Foto: Globetrotter

"Eine grünere Wahl" beim Outdoor-Händler Globetrotter

Green Friends
Mit der Initiative »Eine grünere Wahl« will der Outdoor-Händler Globetrotter Hersteller und Kunden zu mehr Nachhaltigkeit motivieren.

Es ist die heiße Phase der Kaufentscheidung. Nur noch zwei Modelle liegen im Rennen. Also noch mal schnell rein in die erste Trekkinghose, eine Kniebeuge machen – und wieder raus. Dann ein letztes Mal in die andere, ein Hüftschwung nach vorne und einer nach hinten. Beide Hosen sitzen top, sehen gut aus und ähneln sich zudem preislich. Welche wird es?

»Wir empfehlen in solchen Fällen ganz klar "Eine grünere Wahl"«, sagt Fabian Nendza und tippt auf das dunkelgrüne Symbol mit dem Eisbären (siehe rechts). »Mit diesem Label zeichnen wir bei Globetrotter die Frontrunner der Outdoor-Branche aus: Produkte, die ökologisch und sozial eine Extrameile gehen.«

Damit trifft der Leiter Nachhaltigkeit und Unternehmerische Verantwortung bei der Hamburger Handelskette genau den Nerv, der für Globetrotter-Kunden den Ausschlag gibt.

Für neun von zehn Kunden spielt Nachhaltigkeit beim Kauf von Outdoor-Produkten eine Rolle. Vor genau einem Jahr hat das Hamburger Unternehmen daher die Initiative »Eine grünere Wahl« gestartet, um seine Kunden in ihrem verantwortungsbewussten Lebensstil zu unterstützen und zugleich die Hersteller anzuspornen, in dieser Hinsicht noch besser zu werden.

Es ist eine Mammutaufgabe. Rund 35.000 Produkte an Bekleidung, Schuhen und Ausrüstung umfasst das Sortiment. Jedes Produkt, das neu hinzukommt, wird nun im Einkauf nach zehn Kriterien geprüft: Besteht es aus natürlichen Materialien in Bioqualität? Ist es aus recycelten Materialien? Lässt es sich reparieren oder recyceln? Wurde auf bedenkliche Chemikalien verzichtet? Des Weiteren gehören eine transparente Lieferkette, faire Arbeitsbedingungen, europäische Produktion und Kompensationsleistungen zu den Punkten.

Sind mindestens vier Kriterien erfüllt, wird die Ware in den Filialen und im Webshop als »Eine grünere Wahl« ausgezeichnet. Aber hängt die Messlatte mit vier Punkten nicht zu niedrig? »Definitiv nicht«, meint der Nachhaltigkeitsmanager. »Es handelt sich um sehr anspruchsvolle und belastbare Kriterien, die die führenden Branchenstandards einschließen. Alle Produkte, die sich qualifizieren, sind auf einem guten Weg und nachhaltiger als vergleichbare Alternativen.«

Foto: Globetrotter Globetrotter Filiale

Im Jahr 2022 soll jedes vierte Produkt bei Globetrotter »Eine grünere Wahl« sein.

Bis Mitte 2021 soll das gesamte Sortiment den Bewertungsprozess durchlaufen haben

Rund 500 Produkte tragen bereits heute das Prädikat »Eine grünere Wahl« – ein Label unter vielen. Bunte Bündel von Anhängern und Etiketten an vielen Kleidungsstücken gewährleisten dem Konsumenten, dass er guten Gewissens kaufen darf.

Darunter befinden sich die Zeichen renommierter Zertifizierungen für umweltbewusstes Chemikalienmanagement (Bluesign), zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen (Fair Wear Foundation) und für nachhaltig gewonnene Rohstoffe (darunter Global Organic Textile Standard, Responsible Down Standard, Made in Green, siehe auch Seite 28). Daneben baumeln Symbole für markeneigene Nachhaltigkeitsinitiativen und Hinweise auf patentrechtlich geschützte Hightech-Innovationen. Braucht es da wirklich noch ein weiteres Label?

