Das Angebot an Laufrucksäcken und Laufwesten ist mittlerweile unübersichtlich geworden und alle sehen irgendwie gleich aus. Doch der Schein trügt: Die Unterschiede zwischen den Modellen sind enorm, und nicht jeder Rucksack passt zu deinem Einsatzzweck. Brauchst du nur eine leichte Trinkweste für die Feierabendrunde? Oder einen vollwertigen Begleiter für mehrtägige Ultratrails mit kompletter Pflichtausrüstung?
Wir haben uns durch das mittlerweile unübersichtliche Angebot gekämpft und die wichtigsten Kaufkriterien für dich zusammengefasst. Von der richtigen Größe über das optimale Volumen bis zum passenden Trinksystem – wir erklären, worauf es wirklich ankommt. Und das Beste: 11 aktuelle Modelle von 2,5 bis 20 Liter wurden ausführlich getestet. Außerdem erfährst du, welche Laufweste für welchen Zweck die beste Wahl ist:
Worauf muss ich beim Kauf eines Laufrucksacks achten?
Größe/Passform
Laufwesten liegen großflächig eng am Körper an und tragen sich wie ein Kleidungsstück. Daher ist es wichtig, sie in der korrekten Konfektionsgröße zu kaufen. Zudem solltest du beachten, dass die meisten Laufwesten enger anliegen, je voller sie bepackt sind – gefüllt kann er also ideal sitzen, leer jedoch herumwackeln. Am besten probierst du einige Modelle/Größen im Laufladen deines Vertrauens aus.
Volumen
Wähle das Volumen nach Bedarf: 5 Liter für Flüssigkeit, Verpflegung und eine dünne Jacke; 8 Liter für Pflichtausrüstung bei Trail-Rennen; ab 15 Liter für Mehr-Tages-Rennen oder Pendeln. Modelle mit mehreren Taschen bieten bessere Organisation.
Trinksystem
Trinkrucksäcke nutzen eine Trinkblase (1–2,5 Liter) auf dem Rücken, während Soft Flasks in Fronttaschen praktischer sind. Handhelds (Flaschen mit Handschlaufe) eignen sich für einfache Flüssigkeitszufuhr, können aber den Laufstil beeinträchtigen.
Laufwesten im Test
FAQ Laufrucksäcke und Laufwesten
Die meisten Laufrucksäcke werden als Unisexmodelle vermarktet. Aber es gibt auch Hersteller, die Modelle speziell für Frauen anbieten. Diese sind dann vor allem auf die anatomischen Bedürfnisse angepasst, um einen möglichst guten und komfortablen Sitz zu gewährleisten. Hier die wichtigsten Unterschiede:
Bei Damenmodellen ist in der Regel …
… der Rückenbereich wegen der geringeren Körpergröße kürzer. … die Schulterpartie schmaler.… der Sitz der Flaschen nicht vor, sondern seitlich unter der Brust.… der untere Saum taillierter.
Zur Wahrheit gehört aber, dass sich die Anatomie auch innerhalb des Geschlechts stark unterscheidet. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass vor allem die korrekte Größe entscheidend ist. Sprich: Frauen können mit einem Laufrucksack, der laut Hersteller für Männer oder als Unisex-Modell gedacht ist, ebenfalls wunderbar zurechtkommen. Frauenmodelle kommen hingegen bei jenen Frauen gut an, die eine größere Oberweite haben. Bei ihnen sitzen die Flaschen gängiger Laufrucksäcke auf der Brust, was besonders im gefüllten Zustand nervig und unbequem sein kann. Die meisten Frauen empfinden die Unisexmodelle als bequem und haben keinerlei Probleme. Wie auch beim Schuhkauf gilt: Am besten vor dem Kauf anprobieren.
Bis vor wenigen Jahren hat man noch zwischen Laufrucksäcke (mit verstellbaren Riemen und Schultergurten) und Laufwesten (enganliegend wie ein Kleidungsstück) unterschieden. Da sich letztere Modelle inzwischen durchgesetzt haben, werden die Begriffe heute meist synonym verwendet. Dennoch gibt es auch noch klassische Laufrucksäcke, die meist ein großes Hauptfach besitzen, welches oftmals mit einem festeren Rückenbereich versehen ist. Gerade für Leute, die mit viel und vor allem schwerem Gepäck (Laptop, Kletterausrüstung, …) unterwegs sind, sind klassische Laufrucksäcke eine Option.
Trinkblasen und Soft Flasks müssen nach jeder Verwendung gründlich mit warmem (nicht heißem) Wasser ausspülen – das gilt auch für Verschlüsse und Mundstücke. Vor allem wenn zuckrige Getränke in den Flaschen/in der Blase waren, müssen sie gründlich gereinigt werden, da sich ansonsten Schimmel und Bakterien bilden können. Bei starker Verschmutzung kann eine Flasche-/Zahnbürste helfen. Die Ventile können mit Zahnstochern oder Wattestäbchen geputzt werden. Spezielle Reiningungstabletten für Trinksysteme oder Gebissreiniger können dabei helfen, festsitzenden Dreck zu lösen. Und sollte sich doch mal Schimmel gebildet haben, ist Essigessenz ein probates Hausmittel.
Und ganz egal, wie die Trinkblasen und Soft Flasks gereinigt wurden: Nach dem Putzen müssen sie vollständig trocknen können. Da manche Modelle in sich zusammenfallen, ist es während des Trocknungsprozesses hilfreich, einen Gegenstand (Löffel, Holstäbchen, …) zu verwenden, um sie offen zu halten.
Zunächst einmal solltest du die Herstellerhinweise lesen, denn so kannst du sicherstellen, dass deine Anschaffung möglichst lange hält. Manche Modelle können problemlos bei geringer Temperatur in die Waschmaschine, während andere Modelle nur behutsam von Hand gewaschen werden sollten.
In jedem Fall muss vor dem Waschen alles aus den vielen Taschen raus, denn die ein oder andere Kleinigkeit (Gelpackung, Taschentuch, …) findet sich meist noch. Gerade beim Waschen in der Maschine ist es wichtig, dass Reißverschlüsse und Schnallen geschlossen werden, um Beschädigungen zu vermeiden. Wir empfehlen die Verwendung eines Wäschesacks, der die meist sehr empfindlichen Materialien der leichten Laufwesten schützt.
Bei der Wäsche von Hand reicht ein lauwarmes Wasserbad und ein wenig Flüssigwaschmittel. Am besten lässt du die Weste/den Rucksack darin eine halbe Stunde einweichen. Das sollte die meisten Verschmutzungen (Salzreste, Dreck) lösen. Grobe Verschmutzungen kannst du mit einer weichen Bürste oder einem Lappen entfernen. Anschließend gut ausspülen, damit keine Waschmittelreste zurückbleiben – das kann bei Regen oder starkem Schwitzen sonst zu Schaumbildung führen. Wringe das Material nicht aus, sondern hänge es (am besten in der Dusche) auf und lasse es trocknen. Einen Trockner sollte man wegen der hohen Temperaturen und der empfindlichen Materialien nicht verwenden.





