Magisches Skandinavien: Norwegen
Die schönsten Wanderregionen in Norwegen
Reisereportage Heft 05/2021 - Reinheimen Norwegen Martin Hülle

Unterwegs im Reinheimen-Nationalpark

Wildnistour mit der Familie Unterwegs im Reinheimen-Nationalpark

Als Familie durch die Bergwildnis des norwegischen Nationalparks Reinheimen zu ziehen ist ein berauschend schönes Erlebnis. GPS-Daten und Reiseinfos hier...

Reinheimen: Die Etappen

1. Zur Tyerråhytta

Mehr zum Thema:
Länge 9,55 km
Dauer 2:43 Std
Schwierigkeitsgrad Mittelschwer
Höhenunterschied 334 Meter
Höhenmeter absteigend 12 Meter
Tiefster Punkt 738 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Vom Seterpensjonat in Billingen führt ein Pfad steil den westlichen Hang oberhalb des Flusses Torda hinauf. Bevor man zu einem Parkplatz und letzten Almhöfen gelangt, stürzt rechts der Fluss Store Føysa in einem Wasserfall in die Tiefe. Ab der Baumgrenze steigt der Weg moderater, aber kontinuierlich an, bis er das Tal Torddalen erreicht. Von hier geht es flach am Fluss entlang. Bald taucht der Berg Tordskyrkja auf, zu dessen Füßen die Tverråhytta liegt. Achtung: Entlang des Wegs sind viele Bäche zu queren. Nach starkem Regen können die Wasserstände hoch sein.

2. Zur Veltdalshytta

Mehr zum Thema:
Länge 10,50 km
Dauer 2:58 Std
Schwierigkeitsgrad Mittelschwer
Höhenunterschied 261 Meter
Höhenmeter absteigend 151 Meter
Tiefster Punkt 1069 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Hinter der Tverråhytta steigt der Weg am Talhang empor zu einem flachen Sattel, hinter dem der kleine See Kupevatnet auftaucht. Von hier führt die Route hinab zum See Fremste Veltdalsvatnet. Am See Heimste Veltdalsvatnet ändert sich die Wegbeschaffenheit: In stetem Auf und Ab geht es auf einem schmalen, teils unwegsamen Pfad am Hang entlang. Dabei sind einige Steilstufen und zwei kleine Flussquerungen zu meistern. Kurz hinter der Abzweigung gen Torsbu und Pyttbua liegt die Veltdalshytta.

Reisereportage Heft 05/2021 - Reinheimen Norwegen
Martin Hülle
In kurzer Kleidung durch Schnee stapfen? Nicht ungewöhnlich für Norwegen.

3. Zur Torsbu

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Länge 14,04 km
Dauer 4:09 Std
Schwierigkeitsgrad Mittelschwer
Höhenunterschied 437 Meter
Höhenmeter absteigend 273 Meter
Tiefster Punkt 1179 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Diese Etappe hat zwei Gesichter. Der erste Teil führt hoch hinauf und südöstlich um den Karitind-Gipfel herum: eine karge Welt aus Geröll und Altschneefeldern. Zur Zeit der Tour (Juli/August 2020) war der Schnee, der manche Seen noch nahezu komplett bedeckte, ein Segen. Darüber ließ es sich viel einfacher laufen als über die steinigen Hochflächen. Erst an der Weggabelung Pyttbua/Torsbu besserte sich das Gelände. Ein gut begehbarer Pfad führt von hier hinab zum See Tordsvatnet und an dessen Ufer zur Torsbu, die aus weiter Ferne sichtbar über dem Wasser thront.

