Klettern im polnischen Jura Piotr Drozdz

Klettern in Polen

Der polnische Jura, einen Ausflug wert

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Über 10.000 Routen in weißem Kalkstein, günstige Unterkünfte, preiswertes Essen und gutes Bier: Der polnische Jura nördlich von Krakau ist einen Klettertrip wert.

In diesem Artikel:

Klettern im polnischen Jura

Der polnische Jura erstreckt sich über die Region zwischen Krakau und Czestochowa. Hier liegen die meisten Kletterfelsen. In maximal zwei Fahrstunden hat man das gesamte Klettergebiet durchquert. Polnische Kletterer unterteilen die Region in einen südlichen Jura bei Krakau (Jura Poludniowa) und einen nördlichen bei Czestochowa (Jura Polnocna). Es gibt keine richtige Abgrenzung zwischen diesen Gebieten, doch der südliche Jura war traditionell das Reich der starken Kletterszene aus Krakau, während der nördliche Jura vor allem von Kletterern aus den großen Städten im Norden, aus Lodz und Warschau besucht wurde. Mittendrin liegt Podlesice, ein Örtchen, das Kletterer gern ansteuern. Hier finden sich zwischen den Felsen verschiedene Unterkünfte und ein Kletterladen.

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Piotr Drozdz
Daria Brylova streckt sich nach den Griffen im "Chinesischen Maharadscha" (7c+) am Filar Pokutnikow

Fels wie im Frankenjura, nur weißer

Der polnische Kalk ist meist weiß oder grau. In manchen Gebieten erheben sich freistehende Türme aus grünen Wiesen, andere Wände stehen an Talhängen, manche sind langezogene Felsriegel, andere bilden größere Felsgruppen. Noch vor 50 Jahren waren die meisten Jura-Felsen weithin sichtbar, weil es im Krakau-Czestochowa-Hochland viel weniger Wald gab. Heute sind von früher freistehenden Türmen manchmal nur noch die Gipfel über den Baumwipfeln zu sehen.

Der polnische Jura unterscheidet sich von seinem fränkischen Pendant und den Gebieten Südeuropas vor allem in einer Sache – der Reibung. Er hat leider etwas weniger dieser von Kletterern so geliebten Zutat. Und wird durch die jahrelange Bekletterung auch nicht rauer, ganz im Gegenteil. Gegen manche Routen in den stadtnahen und besonders beliebten Gebieten wie dem Bolechowicka Tal bei Krakau scheinen die Wände von Massone oder Nago bei Arco rau wie Schmirgelpapier. Kurzum: Der Fels dort ist extrem abgespeckt.

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Michael Krol klettert den Klassiker Zaciecie w Abazym (VI.2+) im Bolechowicka Tal

Boulderlastige Kletterei

Die Wände im Jura sind meist sehr kompakt, senkrecht und voller Löcher. Die harten Routen haben oft kleine Löcher in leicht überhängender Wand und eher schlechte Tritte. Generell ist die Kletterei eher boulderlastig. Gute Fußtechnik ist zwingend, wenn man hier am Limit klettern will.

Großgriffige Überhänge sind die absolute Ausnahme, polnische Kletterer nennen das dann "westlicher Stil". Ein gutes Beispiel dafür ist die Wand von Pochylec im Padnik Tal im südlichen Jura, ein für die polnische Klettergeschichte wichtiger Fels, der auf 25 Meter konstant 30 Grad überhängt. Natürlich wollen die polnischen Kletterer aus solchen Ausnahmen dann das Maximum herausholen, weshalb es oft endlose Variationen, Verbindungen und Definitionen davon gibt, was erlaubt ist und was nicht. Um beim Beispiel Pochylec zu bleiben: Es gibt hier nur sieben logische Linien, aber 15 Routen im Topo. Für manche braucht man nicht nur einen gedruckten Kletterführer, sondern jemanden, der einem vor Ort erklärt, welche Griffe dazugehören und welche nicht. Das gilt auch für die Mamutowa Höhle im Kluczwoda Tal, wo die härtesten Routen Polens zu finden sind. Als Besucher hat man natürlich den Luxus, sich auf die offensichtlichen, klassischen Linien konzentrieren zu können.

Alternative zu Italien

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Natalia Terlecka klettert Filar Wykletych (VI.1) am Turnia nad Kaskadami. Der Fels liegt in Gora Zborow nahe Podlesice

Die meisten Felsen im polnischen Jura sind bis 20 Meter hoch. Wenn eine Wand 25 Meter erreicht, gilt sie schon als bedeutend. Der höchste Jura-Fels, Sokolica, steht über dem bei Kletterern beliebten Campingplatz im Bedkowska Tal im südlichen Jura. Sokolica ragt 70 Meter über dem Tal auf und bietet sogar einige Routen mit drei kurzen Seillängen. Daneben finden sich hier exzellente Einseillängen-Routen bis 45 Meter. Einige weitere Felsen erreichen dann noch Höhen zwischen 30 und 40 Metern.

