Der wichtigste Block einer Packliste sind die großen Vier
Zelt, Rucksack, Isomatte und Schlafsack (oder Quilt). Hier lässt sich am meisten Gewicht sparen, hier kann man aber auch am schnellsten zu radikal werden. Als Zelt nutze ich gerne Dyneema Zelte wie das Tarptent Rainbow Li, weil es leicht ist und sich trotzdem flexibel und freistehend aufbauen lässt. Für kürzere Touren oder kältere Nächte kann aber auch ein komfortableres Zelt wie das Durston X-Dome 1 sinnvoll sein. Es wiegt mehr, bietet dafür aber mehr Schutz, Platz und Gemütlichkeit.
Beim Rucksack hängt viel davon ab, wie kompakt die restliche Ausrüstung ist. Mit kleinem Packmaß funktionieren leichte Modelle wie ein Zpacks Nero 38L oder ein Hyberg-Rucksack sehr gut. Wer günstiger einsteigen möchte, kann auch mit einfachen Modellen weit kommen. In meinen Budget-Listen haben Rucksäcke wie der G4Free 40L, der Naturehike Rock 40 oder bei Decathlon der Quechua MH100 35 gezeigt, dass man nicht sofort mehrere Hundert Euro ausgeben muss. Volumen, Tragekomfort und Gesamtgewicht müssen einfach zusammenpassen.
Bei der Isomatte würde ich am wenigsten sparen. Schlechter Schlaf macht jede Tour schlechter. Für längere Touren ist eine Therm-a-Rest NeoAir XLite NXT für mich ein guter Standard, im Winter eher eine XTherm NXT. Wer mehr Komfort möchte und nur kurz unterwegs ist, kann auch eine NeoLoft wählen. Bei Decathlon ist die Simond MT900 Isomatte spannend, weil sie mit hohem R-Wert eine gute Brücke zwischen Einsteiger- und hochwertiger Ausrüstung schlägt.
Beim Schlafsystem setze ich persönlich auf synthetische Quilts aus Apex, zum Beispiel von GramXpert oder Hyberg. Ein 200er oder 233er Quilt ist für viele Touren ein guter Allrounder. Wer günstiger starten möchte, kann auch mit einem leichten Synthetikschlafsack arbeiten. Der Simond MT500 ist dafür ein gutes Beispiel, weil Gewicht, Preis und Wärmeleistung gut zusammenpassen.
Danach kommen die kleinen Dinge, die zusammen trotzdem viel ausmachen. Ein Titantopf von Decathlon, ein einfacher Esbit-Kocher, Katadyn Micropur Tabletten, eine leichte Stirnlampe wie die Simond UL500 und eine 10.000-mAh-Powerbank von INIU oder Nitecore reichen für viele Touren aus. Auch Trailrunner wie Altra Olympus oder ein Quechua MH900 Light von Decathlon können viel verändern, weil Gewicht an den Füßen besonders deutlich spürbar ist.
Roberts leichteste Packliste im Video
Der Vergleich meiner Packlisten zeigt: Ultraleicht muss nicht sofort 5.000 Euro kosten. Eine 500-800 Euro Packliste funktioniert, ist aber schwerer und voluminöser. Eine High-End-Liste spart Gewicht durch Dyneema, Ultra, Titan oder Carbon, kostet aber deutlich mehr. Der sinnvollste Weg liegt oft dazwischen. Erst solide starten, dann nach jeder Tour prüfen, was wirklich gestört hat. Meist lohnen sich Upgrades zuerst bei Isomatte, Schlafsystem und Zelt.
Was genau bedeutet eigentlich "ultraleicht"?Ultraleicht-Trekking beginnt bei einem Basisgewicht von unter fünf Kilogramm. Wer an seine letzte Tour mit 15 Kilo denkt, hält das im ersten Moment vielleicht für unrealistisch. Doch inzwischen lässt es sich ganz einfach umsetzen, hat die Industrie in den letzten Jahren doch extrem nachgezogen. Was früher eine winzige Nische für absolute Tüftler war, ist heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Es gibt mittlerweile fantastische Stoffe, die extrem leicht und trotzdem robust genug für harte Touren sind. Denn Ultraleicht heißt nicht, durch den Verzicht sportliche Rekorde zu brechen oder sich zu quälen. Im Gegenteil! Durch das leichtere Setup fühlst du dich wohler, bist du doch viel leichtfüßiger unterwegs – und erreichst dein Wanderziel nicht total erschöpft, sondern gut gelaunt.





