Ausgleichsport für den Winter: Alleskönner Skilanglauf

Ausgleichsport für den Winter
Alleskönner Skilanglauf

ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.01.2026
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Langlauf
Foto: Urs Golling

Seit mehreren Jahren ist der Skilanglauf zu einer regelrechten Trendsportart geworden. Das vermeintlich staubige Image gehört längst der Vergangenheit an. Zu Recht, denn die Vorteile der Wintersportart können sich wirklich sehen lassen. Kaum eine Alternativsportart zum Laufen verbindet Gesundheit, Ausdauer und Naturerlebnis so effektiv.

Was ist Skilanglauf?

Skilanglauf hat seinen Ursprung in Skandinavien und diente dort lange Zeit als eine der effizientesten Fortbewegungsarten auf Schnee. Aus dieser Tradition entwickelte sich eine eigenständige Sportart, die seit 1924 fester Bestandteil der Olympischen Winterspiele ist. Heute wird Skilanglauf in zwei grundlegenden Techniken ausgeübt: der klassischen Technik und dem Skating.

Die klassische Skilanglauf-Technik

Beim klassischen Stil wird in zwei parallelen Rillen im Schnee gelaufen. Der Läufer oder die Läuferin bewegt sich dabei mit einem Diagonalschritt (rechter Arm und linker Fuß nach vorne und umgekehrt) vorwärts. Die Bewegung ähnelt sehr dem Bewegungsablauf beim Joggen. Der entscheidende Unterschied ist jedoch die Gleitphase. Klassik sieht anfangs sehr einfach und entspannt aus, wenn man aber die Technik einmal richtig beherrscht, Fahrt aufnimmt und aus dem typischen "Wanderschritt" herauskommt, dann ist es sehr anstrengend und bringt viel Spaß mit sich.

Die Skating-Technik

Skating dagegen ist die jüngere Technik, die sich erst später durchsetzen konnte. Der Bewegungsablauf erinnert an Eislaufen oder Rollerbladen,wobei mehr Balance und Koordination erforderlich sind. Die Skating-Technik, auch freie Technik genannt, ist deutlich schneller als die klassische, erfordert aber auch mehr Kraft.

Verschiedene Techniken sind sowohl beim Skaten als auch beim Klassik-Laufen notwendig, um sich an die unterschiedlichen Loipenbegebenheiten anpassen zu können. Die Geschwindigkeiten können dabei zwischen 5 und 70 km/h variieren.

Häufige Fragen zum Ausgleichssport Skilanglauf

Skilanglauf
Urs Golling

Skilanglauf für Anfänger: Worauf du unbedingt achten musst

Langlaufen ist eine Sportart mit sehr geringem Verletzungsrisiko, trotzdem muss jedem bewusst sein, dass die Sportart sehr hohe Anforderungen an Ausdauer und Kraft stellt. Menschen mit schwachem Herzen sollten deshalb vorsichtig sein.

Wenn man körperlich fit ist, steht dem Skilanglauf fast nichts mehr im Wege. Vor der Trainingseinheit ist es zwingend notwendig, sich einen Überblick über das Streckenprofil zu verschaffen. In die falsche Richtung zu laufen, kann schnell zu Unfällen führen. Tipp: Beachte immer die FIS-Verhaltensregeln vom Internationalen Skiverband FIS. Sie gelten international und stellen so etwas wie die Straßenverkehrsordnung für Skipisten und Loipen dar.

Für das allererste Mal Langlaufen empfiehlt es sich außerdem sehr, einen Kurs zu belegen. Wenn man einmal die Technik von Profis oder Trainerinnen erklärt bekommen hat, dann kann man selbst viel üben und trainieren, um besser und schneller zu werden. Ohne solche Erklärungen ist es schwierig, auf den dünnen Skiern voranzukommen. In speziellen Langlaufschulen kann man einen Gruppenkurs oder eine Privatstunde buchen. Schon zwei bis vier Stunden helfen, um die Technik zu verstehen und anwenden zu können.

Wenn du deine ersten Langlaufkilometer ohne Kurs absolvierst, denk daran, dich richtig aufzuwärmen. Gerade für Anfänger sind die Bewegungsabläufe noch ungewohnt und die Muskulatur sollte unbedingt auf die Belastung vorbereitet werden, um das Verletzungsrisiko zu minimieren. Das kann entweder ein kurzes Warm-up sein, wie man es vom Lauftraining her kennt, oder ein speziell auf das Langlaufen abgestimmtes Aufwärmprogramm.

Dazu gehört:

  • Schwingen der Beine – seitlich: 10 x mit jedem Bein
  • Schwingen der Beine – vorwärts und rückwärts: 10 x mit jedem Bein
  • Ausfallschritt nach vorne
  • Sprung aus der Hocke in eine gestreckte Haltung – 10 x
  • Armkreisen – ca. 60 Sekunden
Skilanglauf
Urs Golling

Die richtige Ausrüstung fürs Skilanglaufen

Beim Langlaufen benötigst du etwas mehr Equipment als nur Laufschuhe. Neben den Skiern gehören Stöcke und Langlaufschuhe zur Grundausrüstung. Was man dabei bedenken muss: Für die Klassisch-Technik braucht es ein anderes Material als beim Skaten.

Skier und Stöcke fürs Klassisch-Laufen

Die Stöcke sind beim Klassisch-Laufen um einiges kürzer als in der Skating-Technik. Als Richtwert kann man sich merken, dass die Klassik-Stöcke bis kurz unter die Achseln reichen sollten. Bei den Stöcken ist es grundsätzlich egal, welche Marke du bevorzugst. Sie unterscheiden sich ausschließlich in ihrem Material. Stöcke aus Aluminium sind natürlich preiswerter als die aus Carbon.

