The Green Issue
Nachhaltigkeit in der Outdoor-Branche
Reparatur bei Rab Rab
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Besser als neu - Nachhaltigkeit bei Rab

Besser als neu Reparatur & Recycling bei Rab

Verdreckt, zerrissen oder einfach nur abgetragen – der britische Outdoor-Hersteller Rab bringt Bekleidung und Ausrüstung, die einiges mitgemacht hat, wieder in Schuss.

Argentinien, 1973. Rab Carrington war mit Kletterkumpel Alan Rouse gerade in Buenos Aires angekommen, um seine verschiffte Ausrüstung für die gemeinsame Patagonien-Tour abzuholen. Doch in Liverpool streikten die Dockarbeiter, und ihre Klettersachen lagen dort immer noch im Hafen. Also hingen die beiden erst einmal rum, und Rab Carrington verdiente sich schließlich bei seinem Freund Hector Vieytes sechs Monate lang etwas dazu: Er half ihm, Schlafsäcke für die argentinische Armee zu fertigen. Nähnadel statt Felsnadel – der ungeplante Crash-Kurs sollte sein Leben verändern. Mit der Geburt von Tochter Liz entschloss sich Carrington 1981, professionell ins Outdoor-Geschäft einzusteigen. Tagsüber arbeitete er zunächst weiter auf dem Bau, um die junge Familie zu ernähren, abends nähte er auf dem Dachboden Daunenschlafsäcke. Seine Qualität war in der Szene gefragt, und bald mietete er in Sheffield eine Halle für die Produktion. Die Marke Rab floriert bis zum heutigen Tag. »Ein Rab-Produkt hält, was es verspricht, es ist leistungsstark und langlebig«, sagt der Unternehmensgründer.

Doch nichts ist unverwüstlich. Gerade auf Extremtouren ist Verschleiß an der Tagesordnung. »Eines der ersten Dinge, die wir daher nach der Gründung aufgesetzt haben, war ein Reparaturservice«, blickt der 74-Jährige zurück. Heute arbeiten neun Mitarbeiter im britischen Rab Service Centre. Sie reparieren zerrissene Jacken und Hosen, erneuern verschweißte Nähte und Reißverschlüsse, waschen Hightech-Shells und Daunenschlafsäcke sowie vieles mehr.

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Rund 12.800 Aufträge wurden 2021 für Endkunden bearbeitet – binnen eines Jahres ein Anstieg um über 80 Prozent. Hinzu kommen Garantieleistungen für Händler und der Versand von Ersatzteilen.

Die Marke Rab gehört mittlerweile zu Equip Outdoor Technologies, an die Carrington 2003 verkauft hat. Unter das Dach schlüpfte 2011 auch Lowe Alpine, deren Rucksäcke ebenfalls im Servicezentrum repariert werden. »Tausende Abenteuer mehr statt tausende Artikel auf der Mülldeponie – den aktuell zunehmenden Trend, Outdoor-Produkte reparieren zu lassen, unterstützen wir gerne«, sagt Equip-Nachhaltigkeitsmanagerin Debbie Read. »Denn das nachhaltigste Produkt ist zweifellos das, welches man bereits besitzt.« Im November wurde daher in Leusden, am Sitz der Niederlassung von Equip Benelux, ein Service- und Reparaturzentrum in den Niederlanden mit drei Mitarbeitern eröffnet.

2600 Aufträge von Endkunden aus West- und Mitteleuropa und ebenso viele Bearbeitungen für Händler werden dort im Jahr erwartet.Weitere Standorte folgen in den USA, Kanada und Norwegen. »Wir rücken näher an unsere Hauptmärkte heran«, erklärt Read. »Das reduziert Zeit, Kosten und CO2-Emissionen.« Seit 2020 wirtschaftet Rab bereits zertifiziert klimaneutral. Bis 2030 sollen alle vermeidbaren Emissionen auf null reduziert werden. Erinnerungen zum Anziehen Kunden erhalten über die Website von Rab ein vorfrankiertes Paketlabel für ihren Auftrag. Eine Reparatur kostet 20 bis 30 Euro, eine Wäsche – teils inklusive Imprägnierung – 15 Euro bis 40 Euro. Der Service arbeite kostendeckend, erklärt Matt Clarke, Customer-Experience-Manager von Equip.

Nicht nur Klima und Umwelt, auch der Geldbeutel der Kunden solle geschont werden. Die verlängerte Nutzungsdauer zahlt sich in der Öko- und Klimabilanz aus. Zwei Drittel des CO2-Fußabdrucks eines Produkts resultierten aus der Materialproduktion und Produktfertigung, erläutert Debbie Read. Nur zwei Prozent seien auf den Transport zurückzuführen. So übertreffe die Emissionsreduktion durch eine verlängerte Lebenszeit bei Weitem den CO2-Ausstoß durch Versand und Ressourceneinsatz in den Servicezentren.

Und sollte ein Produkt partout nicht mehr zu flicken sein,würden Stoffe wiederverwertet und Einzelteile wie Schnallen oder Reißverschlüsse aufbewahrt, um andere Reparaturen originalgetreu und umweltschonend durchführen zu können. »In jedem Stück stecken großartige Erinnerungen. « Ehrliche Produkte, die man lieber repariert als ersetzt, sind das Ding von Rab Carrington. Der Reparaturservice mache Kunden glücklich und lasse Legenden weiterleben, sagt einer, der für viele Kletterer selbst eine Legende ist – mit seinen Extremtouren im Himalaja, Yosemite, den Alpen und auch Patagonien.

Perfekter Kreislauf

Ist ein Produkt beim besten Willen nicht mehr reparierbar, sollte es zumindest perfekt zu recyceln sein. Bereits beim Entwurf denken die Designer von Rab daher an das Ende der Lebenszeit. Ein innovatives Beispiel ist die wasserdichte und atmungsaktive Jacke Arc Eco, bei der Obermaterial, Membran und Futter zu 100 Prozent aus Post-Consumer-Polyester hergestellt wurden. Statt einer Kombination aus unterschiedlichen Materialien sind alle drei Lagen von Pertex Shield Revolve somit aus nur einem Kunststoff und damit leicht vollständig zu recyceln. Die Imprägnierung ist PFC-frei.

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Die Arc Eco wurde 2021 mit einem ISPO- Award ausgezeichnet. Die Jacke lässt sich in ihrer eigenen Tasche verstauen und kostet 250 Euro.

Mehr über die Produkte und das Unternehmen Rab erfahrt ihr hier

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