Klettern ist längst eine generationenübergreifende Sache geworden: Die jungen Wilden, die sich in den 70ern und 80ern an den Wänden der Mittelgebirge austobten, haben inzwischen (oft viel besser kletternde) Kinder und Enkelkinder. Und auf eine gewisse Art werden sie trotzdem die First Mover bleiben: Die Generation der Babyboomer ist die erste, die erlebt, wie es ist, im Alter zu klettern, wenn Kraft und Ringbänder vielleicht nicht mehr so mitmachen – und ja, auch wie es ist, loslassen zu lernen. Damit es dazu aber möglichst lange nicht kommt, haben wir mit Kletterarzt Volker Schöffl darüber gesprochen, wie man im fortgeschrittenen Alter fit und unverletzt bleibt (Seite 18).
Gegen Verletzungen beugen wir auch mit unserem großen Crashpad-Test vor, für den sich Gen-X Kid Sarah Burmester für euch hat ausgiebig fallen lassen. Und mit welchen Herausforderungen es verbunden ist, ganz vorne mitzuklettern, erzählt der Millennial Alex Megos im großen Interview ab Seite 60. Einen Auszug daraus lest ihr hier:
Ja, aber ich hatte das Gefühl, dass es der richtige Rahmen ist, um solche Themen anzusprechen. Das Buch ist für mich ein Statement gegen die Schnelllebigkeit. Auf Social Media ist alles in drei Sekunden wieder weg, aber ein Buch bleibt. Man kann darin tiefere Themen ansprechen, Dinge, die einem wirklich wichtig sind. Wie eben Essstörungen, mit denen viele Athletinnen und Athleten im Klettern kämpfen.
Ich bin da als Jugendlicher im Alter von 14, 15 Jahren schleichend reingerutscht. Am Anfang war es nur ein bisschen weniger Butter und Käse. Mit der Zeit wurde es immer extremer. Ich aß gar kein Fett mehr, zählte Kalorien, alles drehte sich nur ums Essen. Irgendwann wog ich nur noch 45 Kilo. Ich war müde, fror und hatte kaum Kraft für den Alltag, aber fürs Klettern brannte ich weiter. In meinem Kopf hatte sich festgesetzt: Ein guter Klettertag gelingt nur, wenn ich leicht genug bin. Kletterte ich schlecht, lag das an meinem Gewicht, und ich bestrafte mich meistens mit Essensentzug. Das war ein Teufelskreis.
Witzigerweise habe ich das Klettern nie wirklich dafür verantwortlich gemacht. Klar, es war ein Faktor, aber sicher nicht der einzige. Im Gegenteil: Ich würde sogar sagen, dass mich das Klettern am Ende wieder rausgeholt hat.
Klettern war für mich immer die Konstante im Leben. Egal, was sich sonst verändert hat, das Klettern war immer da. Es war mein Zufluchtsort. Und irgendwann wurde mir klar: Wenn ich mit der Essstörung so weitermache, steht das Klettern selbst auf dem Spiel. Und das war es mir einfach nicht wert ...
Mehr interessante Fragen beantwortet Alex in der Heft-Ausgabe 02/2026:

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