Bei den Skiern gibt es starke Unterschiede. Die Besonderheit bei den Klassik-Skiern ist die Steigzone. Um vorwärtszukommen, benötigt man den entsprechenden Grip, das bedeutet, die Steigzone muss sich mit dem Schnee verzahnen. Für Einsteiger empfiehlt es sich daher einen Ski zu nehmen, der in der Steigzone schon präpariert ist, also ein Schuppen- oder Fellski. Sobald man etwas Erfahrung hat, lohnt es sich zum einen Wachsski zu greifen. Ein Wachsski ist prinzipiell schneller als ein Schuppenski. Jedoch nur, wenn man es schafft, die Skier je nach Bedingungen richtig zu wachsen. Skiwachs für Langlaufski brauchst du jedoch nicht nur für die Steigzone der Klassik-Ski, sondern auch um die Ski richtig zu pflegen. Vor allem, wenn der Winter vorbei ist, solltest du die Skie unbedingt wachsen, um sie den Sommer über richtig lagern zu können.

Außerdem sind die Spitzen von Klassik-Skiern breiter und die Ski insgesamt länger. Eine ungefähre Faustregel für Klassik-Ski ist dabei:

Körpergröße (cm) + 20 bis 30 cm = Skilänge

Ob du eher einen 20 oder 30 cm längeren Ski wählen solltest, kommt auf dein Leistungsvermögen an: Fortgeschrittene Skilangläufer können zu einem längeren Skimodell greifen. Bei den Skiern ist es häufig der Fall, dass man mit einer Marke besser zurechtkommt als mit einer anderen. Die Hersteller Rossignol und Fischer bieten für jedes Leistungsniveau sehr gutes Material.

Skier und Stöcke fürs Skating

Die Stöcke beim Skating sollten ungefähr bis zur Nasenspitze reichen. Der Skating-Ski besitzt keine Steigzone und ist wesentlich härter als der Klassik-Langlaufski. Bei den kürzeren Skating-Skiern kannst du dich an folgender Rechnung orientieren:

Körpergröße (cm) + 10 bis 15 cm = Skilänge

Bei den Schuhen hast du als Einsteiger grundsätzlich zwei Optionen: einen Kombi-Schuh, der für Klassik und Skating geeignet ist, oder technikspezifische Modelle. Ein Kombi-Schuh ist vor allem am Anfang praktisch, weil du beide Laufstile ausprobieren kannst, ohne direkt doppelt investieren zu müssen. Langfristig ist es jedoch sinnvoll, für jede Technik einen eigenen Schuh zu nutzen.

  • Klassik-Langlaufschuhe haben eine weichere Außensohle und einen niedrigeren Schaft, die dem Läufer mehr Bewegungsfreiheit gewähren.
  • Skating-Schuhe dagegen haben eine steifere Außensohle. Außerdem besitzen sie einen höheren Schaft und eine Manschette, die das Fußgelenk fixieren und die Kraftübertragung und die seitliche Stabilität unterstützen.

Achtung: Die Schuhe und die Bindungen auf den Skiern müssen aufeinander abgestimmt sein, nicht jeder Schuh passt auf jeden Ski. Falls du dir unsicher bist und den Sport erst mal ausprobieren willst, empfiehlt es sich, die Ausrüstung von einem speziellen Skiverleih zeitweise zu mieten. Das Material wird dabei auf dich abgestimmt und du kannst dich mit den Skiern vertraut machen und testen, welche Technik am meisten Spaß macht.

Bei der Bekleidung greifen Anfängerinnen und Einsteiger oftmals zu sehr warmen Klamotten. Das entpuppt sich meist schon nach den ersten Kilometern als Fehler, da die Belastung beim Langlaufen sehr hoch ist. Es braucht nur minimal wärmere Kleidung als beim Laufen. Eine etwas wärmere Laufhose und ein Longsleeve mit einer Lauf- oder einer speziellen Langlaufjacke darüber sind meist ausreichend.

Skilanglauf
Urs Golling

Wo kann ich langlaufen?

In Deutschland gibt es eine Vielzahl an wunderbaren Loipen. Je nachdem, ob du zum Skaten oder Klassisch-Laufen gehen willst, ist die Auswahl riesig. Die meisten Loipen sind für beide Techniken präpariert. Um sicherzugehen, kannst du fast alle Loipenbeschreibungen im Interneteinsehen. Zu den Highlight-Loipen in Deutschland zählen das Langlaufzentrum Bretterschachten im Bayerischen Wald, die Loipen in Oberwiesenthal in Sachsen, die WM-Loipen in Oberstdorf im Allgäu, der Fernskiwanderweg im Schwarzwald oder die 180 Langlaufkilometer in der Zugspitzregion.

Auch in den bekannten Skiurlaubsorten wird neben dem alpinen Skifahren das Langlaufen nicht vergessen: In St. Moritz, Innsbruck, Obertauern oder Schladming finden Sportlerinnen und Sportler optimale Bedingungen zum Langlaufen vor.

Empfehlung: Seefeld in Tirol gilt als eines der besten Langlaufgebiete der Alpen. Der frühere Austragungsort der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft 2019 überzeugt mit rund 245 hervorragend präparierten Loipenkilometern und beeindruckenden Ausblicken auf das Karwendelgebirge – ideale Bedingungen für einen gelungenen Langlauftag.