Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald schützt die alten Wälder, felsigen Täler und weiten Moore des Hunsrücks und sorgt dafür, dass Wildkatzen und Hirsche, Käuze und Fledermäuse sich dort ungestört entwickeln können. Auch Wandernde fühlen sich in dem Nationalpark zwischen Trier und Idar-Oberstein wohl. Mitten hindurch führen beispielsweise die neunte und zehnte Etappe des 410 Kilometer langen Saar-Hunsrück-Steiges (siehe unten). Auf seinem konditionell durchaus fordernden Abschnitt von Nonnweiler nach Morbach überschreitet man auch den Erbeskopf (816 m), den höchsten Gipfel von Rheinland-Pfalz – Blicke bis zur Eifel inklusive. Aber auch kürzere Touren erschließen den Nationalpark, und westlich von ihm wartet eine weitere Attraktion: die Saarschleife.

Die elegante Saarschleife bei Mettlach gehört zwar nicht zum Nationalpark Hunsrück-Hochwald, verpassen sollten Wanderer den berühmten Blick vom Aussichtspunkt Cloef hinab auf den Fluss aber nicht.
Wandertipp 1 – Saarschleife-Tafeltour
Am besten nimmt man diesen wunderschönen Ausblick auf der "Saarschleife-Tafeltour" mit (ca. 17 km, 5 bis 6 Stunden, 560 Hm). Sie beginnt an der Kirche St. Lutwinus in Mettlach und ist mit einer Kochmütze beschildert. Zur schönen Runde gehört auch eine Fahrt mit der einzigen Fähre des Saarlandes, der "Welles" (Achtung: montags fährt sie nicht. Ansonsten: Saisonabhängig, typischerweise von April bis Oktober täglich).
- Anfahrt: A8 bis Ausfahrt Merzig-Schwemmlingen, von dort über die B51 nach Mettlach
- Start/Ziel: Infotafel Pfarrkirche St. Lutwinus, Freiherr-vom-Stein-Straße in Mettlach
Wandertipp 2 – Traumschleife Felsenweg
Imposante Felsformationen, sprudelnde Bäche und eine archaische Römerburg, die mit ihrem unheimlichen Keltenheiligtum am Wegesrand den Weg kulturell bereichert: Die Traumschleife Felsenweg ist ein abwechslungsreicher Premium-Rundwanderweg bei Losheim am See, der durch den Naturpark Saar-Hunsrück führt. Immer wieder eröffnen sich Ausblicke in die Hochwald-Landschaft, ergänzt durch naturnahe Passagen und kulturhistorische Spuren am Wegesrand. (ca. 14 km, rund 4 Stunden Gehzeit, etwa 300 Hm)
- Anfahrt: Von der A62 oder A1 nimm die Ausfahrt Nonnweiler-Bierfeld, Richtung Weiskirchen. Dann in Rappweiler rechts ab nach Waldhölzbach.
- Start/Ziel: Parkplatz am Feuerwehr- und Bürgerhaus Waldhölzbach
Wandertipp 3 – Dollbergschleife
Ganz im Südwesten des Nationalparks Hunsrück-Hochwald liegen die bis zu 695 Meter hohen Dollberge. Um sie herum führt die Dollbergschleife. Immer wieder begegnet einem auf dieser Tour die Vergangenheit, sei es in Form einer Köhlerhütte, sei es in Form des "Züscher Hammers", eines Eisenhüttenwerks aus dem 17. Jahrhundert, oder des keltischen Ringwalls, der bis in zehn Meter Höhe erhalten blieb. Zu den natürlichen Höhepunkten der vierstündigen Runde (330 Hm) zählt der Mannfelsen, den man steil hinaufsteigt.
- Anfahrt: Über die L166 nach Neuhütten, dann am Ortsende abbiegen in den Oberen Waldweg (letzte Straße links).
- Start/Ziel: Parkplatz Köhlerhütte, Neuhütten
Gut zu wissen: ein pauschales Verbot für Winterwanderungen oder Traumschleifen im Nationalpark Hunsrück-Hocwald gibt es nicht. Du kannst ganzjährig auf den ausgeschilderten Wegen unterwegs sein
👉 Allgemeine Nationalpark‑Regeln gelten das ganze Jahr:
- Bleibe auf den ausgeschilderten Wegen, um Natur und Tiere nicht zu stören. Hunde an der Leine führen.
- Feuer, wildes Zelten und offenes Grillen sind verboten.
- Gleiches gilt für andere Aktivitäten wie Fahrräder oder motorisierte Fahrzeuge: nur auf ausgewiesenen Wegen erlaubt.
- Im Winter kann es durch Schnee, Eis oder umgestürzte Bäume auf Wegen rutschig oder unpassierbar werden – das ist dann kein offizielles Verbot, sondern eine Wettersituation, bei der du selbst entscheiden musst, ob die Strecke für dich geeignet ist.
Weitere empfehlenswerte Saarland-Wanderwege

