Pro: Philip findet Zip-Off-Hosen sehr anziehend
Die App sagt 7 Grad voraus, Wolken und leichte Böen. Selbstverständlich ziehe ich meine lange Wanderhose an. Doch plötzlich, mitten auf der Tour, reißt der Himmel auf, und es wird schön warm. Blöd nur, dass ich keine kurze Hose eingepackt habe, denn wer konnte bei diesem Wetterbericht schon mit 15 Grad und strahlendem Sonnenschein rechnen? Zum Glück habe ich meine altbewährte Zip-off-Hose an. Im Handumdrehen die Hosenbeine abnehmen und für eine kurze Zeit luftige Waden genießen! Sind die Wolken dann wieder da und die Temperaturen auf die angekündigten 7 Grad abgeklungen, mache ich meine Beine schnell wieder dran – ohne meine Schuhe ausziehen zu müssen. Im Frühjahr und Herbst passieren solche unvorhergesehenen Wechsel ja öfter. Noch ärgerlicher ist es, wenn eine Tour lange durch schattige Wälder verläuft und man nur eine kurze Hose trägt. Kurz gesagt: Du weißt nie, mit welchen Launen dich das Wetter überrascht, aber in deiner Zip-off-Hose kann es dir egal sein. Kennt ihr den Moment, wenn ihr entscheidet, von lang auf kurz zu wechseln? Der Rest der Wandergruppe aber nur normale lange Wanderhosen trägt? Der pure Neid in den Augen, wenn die Zip-off-Hose ihren Zweck voll erfüllt – einfach klasse! Auch der Tragekomfort unterscheidet sich kaum von dem der regulären Hosen; die Zip-Zone bei der Maier Sports Tajo beispielsweise spürt man kaum. Vollkommen einwandfrei trägt sie sich als kurze Shorts. Und der These des Kollegen Gnielka, Zip-off-Hosen seien optisch fragwürdig, widerspreche ich entschieden! Der Reißverschluss fällt bei vielen solcher Hosen kaum oder nur leicht auf. Da gibt es in der Outdoor-Welt deutlich fatalere modische Fehltritte: Barfußschuhe, kurze buntkarierte Hemden, neonfarbene Regenjacken und und und ...
Philips-Zip-Empfehlung

To zip or not to zip? Das ist hier die Frage!
Contra: Boris hat ein Zip-Hosen-Trauma erlitten
Ästhetik und Funktion gehen selten Hand in Hand. Ob Mehrfachsteckdose, Klobürste oder Gesundheitsschuhe – alle drei mögen unfassbar praktisch sein, bieten aber einen erbärmlichen Anblick. Das Gleiche gilt für Outdoor-Bekleidung: je höher ihr Funktionsgrad, desto schlimmer oft ihr Erscheinungsbild. Das mag egal sein, wenn es um Leben und Tod oder zumindest um die Sicherheit geht, wie etwa bei einer leuchtfarbenen Fahrrad- oder Alpinjacke. Oder einem weißen Bergsteigerhelm. Eine Zip-off-Hose aber rettet keine Menschenleben. Sie bietet einen Zeitvorteil von rund zwei Minuten, um in den Kurz-Modus zu wechseln, und spart vielleicht 120 Gramm. So viel wiegt eine Shorts. Ich spreche hier aus Erfahrung. So ließ ich mich vor vielen Jahren vom Zwei-in-eins-Versprechen blenden und erwarb tatsächlich eine Zip-off-Hose. Ich hatte damals in meiner Studentenwohnung keinen Spiegel außer dem im Bad, und der reichte nur bis zur Brust. Also wanderte ich damit los – nicht durch den Schwarzwald, da wäre es vielleicht nicht aufgefallen. Ich wanderte durchs italienische Piemont, auch durch belebte Dörfer. Die Zipper scheuerten bei jedem Schritt auf der Haut, und meine Hände passten nicht in die ob der knapp darunter beginnenden Zip-Zone viel zu kleinen Taschen. Das beides wäre ja noch fast verkraftbar – nicht aber der Anblick. Es gibt Fotos von mir in der Hose, und es sind keine schmeichelhaften. Ich sehe darauf nicht aus wie ein Student, sondern wie ein Studiosusreisender: sehr alt und furchtbar deutsch. Oder habt ihr mal einen Italiener in Zip-off-Hosen gesehen? Ich noch nie. Und ich fahre seit 20 Jahren regelmäßig zum Wandern und Klettern nach Italien. Es würde mich nicht wundern, wenn dort Bürgerinitiativen bewirkt hätten, Zip-off-Hosen in bewohnten Gebieten zu verbieten.












