Aktion "Stunde der Wintervögel" Monika Graf - LBV Bildarchiv
Aktion "Stunde der Wintervögel"
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Aktion "Stunde der Wintervögel"
Aktion "Stunde der Wintervögel" 5 Bilder

Heimische Wintervögel erkennen

Tiere im Winter Heimische Wintervögel erkennen

Annika Lange, Biologin beim Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) erklärt, welche Vögel in der kalten Jahreszeit bei uns zu finden sind und woran man sie erkennt ...

Diesen "Corona-Winter" werden wir alle vermehrt in den eignen vier Wänden verbringen – eine gute Gelegenheit, die Wintervögel im heimischen Garten oder auf dem Balkon zu beobachten und zu zählen!

Vom 8. bis 10. Januar 2021 rufen die Vogelschutzorganisationen Birdlife in Österreich und der LBV (Landesbund für Vogelschutz in Bayern) gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) zur "Stunde der Wintervögel" auf.

Die Aktion zielt darauf ab, mehr Informationen über die heimischen Wintervögel zu sammeln. Mitmachen ist einfach: eine Stunde lang Vögel zählen und das Ergebnis an Birdlife, NABU oder LBV melden. Als kleinen Anreiz zusätzlich unterstützt das Tiroler Familienunternehmen Swarovski Optik diese Aktion und verlost unter allen beim LBV eingereichten Meldungen ein Fernglas EL 8x32. Alle Infos hier und im Video:

Annika Lange, Biologin beim LBV gibt im nachfolgenden Interview Tipps, wie man sich auf die Beobachtung und die Stunde der Wintervögel vorbereiten kann. Ein Fernglas, Notizblock und Bestimmungsbuch oder eine entsprechende App können (Hobby-)Ornithologen helfen, die verschiedenen Vogelarten leichter zu identifizieren.

Aktion "Stunde der Wintervögel"
F. Lauer
Annika Lange, Biologin beim Landesbund für Vogelschutz in Bayern

Welche Vögel sind im Winter bei uns in Deutschland und Österreich zu sehen?

Im Winter begegnen uns zum Beispiel Sperlinge (Haussperlinge, Feldsperlinge), Finkenvögel (zum Beispiel Buchfinken, Bergfinken, Stieglitze, Grünfinken, Erlenzeisige, Kernbeißer, Gimpel), Drosseln (Amseln, Misteldrosseln, Wacholderdrosseln), Meisen (Blaumeisen, Kohlmeisen, Haubenmeisen), Rabenvögel (Elstern, Rabenkrähen, Eichelhäher, Dohlen, in manchen Teilen Deutschlands Nebelkrähen), aber auch verschiedene Tauben, Stare und Spechte, Kleiber, Rotkehlchen sowie Zaunkönige sind häufig zu sehen.

Welche davon sind typischerweise daheim im Garten zu sehen und welche in freier Wildbahn?

Die bereits aufgezählten Vögel kommen alle eigentlich auch mehr oder weniger häufig in Gärten vor. In "freier Wildbahn" trifft man abhängig vom Lebensraum, dem so genannten Habitat, aber natürlich noch ganz andere Vögel. Spannend sind zum Beispiel immer Gewässer. Da sieht man im Winter Enten (Stockenten, Reiherenten, seltener auch Schellenten), Lachmöwen (im Winter unauffälliger im Schlichtkleid unterwegs), Kormorane, Graureiher, Silberreiher, Kanadagänse und Blässrallen. Vögel nutzen im Winter übrigens häufiger verschiedene Habitate als zur Brutzeit.

Hat sich dabei etwas in den letzten Jahren geändert?

Bei vielen Arten zeigt sich schon ein mehr oder weniger deutlicher Rückgang des Bestandes. Klimakrise, Insektensterben und Lebensraumschwund fordern auch von Vögeln ihren Tribut. Andererseits ist zu beobachten, dass mit den zunehmend milderen Wintern gerade Teilzieher, also Arten, die nur teilweise in der kalten Jahreszeit aus dem Brutgebiet in den Süden ziehen, häufiger in Deutschland bleiben. Viele Vögel, die früher den Winter im Mittelmeerraum verbracht haben, trifft man heutzutage auch im Dezember oder Januar in unserer Landschaft an.

Wie gehe ich bei der Bestimmung der Vogelarten vor? Auf was sollten Beobachter schauen?

Am besten ist es, einen unbekannten Vogel erst einmal in eine Kategorie einzuordnen. Dabei können Größe und Form von Füßen, Beinen, Schnabel, Hals und Körper helfen, aber auch der Gesamteindruck, das Verhalten, der Lebensraum und selbst die Flugbewegung liefern wichtige Hinweise. Finken erkennt man beispielsweise am kräftigen Schnabel. Bei Entenvögeln hilft die Lage des Vogels im Wasser, um zu unterscheiden, ob man eine Tauch- oder eine Gründelente vor sich hat. Hat man die Kategorie eingeschränkt, kann man sich dann auf die Färbung konzentrieren. Manche Singvögel sehen sich allerdings so ähnlich, dass man sie fast nur am Gesang unterscheiden kann. Andere wiederum erkennt man auf den ersten Blick an markanten Merkmalen, wie den Wiedehopf.

Wie können sich Birdwatcher auf die Vogelbeobachtung vorbereiten? Und was sollten sie dabeihaben?

Das wichtigste Werkzeug zur Vogelbeobachtung ist ein Fernglas. Ohne Fernglas kann es schwierig werden, wenn von den Vögeln nicht viel zu sehen ist. Außerdem sind Bestimmungshilfen und etwas zum Notieren sinnvoll. Für unterschiedliche Wissensstände gibt es zahlreiche Apps und Bücher, die bei der Bestimmung helfen. Im Notizbuch – oder mit der Notizfunktion auf dem Smartphone – können sich Beobachter markante Merkmale und auffällige Verhaltensweisen aufschreiben und später noch einmal in Erinnerung rufen, was sie gesehen haben, darüber nachdenken oder nachschlagen. Denn wenn viele Vögel unterwegs sind, reicht die Zeit zur Bestimmung im Gelände oft nicht. Außerdem erhöht das die Motivation, weil man sich den eigenen Erfolg vor Augen führen kann. Und der Lerneffekt ist größer, weil man genauer hinsieht und Bestimmungen, die man nach einigen Tagen vergessen hat, noch einmal nachlesen kann.

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