Die Nachrichten aus dem Karakorum in Pakistan sind niederschmetternd. Am Vormittag des 30. Juli 2026 ereignete sich am 8.051 Meter hohen Broad Peak eine Katastrophe, die zu den schwersten Unglücken im Höhenbergsteigen der letzten Jahre zählt – und die gesamte Outdoor-Community in tiefe Trauer stürzt.
Was genau ist passiert?
Gegen 9:30 Uhr Ortszeit löste sich zwischen Lager II und Lager III auf einer Höhe von etwa 6.600 Metern eine gewaltige Lawine. Sie erfasste eine zehnköpfige internationale Seilschaft und riss sie mit in die Tiefe. Der Kontakt brach augenblicklich ab.
Das Ausmaß der Katastrophe wurde kurz darauf durch GPS-Daten sichtbar: Die Tracker mehrerer Alpinisten zeigten einen plötzlichen Höhenverlust von mehreren hundert Metern. Ein Gerät verzeichnete sogar einen Absturz über mehr als 1.500 Höhenmeter.
Die tragische Gewissheit
Ein sofort gestarteter Rettungstrupp machte am Fuße der Lawine eine furchtbare Entdeckung: Vier Alpinisten konnten nur noch tot geborgen werden. Unter ihnen die bekannte omanische Bergsteigerin Nadhira Al Harthy und der erfahrene nepalesische Bergführer Pur Bahadur Gurung.
Inzwischen haben die Bergungsteams unter extremsten Bedingungen auch die sechs weiteren Vermissten gefunden – darunter Nirmal "Nimsdai" Purja. Der nepalesische Ausnahmealpinist, der durch seinen Rekord an den 14 Achttausendern und die Netflix-Doku "14 Peaks" weltberühmt wurde, zählt damit ebenfalls zu den Todesopfern. Sein Verlust erschüttert die internationale Bergsteigerszene zutiefst.
Nicht alle konnten geborgen werden
Bis Mitte August war es so, dass die meisten, aber nicht alle Leichen geborgen werden konnten. Der pakistanische Bergsteiger Sohail Sakhi wurde erst um den 13. August von lokalen Freiwilligen im Lawinenschutt entdeckt. Die Überreste des nepalesischen Bergführers Nawang Thindu Sherpa wurden zwar gesichtet, befanden sich aber an einer so unzugänglichen und gefährlichen Stelle, dass eine Bergung bisher nicht möglich war. Auch bei der US-Amerikanerin Mallory Geis war die Bergung kompliziert.
Die traurige Bilanz ist also, dass dieses Unglück zehn Menschenleben gefordert hat, darunter eine der schillerndsten Figuren des modernen Alpinismus. Die Bergung der Verstorbenen hat sich über Tage und Wochen hingezogen und konnte aufgrund der extremen Bedingungen am Berg noch nicht vollständig abgeschlossen werden (Stand 18.08.2026).
Der Broad Peak im ÜberblickDer Broad Peak, dessen Name von seinem über 1,5 Kilometer langen Gipfelgrat herrührt, zählt zu den vierzehn Achttausendern und thront als stiller Gigant im Herzen des Karakorums:
Name: Broad Peak (früher auch K3, lokaler Name: Falchan Kangri).
Höhe: 8.051 Meter (12. höchster Berg der Welt).
Lage: Gasherbrum-Massiv, Karakorum-Gebirge, an der Grenze zwischen Pakistan und China.
Erstbesteigung: 9. Juni 1957 durch eine kleine österreichische Expedition im Alpinstil. Die Bergsteiger waren Marcus Schmuck, Fritz Wintersteller, Kurt Diemberger und die Legende Hermann Buhl. Die Besteigung erfolgte ohne zusätzlichen Sauerstoff und ohne Hochträger.
Erste Winterbesteigung: 5. März 2013 durch die polnischen Alpinisten Maciej Berbeka, Adam Bielecki, Tomasz Kowalski und Artur Małek.
Schwierigkeitsgrad: Gilt im Vergleich zu seinem direkten Nachbarn, dem K2, als technisch weniger anspruchsvoll und ist daher ein beliebtes Ziel für die erste 8.000er-Besteigung im Karakorum. Dennoch ist er kein "leichter" Achttausender. Die Herausforderungen liegen in der extremen Höhe, plötzlichen Wetterumschwüngen, Lawinengefahr und dem sehr langen, kräftezehrenden Gipfelgrat.
Normalweg: Die Standardroute führt über den Westsporn und den Nordgrat zum Gipfel. Sie gilt als direkter, aber langer Anstieg.
Besonderheit: Der Broad Peak besitzt eigentlich drei Gipfelpunkte: den Hauptgipfel (8.051 m), den Mittelgipfel (8.011 m) und den felsigen Vorgipfel (Rocky Summit, 8.028 m). Der lange Grat zwischen Vor- und Hauptgipfel wird oft zur letzten großen Hürde.





