Lappland: Wildnis-Trekking im Sarek Nationalpark

Die schönsten Wanderrouten im Sarek

Foto: Boris Gnielka Zelten in Lappland
Über den Padjelanta oder tief in das Herz des Sarek Nationalparks: hier stellen wir Ihnen die Top-Trekkingtouren in der Sarek-Region vor.
Foto: outdoor Trekkingtour im Sarek - Karte

1 - Über den Padjelanta

Von Ritsem nach Kvikkjokk, 140 km, 7-9 Tage, einfach

Die Route ist eine »Abkürzung« des markierten Padjelantaleden: Von der Fjällstation Ritsem geht es per Boot über den Akkajaure, weiter auf dem Padjelantaleden zur Kisurisstugan. Mit Blick auf den Akka (2015 m) folgt man dem Pfad am Fluss Sjnjuvtjudisjakka vorbei am Nijak (1922 m) in das Routesvagge. Am besten zeltet man vor der Watstelle am Smajlajakka, der morgens leichter zu furten ist. Ein Pfad führt westlich des Flusses zur unbewirteten Mikkastugan (Nottelefon), hinter der es feine Zeltplätze gibt: in den Blaubeeren und mit gigantischer Aussicht! Von hier geht‘s meist pfadlos zirka vier Kilometer nach Westen, bis man auf Höhe der »Renvaktarstuga« über den Kuopperjakka furtend ins Alkavagge wechselt. Ein Pfad führt zur Alkavare-Kapelle und weiter zur Brücke am Miellädno. Nun weglos Richtung Süd, Südwest, bis man an der Tuottarstugorna wieder auf den Padjelantaleden trifft. Über ihn in vier Tagen nach Kvikkjokk (Fjällstation).

2 - Die große Runde

Von Suorva bis nach Saltoluokta, 220 km, 12–16 Tage, mittelschwer

Auf dieser Runde durchwandern Sie die drei schönsten Sarek-Täler: Routes-, Kuopper- sowie Alkavagge und lernen außerdem besonders einsame Ecken kennen. Startpunkt ist die Bushaltestelle bei Suorva. Von hier folgen Sie der Staudammstraße, passieren die Rentierzäune uferseitig, bis ein Pfad rechts in den Wald führt. Erst sanft, später steiler geht es über Sumpf, Totholz und Geröll mühsam empor, bis der Wald sich lichtet und sich immer mehr Zeltmöglichkeiten bieten (ab ca. 650 m). Spätestens an der Furtstelle über den Njabbejakka verlassen Sie den nach Süden weiterführenden Pfad und gehen Richtung Westen bis hinter die drei großen Seen südlich des Stuor Átjek (1380 m). Es bietet sich ein toller Ausblick auf das gewaltige Massiv des Akka, kurz danach auch auf die lange Bergkette des Sarektjakka, an dessen rechtem Ende der Nijak aufsteilt. Nichts wie hin! Denn bei schönem Wetter lohnt seine Besteigung, bietet er doch eine großartige Rundumsicht. Als Basislager bietet sich der Nijak-See auf 1172 Metern an. Von hier um den Nijak herum ins Routesvagge und wie Route 1 weiter zur Hängebrücke am Miellädno. Von dort zwei Kilometer nach Norden, um entlang des Sees Nasasjaure von Westen in das beeindruckende Kuoppervagge zu wechseln. Dem Tal folgen Sie zur Mikkastugan, wo Sie über die Brücke und auf gutem Pfad südöstlich einen Abstecher zum Fuße des Bergs Laddebakte machen – die Aussicht ins Rapadal ist es wert! Danach geht es (am besten anderntags) sechs Kilometer zurück und nach Osten zum See Bierikjaure, hinter dem Sie gute Zeltplätze finden. Anschließend zur Brücke über den reißenden Guhkesvagge und Richtung Ost bis zur »Renvaktarstuga«. Von hier südöstlich emporsteigend zum See Guodekjaure. Nun sind es noch rund zehn Kilometer bis zum Kungsleden, dem Sie nach Saltoluokta folgen.

3 - Ins Herz des Sarek

Von und nach Saltoluokta, 110 km, 6–8 Tage, mittelschwer

Diese Route folgt dem Kungsleden von Saltoluokta bis auf die Hochfläche vor der Fjällhütte Aktse. Hier führt ein Pfad auf den Berg Skierffe, von dem man eine hervorragende Aussicht ins Rapadelta hat. Bei Trockenheit kann man vom Skierffe in einem kurzen Nordwestbogen ins Rapatal absteigen und dort auf einem sporadisch mit Planken versehenen Pfad zum Laddebakte folgen (tolle Zeltmöglichkeiten mit prächtiger Aussicht). Aufgrund des weichen Bodens und der wilden Vegetation kommt man im Rapatal vor allem nach Regenfällen nur mühsam voran. Einfacher wandert es sich am Hang: vom Skierffe bis zum Fluss Lulep Vassjajagasj, und erst an ihm hinunter ins Rapatal. Folgen Sie dem Pfad vom Laddebakte Richtung Norden, kraxeln Sie durch die steile Flanke des Bielatjakka, und biegen Sie auf seinem Nordhang auf zirka 850 Metern Höhe Richtung Osten ab. Bald führen Pfadspuren ins eng eingeschnittene Tal Bastavagge. Man folgt ihnen auf der rechten Seite des Flusses und dem später wieder besser sichtbaren Pfad zur Sami-Siedlung Rinim. Dort geht es mit dem Boot, das eine Samifamilie betreibt, zur bereits vom Hinweg bekannten Sitojaure Stugorna. Nun auf dem Kungsleden in einem (langen) Tag zurück zum Ausgangspunkt, der luxuriösen Saltoluokta-Fjällstation.

Video: Reise-Highlights bei outdoor-magazin.com

19.03.2015
Autor: Boris Gnielka
© outdoor
Ausgabe 3/2015