Auch wenn die polnischen Felsen nicht übermäßig hoch sind, stellt der Jura eine schöne Alternative zur üblichen Fahrt nach Italien, Frankreich oder Spanien dar. Vorbei sind die Zeiten, als viele Felsen schlecht eingerichtet waren, die Bohrhaken selbst gemacht, und Umlenker fehlten. Heute gibt es perfekt gesicherte Routen in allen Graden, für Einsteiger bis zum Profi-Level. Es wurden so viele Routen und Sektoren geputzt und eingerichtet, dass auch in den Graden zwischen 5a und 7a eine große Auswahl schöner Linien vorhanden ist.

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Fels mit Burg gibt es im Gebiet Mirow

Zudem kommt im Jura keine Langeweile auf. An einem Tag kletterst du neben einer alten Burg, am nächsten im Wald oder in einem herrlichen Flusstal. Auch die Form der Felsen sorgt für Abwechslung, wie schon die Namen verraten: Elefantenarsch, Puppe, Schwein, Mönch, Kayak, Schiff, Kamel oder Sphinx seien als Beispiele genannt. Die Menschen in Polen sind bekannt für ihre Freundlichkeit, was sich sowohl am Fels als auch im Hotel oder auf dem Campingplatz erleben lässt. Essen und Bier sind gut und günstig, was nach dem Klettern und an Ruhetagen ein Vorteil ist.

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Die wichtigsten Infos für die Jura-Reise

Günstige Unterkünfte, preiswertes Essen und mehr: Der Jura reizt auch abseits der Felsen.

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Jadzia Szkatula Gosia klettert I ty Mozesz Zostac Orlem (VI.6/6+ oder 8b) am Pochylec Pfeiler im Pradnik Tal

Beste Jahreszeit

Normalerweise ist April bis Oktober ideal für den Jura, wobei der Juli früher als eher verregnet galt. Inzwischen ist der Klimawandel aber auch hier spürbar, und es gab in den letzten Jahren generell viel weniger Regen – schlecht für die Landwirtschaft und das Grundwasser. Entsprechend hat sich die Zahl sonniger Tage erhöht, wobei die Wahrscheinlichkeit von sehr heißen Tagen im Hochsommer zugenommen hat. Die beste Taktik dürfte sein, kurzfristig nach Wetterlage zu entscheiden. Das Gute am Jura ist, dass es schattige Felsen für heiße Tage und sonnige für kalte Tage gibt.

Anreise

Katowice und Krakau verfügen über einen Flughafen. Von München und Frankfurt gibt es tägliche Direktflüge nach Krakau. Um die Felsen zu erreichen, ist man allerdings auf eine Auto angewiesen. Günstiger ist daher wohl die Anreise mit dem eigenen Fahrzeug. Von Südbayern oder Nordwestdeutschland sind es rund 10 Stunden Fahrzeit nach Krakau. Die Haupstrecken führen entweder über Dresden und die A4 oder über Prag und Brno durch Tschechien.

Vor Ort sollte einen das Navi oder Handy gut führen können. Das 3G und LTE Netz ist gut ausgebaut. Manchmal gilt es, beim Parken bestimmte Regeln zu beachten, die entweder im Führer stehen oder von Kletterern vor Ort erfragt werden können.

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Der Fels Sokolica liegt direkt über dem Campingplatz Brandysowka im Bedkowska Tal und ragt 70 Meter hoch

Es ist im Vergleich zu manchen französischen Gebieten im polnischen Jura eher ungewöhnlich, dass ein Auto aufgebrochen wird. Aber schon als generelle Vorsichtsmaßnahme sollte man keine Wertsachen im Auto liegen lassen.

Unterkünfte

Normalerweise ist es einfach, im Jura eine Unterkunft zu finden, wobei es an Wochenenden und in den Sommerferien (Juli/August) auch hier voller wird. Auf Booking.com findet ihr Unterkünfte auf Bauernhöfen und diverse Bed & Breakfast. Die Preise im südlichen Jura sind etwas höher als im nördlichen.

Typische Kletterer-Treffs und Zeltplätze sind eher selten. Im südlichen Jura liegt das Berghostel (mit Campingplatz) Brandysowka im Bedkowska Tal, direkt unter der Sokolica, dem höchsten Jurafels überhaupt. Es ist ein typischer Kletterer-Campground, kann aber vor allem am Wochenende voll und auch ein bisschen laut sein. Zwei Personen plus Auto kostet hier 10 Euro, ein einfaches Essen 3,50 Euro und ein Bier unter 2 Euro. Drei Sterne und etwas Luxus gibt es im Hotel Chochołowy Dwór ganz in der Nähe des Gebiets von Dolina Szklarki und des Bedkowska Tals.

