Ein Wochenende in den Bergen reicht oft aus, um wieder völlig abzuschalten und neue Energie zu tanken. Die frische Bergluft, die beeindruckende Natur und die Ruhe der Alpen schaffen eine perfekte Auszeit vom Alltag. Ob du in den sanften Hügeln des Allgäus wanderst, die Gipfel Tirols eroberst oder im Berchtesgadener Land die spektakulären Ausblicke genießt – diese fünf Kurztrips bieten dir in kurzer Zeit eine Erholung, die sich anfühlt wie zwei Wochen Urlaub. Egal, ob du auf stillen Almen rastest oder die Höhen erklimmst, der Bergzauber sorgt dafür, dass du erfrischt und voller neuer Kraft zurückkehrst.
Wochenendrips

Tannheimer Tal
Im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen ruht inmitten saftiger Bergwiesen und steiler Felsflanken der türkisgrüne Schrecksee (1813 m) – ein Panorama, das an Neuseeland erinnert. Eine der eindrucksvollsten Strecken vorbei an seinem Ufer startet am malerischen Vilsalpsee (1165 m) im Tannheimer Tal: die gut 16 Kilometer lange Runde über die Landsberger Hütte (1810 m). Am besten verteilt man die 7,5 Stunden Gehzeit und 1100 Aufstiegsmeter auf zwei Tage, so bleibt genügend Zeit für entspannte Pausen und zum Beispiel den Abstecher (30 Min., 100 Hm) auf die Rote Spitze (2130 m).

Berchtesgadener Land
Die Fjordkulisse am Königssee, das Rauschen des 470 Meter hohen Röthbachfalls, die Stille am Grün- und Schwarzensee, die umwerfende Aussicht vom Halsköpfel (1729 m): Das sind einige der Impressionen, die ihr bei der dreitägigen Rundtour (insgesamt 12 Std., 25,6 km, 1590 Hm) von der Anlegestelle Salet über die Wasseralm (1423 m) und das Kärlingerhaus (1638 m) einsammelt – einer der schönsten Hüttenübergänge im Berchtesgadener Land. Der knackigste Abschnitt wartet an Tag eins: der spannende, teils sehr schmale Röthsteig (etwas leichtere Alternative: der Landtalsteig).

Bergsteigerdorf Kreuth
Abwechslungsreiche Wege, zahlreiche Gipfel und authentische Hüttenmomente: Das erwartet Bergsteiger:innen auf dieser dreitägigen Tour durch die Bergwelt der Alpenregion Tegernsee Schliersee. Die erste Etappe startet in Kreuth, folgt zunächst der Weißach und schließlich einem schönen Steig über die Hohlenstein-Alm zur Halserspitz bis zur Gufferthütte (1475 hm). Am zweiten Tag sind rund 19 Kilometer und 1400 positive Höhenmeter über den Blaubergkamm bis zur Tegernseer Hütte zu bewältigen – die längste und anspruchsvollste Etappe. Tag drei bringt Wandernde über den Leonhardstein-Sattel wieder hinab ins Tal zum Ausgangspunkt in Kreuth. Übernachtungsmöglichkeiten und standesgemäße Bergsteigerverpflegung bieten Gufferthütte, Blauberg Alm, Tegernseer Hütte, Buchsteinhütte und verschiedene Unterkünfte in Kreuth.

Kaisergebirge
Das Kaisergebirge zwischen Kufstein im Westen und St. Johann im Osten bietet starke Kontraste: den sanften, mit Bergkiefernwäldern bewachsenen Zahmen Kaiser sowie die blanken Kalkfelsen des Wilden Kaisers. Wer beide Kulissen auf einer leichten Zweitagestour erleben möchte, macht sich von Kufstein/Sparchen zu dem Pass auf, der sie verbindet: dem Stripsenjoch (1577 m) mit der gleichnamigen Schutzhütte. Die auch als Sonnkaiser-Höhenweg bekannte 28-Kilometer-Strecke kommt auf insgesamt elf bis zwölf Gehstunden, dabei stehen gut 1500 Höhenmeter im Aufstieg an.

Hoch-Tirol-Trail
Auf dem Hoch-Tirol-Trail gelangen Bergwanderer ohne große alpine Schwierigkeiten vom Südtiroler Ahrntal in den Nationalpark Hohe Tauern – vis à vis mit eisgepanzerten 3000ern. Der Anspruch des Trails variiert von Etappe zu Etappe. Das erste Teilstück ist ohne alpine Kenntnisse machbar, was auch an den gut ausgebauten und beschilderten Wegen liegt. Die zweite Etappe verlangt etwas Einsatz an einem kurzen mit Seilen gesicherten Stück. Die lange Strecke bergab zur Clarahütte ist nicht immer leicht zu finden und führt teilweise über große Felsen. Wanderer benötigen hier etwas Trittsicherheit und Kondition, genauso wie beim möglichen Abstecher zum Ahrner Kopf. Die dritte Etappe von der Clarahütte bis Prägraten birgt wiederum keine großen Schwierigkeiten.





