OD 0112 Schneeschuhe Boris Gnielka
OD Schneeschuhe Atlas Spindrift
OD Schneeschuhe Komperdell Alpinist
OD Schneeschuhe MSR Lightning Axis 25
OD Schneeschuhe Salewa 999
OD Schneeschuhe TSL 438 Access 10 Bilder

Schneeschuhe im outdoor Test

10 Schneeschuhe für Winterwanderer im Test

Ob Tiefschnee oder Harsch: Mit guten Schneeschuhen schweben Sie förmlich durch die Winterlandschaft. Welche Modelle sich für Wanderer am besten eignen, zeigt der Test von zehn aktuellen Modellen.

Hinweis: Einen tagesaktuellen Preisvergleich zu den hier getesteten Schneeschuhen finden Sie unten auf dieser Seite.

Kompletten Artikel kaufen
OD 0116 Winterstiefel Wanderschuhe Teaser
Test 2016: Winterwanderstiefel
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 6 Seiten)
2,99 €
Jetzt kaufen

Steil ragt die Zugspitze samt futuristischer Seilbahnstation in den knallblauen Himmel. Nur wenige hundert Meter tiefer glitzert ein hügeliges Schneeplateau in der Sonne: das Zugspitzplatt. Von hier reicht der Blick über das tief eingeschnittene Hinterangertal bis weit nach Tirol. Doch für das 1A-Panorama bleibt wenig Zeit, zehn Paar Allround-Schneeschuhe zwischen 130 und 300 Euro wollen getes­tet werden: auf steilen Harschflanken wie festplanierter Piste, in schattigem Pulverschnee wie sonnengetränktem Sulz. Von solchen Leckereien gibt es hier mehr als genug, weshalb die outdoor-Crew das Zugspitzplatt für ein Wochenende zur Testregion erklärt hat. Die vier Zelte fürs Testcamp stehen im Nu, gleich daneben: die Taschen mit den zehn Schneeschuhen.

"Huch, das sieht ja bunt aus!" Verblüfft zieht Tes­ter Hansi Rath die Schneeschuhe aus den fetten Dufflebags. Weit über zehn Jahre testet er jetzt schon für outdoor, doch so viele unterschiedliche Modelle hat er noch bei keinem Test gesehen: Waren bisher rahmenlose Kunststoffschneeschuhe die Ausnahme und klassische Alu­rahmen-Konstrukte der Standard, sind diesmal beide Konzepte gleich stark vertreten. Außerdem weisen von den fünf Rahmenmodellen gleich drei ein kantiges Aluprofil auf – statt ein rundes Alurohr. "Die scharfe Kante soll sich beim Queren von Hängen besser in den Schnee kerben und so für Halt sorgen", erklärt Felix Wiedmann, Maschinenbau-Ingenieur unter den Testern, das Konzept. Doch auch die Rundrahmen- und Kunststoffschneeschuhe sind nicht ganz waffenlos. Auf ihrer Unterseite glitzern zahlreiche scharfkantige Metallleisten. "Allerdings sitzen sie etwas weiter innen und können daher sicher nicht ganz so effektiv zupacken wie die Profilrahmen", vermutet der Techniker.

Schneeschuh-Komfort ist Trumpf

OD 0112 Schneeschuhe
Boris Gnielka
Mit guten Schneeschuhen schweben Sie förmlich durch die Winterlandschaft.

Doch egal, welche Bauweise – zunächst einmal will man mit einem Schneeschuh oben bleiben und nicht im weichen Schnee versinken. Ob die Testmodelle das leisten, hängt allein von ihren Maßen ab: Je größer, des­to eher "schwimmt" ein Schneeschuh obenauf, und desto mehr Gewicht verträgt er. Kräftige Personen oder solche, die mit dickem Rucksack auf Tour gehen, benötigen also größere Schneeschuhe als zierliche Personen mit leichtem Gepäck. Deshalb bieten viele Hersteller ihre Modelle in verschiedenen Größen an. Aber nicht nur die Last, auch die Schneeart bestimmt, wie tief man einsinkt, weshalb Gewichtsempfehlungen bei Schneeschuhen wenig aussagen. In den allermeis­ten Fällen reicht eine mittelbreite Standardgröße, wie sie auch outdoor für den Test ausgewählt hat.

