Suunto Vertical 2 im Test: Ist diese Smartwatch besser als Garmin?

Akkuwunder mit Amoled-Display
Suunto Vertical 2 im Test - besser als Garmin?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 28.01.2026
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Suunto Vertical 2
Foto: Suunto

Suunto hat die zweite Version der Vertical auf den Markt gebracht. Und das neue Outdoor-Flagschiffmodell unterscheidet sich in vielen Punkten von der ersten Version, die 2023 auf den Markt kam. Allen voran ist dabei der wohl endgültige Abschied von der energieeffizienten MIP-Technologie zugunsten eines hochauflösenden AMOLED-Displays zu nennen. Auch eine richtige LED-Taschenlampe steckt nun im Gehäuse. Letzteres besteht entweder aus Titan (74 Gramm) oder Edelstahl (87 Gramm). Nach wie vor schützt Saphirglas das Display vor Kratzern. In puncto Design sowie Abmessungen ist die Vertical 2 quasi unverändert.

Mit 49 Millimetern Durchmesser 13,6 Millimetern Dicke und einem Gewicht von 87,8 Gramm ist es eine große Uhr, die an schmalen Handgelenken wuchtig wirkt, aber dank der freibeweglichen Armbandaufnahmen dennoch erstaunlich bequem sitzt.

Suunto Vertical 2
Philip Geiger

Pro und Contra der Smartwatch

Das hat uns an der Uhr gefallen:

 exzellente Akkulaufzeit

 hervorragende Navigationsfunktion

 Routenplanung dank Heat-Maps

 hochwertige und robuste Konstruktion

 faires Preis-Leistungs-Verhältnis

Das weniger:

 langsames Kartenmanagement

 keine Zusatz-Optionen wie z.B. Bezahlen per Uhr

Hier bestellen:

Die wichtigsten Neuerungen gegenüber der Suunto Vertical

  • größeres AMOLED-Display (1,5 Zoll, 466 x 466 Pixel, 2000 Nits)
  • längere Akkulaufzeit (bis zu 65 Stunden im genauesten Aufzeichnungsmodus)
  • integrierte LED-Taschenlampe (leuchtet weiß oder rot)
  • neuer optischer Herzfrequenzsensor (der auch wirklich besser ist)
  • verbessertes Ladegerät (beim alten waren die Magnete nicht stark genug)
  • verbesserte Konnektivität (Es können mehrere Bluetooth-Sensoren einer Kategorie (Pulsgurte, Watt-Messystem, ...) mit der Uhr gekoppelt sein – gut, wenn du beispielsweise zwischen Oberarm- und Brustgurt wechselst. Früher musstest du den nicht genutzten Sensor erst entkoppeln.
  • schnellerer Prozessor und größerer Arbeitsspeicher
Suunto Vertical 2 im Test
Runner's World

Akkulaufzeit

Obwohl Suunto auf ein energiehungriges AMOLED-Display setzt und auf das Solarmodul der Vorgängerversion verzichtet, hält die Vertical 2 im Grunde genauso lange durch wie die Vertical (1). 60 Stunden Aktivität am Stück sind realistisch. Doch wie kann das sein?

Zum einen schaltet sich das AMOLED-Display standardmäßig aus – und ein ausgeschaltetes Display braucht keine Energie. Hebt man den Arm oder drückt einen Knopf, schaltet es sich wieder ein. Das funktioniert zuverlässig und schnell. Doch selbst wenn das Display auf "Always on" eingestellt ist, ist die Akkulaufzeit gar nicht so viel kürzer. Ein anderer Tester kam auf rund 50 Stunden Aktivität bei dauerhaft aktivem Display. Suunto hat ein sehr effizientes Energiemanagement und mit der Vertical 2 die aktuell ausdauerndste AMOLED-Uhr entwickelt.