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Speedkletterer Lukasz Swirk zeigt eine Fahne am Zjazdowa Turnia im Kobylanska Tal. Die leichteste Route an dieser Wand ist eine 7a+

Podlesice ist die Kletterhauptstadt des nördlichen Jura. Zu empfehlen ist hier das Trafo Base Camp, das nicht nur den einzigen guten Kletterladen in Nähe der Felsen bietet. Es bietet auch ein Hostel (Doppelzimmer für rund 35 Euro), eine Bar und einen Boulderraum. 3-Sterne-Luxus bieten dagegen das Ostaniec Hotel (inklusive Pool) in Podlesice, das Hotel Zamek in Bobolice, das Hotel pod Figura in Podzamcza und der Male Dolomiti Complex in Hucisko, wo es neben Zimmern auch Bungalows und Luxuscamping gibt.

Im nördlichen Jura ist wildes Campen nur in bestimmten Gebieten verboten, meist aber erlaubt. Im südlichen Jura überwiegt der Privatgrund, hier ist wildes Zelten meist verboten. Wie immer gilt: keinen Dreck hinterlassen, keinen Lärm machen.

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Einkaufen

Die Landeswährung in Polen ist der Zloty (aktuell wird ein Euro zu rund 4,5 Zloty gewechselt). Kreditkarten werden fast überall akzeptiert, selbst in kleinen, abgelegenen Läden. Dennoch ist es ratsam, etwas Bargeld dabei zu haben, um zum Beispiel in kleinen Bars oder an Parkplätzen bezahlen zu können.

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Daria Brylowa erklettert den Okiennik Wielki, zu deutsch "Großes Fenster"

In den größeren Städten finden sich Supermärkte (zum Beispiel "Biedronka"), aber es ist natürlich am besten, wenn man sich vor Ort in den kleinen Läden versorgt. Kletterläden gibt es außer in Podlesice nur in den größeren Städten: Krakau, Zawierce und Czestochowa. Auch Tankstellen sind auf dem flachen Land rar, deshalb am besten in Stadtnähe volltanken. Mit den meisten polnischen Kletterern könnt ihr euch auf Englisch verständigen, in den kleinen Läden auf dem Land aber eher nicht.

Ruhetage

Krakau gilt als eine der schönste europäischen Städte und ist einen Besuch wert. Interessante Sehenswürdigkeiten sind außerdem die Wieliczka Salz Mine, der Ojcowski Park Narodowy mit vielen Felsen (leider fürs Klettern gesperrt) und die herrlichen Berge der Tatra, rund 100 km südlich des Jura. Viele Burgen und Schlösser im Jura können auch von innen besichtigt werden. Auch die Błedów-Wüste lohnt einen Trip.

Notfälle

Im Jura operiert die GOPR (Freiwillige Bergrettungs- und -suchmannschaft). Ihre Nummer für Notfälle lautet: 985 oder +48601100300.

Die polnischen Grade

Als der sechste Grad überschritten wurde, wurde ein neues System für die Bewertung der Toprouten notwendig. Das erschuf einer der Superhelden der polnischen Klettergeschichte, der im Jura ebenso zuhause war wie im Himalaya oder Karakorum: Wojtek Kurtyka. Wojtek eröffnete in Westpolen schon 1970 eine Route im Grad VI.1+ (6b+), die damals als schwierigste des Landes galt. Als er wenig später nach Krakau zog, wurde er schnell einer der besten Kletterer des Jura. Dort erfand er auch das neue Bewertungssystem: Zur ehemaligen Maximalschwierigkeit VI addierte er einfach eine 1, 2 oder 3. Die nächsten Grade hießen also VI.1, VI.2 oder VI.3. Zur feineren Unterteilung kam noch ein + dazu und heute gibt es auch noch die Zwischengrade, zum Beispiel VI.3+/4. Eine VI.5 entspricht zum Beispiel einer französischen 7c+.

Kletterführer

Kletterführer Polnischer Jura
Gory

Auf topo.portalgorski.pl sind fast alle Felsen des polnischen Jura zu finden. Dort den Jura Krakowsko-Czestochowska suchen und die einzelnen Felsen anklicken. Kletterführer gibt die Zeitschrift Gory heraus ("Jura 2" und "Jura 3" decken das hier beschriebene Gebiet ab). Von wspinanie.pl gibt es ebenfalls Kletterführer für die Region (Jura Plonoca, Jura Srodkowa, Jura Pludniowa). Schaut einfach auf ksiazkigor.pl oder ksiegarnia.wspinanie.pl nach "Jura". Von Gory soll bald auch Band 2 des Polen-Kletterführers erscheinen, der den größten Teil des Juras beinhaltet.

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Die 10 besten Gebiete des polnischen Juras

Die Auswahl der zehn schönsten Jurafelsen zusammenzustellen, ist schwierig. Damit die Liste halbwegs objektiv ausfällt, habe ich zehn starke und erfahrene Kletterer aus dem polnischen Jura um ihre Meinung gebeten.