Ein hoher Auftrieb macht allerdings noch keinen guten Schneeschuh aus, denn der zeichnet sich vor allem durch hohen Gehkomfort aus: Topmodelle rollen leichtgängig sowie geschmeidig ab und dämpfen beim Aufsetzen. Das beugt Ermüdungserscheinungen vor, erst recht, wenn der Schnee fest ist. Ebenfalls komfortspendend: eine Bindung, die auch quer zur Laufrichtung beweglich gelagert ist. "Sie schnürt die Fußgelenke nicht so ein", sagt Test-Urgestein Hansi Rath und demonstriert das gleich mal an einer steilen Traverse: Während der Schneeschuh schräg am Hang klebt, steht der Fuß fast aufrecht. "Damit nimmt man Querungen den Schrecken und verhindert Fußschmerzen", so Rath. Mit ihrer flexiblen Aufhängung punkten im Test Komperdell Alpinist sowie Atlas Spindrift und Elektra. Bei allen drei Prüflingen sorgt zudem eine weiche Bespannung für hohe Dämpfung. In puncto Abrollkomfort kann der Komperdell jedoch nicht mit den beiden Atlas-Modellen mithalten – die sich somit in der Komfortwertung an die Spitze absetzen. Da passt es gut, dass ihre Bindungen zu den bes­ten im Test gehören: Sie sind weich gepolstert und geben viel Halt.

Technik und Tipps zum Schneeschuhgehen

OD-Snowshoe_Aufmacher_1 (jpg)
OD-Snowshoe_Aufmacher_1 (jpg) OD-Snowshoe_aufwaerts_1 (jpg) OD-Snowshoe_abwaerts_1 (jpg) OD-Snowshoe_Detail_1 (jpg) 5 Bilder

Der beste Halt in der Bindung nützt allerdings nichts, wenn der ganze Schneeschuh ins Rutschen kommt. Eine gute Bodenhaftung ist Vor­aussetzung für vielseitigen Einsatz – auch abseits einfacher Talwege. Nur Schneeschuhe mit Grip werden dem Anspruch gerecht, gute Allrounder zu sein, die selbst in den Hängen der Alpen noch Halt finden. Erfreulicherweise fällt die Traktionsprüfung überwiegend positiv aus. Bis auf den Inook Light, mit dem man im Hang nach unten rutscht, meistern alle Modelle den Aufstiegs-Check. Und beim Abstieg? "Hier rutscht vor allem der Salewa 999 flott weg", zieht Felix Wied­mann nach etlichen Stürzen und mit nassem Hosenboden Bilanz. Querungen auf steilen Traversen hingegen gelingen mit allen Modellen gut bis sehr gut. Am griffigsten zeigen sich unterm Strich die Profilrahmen-Konstrukte: der MSR Ascent Axis und der Atlas Spindrift, der hier einmal mehr Anspruch auf den Testsieg anmeldet.

Für alle Wege gerüstet

Doch für ein gutes Abschneiden im Test muss auch die Ausstattung überzeugen; vor allem eine Steighilfe darf bei Allround-Schneeschuhen nicht fehlen. Sie findet sich an fast jedem Testmodell – nur nicht am Komperdell Alpinist. "Ohne Steighilfe können Bergtouren ziemlich anstrengend werden", stellt Tes­ter Rath fest und zeigt am Beispiel des Atlas Spindrift, was sie leis­tet: Hangaufwärts stehend, klappt er einen Bügel unter die Ferse und steht dadurch waagerecht. "Das entlastet die Waden ungemein", so Rath.

Vorbildlich: die über vier Zentimeter hohen Steighilfen bei den Schneeschuhen von Atlas, MSR und Tubbs. Mit ihnen meis­tert man auch steile Anstiege vergleichsweise komfortabel. Zuletzt werfen die Tester noch einen genauen Blick auf das Handling der zehn Schneeschuhmodelle, denn schwergängige Riemen, klemmende Ösen oder hakelige Schnallen können den Spaß auf Tour gewaltig trüben. Mit dicken Handschuhen und kalten Fingern gehen sie ans Werk: "Ganz schön fummelig!" sagt Testerin Katharina Hübner beim Versuch, den Komperdell-Heckriemen straff zu ziehen – was ihr endlich auch gelingt. "Nicht unmöglich, aber auch nicht richtig gut" notiert sie in den Testbogen – und befindet sich mit dieser Beurteilung in guter Gesellschaft. Auch die MSR-Bindungen zeigen sich etwas störrisch, bei einem löst sich gar ein Verbindungshaken und verschwindet im Tiefschnee – auf Trekkingtour wäre das fatal. Völlig problemlos hingegen lassen sich Atlas Spindrift, Tubbs Flex Alp und TSL 438 handhaben, auch das restliche Testfeld zeigt keine gravierenden Handling-Schwächen.

