Berg- und Hüttentouren
Hüttentouren - Tipps für Mehrtageswanderer
od-0518-heilbronner-hohenweg-teaser-aufmacher (jpg) Maren Krings

Heilbronner Weg

4 Tage Allgäuer Alpen Der Hüttentour-Klassiker Heilbronner Weg

Der Heilbronner Höhenweg zählt zu den schönsten Wanderungen der Alpen. Etwas Abenteuerlust ist allerdings schon gefragt.

Anspruch & Charakter der Tour

Der Heilbronner Höhenweg gilt als anspruchsvollster Wanderweg der Allgäuer Alpen und kann zwischen einer Bergwanderung und einem Klettersteig eingeordnet werden. Stahlseile und Leitern helfen bei der Begehung. Dennoch erfordert der Weg eine gute Kondition, Trittsicherheit und alpine Erfahrung.

Beste Zeit: Am schönsten ist der Heilbronner Weg von Anfang Juli bis Ende September. Das Oberallgäu gehört zu den schneereichsten Regionen der Alpen. In den höheren Lagen muss man bis in den Sommer hinein mit Altschneefeldern rechnen, auch im Hochsommer ist Schneefall nicht ungewöhnlich.

Anreise: Oberstdorf ist gut mit der Bahn zu erreichen. Von Oberstdorf fahren Busse nach Mittelberg (Richtung Kleinwalsertal), wo man durch das Wildental zur Mindelheimer Hütte aufsteigt. Anreise mit dem Auto: über die Allgäu-Autobahn A7 bis Allgäu-Dreieck und weiter auf der A980 zum Kreuz Waltenhofen. Die gut ausgebaute Schnellstraße B19 führt nach Oberstdorf. Am besten dort parken und mit dem Bus (Linie 1) nach Mittelberg fahren

Orientieren: Den Heilbronner Weg und andere Touren am Allgäuer Hauptkamm findet man auf der Wanderkarte »Allgäuer Alpen und Kleinwalsertal« von Kompass (10 Euro). Detaillierte Tourenbeschreibungen enthält der Rother Wanderführer »Allgäuer Alpen« von Dieter Seibert (14,90 Euro).

Die Etappen unserer 4-Tages-Tour

OD 0518 Heilbrionner Höhenweg Karte Map
outdoor
Etappenübersicht (für Großansicht bitte Foto anklicken)

1. Zur Mindelheimer Hütte
6 km, 4 Std., 950 Hm auf, 70 Hm ab, anspruchsvoll
Ab der Bushaltestelle »Schwendle« in Mittelberg (Parkplatz direkt gegenüber) führt eine asphaltierte Straße ins Wildental. Der Wald weicht bald offenen Weideflächen, der nun geschotterte Weg führt an der Inneren und Unteren Wiesalpe vorbei. Hinter der Fluchtalpe folgt ein steiler Anstieg zur Hinterwildenalpe. Der schmale Pfad windet sich in weiten Kurven durch Schrofengelände hinauf zur Kemptner Scharte (2108 m), wo sich kurz danach die Mindelheimer Hütte (2013m) zeigt. Spektakulär sind die Aussichten auf den Allgäuer Hauptkamm.

2. Zur Rappenseehütte
14 km, 6 Std., 1530 Hm auf, 1470 Hm ab, mittelschwer
Von der Mindelheimer Hütte führt der Weg zunächst stetig bergab ins Rappenalptal. Auf der gegenüberliegenden Talseite geht es durch steiles, steindurchsetztes Gelände zum Schrofenpass hinauf. Nach einem flacheren Stück erreicht man die Rappenseehütte mit dem Kleinen und Großen Rappensee – Letzterer eignet sich auch zum Baden. Wer noch nicht ausgelastet ist, besteigt den Rappenseekopf (2467 m). Von der Rappenseehütte benötigt man für die Rundtour ca. 2,5 Std.

3. Heilbronner Weg
11 km, 6 Std., 1035 Hm auf, 1274 Hm ab, sehr schwer
Der Heilbronner Weg beginnt am Heilbronner Törle, das man von der Rappenseehütte durch das Kar der Großen Steinscharte erreicht. Der Steig führt über eine Leiter zum Steinschartenkopf und endet unter den auffallenden Überhängen der Bockkarscharte. Alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind erforderlich, stellenweise besteht Steinschlaggefahr. Es empfiehlt sich, einen Helm mitzunehmen. Übernachtet wird in der Kemptner Hütte.