Saar-Hunsrück-Steig
Wein- und Flusslandschaften, Schluchten und Hochmoore: Der Saar-Hunsrück-Steig ist ein abwechslungsreicher Fernwanderweg durch die Mittelgebirgsregion Hunsrück. Fast einen Monat ist man auf ihm unterwegs, erlebt Fernblicke, Burgen und fantastische Natur. Die wohl schönsten der 24 Etappen führen durch das Saarland; Highlight ist der Ausblick auf die Saarschleife. Nach dem Start in Perl an der Mosel am Dreiländereck zu Frankreich und Luxemburg wandert man zur Saar und weiter in den Naturpark Saar-Hunsrück. Am Grimburger Hof hat man die Wahl zwischen der klassischen Route nach Boppart am Rhein oder der kürzeren Nordvariante nach Trier in Rheinland-Pfalz.
415 km (Gesamtlänge), 4900 hm

Moselsteig
Durch das Saarland führt auch der als Leading Quality Trail of Europe ausgezeichnete Moselsteig. Mal geht es direkt am Ufer entlang, mal in die Weinberge oder durch dichte Wälder. Auf den historischen Pfaden entdeckt man Burgen, Schlösser sowie Spuren der Römer und Kelten. Über Zuwege erreicht man auch Saarburg mit seiner bekannten Burg und Altstadt. Insgesamt führt der Weg von Perl aus auf 24 Etappen bis nach Koblenz.
365 km (Gesamtlänge), 9200 hm

Keltischer Ringwall
Ganz im Zeichen der keltischen Spuren steht der circa fünfstündige DWJ Jugendwanderweg im Westen des Nationalparks Hunsrück-Hochwald. An der Talsperre Nonnweiler entlang geht es zunächst zum Keltenpark Otzenhausen. Hier steht ein keltisches Dorf, so wie es vor 2000 Jahren auf dem Dollberg ausgesehen haben muss. Der darauf folgende 10,5 Meter hohe keltische Ringwall wurde um 100 vor Christus erbaut und ist auch als Hunnenring bekannt. Zurück bei der Talsperre wandert man dann noch auf einem Teil des Planetenwegs und weiter nach Hermeskeil, im Landkreis Trier-Saarburg.
16,3 km, 410 hm

Traumschleife Litermont Gipfeltour
Abenteuer und Genuss – auf der Traumschleife Litermont Gipfeltour liegt beides nah beieinander. Ab Nalbach führt die dreistündige Rundtour durch das Froschparadies Sandgrube hoch zum Litermontgipfel (414m). Nachdem man hier die Aussicht über das Saartal bis nach Frankreich genossen hat, geht es weiter zu einem keltischen Kultplatz und in die Teufelsschlucht. Die Wanderung ist eine von 112 Traumschleifen in der Region Saar-Hunsrück zwischen Mosel, Rhein, Saar und Nahe.
9 km, 270 hm

Blies-Grenz Weg
Im südlichen Saarland verläuft eine schöne Tageswanderung durch das Unesco-Biosphärenreservat Bliesgau. Seltene Tier- und Pflanzenarten gibt es auf dem rund 4,5-stündigen Blies-Grenz-Weg ab Kleinbittersdorf zu sehen. Durch Ruinen und verwilderte Parkanlagen früherer Anwesen wandert man zum Fluss Blies und durch die grüne Flussaue. Auf den Höhen reicht der Ausblick bis in die Vogesen und wer will, kann einen Abstecher nach Frankreich unternehmen.
15 km, 320 hm