Tagesaktueller Preisvergleich für die getesteten Schneeschuhe (sofern Angebote vorhanden)

3

Die getesteten Schneeschuhe im Detail:

OD Schneeschuhe Atlas Spindrift
Sonstiges
OD Schneeschuhe Komperdell Alpinist
Sonstiges
OD Schneeschuhe MSR Lightning Axis 25
Sonstiges
OD Schneeschuhe Salewa 999
Sonstiges
OD Schneeschuhe TSL 438 Access
Sonstiges
OD Schneeschuhe Tubbs Flex Alp
Sonstiges
OD Atlas Elektra 11
Sonstiges
OD Schneeschuhe Inook Freestep Light
Sonstiges
OD Schneeschuhe MSR Lightning A. W‘s
Sonstiges
OD Schneeschuhe Tubbs Flex QST 22 W
Sonstiges

Testfazit und Ergebnisse

"Toll, wie gut viele Schneeschuhe funktionieren", fasst Tester Hansi Rath die Eindrücke zusammen. Die Auswertung der Testbögen unterstreicht seine Aussage: Fast jedes Testmodell eignet sich fürs Spuren im Schnee. Am meisten überzeugt der Atlas Spindrift. Sein aggressiver Alu-Profilrahmen haftet sicher auf jedem Untergrund, und auch beim Gehkomfort liegt er an der Spitze: Ein Schneeschuh, der auf Talwanderungen und Bergtouren gleichermaßen brilliert – aber auch viel kostet: 300 Euro.

100 Euro güns­tiger und fast ebenso gut: der Tubbs Flex Alp. Auch er ist ein top Allrounder: bequem und bissig. Frauen sollten sich hingegen den Atlas Elektra 11 näher anschauen, Spar­füchse den Komperdell Alpinist, der für seine 130 Euro eine tolle Leistung vor allem für gemütliche Touren abliefert.

Schneeschuhe im Test

OD Schneeschuhe Atlas Spindrift
OD Schneeschuhe Atlas Spindrift OD Schneeschuhe Komperdell Alpinist OD Schneeschuhe MSR Lightning Axis 25 OD Schneeschuhe Salewa 999 10 Bilder
Schneeschuhe/Link zum Testbericht Gewicht (Paar) Preis Testurteil
Atlas Spindrift (Testsieger) 2030 g 300 Euro Überragend
Atlas Elektra 11 (Women's)(Kauftipp) 1830 g 200 Euro Sehr gut
Tubbs Flex Alp (Kauftipp) 2040 g 200 Euro Sehr gut
MSR Lightning Axis 25 1940 g 280 Euro Sehr gut
TSL 438 Access 1990 g 270 Euro Sehr gut
MSR Lightning Axis (Women's) 1740 g 280 Euro Sehr gut
Komperdell Alpinist 1930 g 130 Euro Gut
Salewa 999 1930 g 200 Euro Gut
Tubbs Flex QST 22 (Women's) 1700 g 170 Euro Gut
Inook Freestep Light (Women's) 2100 g 180 Euro Befriedigend

Tagesaktueller Preisvergleich für die getesteten Schneeschuhe (sofern Angebote vorhanden)

3

Der outdoor-Schneeschuhtest im Detail

Die Zugspitzregion ist ein Top-Revier für Schneeschuhtouren in jedem Schwierigkeitsgrad – und damit auch ideal zum Tes­ten. Deshalb errichtete outdoor unterhalb der Zugspitze für zwei Tage sein Camp. Hier prüfte das Team die Schneeschuhe nach folgenden Kriterien:

Gehkomfort (40 %): Eine Wintertour macht nur dann Spaß, wenn sich der Schneeschuh bequem trägt, weshalb outdoor den Gehkomfort am stärksten gewichtet. Maßgeblich sind hier Abrollkomfort, Dämpfung und das Gewicht des Schneeschuhs: je geringer, desto unbeschwerter trägt er sich. Auch die Rahmenform spielt eine Rolle: Schmale Schneeschuhe stoßen beim Gehen nicht so schnell gegeneinander, kurze oder solche mit angehobener Heckflosse bieten vor allem in der Ebene und beim Bergabgehen deutlich mehr Komfort.

Traktion (30 %): Je besser sich ein Schneeschuh in den Untergrund krallt, desto stärker sein Vortrieb und desto steilere Hänge lassen sich mit ihm bewältigen. Modelle mit mächtigen, aggressiven Zähnen unter der Bindung und sägeblattähnlichen Stahl- oder Aluleisten an den Unterseiten verbeißen sich besonders gut in Schnee und Harsch.

