od-2015-schneeschuh-test-aufmacher (jpg) Ben Wiesenfarth
od-2015-schneeschuh-salewa-999-rocker-tb (jpg)
od-2015-schneeschuh-komperdell-mountaineer-m30 (jpg)
od-2015-schneeschuh-atlas-elektra-10 (jpg)
od-2015-schneeschuh-tubbs-flex-vrt (jpg) 12 Bilder

Schneeschuhe im Test 2015, Praxistipps und Kaufempfehlungen

Spuren im Schnee: Schneeschuhe im Praxistest

Sie wollen den Winter auf großem Fuß erleben und sich ein Paar Schneeschuhe kaufen? Mit diesen getesteten Schneeschuhen können Sie sofort loslaufen. Wir sagen Ihnen, welchen Schneeschuh Sie brauchen und was Sie beim Gehen beachten sollten.

Hinweis: Einen tagesaktuellen Preisvergleich zu den hier getesteten Schneeschuhen finden Sie unten auf dieser Seite.

Kompletten Artikel kaufen
od-2015-schneeschuh-test-aufmacher (jpg)
Test 2015: Schneeschuhe + Praxistipps
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 7 Seiten)
2,49 €
Jetzt kaufen

»Ein knackiger Winter ist das beste Weihnachtsgeschenk«, sagt outdoor-Tester Johannes Butscher. Der passionierte Wanderer freut sich bereits im Spätsommer auf die ersten Schneefälle. Zu Recht, schließlich sind sie es, die gewöhnliche, ja selbst öde Landschaften in majestätische Winterwunderwelten verwandeln: mit weiß gezuckerten Bäumen, im Sonnenlicht festlich funkelnden Lichtungen, sanft geschwungenen Hügeln und einer Stille wie auf dem Mond. Um das zu erleben, muss man nicht weit reisen, im Gegenteil: Viele deutsche Mittelgebirge mausern sich zum Topspot für Schneeschuhtouren – und stehlen damit so mancher Alpenregion die Schau.

Schneeschuhwandern im Schwarzwald

OD 1210 Schwarzwald Schneeschuhtour_BEN2581 (jpg)
OD 1210 Schwarzwald Schneeschuhtour_BEN2581 (jpg) OD 1210 Schwarzwald Schneeschuhtour_BEN2486 (jpg) OD 1210 Schwarzwald Schneeschuhtour_BEN2536 (jpg) OD 1210 Schwarzwald Schneeschuhtour_BEN2564_ret (jpg) 9 Bilder

Nicht einmal Ski fahren muss man können

Auch braucht man keine besonderen Fertigkeiten. »Nicht einmal Ski fahren muss man können«, sagt auch Markus Seul. Der Norddeutsche erkundet im Winter regelmäßig die leisen, unberührten Ecken des Harz – auf Schneeschuhen. »Unter einen Wanderstiefel geschnallt, verhindern sie das Einsinken und mit ihren scharfen Metallklauen unter der Sohle das Wegrutschen«, so der Outdoor-Fan.

Neu ist das nicht, auch wenn heutige Schneeschuhe außerirdisch anmuten: Die ersten Schneeschuhe gab es schon lange vor Christi Geburt. Im Kaukasus schnallte man sich Lederteller unter die Schuhe, in Armenien solche aus Holz und in Nordamerika bis zu zwei Meter lange »Tennisschläger«. Sie bestanden aus einer oval gebogenen Eschenholzleiste, die hinten zusammengebunden und mit einem Netz aus Rinder- oder Rentierlederstreifen bespannt wurde. Durch ihre große Fläche – manche waren bis zu 40 Zentimeter breit und fast zwei Meter lang – verhinderten sie das Einsinken im Schnee, verlangten aber auch eine eher breitbeinige Gehtechnik, die an das Watscheln von Enten erinnert. Das sah nicht nur lustig aus, es war auch anstrengend.

