Das Ziel erreicht: Vaude verzichtet komplett auf PFAS

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Das Ziel erreicht
Vaude verzichtet komplett auf PFAS

ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.04.2026
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Green Issue: Vaude verzichtet heute komplett auf den Einsatz von PFAS.
Foto: Vaude

"Es war ein langer, schwieriger Weg, aber jetzt haben wir es geschafft – und da bin ich stolz darauf", sagt Vaude-Chefin Antje von Dewitz. Seit Anfang 2026 verzichtet Vaude in allen Produkten vollständig auf den Einsatz von PFAS.

PFAS oder PFC sind Chemikalien auf der Basis von Fluorcarbonen, die Öl, Schmutz und Wasser abweisen. Deshalb kamen sie in der Vergangenheit nicht nur bei Wetterschutzkleidung zum Einsatz, sondern auch in Verpackungen für fetthaltige Lebensmittel wie Wurst, Käse, Chips, Hamburger, Pizza. Auch Tischdecken, Teppiche, Sitze in Autos und Flugzeugen wurden damit wasser- und schmutzabweisend gemacht, die Antihaftbeschichtung vieler Pfannen und Töpfe enthält ebenfalls PFAS, vor allem bekannt unter dem Markennamen Teflon.

Aber Fluorcarbone haben ein entscheidendes Problem: Sie bauen sich nicht ab, sondern reichern sich in der Umwelt und in Lebewesen an. Selbst am Nordpol konnten Forscher sie in Eisbären nachweisen. Deshalb nennt man sie auch Ewigkeitschemikalien, zudem sollen sie unter anderem Krebs verursachen, zu Leber- und Schilddrüsenerkrankungen führen oder zu Unfruchtbarkeit. Es gibt Berechnungen, die den gesundheitlichen Schaden für Länder im europäischen Wirtschaftsbereich auf 50 bis 80 Millionen Euro jährlich beziffern.

Green Issue: Vaude verzichtet heute komplett auf den Einsatz von PFAS.
Vaude

Enttäuscht, frustriert – und endlich erfolgreich

"Schon vor über 16 Jahren haben wir begonnen, auf PFAS zu verzichten. Aber die ersten Schritte waren niederschmetternd – und teuer", erklärt Antje von Dewitz. Die ersten Materialien mit PFAS-freien Imprägnierungen eigneten sich nicht fürs Wandern, Trekking und Bergsteigen. Praxistests während der Entwicklung zeigten, dass sich die Außenseiten sofort vollsaugten. Dadurch ging die Atmungsaktivität in den Keller, die Tester fühlten sich klamm und feucht. Immer wieder überarbeitete Vaude die Materialien und Imprägnierungen – um erneut im Praxistest zu scheitern. Außerdem gab es weder eine Nachfrage nach PFAS-freier Ausrüstung noch zuverlässige chemische Alternativen. Und selbst die Hersteller wasserdichter, atmungsaktiver Materialien wollten keine neuen Versuche mehr mit Vaude starten.

Erst als Greenpeace ab dem Jahr 2015 mehr über die negativen Auswirkungen von PFAS informierte, zog die Nachfrage an. "Die Umstellung auf Alternativen, die ohne PFAS auskommen, war aber alles andere als ein Selbstläufer", so Antje von Dewitz. Sie erforderte einen völlig neuen Austausch und eine extrem umfangreiche Dokumentation zwischen den Vaude-Entwicklern, Materialherstellern und Fabriken – die sogar ihre Produktionslinien dekontaminieren mussten. Schritt für Schritt gelang es Vaude in den letzten Jahren, komplett auf PFAS zu verzichten: von Schlafsäcken, Rucksäcken über Bekleidung bis hin zu Zelten. Umfangreiche Labor- und Praxistests garantieren, dass Materialien weiterhin wasserabweisend sind.

Ein weiterer Grund, stolz zu sein

Dieses Jahr hat Vaude aber noch einen Grund zu feiern. Im aktuellen "Label Guide für Bekleidung" hat Greenpeace 21 der bekanntesten Nachhaltigkeitslabels für Textilien bewertet. Dabei wurde der Green Shape Standard als vertrauenswürdig eingestuft – als einziges der insgesamt fünf Unternehmenslabel. Ausschlaggebend für die positive Beurteilung seien, so Greenpeace im "Label Guide", vor allem die "klar definierten, öffentlich nachvollziehbaren Kriterien" sowie das strenge Chemikalienmanagement mit dem "Verbot von PVC oder Fluorcarbonen". Greenpeace hebt zudem den hohen Anteil von mindestens 50 Prozent recycelter oder biobasierter Materialien hervor. Positiv bewertet werden zudem "die längere Nutzbarkeit sowie die Möglichkeiten für Reparatur, Rücknahme, Wiederverwertung und Recycling". Im Jahr 2010 eingeführt, erfüllen heute rund 75 Prozent der Vaude-Produkte die strengen Kriterien. Als unabhängiger Standard steht Green Shape zukünftig auch anderen Herstellern zur Verfügung.

Home, Sweet home

Vaude Chapel Zelt PFAS frei
Vaude
Vaude-Zelte ohne PFASSeit über vier Jahrzehnten stehen Vaude-Zelte bei Outdoor-Begeisterten hoch im Kurs. Auch hier wurden PFAS in der Produktion eliminiert. Das Spektrum reicht von top Ultraleichtmodellen wie Space oder Hogan über Trekkingzelte aus Recycelmaterialien bis hin zur Luxuscampingvilla Badawi und Van-Vorzelten. Weiteres Highlight: das Chapel, das durch seinen riesigen Vorraum mit Stehhöhe mehr Komfort als klassische Tunnel oder Kuppeln bietet. Das Allround Chapel XT (siehe Bild oben) besteht aus Recycelgeweben, die 2-/3-Personenversion wiegt 4,7/5,1 kg und kostet 600/680 € – während die für zwei Personen gedachte Ultraleichtversion (1000 €) nur 2,5 Kilo auf die Waage bringt.

Noch mehr Infos und Vaude-Produkte auf vaude.com/de