Der North Face Altamesa 500 V2 ist die überarbeitete Version des beliebten Vorgängermodells – und die Entwickler haben ihre Hausaufgaben gemacht. Was ihn besonders interessant macht: Er wurde gemeinsam mit Profi-Athleten entwickelt und versucht, die Bedürfnisse von Einsteigern und erfahrenen Ultraläufern gleichermaßen zu bedienen. Ob das gelingt? Schauen wir genauer hin.
Dämpfung und Komfort: Das Herzstück des Schuhs
Die auffälligste Eigenschaft des Altamesa 500 V2 ist seine außergewöhnlich weiche und hohe Sohle. Mit 35 mm in der Mitte und 30 mm an der Ferse hebt dich der Schuh insgesamt etwa 4 cm vom Boden ab. Das ist deutlich mehr als bei klassischen Trailschuhen – und genau hier liegt die Philosophie dieses Modells.
Die Dämpfung ist stark, der Rebound bemerkenswert gut. Nach längeren Läufen solltest du dem Schuh allerdings Zeit geben, sich zu regenerieren – die Dämpfungssohle braucht ein paar Stunden, um sich vollständig "aufzuladen". Das ist bei dieser Art von Sohlenkonzept durchaus üblich und kein Nachteil, sondern eher ein Hinweis auf das reaktive Material.
Das Tragegefühl ist angenehm und ermüdungsarm, was den Schuh zu einem verlässlichen Begleiter für mittlere und lange Distanzen macht. Tatsächlich nutzen auch Profi-Athleten den Altamesa 500 V2 für anspruchsvolle Ultras wie die Transgrancanaria über 100 Kilometer.
Stabil trotz Riesensohle
Bei einer Fersenhöhe von 35 mm und einer Sprengung von 6 mm könnte man Bedenken bezüglich der Stabilität haben. Doch die breite Sohlenkonstruktion bleibt stabil beim Abrollvorgang. Die dynamische Rocker-Sohle unterstützt eine natürliche Abrollbewegung und gibt dir ein leicht vorwärts drängendes Laufgefühl. Die 4 mm hohen Stollen bieten soliden Grip auf verschiedenen Untergründen, ohne dabei zu aggressiv zu sein. Der Schuh ist damit vielseitig einsetzbar – vom Waldweg bis zum steinigen Trail.

Trotz der hohen Sohle und den Stollen rollt der Schuh sauber und stabil ab.
Passform und Verarbeitung
Die Schnürung mit gezackten Kanten hält zuverlässig und ermöglicht eine präzise Anpassung. Die Zunge ist leicht und dünn, was zur guten Atmungsaktivität des Schuhs beiträgt. Überhaupt ist die Belüftung ein Pluspunkt: Luft kann nach außen entweichen, während dank des durchdachten Staubschutzes kaum Dreck eindringt.
Die hohe Fersenverstärkung gibt guten Halt, ohne einzuengen. Im Zehenbereich sorgt eine Verstärkung für zusätzlichen Schutz – wichtig bei technischen Passagen. Trotz all dieser Features bleibt der Schuh relativ leicht und macht keine Kompromisse beim Komfort.
Für wen eignet sich der Altamesa?
Hier zeigt sich die eigentliche Stärke des Schuhs: seine Vielseitigkeit. Einsteiger profitieren von der starken Dämpfung und dem komfortablen Tragegefühl. Der Schuh verzeiht Fehler in der Lauftechnik und ermutigt zu längeren Ausflügen ins Gelände.
Gleichzeitig ist er aber auch für ambitionierte Läufer interessant, die einen bequemen Schuh für lange Distanzen suchen. Die Kombination aus relativ leichtem Gewicht, gutem Komfort und Trail-Tauglichkeit passt einfach.
Und weil North Face den Schuh auch für städtische Erkundungstouren konzipiert hat, funktioniert er problemlos im Alltag – optisch ist er ohnehin ein Hingucker.
Top Preis-Leistungs-Verhältnis
Mit 150 Euro bewegt sich der Altamesa 500 V2 im mittleren Preissegment für Trailrunningschuhe. Angesichts der gebotenen Dämpfung, Verarbeitung und Vielseitigkeit ist das Preis-Leistungs-Verhältnis top.
Wer etwas weniger ausgeben möchte oder eine etwas niedrigere Sohle bevorzugt, sollte sich den "kleinen Bruder" anschauen: Der Altamesa 300 V2 kostet 130 Euro und kommt mit einer 30-mm-Sohle, bietet aber sonst eine ähnliche Philosophie.

Technische Details
- Gewicht: 622,6 g (Paar; Gr. 46)
- Preis: 150 €
- Fersenhöhe: 35 mm
- Stollenhöhe: 4 mm
- Sprengung: 6 mm
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