Ruhpolding - Bayern Foto: Ruhpolding Tourismus GmbH

Bayern - Chiemgau - Ruhpolding Kulinarische Streifzüge rund um Ruhpolding

Nach einer Bergtour im Chiemgau geben die Ruhpoldinger Butternudeln neue Kraft! Das Rezept und viele Wandertipps hier ...

Nebelschwaden ziehen durch den Wald, Regen tropft von den Bäumen. Ein regelmäßiges Pochen erschallt in der Stille - ein Holzknecht fällt mit präzisen Schlägen einen Baum. Bis ins 19. Jahrhundert waren solche Szenen im Chiemgau häufig zu beobachten. Holzknechte wanderten als selbständige Waldarbeiter bei Wind und Wetter in die Wälder, und das meistens im Winter, der Hauptzeit für den Holzeinschlag. Ihre Nächte verbrachten die Männer hoch oben in den Bergen in zugigen Forsthütten. Kehrten sie am Wochenende heim, verwöhnte ihre Familie sie mit besonderen Schmankerln, rund um Ruhpolding gerne mit den mehr als nahrhaften Butternudeln (Rezept siehe unten).

Foto: Ruhpolding Tourismus GmbH Ruhpolding - Bayern

Wolfgang Heigermoser hält sich an das ortsübliche Rezept, verwendet aber eine Geheimzutat, die er natürlich nicht verrät. Wer seine Butternudeln kosten will, muss im Café Chiemgau einkehren.

Noch heute kennt und schätzt jeder Ruhpoldinger das Gericht, das man meist von der Großmutter her kennt und dessen Zubereitung von Generation zu Generation weitergegeben wird. Das Rezept klingt einfach, hat aber seine Fallstricke, und es braucht viel, viel Zeit. Allein der sogenannte Vorteig muss in aller Ruhe gehen, gerne auch über Wasserdampf. Im Café Chiemgau kümmert sich der Konditormeister Wolfgang Heigermoser persönlich um die Butternudeln. Er kennt alle Tricks, damit sie goldbraun und köstlich duftend auf den Tisch kommen, mit Sauerkraut oder Apfelkompott. Heigermoser mag sie mit Kraut am liebsten. Dazu noch ein Bier – fertig ist die typische Ruhpoldinger Mahlzeit. Kalorien haben die Butternudeln reichlich, und für die Holzknechte mag das auch mehr als angemessen gewesen sein.

Was aber tun, wenn man keinen so entbehrungsreichen Beruf hat und das Backwerk trotzdem genießen möchte? Am besten geht man zuvor wandern. Denn auch dafür ist Ruhpolding wie geschaffen: 240 Kilometer lang ist das Wanderwegenetz hier; neben familienfreundlichen Runden um die Seen locken ausgewachsene Gipfeltouren auf die Panoramaplätze der Chiemgauer Alpen, auf das fast 2000 Meter hohe Sonntagshorn beispielsweise. Und danach hat man sich eine feine Butternudel mehr als verdient!

Ruhpoldinger Butternudeln - Rezept für 4 Personen

600 g Mehl
1 Würfel frische Hefe
knapp 1/2 l Milch
4 TL Zucker
1 gehäufter TL Salz
2 Eier
2 Pfund Butter
1 Tasse Wasser

Das Mehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine Kuhle formen. Die Hefe mit ein bisschen warmer Milch und etwas Zucker in der Mulde verrühren. Diesen Vorteig – das sogenannte »Dampferl« – ca. 10–15 Minuten an einem warmen Ort oder über Wasserdampf gehen lassen. Jetzt dem »Dampferl« Salz und Eier zugeben und mit dem restlichen Mehl vermischen. Die Milch warm machen, portionsweise zugeben und zu einem gleichmäßigen Teig verrühren. Den Teig rühren, bis er Blasen wirft, und dann an einem warmen Ort oder über Wasserdampf zugedeckt rund eine Stunde gehen lassen. Mit einem Suppenlöffel Teigstücke abstechen und auf einer bemehlten Fläche Kugeln formen. Zwei Pfund Butter in einer großen Pfanne schmelzen, eine Tasse Wasser zugeben, bevor das Fett heiß ist. Die Teigkugeln in die geschmolzene Butter legen und ca. 20 Minuten mit geschlossenem Deckel kochen lassen. Den Deckel zwischendurch auf keinen Fall anheben! Jetzt sind die Butternudeln goldbraun, werden gewendet und noch mal fünf Minuten ohne Deckel gekocht. Danach die Butternudeln aus der Pfanne nehmen, abtropfen lassen und in eine Schüssel geben. Dazu schmecken Kompott, Sauerkraut, Heidelbeeren oder Vanillesauce – guten Appetit!

Video: Outdoor-Urlaub in Ruhpolding




Infos zu Ruhpolding über die Tourist Info, Tel. 08663/8806-0, ruhpolding.de

Tourentipps & Downloads:

Weitere Bilder: