2-Personen-Zelt Test outdoor

Test 2019: Zweipersonenzelte

Zelte im Test vor der Windmaschine

Mit einer 450 PS starken Windmaschine prüfen wir die Sturmfestigkeit der neuen Trekkingzelte. Außerdem: Regenschutz, Platzangebot, Ausstattung und Material. Diesmal sind zwölf aktuelle 2-Personenzelte an der Reihe ...

Übernachten in freier Natur macht Laune. Alles, was man dafür braucht, ist ein gutes Zelt. outdoor hat für die Ausgabe 08/2019 zwölf neue Zweipersonenzelte getestet. Wie windstabil die Zelte sind, mussten sie vor der Windmaschine beweisen. Mit ihr wurden alle Zelte von jeder Seite aus angestürmt. Außerdem testeten wir den Regenschutz, den Komfort, das Raumgefühl sowie das Platzangebot im Innenraum und in der Apsis. Ebenso auf dem Prüfstand: die Aufbauprozedur und das Handling der Zelte (Eingänge, Reißverschlüsse, Sturmleinen etc.) Gewicht und Packmaß messen wir selbst. Letzteres ohne Zubehör, aber mit allen Packsäcken und mitgelieferten Heringen.

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2-Personen-Zelt Test
Test 2019 Zweipersonenzelte im Vergleich
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Zu den Testkandidaten gehörten:

Weitere Infos zum Test und alle Ergebnisse in der Fotostrecke:

2-Personen-Zelt Test
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So haben wir getestet:

Die Windmaschine übernahm nur einen Teil der Prüfung – wenn auch den spannendsten. Denn Regen und Bodennässe stellen in der Regel für Markenzelte kein Problem dar. Das zeigt auch dieser Test, in dem es keine Wassereinbrüche gab: Weder von oben – das zeigte eine Regennacht – noch von unten, was wir zusätzlich mit einem Soutertester prüfen. Er misst den Wasserdruck, den die Bodenwanne aushält, ohne durchzusuppen. 6000 Millimeter Wassersäule, umgerechnet 0,6 Bar, müssen es schon sein, will man keinen nassen Hintern bekommen. Nahezu alle Testmodelle schaffen sogar 10.000 Millimeter, nur das Vango Torridon 200 kratzt am Limit, verfügt damit über weniger Reserven als andere – hält aber dicht. Dafür bleibt es im Sturm stehen, egal, von welcher Seite er angreift.

Die Zelte im Test vor der Windmaschine

Das gelingt nicht allen Zelten. Das Nordisk Finnmark 2 SI und das Wechsel Exogen 2 halten zwar Winde von bis zu 100 Sachen aus – meist ausreichend –, bläst es kräftiger, werden die Zelte aber zu Boden gedrückt und ihr Gestänge verbiegt. Als wahre Festungen, die auch Stürme jenseits von 130 Sachen aushalten, erweisen sich im Test die Trekkingzelte der nordischen Hersteller Fjällräven, Hilleberg und Robens – alles Tunnelzelte. Damit ist das Nordlandtrio nicht allein. Auch Nomad, Tatonka und Rejka haben Tunnelzelte mit ähnlicher Windstabilität ins Rennen geschickt. Anders als die sechs Kuppelzelte im Testfeld muss man sie selbst bei Flaute abspannen, sonst fallen sie um. Doch fest verankert, halten sie enormen Winden stand. Außerdem kann man Tunnelzelte sehr schnell aufbauen. Wobei das auf fast jeden Prüfling zutrifft, unabhängig von der Konstruktionsweise. Geschick und Geduld brauchten die Tester nur beim Wechsel Exogen 2, bei dem das Außenzelt ans Gestänge geknotet werden muss – mit kurzen Stoffbändchen. Auch sonst hapert es bei der Bedienung des Wechsel. So klemmen die Reißverschlüsse der Eingänge oft in den Regenabdeckungen fest. Das restliche Testfeld überzeugt hingegen mit einfachem Handling.

Platz ist in der kleinsten Hütte? – Wir haben's überprüft

Genug Platz für zwei Personen mit Gepäck bieten alle zwölf getesteten Trekkingzelte 2019. Doch wie viel ist genug? Das hängt nicht zuletzt von der Körpergröße ab, denn einige Modelle geizen mit Liegelänge, allen voran das Rejka Antao 2 Light UL. Hier misst das Innenzelt in 30 Zentimeter Höhe – so hoch baut ein auf der Isomatte liegender Schlafsack auf – nur 1,7 Meter in der Länge. Auch im Tatonka, Robens und Salewa müssen größere Outdoorer die Beine beim Schlafen anwinkeln, wollen sie nicht mit Kopf oder Füßen an die Innenwände stoßen – obwohl die drei Zweipersonenzelte mit 180 bis 182 Zentimetern schon etwas mehr Platz bieten als das Rejka Antao 2 Light UL. Bei allen übrigen Zelten maßen wir Liegelängen von über 1,9 Meter, was in den meisten Fällen genügen dürfte, beim Hilleberg und Nomad zeigte das Lasermessgerät sogar über zwei Meter an.

