Seit der Wende hat Deutschland nicht nur ein paar Bundesländer mehr, sondern auch jede Menge neuer Klettergebiete. Darunter mit dem Elbsandsteingebirge einen traditionsgeschwängerten Hochkaräter, der mit Arco und Kalymnos in der Champions League spielt. Dazu den Ostharz, das Erzgebirge und im Grenzgebiet von Thüringen, Sachsen, Bayern und Böhmen das Vogtland – ein Geheimtipp für stille Genießer.
Willkommen im Vogtland
Eine ruhige, idyllische Landschaft, in die sich zwei Flüsse – die Weiße Elster und die Göltsch – tief eingeschnitten und dabei herrliche Kletterfelsen freigelegt haben. Ganz besonders im wildromatischen Steinicht, einem etwa drei Kilometer langen, engen Talabschnitt der Weißen Elster nördlich der Eisenbahnstation Rentzschmühle, durch den kein Fahrweg leitet. Hier wird einem umweltverträgliches Klettern leicht gemacht. Der Platz im Talgrund reicht gerade für die Eisenbahnlinie, links und rechts einen Wanderweg und drei Dutzend steil aufragende Kletterfelsen, von denen Dornbusch, Uhustein und Nelkenstein jeweils eine besonders großzügige Auswahl an griffigen, mittelschweren Kletterwegen bieten. Willkommen im Vogtland.
- Touren 2 bis 5: ca. 110
- Touren 6 und 7: ca. 150
- Reiseführer: Vogtland von Andreas Schuster, 2018, Panico.de
Toptouren Steinich-Westliche Talseite Dornbusch
Niveau 2 bis 5: Talwand (3), Müncknerkamin (4), Zaubermaus (4+), Triumphkante (5+)
Niveau 6 und 7: Regenschauer (6-), Muffti (7)
Uhustein
Niveau 2 bis 5: Talverschneidung (2), Gratweg (3)
Niveau 6 und 7: Herbstrevolution (6-), Gemeinschaftsweg (6-)
Nelkenstein
Niveau 2 bis 5: Frühlingskante (4), Frühlingsgefühle (4+), Direkte Nelkensteinwand (5+)
Niveau 6 und 7: Sprengung (6-), Geburtstagsgeschenk (6), Lineal (6+), Kraftprobe (7-)
Sandsteinfest im Bielatal

Rolf-Dieter Kolbe in Direkte Westkante (VI sächsisch) am Vorderen Schroffen Stein.
Genussklettern geht auch ohne Plaisir-Absicherung. Mit gesunder Selbsteinschätzung ebenso wie der Bereitschaft, einen Grad zurückzuschrauben und die Freude an der Vertikalen nicht an die Schwierigkeit zu koppeln. Zum Einstieg ins Sächsische Bergsteigen sind die Felsgruppen um die Ottomühle die Nummer 1 im Bielatal: kurzeZustiege, überschaubare Höhen, herrlich fester, griffiger Sandstein. Klar: Man muss sich trauen, wenn zwischen Einstieg und Gipfel kaum etwas steckt und man sich um die Absicherung selber kümmern muss. Umso größer ist dann aber die Zufriedenheit, wenn man den Sicherungsknoten und den selbst gefädelten Sanduhren vertraut hat, die Anspannung abfällt und man sich zum guten Schluss in luftiger Höhe ins Gipfelbuch eintragen darf.
- Touren 2 bis 6: ca. 70
- Touren 7a und 8a: ca. 30
- Reiseführer: Elbsandstein Plaisir, Helmut Schulze, 2022, Panico.de
Toptouren Bielatal/OttomühleGebiet Johanniswacht
Niveau 2 bis 5: Johanniskegel: Alter Weg (IV), Westkante (V), Bielawächter: Südkante (V)
Niveau 6 und 7: Artariastein: Direkter Nordostweg (VI), Direkte Leistenwand (VIIa), Direkte Reißigkante (VIIb)
Gebiet Herkulessäulen
Niveau 2 bis 5: Sonnenwendstein: Südriss (III), Sonny: Talweg (IV), Kleine Herkulessäule: Alter Weg (IV), Schraubenkopf: Alter Weg (V), Chinesischer Turm: Direkter Alter Weg (VI), Schiefer Turm: Ostkante (VI)
Niveau 6 und 7: Vorderer Schroffer Stein: Direkte Westkante (VIIa), Kleine Herkulessäule: Herkules Rippe (VIIc)
Gebiet Daxenstein
Niveau 2 bis 5: Zarathustra: Südwand (II), Winklerriss (II), Löschnerwand (IV)
Niveau 6 und 7: Direkte Süd-kante (VIIa), Klavier (VIIa)