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Leichte Routen mit Aussicht bietet das Szklarki Tal im südlichen Jura

Südlicher Jura

1. Dolina Bolechowicka

Dieses kleine, aber wunderschöne Tal liegt ganz in der Nähe von Krakau. Die Erschließung begann bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der von großen Felsen gesäumte Eingang in das Tal bietet eines der bekanntesten und eindrucksvollsten Landschaftsbilder im gesamten polnischen Jura. Die Routen hier sind leider sehr abgespeckt, aber es gibt dennoch viele Klassiker von VI.2+ bis hin zur berühmten Chinese Maharaja (VI.5, 7c+), die Wojtek Kurtyka free solo kletterte.

2. Dolina Bedkowska

Ein großes Tal mit vielen verschiedenen Felsen. In seiner Mitte liegt der höchste Fels des Jura, die Sokolica. An der gibt es über 30 Routen von 5 bis 8b, darunter viele Klassiker. Einige davon haben bis zu drei Seillängen, die meisten anderen eine sehr lange Seillänge (30 bis 50 m). Neben Sokolica stehen noch andere interessante Wände in diesem Tal. Sehr beliebt ist der ganz in der Nähe aufragende Dupa Slonia ("Elefantenarsch"). Hier eröffnete Rico Malczyk seine erste supersteile Route, eben den besagten Elefantenhintern, und Piotr "der Verrückte" Korczak stieg hier die erste VI.5 (7c+) in Polen vor. Der bekannte kanadische Kletterer Will Gadd meinte nach einem Besuch dieser Wand einmal: "Ich verstehe nicht, warum die polnischen Kletterer sich über ihre angeblich schlechten Felsen beklagen. Das hier ist ein perfekter Fels über wunderschönen Wiesen. Was will man mehr?"

3. Pochylec im Pradnik Tal

Diesen Fels bezeichnen die polnischen Kletterer als den "westlichsten" Jurafels. Der größte Teil dieses kleinen Tales gehört zum kleinsten polnischen Nationalpark, weshalb das Klettern an etlichen anderen beeindruckenden Wänden hier verboten ist. Pochylec ist die einzige Ausnahme. Genau genommen hat Pochylec seit 2015 noch einen großen Bruder, Duzy Pochylec. Dieser Fels wurde dank der Verhandlungen von Nasze Skaly ("Unsere Felsen", eine Art polnische IG Klettern) freigegeben. Duzy Pochylec ist tatsächlich die höhere Wand, hängt aber weniger über. Die alte Wand von Pochylec hatte schon Rico Malczyk entdeckt und im toprope erkundet. Richtig los ging es mit der Erschließung aber erst 1992, als die Neue Welle-Kletterer und die nächste Generation anrückten. 2012 eröffnete dann Polens derzeit stärkster Sportkletterer, Piotr Schab (der erste Pole, der eine 9b kletterte), die härteste Route dort (VI.7+ oder 8c+). Alle Routen in dieser Wand sind sehr schön, aber anspruchsvoll.

4. Jaskinia Mamutova (Mamutowa Höhle) im Kluczwody Tal

Kinga Ociepka-Grzegulska klettert Sprawa Honoru (9a)
Piotrek Deska
Kinga Ociepka klettert Sprawa Honorou (9a) in der Mamutowa-Höhle

Ob man diesen Fels guten Gewissens für die Schönheit der Kletterei loben kann, ist schwer zu sagen. Aber es wäre seltsam, ihn auszulassen, weil es der einzige Ort ist, der wirkliche Dachkletterei bietet. Und wegen der historischen Bedeutung. Spaß macht es hier, wenn man solide 8a klettert, wobei der Fels links und rechts der Höhle auch ein paar "einfachere" (sprich 7a und 7b) Routen aufweist.

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Nördlicher Jura

5. Podzamcze

Das ist das einzige Gebiet, das wirklich alle von mir befragten Kletterer auf dem Zettel hatten. Das liegt an den zwei Zinnen: Wielka Cima (Große Zinne) und Mala Cima (Kleine Zinne), die selbst für europäische Verhältnisse einzigartig sind – befindet jedenfalls Karolina Oska, die 2019 Golden Gate am El Capitan freiklettern konnte. Und Lukasz Dudek nennt die Zinnen sogar einen "polnischen Exportartikel".

Die großen Nordwände sind jedenfalls steil und glatt, ganz wie die ihrer Dolomiten-Vorbilder. 30 senkrechte Meter sind hier gespickt mit Löchern aller Größen und Formen. Kein Wunder, dass Adam Ondra gerade diese Felsen auserkor, um hier seine 100. 9a zu klettern, Dudeks Route Made in Poland. Die harten Routen erfordern jede Menge Fingerkraft und Fußtechnik. Aber rundherum finden sich auch viele klassische und wunderschöne Routen vom sechsten bis zum achten Grad. Podzamcze heißt auf deutsch "bei der Burg". Die Felsen liegen neben den Ruinen eines mittlalterlichen Schlosses, das von den meisten Felsen aus zu sehen ist.