Moderne Schneeschuhe sind besonders schmal

Heute ist das definitiv nicht mehr der Fall, denn moderne Schneeschuhe sind besonders schmal gebaut und so geformt, dass sie beim Gehen nicht so leicht zusammenstoßen. »Damit kann jeder sofort loslaufen«, sagt auch outdoor-Test-Redakteur Frank Wacker. »Alles, was er dazu braucht, sind ein Paar wasserdichte Wanderstiefel, dicke Socken und warme Kleidung«, so der Experte. Zusätzliche Ausrüstung ist also nicht nötig, zumindest dann nicht, wenn man ein Paar Trekkingstöcke besitzt.

Trekkingstöcke im Test 2014 und Tipps zum Trekkingstock-Einsatz

OD-0914-Trekkingstock-Test-Leki-Micro-Vario (jpg)
OD-0914-Trekkingstock-Test-Leki-Micro-Vario (jpg) OD-0914-Trekkingstock-Test-Exped-Lite-140 (jpg) OD-0914-Trekkingstock-Test-Helinox-Passport-TL130 (jpg) OD-0914-Trekkingstock-Test-Komperdell-Approach-Vario (jpg) 12 Bilder

»Man kann auch ohne Stöcke Schneeschuhgehen, aber das ist ziemlich mühsam«, sagt Frank Wacker. Sein Tipp: die an den Stockspitzen steckenden Kunststoffteller durch extra breite ersetzen, die im fluffigen Tiefschnee nicht einsinken. »Das geht bei jedem Modell, egal welcher Marke, und kostet pro Paar nur ca. 15 Euro.« Ein spezielles Training, wie beim Skifahren üblich, braucht man zum Schneeschuhgehen nicht. »Wer wandern kann, kann auch Schneeschuhgehen«, sagt Markus Seul, der schon viele seiner Freunde dazu animiert hat. Anders sieht es aus, wenn man die Mittelgebirge verlässt und in die Höhenlagen der Alpen eintauchen möchte. Dann kann ein Kurs, wie er von vielen Bergschulen und dem Deutschen Alpenverein angeboten wird, durchaus nützlich sein – und vor allem die Sicherheit erhöhen. Hier wird nämlich nicht nur die Gehtechnik im Steilgelände sowie die Orientierung im unmarkierten Gelände geschult, sondern auch auf die Lawinengefahr eingegangen.

Eine besonders attraktive Gelegenheit, sich in puncto Schneeschuhtechnik, Navigation und Lawinenkunde weiterzubilden, bieten zwei- bis dreitägige Camps, wie sie etwa im schweizerischen Uri angeboten werden (bergschule-uri.ch). Auch auf geführten Winterwanderungen kann man viel lernen. Praktisch: Leihschuhe sind meist im Preis inbegriffen. »So kann man quasi nebenbei die neuesten Schneeschuhe ausprobieren«, so Frank Wacker. Wer es lieber auf eigene Faust versuchen möchte, kann sich auch einfach nur Schneeschuhe ausleihen, etwa bei Skischulen und Sportgeschäften vor Ort.

Schneeschuhe kaufen - oder leihen?

Auf lange Sicht lohnt sich das Ausleihen freilich nicht, immerhin kostet ein Paar je nach Region zwischen 10 und 20 Euro am Tag. Auch weiß man vorher nur selten, welche Schneeschuhe (noch) zur Verfügung stehen. Wer also nicht nur reinschnuppern möchte, entscheidet sich fürs Schneeschuhe kaufen – und braucht dann nur noch etwas Schnee. Viel muss es nicht sein: »Eine Schicht von 15 Zentimetern reicht völlig, richtig Spaß macht es jedoch erst ab 30 Zentimeter«, so Johannes Butscher vom outdoor-Testteam, »zumindest mit einem guten Schneeschuh«, fügt er hinzu. Den erkennt man allerdings nicht an seiner Farbe oder Form, sondern nur durch ausgiebiges Vergleichen.

