Mesozyklone mit Gustnado Rüdiger Manig / Deutscher Wetterdienst (DWD)

Wie entstehen eigentlich Stürme?

Wetterphänomen Sturm Wie entstehen eigentlich Stürme?

Draußen knackt es an den Fenstern, die Bäume verbiegen sich akrobatisch – im Herbst und Winter sind Stürme keine Seltenheit. Warum das so ist, wann ein Sturm noch ein Sturm ist und wie genau diese entstehen, zeigen wir euch hier ...

Meteorologen sprechen pauschal von einem Sturm ab einer Windgeschwindigkeit von 75 km/h. Gemessen wird die Kraft des Windes anhand der Beaufortskala, die nach Sir Francis Beaufort benannt worden ist. Das weit verbreitete System teilt dabei den Wind in zwölf verschiedene Stärken ein, die uns die Wettervorhersagen im Fernseher immer wieder mitteilen.

Das wichtige Stichwort dabei sind Temperaturunterschiede. Treffen unterschiedlich temperierte Luftmassen aufeinander vermischen sie sich nicht, sie gehen aneinander vorbei. Warme Luft hat prinzipiell eine geringere Dichte als kalte Luft, was dazu führt, dass sie entlang einer Kaltfront aufsteigt – eine so genannte Polarfront. Je höher also die Temperaturunterschiede, desto größer die Luftdruckunterschiede und desto stärker die Winde. Besonders der Nordatlantik ist an starken Stürmen innerhalb Europas Schuld. Hier treffen besonders kalte und trockene Luft aus der Nordpolregion auf feuchte warme Luft der Äquatorrichtung. Dass Stürme besonders oft auf dem Meer entstehen ist kein Zufall. Der Wasserdampf steigt gemeinsam mit warmer Luft in die Atmosphäre auf und kühlt ab. Der einstige Dampf wird zu Tröpfchen, die große Mengen an Energie freisetzen, was wiederum für Stürme und hohe Geschwindigkeiten sorgt.

Orkane

Ab 117 km/h wird ein Sturm als ein Orkan bezeichnet. Besonders in den Herbst- und Wintermonaten machen sich über Europa auch Orkane bemerkbar. Die Temperaturunterschiede sind dann besonders groß zwischen der kalten Polarluft und der warmen Äquatorluft. Unvergessen wird wohl der Jahrhundertsturm "Orkan Lothar" sein, der mit einer Windgeschwindigkeit von rund 180 Kilometern pro Stunde wütete und große Schäden anrichtete.

Hurrikan Dennis, 2005
public domain / Wikimedia Commons
Hurrikan Dennis über der Karibik, 2005

Tropenstürme: Hurrikan, Taifun und Zyklon

Diese Art von tropischen Wirbelstürmen treten über dem Meer auf und können zu Wasser besonders die Schifffahrt gefährden, zu Lande durch Starkniederschläge mit nachfolgenden Überschwemmungen und Überflutungen führen und haben demnach ein extrem hohes Zerstörungspotenzial. Ihre jeweilige Bezeichnung richtet sich je nach Region wo sie auftreten. Ein Wirbelsturm, der im Atlantik und Nordpazifik auftritt, ist der Hurrikan, von einem Taifun spricht man im Westpazifik und der Zyklon tritt im Indischen Ozean auf. Zwischen Juni und November treten Wirbelstürme meist auf der Nordhalbkugel auf, von Dezember bis Mai auf der Südhalbkugel. Hurrikane entwickeln Geschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern. Er entsteht indem feuchte und warme Luft über dem Meer aufsteigt und Unterdruck erzeugt. Es bildet sich eine Art Kamin, indem mehr und mehr Luft nach oben strömt und sich in Rotation versetzt. In der Mitte des Hurrikans entsteht ein "Auge" indem es fast windstill ist. Ein Taifun ist größer als ein Hurrikan und kann einen Durchmesser von 1000 Kilometer erreichen. Taifune gehören zu den schwersten Naturkatastrophen im Nordwestpazifik und richten enormen Schaden an.

Tornados

Ein Tornado ist ein rotierender Luftwirbel, der sich von der Unterseite der Wolke bis zum Boden oder dem Wasser erstreckt. Windgeschwindigkeiten von 500 Kilometern pro Stunde kann ein Tornado erreichen.

Tornados entstehen fast immer bei kräftigen Gewittern (aufeinandertreffen stark unterschiedlich temperierten Luftmassen), die sich langsam beginnen zu rotieren. Tornados entstehen vor allem viel im Mittleren Westen der USA, weil dort warme Luft vom Golf von Mexico auf arktische Luft trifft. Außerdem begünstigt die Lage der Rocky Mountains die Tornados.

Warum es im Herbst so gerne stürmt

Im Sommer weht nur ein angenehmes laues Lüftchen, im Herbst kann es dagegen ordentlich stürmen. Doch warum ist das eigentlich so unterschiedlich? Das liegt an den jährlich auftretenden Temperaturunterschieden zwischen den nördlichen und südlichen Ländern, so dass ab Oktober Wind und Stürme zunehmen. Während hierzulande im Herbst der erste Frost entsteht, sind das Mittelmeer und die angrenzenden Länder oft noch sehr warm. Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline, erklärt: "Unterschiedliche Temperaturen zwischen verschiedenen Orten bewirken auch Unterschiede im Luftdruck. Diese Druckunterschiede werden durch Luftbewegungen ausgeglichen, die wir als Wind spüren. Im Prinzip ist Wind nichts anderes als die Bewegung der Luft – und vor allem im Herbst gibt es viel davon."

Windgeschwindigkeiten richtig einordnen

Windgeschwindigkeiten werden üblicherweise nach der sogenannten Beaufortskala von 0 bis 12 angegeben – entwickelt vom gleichnamigen britischen Wissenschaftler Sir Francis Beaufort. Eine leichte Brise wird mit Windstärke 2 klassifiziert und entspricht einer Windgeschwindigkeit von sieben bis 13 Stundenkilometern. So schnell bewegt man sich ungefähr joggend fort. Der Wind bei einem Sturm ist etwa 75 bis 89 Stundenkilometer schnell – Windstärke 9. Bei Windstärke 10 spricht man von einem schweren Sturm, bei 11 von einem orkanartigen Sturm. Stürme mit Geschwindigkeiten von 118 Stundenkilometern und mehr erreichen Windstärke 12 und heißen Orkan. Der Wind bewegt sich dann so schnell wie ein Auto auf der Autobahn. Anhand der unten beschriebenen Auswirkungen könnt ihr die Windstärke grob einschätzen:

Windgeschwindigkeiten im Überblick
OUTDOOR / Shutterstock

Wie Wind entsteht, zeigt auch das WetterWissen Video von WetterOnline

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