6. Rzedkowice (Skalki Rzedkowickie)

Diese aus mehreren Einzelfelsen bestehende Wandflucht gehörte zu den ersten, die im nördlichen Jura erschlossen wurden. Von den Wiesen im Süden hat man einen wunderbaren Blick auf die Felsen. An Sonnentagen kann es hier zu heiß werden und an Wochenenden manchmal zu voll, aber gerade für Einsteiger und Genießer sind diese Felsen ein Muss. Die höchsten Felsen, der Turnia Lechwora (25 m) und Okiennik (32 m), gehören zu den eindrucksvollsten des Jura.

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Piotr "der Wahnsinnige" Korczak in seiner Kreation Chomeini (8b/+) die er 1987 in der Mamutowa-Höhle eröffnete

7. Podlesice

Rund um dieses Zentrum des Kletterns stehen sehr viele Felsen. Gora Zborow und Gora Kolocek sind die größten und bekanntesten Gebiete hier. Gora heißt Berg, und beide Gebiete liegen auf kleinen Hügeln. Und in beiden gibt es eine große Auswahl an Routen für Einsteiger, Fortgeschrittene und Experten. Die härtesten natürlichen, will heißen ungechippten, Routen des Jura sind hier zu finden. Vor einiger Zeit wurden Schafe angesiedelt, um die Vegetation unter Kontrolle zu halten. So bleiben die Wände herrlich freistehend.

8. Okiennik Wielki und Jastrzebnik

Diese beiden Wände unter Nr. 8 zusammenzufassen, ist eigentlich ein kleiner Betrug, denn sie sind zwölf Kilometer voneinander entfernt. Aber von Podlesice sind beide in 10 Fahrminuten zu erreichen, nur geht es einmal nach Norden und einmal nach Süden. Beide gehören zu den großen Wänden im Jura und bilden richtige kleine Massive. Der 35 Meter hohe Okiennik gehört zu den höchsten Felsen des Juras. Jastrzenki steht etwas versteckter im Wald, ist aber ähnlich beeindruckend. Beide Wände bieten viele harte Routen, aber vor allem auch schöne Risse zum Selbstabsichern.

9. Mirow

Auch hier bereichern zwei Burgen die Aussicht beim Klettern. Die Felsen stehen auf Privatgrund, seit 2019 verlangt der Besitzer einen Euro Eintritt für ein Tagesticket. Dieses Gebiet eignet sich besonders für Einsteiger, es gibt über 150 Routen bis zum sechsten Grad. Etwa die Hälfte davon muss aber mit Keilen und Friends selbst gesichert werden.

10. Wiercica Tal

Dieses eher ungewöhnliche Gebiet zeichnet sich durch viele kleine, aber wild und ungewöhnlich geformte Felsen aus. Die Felsstruktur ist sehr abwechslungsreich, die Griffe sind positiver als sonst im Jura. Die maximal 20 Meter hohen Felsen stehen in einem wunderschönen Wald und bilden fast einen "kleinen Frankenjura". Im Tal der Wiercica findet sich übrigens die älteste Forellenzucht Europas. In Zloty Potok Forellen zu essen, ist daher Pflicht. Auch das erinnert ja durchaus an den Frankenjura.

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Interview: Elferkletterer Lukasz Dudek über den polnischen Jura

Lukasz Dudek kletterte 2009 als erster Pole eine 9a Route. Seither kümmert er sich intensiv um die Erschließung harter Routen in seiner Heimat – und knipst gelegentlich lange Routen im Solo ab. Interview: Piotr Drozdz

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Piotr Drozdz
Lukasz Dudek, geboren 1983, kletterte 2009 als erster Pole eine 9a-Route. Gemeinsam mit seinem Landsmann Jacek Matuszek bildete er das „Alpine Wall Tour Team“, dem die drei berühmten 8b+-Routen der alpinen Trilogie (Silbergeier, End of Silence und Des Kaisers neue Kleider) ebenso gelangen wie extreme Routen an den Drei Zinnen (Project Fear (8c), Spanierroute (8b+/c), Bellavista (8b+). An der Schartenspitze im Hochschwab gelang ihm 2019 Mich Kemeters Route Tortour (8c) als seilgesichertes Solo.

Du hast dieses Jahr deine 20. 9a-Route geklettert und seit 2009 jedes Jahr mindestens eine Route in diesem Grad geschafft. Wie gelingt es dir, trotz Job und Familie so lange so fit zu bleiben?

