Lage und Charakter des Juragebirges
Sie gehören nicht zu den Alpen und sind nicht besonders hoch – aber sie hüten fantastische Landschaften für unvergessliche Outdoor-Erlebnisse: Die Montagnes du Jura ziehen sich als ein etwa 300 Kilometer langer Streifen entlang der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich und dabei durch die Départments Ain, Doubs sowie Jura. Vom wild zerklüfteten Haut-Jura über zahlreiche Naturseen bis hin zu Wäldern und Weiden strotzt das Juragebirge vor Vielseitigkeit. Die Berggipfel bleiben unter 2000 Meter Seehöhe und bieten Erlebnisse für alle die Berge nicht erobern, sondern mit allen Sinnen erfahren wollen.
Vielfältige Landschaft im Osten Frankreichs
Wasser formt seit Jahrtausenden das Jura-Gebirge. Es schafft Schluchten, verschwindet in unterirdischen Gängen und kommt als Quelle zutage. Auf den Graten im Hochjura bekommt man davon nur wenig mit. Weit reicht der Blick vom höchsten Gipfel des Jura, dem Crêt de la Neige (1720 m), bis zu den Alpen. Dieser Berg liegt in einem Naturschutzgebiet – als Wanderer solltest du die geltenden Regelungen beachten und dich verantwortungsvoll verhalten, um diese geschützte Fläche zu bewahren.
In der Tiefe liegen die Reculées, die Täler des französischen Jura, gesäumt von Kalksteinfelsen, aus denen man gerade aufgestiegen ist. Hier tritt das Wasser als Wasserfälle zum Vorschein, Höhlen lassen sich erkunden und an den Hängen wird Wein angebaut. Doch jedes Tal zeigt eine andere Landschaft und so gibt es auf jeder Wanderung Neues zu entdecken.
Die Rundtour zum Crêt de la Neige gehört mit seinen 1000 Höhenmetern auf 15 Kilometern zu den schwierigeren Wanderungen in den Jura-Bergen. Ein ganzer Tag ist dafür nötig, dafür durchstreift er gleich mehrere Landschaften vom Valserine-Tal, über ein Plateau bis zum Kamm. Oder man nimmt die Gondel und spart sich einige Höhenmeter.
Weiter nördlich im Jura sind einige Seen aus der letzten Eiszeit übrig geblieben. Sie stehen wie die Moore unter besonderem Schutz und sind vor allem auf den Plateaus anzutreffen, wie der Lac de Lamoura. Hier weiden Kühen auf den Wiesen und Holzpfade erschließen die Feuchtgebiete.

Die größeren Seen wie Lac de Chalain (siehe Bild oben), Lac de Vouglans und die 4 Lacs laden zu jeder Jahreszeit zu Rundwanderungen am Ufer entlang ein – allerdings sind nicht alle Seen zum Schwimmen freigegeben. Die 4 Lacs beispielsweise sind ein geschütztes Gebiet, in dem das Badevergnügen eingeschränkt ist. Sie alle gehören zum "Pays des Lacs" – auf kleinem Gebiet liegen hier über 20 Seen eingebettet von Wäldern.
Entdecken lässt sich dieses Naturparadies aber nicht nur beim Wandern, sondern auch auf der „Jurassic Vélo Tour“ – 26 Fahrradtouren durch Landschaften voller Quellen, Seen und Wasserfälle.
Outdoor-Erlebnisse ohne Menschenmassen
Das Juramassiv in seiner Länge überschreiten oder von Westen nach Osten durchqueren? Zwei Fernwanderwege erschließen das Jura-Land und ermöglichen es, tiefer in die Natur und Kultur einzutauchen. Ab Frühling sind Wanderungen im Jura möglich und so findet sich leicht eine Zeit, in der wenig los ist – lange Wartezeiten braucht hier eh eigentlich niemand zu fürchten.
Den weitläufigen Bergkamm überquert die Grande Traversée du Jura (GTJ) auf 400 Kilometern. Sie ist sowohl zu Fuß als auch mit dem Mountainbike möglich. 15 Etappen führen überwiegend auf französischer Seite über Berggipfel mit fantastischer Aussicht, durch Schluchten und zu Unterkünften mit langer Tradition.
Eine wunderbare Kombination aus Wanderung, Naturerlebnissen und kulturellen Highlights bietet die Échappée Jurassienne. Einige der schönsten Dörfer Frankreichs sind die Etappenziele der insgesamt 18-tägigen Weitwanderung. Die 350 Kilometer führen aber auch zu Seen, Wasserfällen, Aussichtspunkten und durch den geschützten Regionalen Naturpark Haut-Jura. Seit 2026 kannst du die Échappée Jurassienne auch mit dem Mountainbike erkunden.
Wandern zwischen Dörfern und Weinbergen
Selbst von den großen Städten im Jura – Besancon, Dole, Morteau, Bourg-en-Bresse und Arbois – ist die Natur nie weit entfernt. Einige davon liegen entlang des Flusses Doubs, dem der Fahrradweg Eurovelo 6 folgt.
Kennzeichnend für das Jura sind aber die pittoresken Dörfer mit ihren Bauernhöfen und Käsereien. Auf Tagestouren verschmelzen Naturerlebnisse und Begegnungen mit dieser Handwerkskunst. Gestartet wird in malerischen Dörfern, wie Baume-les-Messieurs, das zu den schönsten Frankreichs zählt. Es liegt in einem Talkessel umgeben von dunklem Wald aus dem die weißen Kalksteinwände hervorlugen. Eine mittelschwere Rundwanderung führt durch dieses Reculée, zu Aussichtspunkten und einem Wasserfall.
Slow Tourism – nachhaltiger Tourismus

Das französische Jura bietet nachhaltige Erholung im mehrfachen Sinne. Zum einen kann man in den weitläufigen, unberührten Landschaften perfekt abschalten – die Natur schenkt einem hier Ruhe und Zufriedenheit bei gleichzeitiger Aktivität.
Zum Anderen ist das Jura schnell erreichbar, Köln und München beispielsweise sind circa 600 Kilometer entfernt; mit Frankfurt am Main gibt es eine direkte TGV-Verbindung nach Besancon, die täglich verkehrt. Viele Wege sind mit dem Fahrrad möglich und es gibt eine große Auswahl an umweltbewussten Unterkünften. So hinterlässt ein Urlaub im Juragebirge nur einen kleinen ökologischen Fußabdruck, aber einen großen emotionalen im Herzen!