Die Laufzeiten in den unterschiedlichen Modi:

  • Leistung (alle GNSS, Multiband): ca. 65 Stunden
  • Ausdauer (alle GNSS, Singleband): ca. 75 Stunden
  • Ultra (alle GNSS, Singleband, kein optischer Herzfrequenzsensor): ca. 110 Stunden
  • Tour (nur GPS, Datenerfassung alle 2 Minuten (statt sekündlich): ca. 250 Stunden

Für lange Abenteuer ohne Auflademöglichkeit sollte man wissen, dass die Kartennavigation mit Offline-Karten nur im Leistungsmodus funktioniert.

Navigation

Die Navigationsfunktion ist dafür mehr als überzeugend bei der Vertical 2. Routen können direkt in der Suunto-App erstellt werden, was dank Heatmaps super funktioniert. GPX-Dateien können natürlich auch in die App übertragen und mit der Uhr synchronisiert werden. Die Einbindung von Komoot- und Strava-Routen funktioniert ebenso einwandfrei.

Suunto Vertical 2 im Test
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Zudem können Routen in der Suunto App ganz leicht mit Wegpunkten versehen werden, um wichtige Punkte auf der Strecke nicht zu verpassen. Diese Wegpunkte werden beim Navigieren sogar im Höhenprofil angezeigt, was sehr übersichtlich ist. Leider muss das Kartenmaterial kleinteilig heruntergeladen werden und der Dowonload ist etwas langsam.

Messgenauigkeit

Zeitgemäß unterstützt die Suunto Vertical 2 die fünf großen globalen Navigationssatellitensysteme (GNSS) sowie Multiband/Dualband. Für die Aufzeichnung werden die Signale von bis zu 32 Satelliten gleichzeitig ausgewertet, was für eine schnelle und genaue Standortbestimmung sorgt. Probleme bei der Aufzeichnung gab es auch unter schwierigen Bedingungen nicht. Auch beim Schlafen lieferte die Uhr alle wichtigen Werte. Trotz ihrer Größe und Gewichts spürt man sie nachts kaum.

KI-Coach

Suunto legt großen Wert auf die Auswertung des Trainings und setzt dabei auf die etablierten Metriken TSS, TSB und CTL – dahinter stecken ausgereifte Formeln, die tatsächlich eine gute Einschätzung zum Trainings- und Fitnesszustand liefern. Neu ist der KI-basierte Suunto Coach, der anhand eines vorab formulierten Ziels und einiger individueller Vorgaben einen passenden Trainingsplan kreieren soll. Aus über 115 Sportmodi – von Trailrunning über Tourenskil kannst du deine täglichen Trainings aufzeichnen.

Suunto Vertical 2 im Test
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Taschenlampe

Dass Suunto eine echte LED-Taschenlampe in die Vertical 2 integriert, ist super. Wer mal eine Uhr mit diesem Feature am Handgelenk hatte, wird es vermissen, sobald man eine andere Uhr trägt. Es ist einfach praktisch, wenn man im Dunkeln sein Fahrradschloss aufschließen, im Keller etwas suchen oder draußen den Weg erleuchten möchte. Die Taschenlampe ersetzt keine Lauflampe, aber für den Notfall ist sie eine gute Option. Und auch die eigene Sichtbarkeit im Straßenverkehr kann das Leuchten oder Blinken verbessern. Leider macht Suunto es nicht so einfach wie etwa Garmin oder Amazfit, die Taschenlampe zu benutzen. Zwar ist es möglich, die obere oder untere Taste als Kurzbefehl mit der Taschenlampe zu verknüpfen, allerdings funktioniert das nur im Uhrenmodus. Während einer Aktivität muss man erst das Menü aufrufen und sich bis zur Taschenlampe navigieren. Um sie auszuschalten, muss man – warum auch immer – den mittleren Knopf drücken.

Technische Daten

  • AMOLED-Display: 1,5 Zoll, 466 x 466 Pixel, 2000 Nits
  • Durchmesser: 49 mm
  • Dicke: 13,6 mm
  • Hangelenkgrößen: 125–175 mm
  • Armbandbreite: 22 mm
  • Wasserfest: 100 m
  • GNSS frequency support: Dual band (L1+L5)
  • Sportmodi: 115
  • Gewicht: 87,8 g
  • Preis: 599 € Stainless Steel / 699 € Titanium

Zum Vergleich:

Fazit