Alarmstufe Rot im Wallis: Felsrutsch zwingt ganzes Dorf zur Flucht

Naturkatastrophe in der Schweiz
Bergrutsch im Wallis zerstört ganzes Dorf

Update
ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.06.2025
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Helikopter über Blatten - Bergsturz im Wallis
Foto: Fabrice Coffrini via Getty Images

Die Gefahr weiterer Rutschungen sei hoch, insbesondere am instabilen Kleinen Nesthorn. Der Fluss Lonza wird aktuell kontrolliert abgeleitet, doch Regen und Schmelzwasser erhöhen das Risiko. Aufräumarbeiten sind wegen der instabilen Bedingungen noch nicht möglich. Teile der Nachbargemeinden wurden evakuiert, die Armee unterstützt vor Ort. Das Betreten des Gebiets ist weiterhin verboten.

Zum Glück wurde das Dorf Blatten schon vor der Katastrophe evakuiert, auch sämtliche Wanderwege wurden bereits gesperrt – ein harter Einschnitt, denn das Tal gilt als beliebtes Ziel für Naturfreunde und Bergsportler.

Aktuelle Gefahrenlage (Stand: 2.6.)

Die Geröllmassen haben den Fluss Lonza aufgestaut, wodurch sich ein See gebildet hat. Zudem besteht weiterhin die Gefahr von Nachrutschen am Berghang. Die Behörden haben daher Teile der Nachbargemeinden Wiler und Kippel evakuiert und die Schweizer Armee zur Unterstützung angefordert. Außerdem wird die Bevölkerung weiterhin aufgerufen, sich strikt an die Anweisungen zu halten und das betroffene Gebiet nicht zu betreten.

Warum bewegt sich der Berg jetzt?

Die Ursache liegt tief im Fels – und in der Atmosphäre: Schmelzender Permafrost destabilisiert die Gesteinsformationen. Früher dauerhaft gefrorene Böden verlieren durch steigende Temperaturen ihre Bindekraft. Diese Veränderung, direkt auf den Klimawandel zurückzuführen, macht viele alpine Regionen unberechenbar.

Die Behörden rufen Bevölkerung und Bergsportler eindringlich dazu auf, Absperrungen und Warnungen strikt zu befolgen. "Wir stehen in engem Kontakt mit Bund, Kanton und wissenschaftlichen Instituten", so ein Sprecher des Walliser Krisenstabs.

Ein Weckruf für die Alpenregion

Der Vorfall ist mehr als ein lokales Naturereignis – er ist ein Symbol für die neuen Herausforderungen im alpinen Raum. Für Outdoor-Begeisterte bedeutet das: genau hinsehen, bewusst planen, Risiken ernst nehmen.