Und genau das hat der Winterfreund getan. Zusammen mit vier weiteren Testern hat er zusammen mit outdoor zwei Tage lang die neuesten Schneeschuhmodelle getestet, und zwar auf dem Zugspitzgletscher. »Ein idealer Spot,« schwärmt Johannes: »Oft in der Sonne, auch wenn im Tal die Wolken hängen, und mit perfekten Schneeverhältnissen und unterschiedlichsten Geländeformen ausgestattet.«

Neun Paar zwischen 130 und 300 Euro traten hier gegeneinander an, darunter drei Frauen- und drei Unisex-Schneeschuhe. Sie alle sind für den Allroundgebrauch bestimmt, sollen also auf gemütlichen Touren durch tiefverschneite Wälder ebenso viel Spaß machen wie auf ambitionierten Bergtouren Grip und Halt bieten. Gehkomfort und Performance im Steilgelände sind daher die wichtigsten Prüfpunkte im Test 2015. Ein weiterer ist das Handling, vor allem das der Bindung. Sie ist dann perfekt, wenn sie sich auch mit handschuhbewehrten Händen unkompliziert anlegen lässt, die Schuhe fest umschließt und nicht drückt. Wer also Schneeschuhe kaufen möchte, wird bei diesen getesteten Schneeschuhen sicher ein passendes Paar finden. Testfazit und die Ergebnisse im Überblick auf Seite 2 ...

Tagesaktueller Preisvergleich für die getesteten Schneeschuhe (sofern Angebote vorhanden)

od-2015-schneeschuh-test-action (jpg)
Touren & Planung
PS-Skitour-Bern1 (jpg)
Sonstiges
KL Skitouren Gehen Aufmacher Teaser
Wintersport

Die getesteten Schneeschuhe im Detail:

od-2015-schneeschuh-atlas-elektra-10 (jpg)
Sonstiges
od-2015-schneeschuh-atlas-endeavor-24 (jpg)
Sonstiges
od-2015-schneeschuh-komperdell-mountaineer-m30 (jpg)
Sonstiges
od-2015-schneeschuh-msr-revo-ascent-25 (jpg)
Sonstiges
od-2015-schneeschuh-salewa-999-rocker-tb (jpg)
Sonstiges
od-2015-schneeschuh-tsl-symbioz-elite (jpg)
Sonstiges
od-2015-schneeschuh-tubbs-flex-vrt (jpg)
Sonstiges

Testfazit & Ergebnisse

Unterschiede gab es schon, doch sind sie nicht so gravierend wie die Preisdifferenzen. So zeigte der mit 130 Euro günstigste Test-Schneeschuh, der Komperdell Mountaineer M30, im Test eine respektable Leistung. Mit seiner langen Heckflosse, dem ovalen (Alurohr-) Rahmen und flexibel bespanntem Deck sieht er dem Ur-Schneeschuh aus Weidenleisten ziemlich ähnlich.

Auch die Bindung des Komperdell Mountaineer M30 besteht aus einfachen Spannriemen - die sich im Reparaturfall auswechseln lassen. Durch die großen Maße und das etwas höhere Gewicht trägt er sich jedoch nicht ganz so unbeschwert wie die anderen getesteten Schneeschuhe – aber immer noch ausreichend bequem. Auch lässt der Komperdell Mountaineer M30 durch seine große Auflagefläche selbst schwere oder stark beladene Wanderer nicht so weit einsinken wie viele kleinere Schneeschuhe. Seine Stärken zeigt der Komperdell Mountaineer M30 am ehesten auf Wanderungen in tief verschneiten Wäldern sowie auf mehrtägigen Trekkingabenteuern – bei denen die Reparaturfähigkeit eine wichtige Tugend ist.

Bergtouren und Steilflanken, das zeigte der Vergleich auf der Zugspitze deutlich, überlässt der Komperdell-Schneeschuh lieber anderen - zumal er als einziger im Test 2015 ohne Steighilfe auskommen musste. Diese besteht aus einem klappbaren Metallbügel, der - senkrecht unter die Ferse des Trekkingstiefels gestellt -, eine künstliche Ebene schafft und damit die Waden beim Aufstieg entlastet. Wenn dann noch die unter den Schneeschuhen sitzenden Metallklauen lang und zahlreich ausfallen, sind Steil aufstiege kein Problem mehr. Erst recht, wenn scharfkantige Profilbleche an den Längsseiten der Schneeschuhe für Führung sorgen – und Halt geben beim Queren von Steilhängen.

