Lage & Charakter der Tour
Für die 500 Kilometer und 2000 Höhenmeter sind sechs Tage im Sattel eine gute Zeitspanne. Neun Tage mit An- und Abreise sowie Ruhetagen in Berlin und Rügen gestalten den Trip entspannt. Am Meer anzukommen‚ kann etwas Besonderes sein, aber die Route funktioniert natürlich auch von Nord nach Süd.
Wann ist die beste Zeit für die Radtour?
Die Tour ist von Mai bis September machbar. Am besten meidet man die Ferienzeiten der norddeutschen Bundesländer im Sommer (Juli)! Vor allem Rügen ist dann ausgebucht.
Wie komme ich nach Dresden?
Dresden erreicht man bequem mit der Bahn. Von Nürnberg dauert das etwa 3,5 Stunden mit dem ICE. Die Fahrradmitnahme muss vorab gebucht werden. Mit dem RE geht es auch spontan und ohne Reservierung, dauert dann eine Stunde länger. Dresden verfügt zudem über eine gute Autobahnanbindung (A 4) sowie einen Flughafen.
Wie bewege ich mich vor Ort fort und wie komme ich zurück?
Um dem Berliner Verkehr zu entgehen und um auf Rügen herumzukommen, bieten sich öffentliche Verkehrsmittel an. Wegen der Verkehrsdichte in Berlin empfehlen wir, ab Schöneberg die Öffis zu nutzen, via bvg.de oder Google Maps. Für Verbindungen auf Rügen liefert die DB-Homepage alle Infos (bahn.de). Rückreise: ICE-Verbindungen von Bergen auf Rügen gibt es mehrmals täglich nach Hamburg, Berlin, Hannover, Leipzig und Dresden. Leider bieten die Züge nur wenige Fahrrad-Stellplätze, die man weit im Voraus reservieren muss. Kann man das nicht, mit dem RE bis Stralsund und per Mietwagen oder Regionalzug von dort die Heimreise antreten.
Wo kann ich mich informieren?
Infos zu Events, Unterkünften und Restaurants liefern die Tourismusämter (dresden.de, visitberlin.de und ruegen.de). Die Radkarten 04, 09 und 14 vom ADFC decken die Route auf Papier ab. Zur Schlafplatzsuche ist die App iOverlander hilfreich (Gesetzeslage beachten!), zur Wetterprognose die App Meteoblue.
Wo kann ich auf der Tour gut einkehren?
Im schönen Biergarten der PlanWirtschaft in Dresden kann man die Tour mit einem Kaltgetränk und feinen saisonalen Speisen einläuten (planwirtschaft-dresden.de). In Berlin Kreuzberg wartet der urige Braugasthof Dolden Mädel (doldenmaedel.de) mit ausgefallenen Bieren wie dem Küsten-iPA oder Matrosenschluck auf. Auch ein Döner bei Tadim am Kottbusser Tor darf in der Hauptstadt nicht fehlen. In Grunewald überrascht der Landgasthof Krause mit erschwinglichen Delikatessen wie Straußensteak (15,20 €, landgasthof-krausepension-uckermark.de).

Zum Abschluss warten im Anleger 31 in Sellin auf Rügen leckere Fischbrötchen.
Wo kann ich übernachten?
In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg ist Zelten auf Staatsgrund außerhalb von Naturschutzgebieten erlaubt. Eine besondere Nacht in Dresden bietet die Schiffsherberge Pöppelmann: Geschlafen wird auf einem Seitenrad-Luxus-Schiff der DDR (DZ ab 65 €, schiffsherberge.de). Abseits der Touriströme genießt man Rügen am Naturcampingplatz Rügen-Pritzwald im Schutzgebiet Schoritzer Wiek (natur-camping-ruegen-pritzwald.de).
Der komplette Reisebericht zum Download
Wir hätten wirklich nicht gedacht, dass solche Einsamkeit in Deutschland möglich wäre. Ein Nickerchen nach der Mittagspause machen wir direkt am Wegesrand – weit und breit kein Mensch oder Fahrzeug in Sicht. Das ändert sich erst, als wir auf Berlin zusteuern. Wir kreuzen jetzt größere Straßen und Ortschaften, der Verkehr wird dichter. Mit viel Geduld und vielen weiteren Rädern aller Art treten wir in Tempelhof am alten Flughafen vorbei. Allen voran Lastenräder mit Kindern bilden unser Geleit. Es gibt wenig Radwege, und die sind so schmal, dass sie kaum genügend Platz bieten und permanent von Fußgängern gequert werden. Müde vom konzentrierten Fahren, kommen wir in der zum Hotel umgebauten Sarotti-Schokoladenfabrik in Kreuzberg an. Ich bin begeistert, und im nahegelegenen Braugasthof Dolden Mädel belohnen wir uns am Abend mit einem kühlen Bier.