«Das haben wir uns auch gefragt. Und genau deswegen haben wir schließlich diese Initiative gestartet«, erklärt Fabian Nendza. »Mit unserer ganzheitlichen Produktbewertung bieten wir unseren Kunden eine verbesserte Orientierung, um Nachhaltigkeit verstärkt in der Kaufentscheidung zu berücksichtigen. Denn in »Eine grünere Wahl« sind die wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen in einem Standard vereint. Und so können wir unserer Rolle als beratender Fachhändler auch zum Thema Nachhaltigkeit in noch verbessertem Maße nachkommen.«

Der Globetrotter Nachhaltigkeitsstandard baut auf führenden Branchenstandards und aktuellen Erkenntnissen auf, etwa dem sogenannten Higg Product Modul der Sustainable Apparel Coalition und Reports von Textile Exchange.Anerkannte Standards und Zertifizierungen wie Blue Sign sind klare Indizien und erleichtern die Bewertung. »Aber auch kleinere Marken sollen mitgenommen werden, denn viele sind super engagiert im Bereich Nachhaltigkeit.Aber für sie sind Zertifizerungsprozesse teils zu aufwendig und nicht immer zielführend«, so Nendza. »Wenn sie nachweisen, dass sie unsere Kriterien erfüllen, sind sie dabei.«

Grüne Welle bei Globetrotter

Nicht nur Kunden und Hersteller soll die Initiative ansprechen: Auch die Einkäufer werden ermutigt, sich verstärkt nach besonders ökologisch und fair produzierten Produkten umzusehen. Ohnehin sind sie verpflichtet, sich bei der Sortimentsauswahl an strenge Nachhaltigkeitsrichtlinien zu halten, die im Verhaltenskodex von Globetrotter und einem speziellen Regelwerk für Markenlieferanten definiert sind.

Jedes vierte Produkt im Gesamtsortiment von Globetrotter soll im Jahr 2022 »Eine grünere Wahl« sein. Spätestens, wenn dieses Ziel erreicht ist, wird das Bewertungssystem weiterentwickelt, kündigt Nendza an. »Was heute die Vorreiter der Outdoor-Branche leisten, wird künftig Branchenstandard sein. Nachhaltigkeit ist ein fortlaufender Verbesserungsprozess.«

Foto: Globetrotter Globetrotter Werkstatt Dresden

Die Werkstatt der Dresdner Filiale bietet diverse Reparaturdienste an.

Mehr Know-how beim Reparieren

Diesen Prozess treibt Globetrotter auf allen Ebenen voran. Seit November 2018 wird in der Servicewerkstatt der Dresdner Filiale repariert, genäht, gewaschen und imprägniert. Auch die fünf Filialen in Leipzig, Regensburg, Hannover, Karlsruhe und Nürnberg, die in diesem Jahr eröffnen, bekommen Werkstätten. Denn fest steht: Je langlebiger ein Produkt, desto nachhaltiger ist es.

Am 11.April sowie als Kontrastprogramm zum Kaufrausch des sogenannten Black Friday am 29. November laden alle Globetrotter-Filialen zum »Werkstatt-Tag« ein. Bundesweit dreht sich dann alles um Produktpflege, Do-it-yourself-Kniffe und Reparaturen.

Auch rund um die Initiative »Eine grünere Wahl« wird es in diesem Jahr diverse Veranstaltungen und Aktionen geben. »Die gute Resonanz seitens der Kunden und Hersteller möchten wir weiter befeuern«, sagt Nendza. »Wir wollen der grünste Outdoor-Händler Europas werden und auch andere immer wieder motivieren, weitere Extrameilen auf dem Weg der Nachhaltigkeit zu gehen.«

Foto: Frilufts | Globetrotter

Frilufts Waiho Damen-T-Shirt aus recycelbarer Merinowolle. Preis: 44,95 Euro

Frilufts - praktisch, schlicht und schön

Mit seiner Handelsmarke Frilufts hat sich Globetrotter auf einen guten Weg begeben. »Eine grünere Wahl« bildet hier zum Beispiel das T-Shirt Waiho für Frauen (siehe Bild oben). Es besteht zu 100 Prozent aus thermoregulierender, geruchsneutralisierender und recycelbarer Merinowolle, die die hohen umwelttechnischen und sozialen Anforderungen des Global Organic Textile Standard (GOTS) erfüllt. Um die klimaschädlichen CO2Emissionen beim Transport möglichst gering zu halten, wird das Shirt in Europa hergestellt.

Im Frilufts-Verhaltenskodex sind Sozialstandards, Umweltstandards und auch Tierschutz geregelt. »Frilufts« ist Schwedisch und bedeutet »im Freien« zu sein. Und dafür bringt das T-Shirt praktischerweise den Lichtschutzfaktor 30+ mit. Preis: 44,95 Euro. Bestellung und weitere Infos hier