Ein Meister dieser Disziplin ist der MSR Revo Ascent. Durch seinen schlank gehaltenen Profilrahmen aus Alu rutscht er selbst auf stark vereisten Flanken nicht weg. Dazu trägt er sich durch die frei schwingende Bindungsachse leichtfüßig und lässt sich dank niedriger Standfläche präzise setzen. »Eine Topwahl für Alpinisten, zumal man ihn durch das kleine Packmaß gut an Rucksäcke schnallen kann, etwa bei Felspassagen oder wenn es per Snowboard ins Tal geht«, rät Tester Felix Wiedmann, der es im Winter gerne mal krachen lässt.

od-2015-schneeschuh-komperdell-mountaineer-m30 (jpg)
Benjamin Hahn
Komperdell Mountaineer M30

Schneeschuhe kaufen: Preiswerte Modelle & Allrounder

Wer beim Schneeschuh kaufen keine 250 Euro ausgeben möchte, kann für alpine Abenteuer auch den Salewa 999 Rocker TB wählen. Dieser Schneeschuh kostet 50 Euro weniger, ist nicht ganz so sauber verarbeitet - kann aber im Prinzip das Gleiche. Outdoorer, die hingegen eher gemütliche Wanderungen im Mittelgebirge planen und einen vor allem komfortablen, sehr unkomplizierten Schneeschuh suchen, sollten den TSL Symbioz in Betracht in alle Richtungen extrem biegsames Kunststoffdeck, das Bodenunebenheiten ausgleicht und vor allem Abstiege zum Genuss macht.

Sie wollen sich alle Optionen offen halten und suchen einen Allrounder? Einen, der sowohl flach wie steil kann, Pulver wie Harsch, Tages- wie Trekkingtour? Dann sind die Kandidaten von Atlas und Tubbs ideal. Während sich der Atlas Elektra 10 vor allem an Frauen wendet, die einen leise aufsetzenden, enorm komfortablen Schneeschuh suchen, bietet der Fauenschneeschuh Tubbs VRT 22 W, im steilen Gelände eine Prise mehr Grip. Die beiden Männerschneeschuhe von Atlas und Tubbs liegen, was Grip und Gehkomfort angeht, gleichauf, nur die - hervorragenden - Bindungen unterscheiden sich.

Welchen Schneeschuh man wählt, ist damit Geschmacksache, denn beide sind perfekte Waffen im Kampf um das beste Wintervergnügen.

Die einzelnen Testergebnisse im Überblick

Schneeschuhe/Link zum Testbericht Gewicht (Paar) Preis Testurteil
Atlas Elektra 10 (Kauftipp) 1920 g 180 Euro Überragend
Atlas Endeavor 24 (Kauftipp) 1860 g 220 Euro Überragend
Tubbs Flex VRT 24/22W (Kauftipp) 2040/1820 g 240 Euro Überragend
MSR Revo Ascent 1950/1910 g 250 Euro Sehr gut
TSL Symbioz Elite 2000 g 300 Euro Sehr gut
Komperdell Mountaineer M30 2310 g 130 Euro Gut
Salewa 999 Rocker TB 1910 g 250 Euro Gut//

Tagesaktueller Preisvergleich für die getesteten Schneeschuhe (sofern Angebote vorhanden)

Zur Startseite
Weitere Ausrüstung Sonstiges Hauptsache raus! Podcast Ep. 5: Leichtausrüstung - Pro/Contra

In Episode 5 unseres Podcasts geht es um die Vor- und Nachteile von...

Mehr zum Thema Equipment
Gigaset GX290 Outdoor-Smartphone im Test
GPS & Outdoor-Handys
Outdoor Smartphone Land Rover Explore
GPS & Outdoor-Handys
Wanderschuh-Test 2019
Wanderschuhe
OD 1218 Stirnlampen Best of Aufmacher
Sonstiges