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Schneefelder queren - so überwinden Sie sicher Altschneefelder

Altschneefelder sicher überqueren

Altschneefelder halten sich mancherorts bis in den Herbst. Der outdoor-Instructor zeigt, wie man sie sicher überwindet ...

Einmal nicht aufgepasst, und schon geht es abwärts! "Ich hätte nie gedacht, dass man so rasch Fahrt aufnimmt", berichtet Katleen Richter von ihrer Rutschpartie auf einem Schneefeld. Sie endete 80 Meter tiefer im Geröll. Es hätte auch eine Abbruchkante sein können ...

"Zum Glück ist bis auf einige Prellungen und Abschürfungen nichts passiert", sagt Katleen, die Schneefelder jetzt deutlich umsichtiger betritt. "Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass man schon auf Hängen mit 30 Grad Gefälle abstürzen kann", erklärt Bergführer Patrick Jost. Allein deshalb rät er grundsätzlich zu Bergstiefeln. Mit ihren festen Sohlen lassen sich auch in festem Schnee relativ einfach Stufen treten. Auf hart gefrorenen Flächen kostet das allerdings so viel Kraft und Zeit, dass es sinnvoller sein kann, das Schneefeld zu umgehen - zumindest, wenn es sich um ein größeres handelt. Findet sich keine akzeptable Ausweichroute, sollte man lieber umkehren als es auf gut Glück zu versuchen. Das gilt in jedem Fall für Blankeisflächen, die manchmal auch mitten in einem Schneefeld auftauchen können. Hier dürfen Sie ohne zusätzliche Ausrüstung wie etwa Grödel oder - besser - Steigeisen auf keinen Fall weitergehen!

Neben festem Schuhwerk und im Idealfall Trekkingstöcke sollten auch Handschuhe zum Rüstzeug eines Bergwanderers gehören. Sie schützen vor Verletzungen, die man sich durch scharfe Eiskristalle - nicht nur beim Bremsen eines Sturzes - zuziehen kann. Machen Sie es sich deshalb zur Gewohnheit, vor dem Betreten eines Schneefeldes die Handschuhe überzuziehen und die Trekkingstöcke auf festen Sitz zu überprüfen - dann sind Sie bestens vorbereitet. Müssen Sie trotzdem unterwegs den Rucksack absetzen, treten Sie sich eine dafür ausreichend große, ebene Fläche in den Schnee. Weitere Tipps zum Queren von Schneefeldern hier:

Beim Queren des Schneefelds

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Ben Wiesenfarth
Der outdoor Magazin Instructor: Altschneefelder queren

Stützen Sie sich vor allem auf den bergseitigen Stock, den Sie dazu fest in den Schnee rammen. Nutzen Sie vorhandene Spuren, sofern möglich, und machen Sie kurze Schritte. Bei hartem Schnee mit der Stiefelspitze ebene Flächen treten.

Fest im Griff

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Ben Wiesenfarth
Der outdoor Magazin Instructor: Altschneefelder queren

Bei kürzeren Schneepassagen oder Aufstiegen in Serpentinen fassen Sie den bergseitigen Stock einfach unterhalb des Griffes an. Viele Wanderstöcke besitzen dafür eine verlängerte Griffzone, also eine Schaumstoffummantelung des oberen Schaftes.

In direkter Linie aufsteigen

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Ben Wiesenfarth
Der outdoor Magazin Instructor: Altschneefelder queren

Statt in Serpentinen, steigen Sie am besten in direkter Linie auf. Das spart Kraft und geht flotter, da man so weniger Trittflächen schaffen muss. Gehen Sie beim Aufstieg leicht in Vorlage und drücken Sie sich mit den Stöcken ab.

Tritte im Schnee

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Ben Wiesenfarth
Der outdoor Magazin Instructor: Altschneefelder queren

Beim Aufstieg mit der Schuhspitze in kurzen Abständen ebene Flächen in den Schnee treten. Sie sollten so groß sein, dass der ganze Ballen Platz darauf findet. Steigen Sie ruhig ein wenig breitbeinig auf, das erhöht die Stabilität.

Runterkommen

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Ben Wiesenfarth
Der outdoor Magazin Instructor: Altschneefelder queren

Stellen Sie die Stöcke etwas länger und gehen Sie mit den Händen aus den Schlaufen. Nun kurzen Schrittes die Fersen mit Schwung in den Schnee rammen. Ist das Schneefeld sehr fest oder vereist, müssen Sie mit dem Hacken Stufen treten. Auch hier gilt: ruhig etwas breitbeiniger gehen.

Notbremse ziehen

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Ben Wiesenfarth
Der outdoor Magazin Instructor: Altschneefelder queren

Im Fall des Falles sofort die Stöcke loslassen, auf den Bauch drehen und die Liegestütz-Position einnehmen: dabei die Beine spreizen und sowohl die Füße als auch Hände in den Schnee drücken. Tragen Sie Steigeisen, winkeln Sie die Beine an und drücken die Knie in den Schnee.

Abstand zu Felsen halten

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Ben Wiesenfarth
Der outdoor Magazin Instructor: Altschneefelder queren

Vor allem auf angetautem Schnee können Sie leicht einbrechen und sich verletzen, das gilt verstärkt in der Nähe von Steinen und Felsen. In ihrer Umgebung ist es wärmer, so dass sich Hohlräume bilden können unter der Schneedecke. Halten Sie daher mindestens einen Meter Abstand.

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