Ich glaube, der Schlüssel liegt darin, dass Klettern so abwechslungsreich ist. Ich klettere seit über 30 Jahren, bin aber kein typischer Sportkletterer. Jedes Jahr habe ich eine Phase, in der ich harte Routen in den Bergen freiklettere. Ich bouldere auch gern. Ich konzentriere mich also nicht auf eine Sache, sondern versuche, in verschiedenen Spielarten aktiv zu sein. Das ist mein Geheimnis, um die Motivation das ganze Jahr über hochzuhalten und das Klettern zu genießen. Mit der Familie nutzen wir jeden freien Tag, um irgendwo hinzugehen, neue Orte kennenzulernen und natürlich zu klettern. Ich nehme an, das ist in den meisten Klettererfamilien so.

Es scheint, dass deine Aktionen seit 2010 die Felsen des polnischen Jura wieder populärer gemacht haben. Bist du stolz auf deinen Beitrag zu dieser Renaissance?

Es gab ein paar Gründe, warum ich hier aktiv war. Ich kann mir nicht vorstellen, das ganze Jahr für zwei Spanien-Trips zu trainieren. Selbst schlechter Fels ist mir viel lieber als die beste Kletterhalle. Am Anfang war ich nicht gerade begeistert von unseren Felsen: kleine Griffe, rutschige Tritte und keine überhängenden Wände. Der Schlüssel zum Erfolg sind starke Finger, die Fähigkeit, seltsam geformte Löcher zu halten und eine saubere Fußtechnik. Inzwischen liebe ich diese Art der Kletterei. Ich glaube aber nicht, dass es eine Renaissance des Jura-Kletterns gibt. Es stimmt, dass die Zahl der Kletterer im Bereich 7c+/8a schnell gewachsen ist in den letzten Jahren. Aber wenn du die ganz harten Wege anschaust, 8c und härter, dann werden die von immer weniger Leuten geklettert.

Der polnische Jura von heute ist ein anderer, als der, in dem du vor 20 Jahren angefangen hast, oder?

Der polnische Jura ist das am besten abgesicherte Gebiet, das ich kenne. Das hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten komplett geändert. Ich erinnere mich noch, wie in Felsen nahe meiner Heimatstadt nur Schrauben steckten und du die Hänger selbst mitbringen und anschrauben musstest. Wenn du mit einer Route fertig warst, hast du die Hänger wieder abgeschraubt, um die nächste Route machen zu können. Damals war alles handgemacht. Jetzt ist es völlig anders: eine Reihe neuer Sicherungspunkte in jeder Route, ein geprüfter Umlenker. Manchmal sind es sogar zu viele Bohrhaken in einer Route. Unter dem Aspekt der Sicherheit wurde ein toller Job gemacht.

Adam Ondra war beeindruckt von deiner Route Made in Poland (9a) an der Wielka Cima (Großen Zinne) in Podzamcze. Und meinte, wenn es eine Route gäbe, die unmöglich zu onsighten sei, dann diese. Sind die Routen im polnischen Jura besonders schwer zu onsighten?

Unser Kalk ist anders als der in West- und Südeuropa. Er ist weiß oder hellgrau, und wenn du eine Route zum ersten Mal kletterst, ist es schwer, die Griffe und die richtigen Sequenzen zu finden. Weil die Wände meist nur senkrecht sind, sind die Löcher und Leisten so klein, dass es schwer ist, den Unterschied zwischen Griffen und Tritten zu sehen. Deshalb sind viele Routen unmöglich im Onsight. 8a onsight zu klettern, ist schon eine starke Leistung. Ich glaube aber, dass die Routen gut zu flashen sind, wenn dir jemand die Griffe und Moves erklären kann.

Kannst du einige Gebiete und Sektoren für Besucher empfehlen?

Die Zinnen, Wielka (Große) und Mala (Kleine), in Podzamcze sind bedeutende Gipfel für das polnische Klettern. Diese 30-Meter-Wände sind absolut senkrecht und wirklich schön und sollten das erste Ziel von Kletterern von außerhalb sein. Die sollten auch Okiennik Wielki besuchen – ein freistehender Kalkturm mit einem charakteristischen Felsfenster unterm Gipfel. Ein Muss ist außerdem Jastrzebnik, wo die besten Routen 7c+ oder schwerer sind. Ein kleiner, aber sehr beeindruckender Fels ist Popielarka. Bei Podlesice, dem Kletterzentrum des nördlichen polnischen Juras, finden sich viele Klassiker des polnischen Kletterns. Im Süden ist es Sokolica – unser höchster Kalkfels, der aus dem Bedkowska-Tal ragt. Das Königreich der harten Routen ist die Mamutova-Höhle, eine Art Outdoor-Kletterhalle mit massiven Überhängen.

Danke Lukasz!

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Geschichte: Die Entwicklung des Polnischen Jura zum modernen Klettergebiet

Klettern im polnischen Jura
Piotr Drozdz
Pawel Zielinski posiert in Wielka Dupa Slonia (VI.2 oder 6c)

Sträflinge in den Krakauer Alpen

Schon 1912 gab es die ersten Kletter-Exkurse nahe Krakau. Die damals eröffneten Routen werden heute mit V bewertet. 1924 enstand in Krakau der erste Kletterclub, der die Täler nahe Krakau nach Felsen durchforstete. Diese Gegend nannte man damals die Krakauer Alpen.

