Oironiden 2026: Sternschnuppen-Highlight im Oktober

Orioniden
Wann und wo du die Sternschnuppen siehst

ArtikeldatumVeröffentlicht am 19.10.2026
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Orioniden
Foto: Anadolu via Getty Images

In der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober erreichen die Orioniden ihren Höhepunkt. Unter idealen Bedingungen kannst du theoretisch etwa zehn bis zwanzig Sternschnuppen pro Stunde beobachten. Allerdings hat der helle Mond 2026 einen Haken: Er wird schwächere Meteore überstrahlen und dir so manche Sternschnuppe vor der Nase wegblitzen lassen.

Die Orioniden zählen zu den markanten Sternschnuppenströmen des Herbstes und versprechen dir ein echtes Himmelsschauspiel. Sie entstehen, wenn unsere Erde die Staubspur des Kometen Halley durchquert. Die winzigen Partikel rasen mit etwa 66 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre – und leuchtende Meteore entstehen dabei. Das Besondere an den Orioniden: Sie sind schnell, kraftvoll und ab und zu blitzt eine besonders helle Feuerkugel auf, die dir den Atem verschlägt.

Beste Beobachtungszeit

Der Radiant (der scheinbare Ausgangspunkt der Sternschnuppen) sitzt im Sternbild Orion, gleich neben dem hellen Stern Beteigeuze. Das Sternbild geht im Laufe des Abends auf und steht in der zweiten Nachthälfte deutlich höher am Himmel. Deine beste Chance hast du deshalb:

  • In der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober
  • Nach Mitternacht bis in die frühen Morgenstunden
  • Idealerweise nach Monduntergang, wenn der Himmel endlich dunkel wird
  • An einem möglichst lichtverschmutzungsfreien Ort – je weiter weg von der Stadt, desto besser

Klar: Die zehn bis zwanzig Meteore pro Stunde sind ein theoretischer Richtwert für perfekte Bedingungen. In der Realität spielt dir der Mond 2026 einen Streich und überstrahlt die schwächeren Sternschnuppen. Deshalb lohnt es sich, vor deinem Outdoor-Abenteuer die lokale Monduntergangszeit zu checken – dann wird's erst richtig spannend.

Noch ein Tipp: Die Meteore tauchen nicht nur um Orion herum auf. Sie können überall am Himmel zünden. Schau also nicht verbissen auf den Radianten, sondern nimm einen möglichst großen Himmelsausschnitt ins Visier. So erwischst du garantiert mehr Sternschnuppen.

ÜbrigensDer Halleysche Komet kommt ungefähr alle 76 Jahre in die Nähe der Sonne und hinterlässt dabei eine Spur aus Staub und Gesteinspartikeln. Jeden Oktober durchquert die Erde genau diese Trümmerspur – und das Spektakel geht los. Die Partikel verglühen in der Atmosphäre und werden zu leuchtenden Meteoren.
Der Name leitet sich vom Sternbild Orion ab – von der Erde aus sieht's so aus, als würden die Meteore von dort kommen. Aber Achtung: Sie ziehen eigentlich über den ganzen Nachthimmel verteilt.

Fun Fact: Halleys Komet selbst war zuletzt 1986 in Sonnennähe und kommt erst wieder 2061 vorbei. Die Orioniden dagegen – die kannst du jedes Jahr beobachten. Ein echtes Herbst-Highlight!

So machst du das Beste aus der Nacht

Das Wetter hast du natürlich in dieser Nacht nicht in der Hand: Wenn es bewölkt ist und regnet, wars das mit dem Sternegucken! Bei klarem Wetter brauchst du aber auch kein Teleskop, kein Fernglas dafür – deine Augen sind dein bestes Werkzeug. Ein paar praktische Tipps für dein Sternschnuppen-Abenteuer:

  1. Suche dir einen wirklich dunklen Platz. Meide Straßenlaternen und hell erleuchtete Orte – eine Lichtung im Wald oder ein Hügel außerhalb von Ortschaften sind ideal.
  2. Gib deinen Augen Zeit. 20 bis 30 Minuten brauchst du, bis du dich an die Dunkelheit gewöhnt hast. Danach siehst du deutlich mehr.
  3. Mach's dir bequem. Nimm eine Decke, einen Liegestuhl oder eine Isomatte mit. Wer rumhüpft, sieht weniger Sternschnuppen.
  4. Kein Handy-Licht! Falls du eine Sternkarten-App brauchst – stell's auf Rotlicht und ganz geringe Helligkeit.
  5. Zieh dich warm an. Oktober-Nächte sind frisch. Warme Kleidung, eine Decke und heiße Getränke gehören zur Ausrüstung.

Die besten Tipps für großartige Sternschnuppen-Fotos

Du möchtest das Himmelsspektakel auch festhalten? Robert Vanelli, Fotograf, Pädagoge und Director of Education bei Luminar, verrät dir in seinen Tipps, wie es gelingt:

Tipp 1: Smartphone und Kamera ruhig halten

Einer der wichtigsten Tipps für gelungene Sternschnuppenfotos ist, dein Smartphone oder deine Kamera möglichst ruhig zu halten. Auch kleine Bewegungen machen sich bei längeren Belichtungszeiten sofort bemerkbar – und aus sauberen Sternschnuppen werden verwischte Lichtspuren. Ein kleines Stativ ist ideal, notfalls funktioniert auch eine Mauer, eine Bank oder eine andere feste Unterlage. Nimm das Teil einfach mit ins Gelände – es wiegt nicht viel und macht den Unterschied zwischen verwaschenem Chaos und scharfem Kunstwerk aus.

