Podcast zum Thema
"Einen Blick in die Vergangenheit" nennt Wildnispädagoge Jörn Kaufhold das Lesen von tierischen Spuren. Denn an Pfoten- und Krallenabdrücken oder auch der Losung erkennen Experten, wer hier vergangene Nacht unterwegs war. Und ob in aller Ruhe oder auf der Flucht. Ein Gespräch über den Einstieg in die spannende Fertigkeit des Fährtenlesens:
Der Wildnispädagoge Jörn Kaufhold gibt nicht nur Kurse im Spurenlesen, sondern hat auch mehrere Mikrowanderführer zum kostenpflichtigen Download, Schwerpunkt Slowakei, und zwei analoge Bücher verfasst: den Wanderführer "Weg der Helden" (E8), Conrad-Stein-Verlag, 12,90€ – und "111 Gründe, die Slowakei zu lieben", Schwarzkopf & Schwarzkopf, 14,99€.
Hättest du diese Tierspuren erkannt?
An Flüssen und Seen, tief im Wald, in Fels und Stein – jedes Wildtier hat sein Wohlfühl-Revier. Und Wandernde sehen oft nur an den Trittspuren, wer hier lebt. Wir zeigen euch welche Spur zu welchem Tier gehört ...

In den Bergen - Gämse
Breit, fast quadratisch erscheint das Trittsiegel der Gämse (bis 6 cm) – und unterscheidet sich so von dem des Rehs. Beim Flüchten drücken sich auch die Afterklauen ab.

In den Bergen - Steinbock
Etwas größer als der Abdruck der Gämse ist der des Steinbocks, und die beiden Klauen stehen dichter zusammen. Bei gemächlicher Gangart drücken sich auch seine Afterklauen nicht ab.

In den Bergen - Mufflon
In vollem Lauf drücken sich die »Schalen« genannten Klauen des Mufflons auseinander. Seine bis 6 cm langen Spuren findet man in Gebirgen; bei uns wurde es als Jagdwild angesiedelt.

In Wald und Wiese - Eichhörnchen
Rund 4 cm lange Abdrücke, alle an einer Stelle – ganz klar, hier hüpfte ein Eichhörnchen. An den Vorderpfoten trägt es vier lange Greifzehen mit Krallen, an den Hinterpfoten fünf.

In Wald und Wiese - Waschbär
Das Trittsiegel der Vorderpfote (6 cm; s. Bild) gleicht einer Hand, das der Hinterpfote einem Kleinkindfuß (10 cm): Der Waschbär hinterlässt sie in Mischwäldern, aber auch Siedlungen.

In Wald und Wiese - Steinmarder
Wandernde entdecken die Spuren des graubraunen Steinmarders im Mischwald und auf verbuschten Flächen. Sie sind so groß wie die von Katzen, zeigen aber fünf statt vier Krallen.

Im und am Wasser - Nutria
Die bis 65 cm großen Nager stammen aus Südamerika. An den Hinterfüßen tragen sie zwischen den ersten vier Zehen Schwimmhäute und hinterlassen bis 13 cm große Spuren.

Im und am Wasser - Fischotter
In flachen, bewachsenen Flüssen fühlt sich dieser 90 cm lange Marder wohl. Sehen wird man ihn kaum, nur Abdrücke der fünfzehigen Pfoten (bis 7 cm lang) verraten seine Anwesenheit.

Im und am Wasser - Europäischer Biber
Biber schwimmen wieder vermehrt in unseren Gewässern. Ihre Hinterpfoten (fünf Zehen, Schwimmhäute) hinterlassen 15 cm große Abdrücke, der Schwanz oft eine Schleifspur.