Ausstattung/Handling (30 %): Die Bindung muss die Stiefel zuverlässig fest umschließen, darf aber weder drücken noch einschneiden, sonst drohen Druckstellen und Kältespots. Auch sollte sich die Bindung leicht auf die Stiefelgröße einstellen lassen und selbst mit Handschuhen einfach bedienen lassen. Letzteres gilt auch für die Steighilfe.

Schneeschuhe im Test

OD Schneeschuhe Atlas Spindrift
OD Schneeschuhe Atlas Spindrift OD Schneeschuhe Komperdell Alpinist OD Schneeschuhe MSR Lightning Axis 25 OD Schneeschuhe Salewa 999 10 Bilder

Tagesaktueller Preisvergleich für die getesteten Schneeschuhe (sofern Angebote vorhanden)

3

Impressionen rund um die Zugspitze

OD Zugspitze Attraktionen Impressionen01 (jpg)
OD Zugspitze Attraktionen Impressionen01 (jpg) OD Zugspitze Attraktionen Impressionen09 (jpg) OD Zugspitze Attraktionen Impressionen10 (jpg) OD Zugspitze Attraktionen Impressionen02 (jpg) 18 Bilder

So testet outdoor

OD Sturmtest Zelt Windmaschine
OD Sturmtest Zelt Windmaschine OD So testet outdoor1b (jpg) OD So testet outdoor1a (jpg) OD Praxistest Zelt 12 Bilder

So gelingt die Schneeschuhtour perfekt

Kürzer treten:
Wandern im Schnee ist anstrengend, auch mit guten Schneeschuhen. Das kostet nicht nur Kraft, sondern auch Zeit: Man kommt nur langsam voran. Wählen Sie deshalb kürzere Strecken als im Sommer – auch, weil die Tage im Winter kurz sind. Planen Sie außerdem extra Zeit zum Orientieren ein: Weg­weiser sind im Winter oft unauffindbar.

Richtig starten:
Im Winter sind Trekkingstöcke mit breiten Wintertellern Pflicht (gibt‘s im Fachhandel z.B. von Leki). Laufen Sie die ersten zehn Minuten bewusst langsam, und versuchen Sie, in einen gleichmäßigen Gehrhythmus zu kommen.

Gut einpacken:
Handschuhe, Mütze sowie eine Thermosflasche mit heißem Tee dürfen im Winter nicht fehlen. Auch ein Ers­te-Hilfe-Set, Snacks und eine Lampe für Notfälle gehören dazu. Spezielle Winterstiefel sind hingegen nicht unbedingt nötig. Wasserdichte Wanderstiefel mit einer dicken Einlegesohle und mit warmen Socken reichen oftmals aus.

Schneeschuhe im Test

OD Schneeschuhe Atlas Spindrift
OD Schneeschuhe Atlas Spindrift OD Schneeschuhe Komperdell Alpinist OD Schneeschuhe MSR Lightning Axis 25 OD Schneeschuhe Salewa 999 10 Bilder

8 Trekkingstöcke im Test

OD 1009 Trekkingstoecke im Test02 (jpg)
OD 1009 Trekkingstoecke im Test02 (jpg) OD 1009 Trekkingstoecke im Test01 (jpg) OD 1009 Trekkingstoecke im Test03 (jpg) OD 1009 Trekkingstoecke im Test04 (jpg) 8 Bilder

Technik und Tipps zum Schneeschuhgehen

OD-Snowshoe_Aufmacher_1 (jpg)
OD-Snowshoe_Aufmacher_1 (jpg) OD-Snowshoe_aufwaerts_1 (jpg) OD-Snowshoe_abwaerts_1 (jpg) OD-Snowshoe_Detail_1 (jpg) 5 Bilder
Zur Startseite
Weitere Ausrüstung Sonstiges Ricoh WG 60 Outdoor-Kamera von Ricoh Praxistest: Ricoh WG-60

Wie schlug sich die Outdoor Kamera WG-60 von Ricoh im Praxiseinsatz? – Das...

Mehr zum Thema Best of Test: Herausragende Outdoor-Produkte im Überblick
KL Kevin Jorgeson und Tommy Caldwell top of Dawn Wall Hug TEaser
Menschen und Abenteuer
od-2018-editors-choice-zelt (jpg)
Sonstiges
od-1217-jotunheimen-9 (jpg)
Skandinavien
od-0817-leserreportage-kaukasus-georgien-Aufmacherbild
Menschen und Abenteuer