Die besten Wanderrouten rund um die Zugspitze

Eindrucksvolles Panorama vom Gipfel der Zugspitze

Foto: zugspitze360.com Virtuelle Bergtour auf die Zugspitze
Der Weg auf das Wettersteingebirge ist zäh aber lohnenswert. Furchtlose Wanderer schaffen den Steig durch die Alpspitz-Nordwand.

Wie auf dem Rückgrat eines gigantischen Tyrannosaurus Rex aus Stein zieht der Steig nach oben. Langeweile kommt nicht auf. Zu sehr sind die Augen beschäftigt, sichere Tritte und ab und zu auch Griffe zu finden. Linker Hand, im Süden, grüßen die gewaltigen Felsschluchten des bekannten Blassengrats. Steil fallen seine Wände hinab in die Tiefe. Zusammen mit den Abstürzen des Alpspitz-Südostgrats (auf dem man sich gerade bewegt) bilden sie das Grieskar, das weit unter einem gähnt. Dort wird später der Abstieg hindurchführen.

Die Top 4-Touren im Wettersteingebiet:

Trek 1: Über den Kramerspitz, 1.985 m
Trek 2: Ziegspitz, 1.864 m
Trek 3: Auf die Alpspitze, 2.628 m
Trek 4: Auf die Zugspitze, 2.962 m

Doch vorher sollte man am imposanten Gipfelkreuz tief durchatmen und den Blick ringsum genießen, denn die Alpspitze gipfelt mitten drin im Berggeschehen des nördlichen Wettersteingebirges. Grate, Kare, Felsgipfel – wohin man auch blickt. Alpinisten wird vor allem der Südwesten interessieren: Dort ragt gleich gegenüber der Hochblassen auf, und von ihm führt der berühmt-berüchtigte Jubiläumsgrat gen Westen zur Zugspitze, eine anspruchsvolle Gratkletterei, die teilweise seilversichert ist, aber Kletterkönnen im dritten Schwierigkeitsgrad voraussetzt. Jedes Jahr müssen hier aufs Neue zahlreiche Möchtegern-Bergsteiger mit dem Hubschrauber ausgeflogen werden, weil sie die lange, ausgesetzte und anstrengende Tour auf Deutschlands höchsten Berg unterschätzen. Dabei gibt es leichtere, nicht minder interessante Anstiege.

Olaf Beck empfiehlt den Weg vom österrreichischen Ehrwald über die Wiener Neustädter Hütte. Er führt in sechs Stunden bis zum überbauten ehemaligen Westgipfel. »Wer ihn mit einer Gipfelübernachtung auf dem Münchner Haus verbindet, kann hier nachmittags oder am frühen Abend die schönsten Lichtstimmungen erleben«, sagt Beck. Nach einer Tour auf die Alp- oder Zugspitze sehne er sich dann aber wieder »nach etwas Grün«, und da ist für den Wahlpartenkirchener halt doch der Hausberg der Garmischer ganz weit vorne, der Kramerspitz.

Zehn Kilometer nördlich der Alpspitze gelegen, gehört er schon zu den Ammergauer Alpen, die sich mit ihren grasigen und felsdurchsetzten Gipfeln zwischen 1800 und knapp 2200 Meter Höhe nördlich und westlich von Garmisch-Partenkirchen erstrecken. »Die beste Tour am Kramerspitz ist für mich die Runde über den Gratrücken«, sagt Olaf Beck. »Da siehst du eigentlich alles: Alpspitze, den Kleinen und Großen Waxenstein, Wettersteingrat und Wank. Außerdem trifft man öfter Gämsen, vor allem ganz früh oder spät nachmittags. Wer spät unterwegs ist, sollte für den Abstieg aber die Stirnlampe mitnehmen, der ist etwas un-übersichtlich.« Zumal sich am Weg das Gasthaus St. Martin hoch über Garmisch anbietet.

Ein gemütliches Finale

Auch beim Aufstieg sollte man für die Wanderung etwas mehr Zeit einplanen. Nicht etwa, weil der Weg so hart wäre, sondern weil man einen idealen Einkehrort passiert: die Stepberg-alm auf knapp 1600 Meter Höhe. Die Holz-hütte mit der einladenden Sonnenterrasse liegt eingebettet in Wiesen zwischen Vorderem Ziegspitz, Hirschbühel und Kramer. Mit diesen drei oder inklusive Hohem Ziegspitz sogar vier interessanten Gipfelzielen in unmittelbarer Nähe ist die Alm ein Ort, wohin man gerne wiederkehrt. Ganz zu schweigen vom traumhaften Blick auf das Zugspitzmassiv, der frischen Milch, den würzigen Brotzeiten und dem Kaiserschmarren, mit dem Augen, Gaumen und Magen hier verwöhnt werden. »Ja, hier kann man es aushalten«, sagt Beck und nimmt noch einen Schluck von seinem Weißbier.

04.05.2012
Autor: Redaktion Outdoor
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Ausgabe 06/2009