4. Nach Billingen

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Länge 14,92 km
Dauer 4:05 Std
Schwierigkeitsgrad Mittelschwer
Höhenunterschied 20 Meter
Höhenmeter absteigend 622 Meter
Tiefster Punkt 1343 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Hinter der Torsbu öffnet sich eine weitläufige Ebene, über die man zum Ende des Sees Tordsvatnet gelangt. Eine kleine Brücke überspannt seinen Anfluss. Hat man sie überschritten, bleibt das Gelände noch für einen weiteren Kilometer flach, bis der Weg durch das Tverrådalen bergab führt. Der Pfad folgt dem Fluss Tverråi, der wild tosend ins Torddalen stürzt. Ab der bereits bekannten Tverråhytta folgt man dem Weg des ersten Tages wieder zurück nach Billingen.

Tipps zur Planung

  • Hinkommen: Mit dem Auto steuert man Kiel, Hirtshals (DK) oder Frederikshavn (DK) an und reist per Fähre weiter nach Norwegen (Oslo, Kristiansand, Langesund, Larvik oder Bergen). Ab Oslo nordwärts auf die E 6 und in Otta nach Westen ins Ottadalen abbiegen. 47 Kilometer westlich von Lom liegt Billingen direkt an der Rv 15. Von Bergen zuerst nordwärts zum Sognefjord und weiter über Förde, Skei und Stryn zur Rv 15. Alternative zur Fähre: Über die Öresund- und Storebeltbrücke durch Dänemark und Schweden. Wer lieber fliegt, steuert zunächst Oslo an – zum Beispiel mit SAS (flysas.com, ab 200 Euro retour). Von Oslo per Bahn weiter nach Otta und von dort per Bus nach Billingen (vy.no).
  • Anspruch: Bis auf einige schmale, unwegsame Abschnitte am See Heimste Veltdalsvatnet ist die Runde technisch recht einfach. Wechselhaftes Wetter, Geröll und in manchen Jahren auch zahlreiche Altschneefelder können das Gehen jedoch erschweren. Zudem stehen ein paar Bachquerungen an, die bei höherem Wasserstand zu nassen Füßen führen können (Watschuhe mitnehmen).
  • Orientieren: Die Strecke ist gut mit dem roten »T« des norwegischen Wanderverbands DNT markiert. Die Orientierung erleichtert zudem die Karte »Tafjordfjella« von Nordeca (1:50 000, 27 Euro, zum Beispiel über geobuchhandlung.de). Für den Fall schlechten Wetters empfiehlt sich ein Kompass.
  • Beste Zeit: Mitte Juli bis Mitte September. Mit Källteeinbrüchen und Schneefall muss man ganzjährig rechnen.
  • Informieren: visitnorway.de ist die beste Anlaufstelle für Infos zur Region, Wander und Übernachtungsoptionen. Zudem lohnt ein Blick auf die DNT-Website (dnt.no) und auf ut.no: Hier finden sich alle Hütten entlang der Route.
Reisereportage Heft 05/2021 - Reinheimen Norwegen
Martin Hülle
Das rote »T« des norwegischen Wanderverbands kennzeichnet zuverlässig die Route.

Unterkünfte und Einkehrtipps

  • Zelten: Es gilt das Jedermannsrecht, Zelten ist prinzipiell überall erlaubt.
  • Tverråhytta: Die einfache Hütte mit fünf Schlafplätzen gehört dem Anbieter Skjåk Almenning. Den Schlüssel erhält man in Bismo (18 km westlich von Lom). 690 NOK (ca. 65 Euro) pro Hüttennacht. skjak-almenning.no
  • Veltdalshytta: Unter dem Karitinden (1982 m) steht mit der Veltdalshytta ein mustergültige DNT-Selbstversorgerhütte (51 Schlafplätze, unverschlossen, gemütlich). Der See Veltdalsvatnet bietet sich zum Angeln an. Die Hütte verfügt über eine gut bestückte Speisekammer mit Konserven, Knäckebrot, Haferflocken, Nudeln & Co. 400 NOK (ca. 37 Euro) pro Nacht für Nicht-DNT-Mitglieder, 280 NOK für Mitglieder (ca. 26 Euro).
  • Torsbu: Für die auf 1350 Metern Höhe gelegene Torsbu am See Torsvatnet braucht man einen DNT-Schlüssel. Sie besitzt 19 Schlafplätze und eine kleine Vorratskammer. Übernachtungskosten wie Veltdalshytta.
  • Unterwegs: Trinkwasser spenden Flüsse und Bäche, Proviant muss mitgenommen werden. In der Veltdalshytta und Torsbu kann man Verpflegung aus den Vorratskammern kaufen.
  • Einkehr: Am Ausgangsort bietet das urige Billingen Seterpensjonat neben 18 Schlafplätzen auch Leckereien wie Elch-Burger oder Waffeln mit Sahne und Marmelade. billingen.no

