Gerade tückisch: Hitze fühlt sich manchmal "trocken erträglich" an, während die UV-Belastung trotzdem maximal ist – und Wind oder Fahrtwind (Bike) lässt dich die Sonne zusätzlich unterschätzen. Mach dir deshalb vor jeder Tour kurz einen Plan: Wann bin ich in der prallen Sonne? Wo ist Schatten? Wie komme ich notfalls schnell raus? Mit diesem Dreiklang aus Timing, Bedeckung und konsequentem Nachlegen bleibst du auch an Extremtagen handlungsfähig.
Wüstentageist ein umgangssprachlicher Begriff aus der Meteorologie und beschreibt sehr heiße Sommertage mit extrem hohen Temperaturen.
In Deutschland versteht man darunter meist Tage, an denen die Höchsttemperatur deutlich über 30°C liegt – oft sogar in Richtung 35°C oder mehr. Der Name spielt darauf an, dass die Hitze dann an Bedingungen in einer Wüste erinnert: trocken, sehr heiß und belastend.
Mit diesen Tipps überstehst du die Hitzewelle
Tourenplanung: früh los, mittags raus aus der Sonne
Bei Wüstentagen ist Timing dein stärkstes Tool:
- sehr früh starten, die langen Kilometer in den Morgen legen
- zwischen späten Vormittag und Nachmittag konsequent Schatten/Innenräume suchen (Wald, Hütte, schattige Täler)
- später ggf. noch eine kurze Runde dranhängen, statt die große Etappe durchzudrücken
Wenn du keine Schattenstrecken hast (Kammwege, offene Felder, Weinberge): Route lieber verschieben oder kürzen.
Kleidung schlägt Creme
Kleidung ist der verlässlichste UV-Schutz und bei Hitze oft angenehmer als ständig nachcremen:
- leichte, langärmlige Shirts und lange, luftige Hosen
- Stoffe engmaschig oder mit UPF/UV-Schutz
- Hut mit breiter Krempe oder Cap mit Nackenschutz (Nackenbrand ist der Klassiker)
Tipp für Wüstentage: lieber luftig bedecken statt "oben ohne" – direkte Sonne heizt dich oft stärker auf, als dass sie "kühlt".
Sonnencreme aber richtig
Sonnencreme hilft – aber nur, wenn du sie korrekt nutzt:
- ca. 30 Minuten vor dem Rausgehen auftragen
- großzügig eincremen (zu dünn = deutlich weniger Schutz)
- nicht vergessen: Ohren, Nacken, Schultern, Nase/Wangenknochen, Handrücken, Unterschenkel
Bei starkem Schwitzen, Abtrocknen oder Rucksack-Reibung: Schutz kontrollieren und bei Bedarf nachlegen.
Augen schützen: UV400 und gute Abdeckung
Bei grellem Licht – und erst recht an Wüstentagen – ist eine gute Sonnenbrille Pflicht:
- 100% UV-Schutz (UV400)
- sitzt stabil, deckt auch seitlich gut ab
Das ist nicht nur Komfort: UV kann die Augen langfristig belasten.
Trinken, salzen, Pausen
Sonnenschutz ohne Hitzestrategie ist an >35 °C unvollständig:
- regelmäßig trinken, nicht erst bei Durst
- bei langen Aktivitäten: Elektrolyte/Salz mitdenken (über Schweiß verlierst du mehr als Wasser)
- Pausen im Schatten einplanen und wirklich runterfahren (Kappe ab, Kopf kühlen, langsam weiter)
Warnsignale ernst nehmen: Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerz, Gänsehaut trotz Hitze, ungewöhnliche Erschöpfung – dann abbrechen, kühlen, trinken, Hilfe organisieren.
Was tun bei Sonnenbrand & Überhitzung?
- Sonnenbrand: raus aus der Sonne, vorsichtig kühlen, trinken, beruhigende Lotion/After-Sun
- Überhitzung: sofort in den Schatten, Körper kühlen (Nacken/Unterarme), trinken; bei starken Symptomen nicht zögern, medizinische Hilfe zu holen
So schützt ihr eure Haut
Optimal anziehen
Keine Sonnencreme schützt so gut wie Kleidung! Lange, dunkle Hemden und Hosen aus festem Stoff blockieren einen Großteil der schädigenden UV-Strahlen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft Kleidung mit eingebautem Sonnenschutzfaktor – erkennbar am UPF-Etikett (Ultraviolett Protection Factor). Kopf- und Nackenbedeckung, geschlossene Schuhe und eine gute Sonnenbrille komplettieren den Schutz vor UV-Strahlung.
Pralle Sonne meiden
Wenn möglich, solltet ihr euch zwischen 11 und 15 Uhr überwiegend im Schatten aufhalten. In diesem Zeitraum scheint die Sonne am stärksten.
Die richtige Wahl treffen
Einer für alle? Das gilt nicht beim Sonnenschutz. Der sollte individuell angepasst werden. Generell gilt: Je heller die Haut und je sonnenintensiver das Reiseziel, desto höher muss der Lichtschutzfaktor (LSF) sein.
Großzügig sein
Die meisten Leute tragen die Mittel zu dünn und lückenhaft auf. Eine 150 ml Flasche sollte spätestens nach fünf Anwendungen leer sein.
Wartezeit beachten
Viele Sonnenschutzmittel benötigen mindestens 30 Minuten, bis sie in die Haut eingedrungen sind und dort ihren Schutzmechanismus aufbauen. Nur Cremes mit physikalischem Filter wirken in der Regel sofort.