4. Nach Oberstdorf
15 km, 3,5 Std., 1040 Hm ab, mittelschwer
Von der Kemptner Hütte führt der Wanderweg zunächst durch den Sperrbachtobel, später entlang der Trettach in teilweise steilen Serpentinen hinab ins Tal. Ein lohnendes Zwischenziel ist die Alpe Oberau kurz vor Spielmannsau (hervorragender Kuchen und top Aussichten von der Terrasse). Ab Spielmannsau fahren Busse und Sammeltaxen nach Oberstdorf, einige Wanderer beenden dort ihre Tour. Wer weiterwandern möchte, folgt der Straße entlang der Trettach nach Oberstdorf. Von dort verkehrt die Buslinie 1 nach Mittelberg, Fahrplaninfo findet sich online unter oberstdorf.de/anreise-verkehr

Unterkünfte & Gastronomie

Hüttenübernachtungen: Rund um den Allgäuer Hauptkamm übernachtet man in Alpenvereinshütten. Trotz der hohen Bettenanzahl herrscht vor allem an den Wochenenden oft lebhafter Andrang. Eine vorherige Reservierung auf huetten-holiday.de ist erforderlich. Hüttenschlafsack und Bargeld nicht vergessen! Weitere Informationen liefern die jeweiligen Websites der Hütten: mindelheimer-huette.de, rappenseehuette.de, waltenbergerhaus.de, kemptner-huette.de

Hotel Hahnenköpfle: Nach der langen Tour oder Anreise bietet dieses Hotel mitten in Oberstdorf bequeme Betten und großzügige Essensportionen. Gäste können alle Bergbahnen in Oberstdorf und im Kleinwalsertal sowie Busse und Bahnen gratis nutzen. DZ/HP ab 68 Euro pro Person. hahnenkoepfle.com

Kuchenpause: Beim Abstieg von der Kemptner Hütte nach Oberstdorf passiert man die Alpe Oberau im Trettachtal. Super sind die hausgemachten Kuchen und die Buttermilch. Tel. 08322/6930

Pasta-Party: Die Betreiber der Mindelheimer Hütte produzieren eigene Pasta. In der Küche stapeln sich tagsüber Bleche mit verschiedenen Nudelsorten, die abends im Topf landen.

Ofenschlupfer: Auf der Kemptner Hütte schmeckt zum guten Kaffee besonders der Ofenschlupfer: eine Süßspeise aus Brot, Eiern, Äpfeln, Zimt und Zucker.

Autorentipps von Katharina Baus

Relaxen: Wer nach dem Wandern seine Muskeln entspannen möchte, besucht die Therme in Oberstdorf. Neben dem Saunadorf gibt es zwei Dampfbäder, ein Tauchbecken und sogar ein Hamam.

Brauereibesuch: Die »Dampfbierbrauerei« in Oberstdorf wartet mit selbst gebrautem naturtrübem Bier und Allgäuer Köstlichkeiten auf. Mittwochs um 11 Uhr gibt es kostenlose Führungen.

Klettersteig: Von Oberstdorf fährt die Nebelhornbahn zum Gipfel (2224 m). Wenige Minuten entfernt beginnt am westlichen Wengenkopf der Hindelanger Klettersteig. Abstieg über die Schwarzenberghütte zum Giebelhaus, per Bus zurück nach Oberstdorf.

Schluchtbesuch: Als eine der tiefsten Schluchten Mitteleuropas zieht sich die Breitachklamm auf zweieinhalb Kilometern durch ihr Revier bei Tiefenbach am Ausgang des Kleinwalsertals. Der Weg am Wasser ist gut befestigt.

Heilbronner Weg: Tourenbericht

Er läuft rückwärts, senkt sein Haupt, nimmt Anlauf und rammt seine Hörner gegen die des Artgenossen. Der genau das Gleiche macht, nur spiegelverkehrt. Klong! Klong! Revierkampf zweier Steinbockbullen. In Action sind nur die beiden, der Rest der Herde steht an einem grasbewachsenen Hang über der Rappenseehütte und schaut gelassen zu. Wie wir Wanderer auf der Hüttenterrasse.

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Maren Krings
Die Rappenseehütte trennen nur Minuten von den Lieblingshängen der Steinböcke.

Zu dritt sind wir mit der Bahn nach Oberstdorf gereist, um hier eine Tour zu gehen, die als schönste und anspruchsvollste der Allgäuer Alpen gilt: Der Heilbronner Weg führt entlang der deutsch-österreichischen Grenze über den Allgäuer Hauptkamm und damit über einige der höchsten Gipfel der Region. Man sehe von diesem »kühn angelegten, gesicherten Steig in der Felswildnis die herrlichsten Bilder der Natur«, meldete die Sektion Heilbronn im Jahr 1899 nach seiner Eröffnung. Daran dürfte sich bis heute wenig geändert haben, die Berge stehen schließlich noch, und noch immer handelt es sich auf über 2400 Metern um den höchstgelegenen Steig Deutschlands.

Der eigentliche Heilbronner Höhenweg ist nur etwas mehr als drei Kilometer lang, mit Auf- und Abstieg sind aber auf jeden Fall zwei bis drei Tage anzusetzen. Wir haben uns sogar eine viertägige Tour zusammengestellt: Nach dem gestrigen Aufstieg von Mittelberg zur Mindelheimer Hütte sitzen wir nun auf der Terrasse von Etappenziel Nummer zwei, der Rappenseehütte ...

Den kompletten Reisebericht gibt es hier als PDF

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Heilbronner Höhenweg - Hüttentour - Allgäuer Alpen
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