Lawinendrama am Broad Peak: Nirmal Purja und weitere Alpinisten vermisst

Lawinendrama am Broad Peak
Bergsteiger-Legende Nirmal Purja unter den Vermissten

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 31.07.2026
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K2 und Broad Peak
Foto: Amaia Arozena & Gotzon Iraola via Getty Images

Die Nachrichten, die uns heute aus dem Karakorum in Pakistan erreicht haben, sind erschütternd und lassen die gesamte Outdoor-Community den Atem anhalten. Am Vormittag des 30. Juli 2026 hat sich übereinstimmenden Berichten zufolge am 8.051 Meter hohen Broad Peak (oben rechts im Bild) eine Katastrophe ereignet, die zu den schwersten der letzten Jahre zählt.

Was genau ist passiert?

Gegen 9:30 Uhr Ortszeit löste sich zwischen Lager II und Lager III, auf einer Höhe von etwa 6.600 Metern, eine gewaltige Lawine. Sie erfasste eine zehnköpfige, international besetzte Gruppe von Bergsteigern und riss sie mit sich in die Tiefe. Der Kontakt zu der Gruppe brach augenblicklich ab. Die dramatischen Ausmaße des Unglücks wurden kurz darauf durch die GPS-Daten der Tracker einiger Alpinisten sichtbar: Sie zeigten einen plötzlichen Höhenverlust von mehreren hundert Metern. Ein Tracker verzeichnete sogar einen Absturz über mehr als 1.500 Höhenmeter.

Die Opfer und die Suche nach den Vermissten

Ein sofort gestarteter Bodensuchtrupp machte am Fuße der Lawine eine schreckliche Entdeckung und konnte vier Bergsteiger nur noch tot bergen. Bei zwei der Opfer handelt es sich um die bekannte Bergsteigerin Nadhira Al Harthy aus dem Oman und den erfahrenen nepalesischen Bergführer Pur Bahadur Gurung.

Sechs weitere Alpinisten gelten weiterhin als vermisst. Die Sorge gilt dabei auch einem der prominentesten Gesichter des modernen Höhenbergsteigens: Nirmal "Nimsdai" Purja. Der nepalesische Ausnahmealpinist, der durch seinen Rekord an den 14 Achttausendern und die Netflix-Doku "14 Peaks" weltberühmt wurde, befindet sich unter den Verschollenen.

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Neben Nimsdai werden vier weitere Nepalesen, ein pakistanischer Hochträger, ein chinesischer Kletterer und eine Alpinistin aus den USA vermisst.

Die Bergwelt hofft auf ein Wunder

Der Alpine Club of Pakistan hat die Koordination der großangelegten Such- und Rettungsaktion übernommen. Helikopter sind im Einsatz, um das riesige Lawinenfeld aus der Luft nach Spuren der Vermissten abzusuchen, während sich Rettungsteams am Boden durch die Schneemassen kämpfen. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit unter extremsten Bedingungen. Hoffen wir auf ein Wunder am Broad Peak!

Der Broad Peak im ÜberblickDer Broad Peak, dessen Name von seinem über 1,5 Kilometer langen Gipfelgrat herrührt, zählt zu den vierzehn Achttausendern und thront als stiller Gigant im Herzen des Karakorums:

Name: Broad Peak (früher auch K3, lokaler Name: Falchan Kangri).

Höhe: 8.051 Meter (12. höchster Berg der Welt).

Lage: Gasherbrum-Massiv, Karakorum-Gebirge, an der Grenze zwischen Pakistan und China.

Erstbesteigung: 9. Juni 1957 durch eine kleine österreichische Expedition im Alpinstil. Die Bergsteiger waren Marcus Schmuck, Fritz Wintersteller, Kurt Diemberger und die Legende Hermann Buhl. Die Besteigung erfolgte ohne zusätzlichen Sauerstoff und ohne Hochträger.

Erste Winterbesteigung: 5. März 2013 durch die polnischen Alpinisten Maciej Berbeka, Adam Bielecki, Tomasz Kowalski und Artur Małek.

Schwierigkeitsgrad: Gilt im Vergleich zu seinem direkten Nachbarn, dem K2, als technisch weniger anspruchsvoll und ist daher ein beliebtes Ziel für die erste 8.000er-Besteigung im Karakorum. Dennoch ist er kein "leichter" Achttausender. Die Herausforderungen liegen in der extremen Höhe, plötzlichen Wetterumschwüngen, Lawinengefahr und dem sehr langen, kräftezehrenden Gipfelgrat.

Normalweg: Die Standardroute führt über den Westsporn und den Nordgrat zum Gipfel. Sie gilt als direkter, aber langer Anstieg.

Besonderheit: Der Broad Peak besitzt eigentlich drei Gipfelpunkte: den Hauptgipfel (8.051 m), den Mittelgipfel (8.011 m) und den felsigen Vorgipfel (Rocky Summit, 8.028 m). Der lange Grat zwischen Vor- und Hauptgipfel wird oft zur letzten großen Hürde.