Doch sollte man in einem Zelt nicht nur gut liegen, sondern auch aufrecht sitzen können. Vor allem, wenn man es in Regionen einsetzt, in denen es länger schütten kann, sodass man gerne auch mal einen ganzen Tag im Zelt verbringt. Dann freut man sich über viel Schulter- und Kopffreiheit, reichlich Platz in der Apsis und eine gute Belüftung, die verhindert, dass Kondenswasser von den Wänden tropft. Am wohlsten fühlten sich die Tester im Jack Wolfskin Yellowstone 2, im Hilleberg Kaitum und im Nordisk Finnmark 2 SI. Alle drei bieten zu- dem gleich zwei große Vorräume (Apsiden) und damit auch zwei Ausgänge. Praktisch, denn so hat jeder seinen eigenen Stauraum.

Doch zählt das Trio nicht zu den Leichtgewichten im Test, keines wiegt unter drei Kilo, das Jack Wolfskin kommt sogar (als einziges) auf über vier Kilo. »Je größer und billiger ein Zelt, desto mehr wiegt es meistens «, sagt Frank Wacker. Das liegt vor allem an der Materialwahl: Günstige Stoffe wiegen mehr als teure – und sind zudem weniger widerstandsfähig. Was man mit hochwertigen Materialien erreichen kann, zeigt Robens mit dem Verdin: Der 750-Euro-Tunnel bietet als einer der wenigen eine riesige Apsis und laut unserer Messung mit das reißfesteste Material, wiegt aber unter 1,8 Kilo.

2-Personen-Zelt Test
outdoor

Testfazit unseres Zelt-Vergleichs 2019

Unterm Strich überzeugen viele der getesteten Zweipersonenzelte. In der Preisklasse unter 400 Euro vor allem das Jack Wolfskin Yellowstone 2 Vent und das Salewa Litetrek 2. Beide kosten mit 330 und 290 Euro wenig, halten aber Winde bis zu 120 Sachen aus und lassen sich einfach aufbauen. Während das Wolfskin zwar viel wiegt, aber mit top Wohnkomfort überzeugt, sitzt man im Salewa beengt, kann sich aber über das Fliegengewicht freuen. Beides – kleines Gewicht und viel Platz – ist zu diesem Preis nicht zu haben.

Für 500 Euro hingegen schon: Hier gefällt das nur 2,8 Kilo schwere Tunnelzelt von Nomad mit großzügigem Innenraum, in dem sich selbst Zwei-Meter-Männer ausstrecken können. Kleinere greifen zum ähnlich teuren Tatonka Kiruna 2. Das exzellent verarbeitete Tunnelzelt bietet etwas weniger Platz, wiegt aber noch mal 500 Gramm weniger als der von Nomad.

Wer lieber in einem Kuppelzelt übernachtet, zwei Eingänge, große Apsiden und Platz im Innern schätzt, findet im Exped Venus 2 Extreme ein top Allround-Zelt für zwei Personen. Es wiegt mit 2,9 Kilo nicht zu viel, bietet ein reißfestes Material und lässt sich im Nu errichten.

Eine klasse Wahl für Touren bei Wärme, aber auch bei Frost, Wind (bis 140 km/h) und Dauerregen. Leichtgewichtsfans, die auf jedes Gramm achten, sollten sich das Robens Verdin ansehen. Mit knapp 1,8 Kilo wiegt es unschlagbar wenig und ist verpackt kaum größer als eine dicke Thermoskanne. Zwar kann man darin nicht aufrecht sitzen, doch dafür gibt es viel Stauraum in der großen Apsis – und Sturmfestigkeit (bis 170 km/h!) obendrauf.

Möchte man keine Kompromisse machen und sucht ein Zelt fürs Leben und für Touren aller Art, zu jeder Jahreszeit (selbst im Winter), empfiehlt sich das Hilleberg Kaitum 2. Mit 1080 Euro ist es zwar teuer, doch die langlebigen Materialien, cleveren Details, der stabile Stand (bis 170 km/h) und prächtige Wohnkomfort relativieren den hohen Preis.

Die getesteten Zweipersonenzelte 2019 im Detail:

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Fjällräven Abisko Endurance 2 Zelt
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