1930 kamen dann die "Sträflinge". Es waren allerdings keine wirklichen Verbrecher, sondern Kletterer, die, wenn sie zum Klettern im Bolechowicka Tal ausrückten, voller Haken und Karabiner hingen – was die einheimische Bevölkerung an mittelalterliche Delinquenten erinnerte. Die "Sträflinge" führten das technische Klettern im Jura ein, nachdem sie irgendwo Bilder einer Technik namens "Seilzug" gesehen hatten und diese kopieren wollten. Mit ihren Haken und in technischer Kletterei trauten sie sich auch erstmals aus den Rissen und Kaminen hinaus in die glatten Wände.

Die 1960er-Jahre waren dann die Ära des hakentechnischen Kletterns, wobei auch die ersten Expansionsbohrhaken zum Einsatz kamen. Viele der Kletterer, die damals im Jura anfingen, wurden später bekannte Alpinisten, allen voran Jerzy Kukuczka, der als zweiter Mensch nach Reinhold Messner alle 14 Achttausender bestieg. Nach einer Erstbegehung von ihm ist sogar ein ganzer Turm in Mirow benannt, der Turnia Kukuczki (Kukuczka-Turm). Die typische Kletterkarriere in Polen führte damals vom Jura über die Hohe Tatra und die Alpen in den Kaukasus, ins Pamir, den Hindukusch und schließlich in den Himalaya.

Das sportliche Toprope

Eine Revolution im Klettern brachte dann die nächte Generation, und diese Revolution fand im südlichen Jura statt. Der Anführer dieser neuen Szene, die sich "Kaskaderzy" ("Stuntmen") nannte, war Ryszard "Rico" Malczyk, ein charismatischer Kletterer aus Krakau. Er war vermutlich der erste polnische Kletterer, der das Klettern im Klettergarten nicht als Zwischenschritt auf dem Weg zum Alpinismus sah.

Rico hatte die Vision, dass auch harte Hakenrouten frei kletterbar sein könnten, und bewies das 1968, als er zwei sehr steile und zwei extrem plattige Techno-Routen erstmals frei durchstieg. Er tat das mit Sicherung von oben, eine Technik, die es ihm und seinem Kletterkumpels erlaubte, die Freikletterschwierigkeiten deutlich zu erhöhen. Es war allerdings ein sogenanntes "sportliches Toprope": Wer stürzte oder hängen musste, kehrte sofort auf den Boden zurück, dann kam der nächste dran.

"Rico" wurde bekannt für seine harten Topropes – und seine Free Solos. Mit dem normalen "Vorstiegsklettern" hatte er es nicht so. Dennoch war er der erste, der den klassischen sechsten Grad überwand und 1970 im Jura die ersten Routen im Grad VI.1 (6b) sowie 1971 im Grad VI.1+ (6b+) eröffnete – und zwar im Vorstieg.

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Die Ära des Griffeschlagens

Die nächste Generation wurde Nowa Fala (Neue Welle) genannt und machte 1982 auf sich aufmerksam, als Kletterer dieser Gruppe die ersten Routen im legendären Grad VI.5 (7c+) toprope durchsteigen konnten. Für diese Generation zählte allerdings bald nur noch der Vorstieg. Dem Anführer der Neuen Welle, Piotr "Szalony" (Der "Wahnsinnige") Korczak gelang 1984 der erste Vorstieg einer 7c+. Natürlich war die Route von oben eingebohrt worden.

Der "Wahnsinnige" blieb für ein Jahrzehnt die treibende Kraft im extremen Jura-Klettern. Zugleich war er aber auch eine kontroverse Figur. Um einige seiner härtesten Routen klettern zu können, begann er den Fels zu modifizieren. Erst ging es nur um ein paar mit Klebstoff verstärkte Griffe und das eine oder andere geschlagene Loch. Aber 1987 kreierte er die Route Chomeini (8b/b+) in der Mamutowa Höhle: Die Crux an der Dachkante bestand durchweg aus geschlagenen Griffen. In einer anderen Route zeichnete er großflächig an, welche Griffe benachbarter Routen in seiner neuen Kreation nicht erlaubt waren. Während das Schlagen von Griffen damals auch in anderen Gebieten verbreitet war – Buoux ist das beste Beispiel –, gab es die Technik des "Ausschließens" wohl ausschließlich in Polen. Zum Glück beschränkt sie sich meist nur auf die harten Routen.

Korczaks Großtat war schließlich die Erstbegehung der berühmten Route Nieznosna lekkosc bytu (Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins), benannt nach dem Roman von Milan Kundera. Diese 1992 eröffnete Linie kombinierte seine eigene Route Chomeini mit einer noch künstlicheren Variante (dieses Mal sogar mit angeschraubten Griffen) jüngerer Kletterer und galt damals als erster polnischer Anwärter auf den Grad VI.7, also ungefähr 8c.