Tipps von Fotograf Martin Hülle

  1. Steinbrücke: Am Seterpensjonat in Billingen startet eine 3,5 Kilometer lange Rundtour zur »Steinbrua«. Hoch über einer Schlucht, die der Fluss Store Føysa in die Landschaft gefräst hat, bietet der steinerne Block einen natürlichen (und exponierten) Übergang über das Wasser.
  2. Geschichte: Nah der Veltdalshytta versteckt sich die winzige Fieldfarehytta. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erbauten sie drei norwegische Saboteure und starteten von hier Beobachtungstouren zu einer von deutschen Besatzern genutzten Eisenbahnlinie.
  3. Bergziele: Geübte Alpinwanderer steigen ab der Veltdalshytta auf den Tordsnose (1975 m), das Naushornet (1895 m) und den Karitinden (1982 m).

Der Reiseberiht zum Reinheimen-Nationalpark

Je weiter wir ins Gebirge vordringen, umso mehr Altschneefelder finden wir. Am Hang oberhalb des Sees Heimste Veltdalsvatnet, der in diesem Jahr selbst Ende Juli noch zu großen Teilen unter Eis liegt, führt in stetem Auf und Ab ein schmaler, teils unwegsamer Pfad entlang. An einigen Steilstufen gilt es, die Balance zu halten. Hier und da fällt das Gelände diverse Meter senkrecht unter uns ab. Einen Ausrutscher mit schwerem Rucksack sollten wir tunlichst vermeiden. »Alles klar, Selma?« – »Alles klar.« Dann versperrt ein kleiner Fluss den Weg. Und nun? Wir versuchen, ihn über ein unterhöhltes Schneefeld zu queren, aber es leitet uns nicht ganz hinüber auf die andere Seite. Selma, die mit ihren zehn Jahren schon einige Outdoor-Abenteuer erlebt und immer mehr Gespür für den richtigen Weg entwickelt, sagt: »Ich würde waten.« Recht hat sie. In Watschuhen erreichen wir schnell das andere Ufer. Das Zelt schlagen wir an diesem Tag bei der Veltdals-Hütte auf. Hoch ragen in ihrer Nähe die Flanken der Tordsnose, des Naushornets und des Karitinden auf, deren Gipfel alle an der 2000-Meter-Marke kratzen und die sich für geübte Wanderer auch als Gipfelziele anbieten. Ein traumhafter Platz, an dem wir zwei Nächte bleiben werden...den kompletten Reisebericht findet ihr in der aktuellen OUTDOOR-Ausgabe 05/2021 – jetzt im Kiosk und online als E-Paper.

Berchtesgaden
OUTDOOR / Timm Humpfer
OUTDOOR 05/2021, ab 1. April am Kiosk.

Hier in unsere Podcast-Folge zum Thema "Trekking in Skandinavien" reinhören:

Ihr könnt die beiden Folgen entweder gleich hier auf dieser Seite anhören, oder auch auf einer der gängigen Plattformen: iTunes, Spotify, Deezer, Audio now, Soundcloud, Acast, The Podcast App, Google Podcast-App auf Android-Smartphones, Lecton sowie Castbox, Podcast Addict und vielen anderen Podcast-Apps und Verzeichnissen. Viel Spaß beim Anhören!

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