderparadies im Dornröschenschlaf: die Friauler Dolomiten östlich des Piavetals. Einen ausgedehnten Streifzug durch die urwüchsige Welt aus Bergwäldern und Blumenwiesen, Geröllfeldern und Felsbastionen unternehmen Wanderer auf der viertägigen Rundtour »Anello delle Dolomiti Friulane« (38 km, 3300 Hm), die Abende klingen mit italienischem Hüttenflair aus. Weitere Touren in der Region findet ihr hier: Parco naturale regionale delle Dolomiti Friulane - bei komoot.de. Weitere Informationen oder Übernachtungsmöglichkeiten unter dolomiti.org

Lechtaler Alpen: Wilde Wege am Kogelsee

Die Wildheit der Berge muss man sich in den Lechtaler Alpen nicht mit anderen teilen. Wanderwege führen hier in die Einsamkeit! In den zerklüfteten Bergen finden Herbstwanderer ein naturbelassenes Revier der Extraklasse! Wenn es die Wetterbedingungen im Herbst noch zulassen, bietet sich von Gramais aus eine Wanderung über den Kogelsee und die Kogelseescharte zur Hanauer Hütte an. Ebenfalls empfehlenswert: die Rundwanderung von Gramais zu Gufel- und Kogelsee. Weitere Infos unter lechtal.at

Wanderungen; Lechweg
Verein Lechweg

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Die schönsten Herbsttouren aus Heft 10/2022 26 Tourentipps in den Alpen und Skandinavien
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