Paradoxerweise sprach nicht einer der Jünger der Neuen Welle das letzte Wort dieser Ära, sondern Altmeister Kurtyka. Mit 46 hatte er zwar beim Rotpunkt-Klettern seinen Zenith schon überschritten, dafür tat er etwas, was damals selbst die Besten nicht wiederholen konnten und was bis heute nicht wiederholt wurde: Wojtek kletterte die vom "Wahnsinnigen" 1985 eröffnete Route Chinese Maharaja, eine der ersten im Grad VI.5 (7c+), free solo. Diese 25-Meter-Route folgt einem glatten Pfeiler am Filar Pokutnikow im Bolechowicka Tal und bietet sehr delikate Kletterei in einer senkrechten Platte und somit extrem anspruchsvolles Gelände für ein Free Solo. Wojteks Begehung gilt bis heute als eine der stärksten Leistungen im Jura und ist unter polnischen Kletterern eine echte Legende.

Moderne Zeiten

Auf die Neue Welle folgte die erste Generation von Kletterern, die schon an künstlichen Kletterwänden trainierte. Es war außerdem die erste Generation, die relativ leicht in die Klettergebiete im Westen reisen konnte. Ihr Zugang war anders und sie suchten vor allem überhängendes Gelände. Die ersten 8c-Routen eröffnete Sebastian Zasadzki in Pochylec. Das waren allerdings hochgradig unlogische Linien, die bestehende Routen kombinierten und wo vieles genau definiert war. Zum Glück sind die leichteren Routen in Pochylec viel schöner als diese Kreationen.

2001 eröffnete dann Rafal Moucka mit Pandemonium in Podzamcze die erste 9a Polens. Es dauerte 13 Jahre, bis Lukasz Dudek endlich die zweite Begehung gelang. Lukasz fügte 2010 auch seine eigene 9a hinzu, Made in Poland an der Wielka Cima in Podzamcze. Adam Ondra wiederholte die Route vier Jahre später, es war seine 100. Route in diesem Grad. Er bestätigte die Bewertung und zeigte sich von der Qualität der Route angenehm überrascht. In den nächsten Jahren eröffnete Dudek viele Routen im Jura und bereinigte auch die Mamutowa Höhle, indem er einige der härtesten Routen dort ohne die künstlichen Griffe kletterte. Piotr Schaab gelang 2016 dort dann die bisher härteste Route Polens, eine Variante von Stal Mielec (VI.8/8+ oder 9a/a+).

Pochylec und Mamutowa spielten auch für die polnische Frauen-Kletterszene eine wichtige Rolle. 1997 durchstieg Iwona Gronkiewicz eine 8b+, womit sie zu den erst sechs Frauen gehörte, die diesen Grad damals klettern konnten (eine davon war übrigens Marietta Uhden). 2004 wiederholte Ola Taistra die Route Power Play (8c), womit sie als vierte Frau diese Schwierigkeit schaffte (und wiederum nach Marietta Uhden!). 2016 schließlich kletterte Kinga Ociepka-Grzegulska Sprawa Honorau (9a) in der Mamutowa Höhle. Zum Interview mit Kinga.

Jura für Jedermann

Die Geschichte eines Gebiets gibt dem Klettern dort eine andere Dimension. Aber natürlich ist die Mehrzahl der Routen nicht historisch bedeutend. Sie werden von Erschließern erstbegangen, die den Wunsch haben, sich am Fels kreativ zu verwirklichen. Und obwohl der Jura schon gut erschlossen ist, finden sich jedes Jahre dutzende neuer Linien, sogar ganze Felsen werden neu oder wieder entdeckt.

Mit der Vielfalt an Größen, Formen, Landschaften und Schwierigkeiten, die der Jura bietet, kann heute jeder Kletterer etwas für sich finden. Die polnischen Kletterer scherzen manchmal, dass wir das einzige Land sind, in dem Felsen buchstäblich ausgegraben werden und dass wir ein Rekordzahl an kurzen Routen mit nur drei oder vier Bohrhaken haben. Aber das kann manchmal auch von Vorteil sein. Als der norwegische Krimi-Autor Jo Nesbø den Plan hatte, 50 Routen an einem Tag zu klettern, wählte er sich dafür den polnischen Jura, den er im Internet entdeckt hatte. Und er hat das nie bereut.

Natürlich ist der Jura, auch wenn er mit Abstand das größte Gebiet ist, nicht alles, was Polen in Sachen klettern zu bieten hat. Im Südwesten liegen die beliebten Granit- und Sandsteingebiete der Gory Sokole (Fischbacher Forst) und Rudawy Sokole (Landeshuter Kamm). Aber die Felsen dort sehen anders aus, haben einen anderen Charakter und ihre eigenen Kletterhelden.

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