Wann nicht klettern gehen Ralph Stöhr

7 Gründe, nicht klettern oder bouldern zu gehen

Klettern – besser nicht, wenn... 7 Gründe, nicht klettern oder bouldern zu gehen

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Obwohl wir nichts lieber tun als klettern – es gibt gute Anlässe, es besser nicht zu tun. 7 Gründe, nicht bouldern oder klettern zu gehen.

Es versteht sich von selbst: Klettern und Bouldern finden wir ziemlich gut. Aber es gibt tatsächlich gute Gründe, einmal nicht klettern oder trainieren zu gehen. Hier listen wir sie auf.

Du bist verletzt oder krank

Es gibt Menschen, die tapen die Finger bis zum Blutstau und bouldern trotz Schmerzen munter weiter. Auch wurden schon Menschen mit Gips am Fuß in der Kletterhalle gesichtet. Nun, oft ist es möglich, auch mit einer Verletzung zu trainieren. Doch sollte man gut abwägen, und Rücksprache mit dem medizinischen Fachpersonal halten. Schmerzen sollte man tunlichst nicht ignorieren. Vor allem sollte man nicht kopflos den Glücksgefühlen hinterherjagen, die das Klettern auslösen kann, und den Heilungsprozess damit gefährden. Auch wenn du krank bist, ist es besser, zu warten, bis du wieder erholt und komplett symptomfrei bist. Bevor du riskierst, dass dein Gesundheitszustand sich verschlechtert, ist pausieren oder eine andere Aktivität vielleicht sinnvoller.

Du flüchtest

Klettern gehen (oder bouldern natürlich) eignet sich hervorragend, um den Kopf frei zu bekommen. Beim Klettern denken wir normalerweise nicht an den Alltag und die Sorgen, die wir gerade haben – sondern nur an den nächsten Zug und den nächsten Griff. Das ist natürlich einer der herausragenden Erholungs-Aspekte des Kletterns. Wir können den internen Akku aufladen und fühlen uns nach einer Kletter- oder Bouldersession einfach herrlich ent-stresst. Doch sollte diese mentale Pause nicht der einzige Grund sein, klettern zu gehen. Vor allem sollte das Klettern nicht dazu dienen, um dem restlichen Leben oder Problemen zu entfliehen. Was daran schlimm sein soll? Man riskiert, dass sich Probleme vergrößern... Prüfe deine Motivation!

Es geht nur noch um Zahlen

Schwierigkeitsgrade gehören zum Spiel, und das ist natürlich auch in Ordnung. Doch wenn die Stimmung und gute Laune davon abhängt, dass wir Grad X oder Boulder Y schaffen, entsteht Erfolgsdruck. Wer sich und seine Laune vom Ergebnis seiner Kletter-Leistung abhängig macht, kann nicht mehr frei und ohne Druck klettern. Es droht die Gefahr, dass der Spaß verloren geht. Es ist toll, sich zu pushen und Erfolge einzuheimsen – doch seht den Erfolg lieber als Geschenk denn als Notwendigkeit.

Es gibt Besseres zu tun

Es ist natürlich eine Frage der persönlichen Prioritäten, als wie wichtig der Klettertag oder die Boulder-Session eingestuft werden. Doch ob ein wichtiger Geburtstag oder eine seltene Gelegenheit, manches ist einfach wichtiger als ein paar Stunden in der Boulderhalle abzuhängen. Besonders für Vielkletterer gilt: Einfach mal wieder mit Freunden etwas zu unternehmen kann definitiv gesünder sein als eine vierte Trainingssession in der Woche durchzuballern.

Es fehlt ein guter Kletterpartner

Ein/e gute/r Kletterpartner/in motiviert uns und bringt Spaß! Das Gegenüber kann nicht nur unsere Leistung verbessern, sondern auch ein maßgeblicher Beweggrund sein, überhaupt den eigenen Leib in Richtung Fels oder Kletterhalle zu bewegen. Da kann es schon ungünstig sein, wenn eine solche Person fehlt. Das ist natürlich kein Freifahrtsschein, um auf dem Sofa zu bleiben. Doch wenn es darauf hinausläuft, dass man nachher allein und lustlos zwei Runden durch den Boulderbereich dreht und gelangweilt wieder von dannen zieht, ist nichts gewonnen.

Keine Lust

Wer ausnahmsweise mal keine Lust auf Klettern hat, sollte es auch nicht tun. Das heißt jetzt nicht, dass zur Faulheit neigende Couchpotatoes die perfekte Ausrede haben um liegen zu bleiben. Doch wer deutlich spürt, dass keine Kletter-Lust vorhanden ist – hört lieber darauf. Denn akute Unlust hat meist einen Grund: Der Körper ist müde, erschöpft und nicht leistungsbereit, es droht Übertraining oder es gibt andere triftige Gründe. Manchmal ist man nur ein bisschen müde, und etwas Bewegung oder frische Luft weckt die Lebensgeister wieder. Falls das nicht klappt, Achtung: Ein nachhaltiger Unlust-Impuls ist ein eindeutiges Zeichen des Körpers. Wenn der Körper überlastet oder übermüdet ist, schwächelt auch die Koordination. Motorische Schwäche, Verletzungen und gar Unfälle können die Folge sein. Dann lieber ausruhen und das nächste Mal wieder hochmotiviert durchstarten!

Es macht keinen Spaß

Es soll tatsächlich Menschen geben, denen das Klettern (oder Bouldern) keinen Spaß macht. Die vielleicht Freunden oder Familienmitgliedern zuliebe in die Kletterhalle oder an den Fels gehen, aber eigentlich gar keine Freude am Klettern und Bouldern finden. Die Konsequenz ist einfach und logisch: lasst es bleiben! Das Leben ist zu kurz, um es zu verplempern. Ausnahme: Der Spaß wird von Sturzangst verdrängt: daran lässt sich arbeiten.

Sollten diese Gründe euch nicht betreffen: Herzlichen Glückwunsch, und auf geht's!

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