Tipp 2: Stadtlicht und Mondschein meiden

Stadtlicht macht gerade schwächere Sternschnuppen schnell unsichtbar. Deshalb lohnt es sich, einen möglichst dunklen Standort abseits von Straßenlaternen und anderen Lichtquellen zu suchen. Auch der Mond spielt eine Rolle: In der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober ist er bereits gut zur Hälfte beleuchtet und hellt den Himmel spürbar auf. Erst in den frühen Morgenstunden geht er unter. Die besten Chancen hast du deshalb in der zweiten Nachthälfte, wenn der Mond verschwunden ist und es bis zur Morgendämmerung richtig dunkel wird.

Tipp 3: Mit dem Nachtmodus experimentieren und hellen Bildschirm vermeiden

Viele aktuelle Smartphones haben bereits einen Nacht- oder sogar Astromodus. Die Belichtung wird automatisch verlängert und so holst du am meisten aus dem dunklen Himmel heraus. Kleiner Hinweis: Manche Nachtmodi kombinieren mehrere Belichtungen, sodass sich schnell bewegende Meteore möglicherweise nicht immer in der finalen Aufnahme zu sehen sind.

Wer einen Pro-Modus nutzt oder mit einer Kamera fotografiert, kann zusätzlich manuell einstellen. Als Faustregel bieten sich an:

  • Belichtungszeit: 15 bis 25 Sekunden
  • Blende: möglichst weit geöffnet
  • ISO-Wert: zwischen 1.600 und 3.200

Den Fokus stellst du am besten manuell auf einen hellen Stern scharf – der Autofokus findet im Dunkeln oft keinen Halt.

Ein wichtiger Hinweis: Wer ständig auf ein helles Display schaut, muss sich danach erst wieder an die Dunkelheit gewöhnen. Reduziere also die Bildschirmhelligkeit und lass dein Smartphone nach dem Einrichten möglichst in Ruhe fotografieren. Deine Nachtsichtigkeit wird's dir danken.

Tipp 4: Den richtigen Ausschnitt wählen und abwarten

Wer sein Aufnahmegerät erst herausholt, wenn eine Sternschnuppe auftaucht, ist meistens zu spät. Besser ist es, den Ausschnitt vorher schon festzulegen und dann viele Bilder hintereinander aufzunehmen. Bei Kameras kann dafür auch die Intervallfunktion hilfreich sein.

Für die Ausrichtung hilft ein Blick auf das Sternbild Orion, aus dem die Sternschnuppen zu kommen scheinen. Es steigt am späten Abend im Osten auf und steht nach Mitternacht hoch genug am Himmel. Am besten richtest du die Kamera nicht direkt auf Orion, sondern etwas seitlich davon: Dort erscheinen die Leuchtspuren länger und wirken auf dem Foto eindrucksvoller.

Wo genau eine Sternschnuppe auftaucht, lässt sich leider nicht vorhersehen. Mit einem aufmerksamen Auge und einem großen Himmelsausschnitt steigt die Chance aber deutlich. Beim Smartphone nutze den Weitwinkelmodus, bei Kameras ein entsprechendes Weitwinkelobjektiv. Digitalen Zoom solltest du eher meiden – der kostet nur Qualität.

Tipp 5: Dem Himmel einen Rahmen geben

Ein Baum, eine Häuserkante oder die Umrisse eines Berges im Vordergrund machen aus einer reinen Himmelsaufnahme ein spannendes Bild mit Charakter. Seen oder andere ruhige Wasserflächen verleihen dem Motiv zusätzliche Tiefe und Dramatik. Ein tief liegender Horizont lässt viel Platz für den Sternenhimmel, während wenige, klar erkennbare Elemente im Vordergrund dafür sorgen, dass die Sternschnuppen im Mittelpunkt bleiben.

Tipp 6: Details mit der Bearbeitung sichtbar machen

Bei Nachtaufnahmen verschwinden feine Strukturen schnell im Dunkeln. Leichte Korrektionen bei Helligkeit, Kontrast, Schatten und Klarheit können Sterne und Himmel stärker voneinander abheben. Aber Achtung: Dreh die Regler nicht zu weit auf. Der Nachthimmel sollte dunkel bleiben und nicht grau oder überarbeitet wirken. Weniger ist mehr – das ist die goldene Regel der Nachtfotografie.

Tipp 7: Mehrere Sternschnuppen in einem Bild zusammenbringen

Wer über längere Zeit fotografiert, hat am Ende oft mehrere Aufnahmen mit einzelnen Sternschnuppen. In der Bildbearbeitung lassen sich diese Bilder übereinanderlegen und zu einer Aufnahme kombinieren. So können mehrere Meteore auf einem Bild abgebildet werden, auch wenn sie gar nicht gleichzeitig am Himmel zu sehen waren. Auf diese Weise holst du dir die Sternschnuppen einer ganzen Nacht in eine einzige Aufnahme – das ist Profi-Level!