Globetrotter: Interview mit Silke Sorgalla zu ‚‚Eine grünere Wahl‘‘

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    Nachhaltigkeit bei Globetrotter
    Interview mit Silke Sorgalla zu „Eine grünere Wahl“

    Nachhaltig in der Natur unterwegs sein – das wollen immer mehr Menschen. Wir haben Silke Sorgalla, CSR Managerin im Einkauf bei Globetrotter, gefragt, worauf man beim Kauf von Outdoor-Equipment achten sollte, wie das Unternehmen Umweltschutz und Sozialstandards im Produkt-Sortiment verankert und welche Kriterien dem ‚‚Eine grünere Wahl‘‘-Label zugrunde liegen.

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    Foto: Globetrotter
    Frau Sorgalla, worauf können Kundinnen und Kunden achten, um nachhaltigere Outdoor-Produkte zu kaufen?

    Zuallererst sollte man sich genau fragen, welche Ausrüstungsgegenstände man wirklich benötigt. Fährt man nur einmal im Jahr zelten, macht es vielleicht nicht unbedingt Sinn, gleich ein eigenes Zelt anzuschaffen. Gleiches gilt für Outdoor-Sportarten, die man erst einmal ausprobieren möchte, wie zum Beispiel das Schneeschuh-Wandern. In einigen Globetrotter-Filialen und auch online kann man daher Produkte wie Zelte, Schneeschuhe oder Kindertragen ausleihen und auf Wunsch später auch erwerben.

    Unsere Highlights

    Fällt das Ausleihen von Ausrüstung als Option raus, sollte man sich fragen, ob es wirklich ein neues Ausrüstungsstück sein muss, oder ob auch ein Second-Hand-Produkt eine Möglichkeit ist. Hierfür bietet Globetrotter in seinen Filialen und demnächst auch online einen eigenen Bereich an.

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    Das „Eine grünere Wahl“-Label

    Wenn man doch einen Neukauf in Betracht zieht, sollte man sich genau überlegen, für welchen Zweck man die Ausrüstung benötigt. Im Idealfall sollte das neue Teil für verschiedene Anwendungsgebiete einsetzbar sein. Ist man sich unsicher, so sollte man sich am besten professionell beraten lassen, um sicherzustellen, dass das Produkt auch wirklich zum Kunden und zum jeweiligen Einsatzgebiet passt. Denn nur so nutzt man es gerne und damit auch lange. Darüber hinaus lohnt es sich, auf ein zeitloses Design und gute Qualität zu achten. Mit der richtigen Pflege halten solche Lieblingsstücke viele Jahre lang und auch eine Reparatur ist oftmals noch möglich – entweder in Eigenregie, oder durch qualifizierte Experten, wie sie in den Globetrotter-Reparaturwerkstätten zu finden sind. Das ‚‚Eine grünere Wahl‘‘-Label zeigt darüber hinaus anschaulich und transparent nachhaltigere Produktalternativen auf.

    Das von Ihnen erwähnte ‚‚Eine grünere Wahl‘‘–Label findet sich auf vielen Produkten, die in den Globetrotter-Filialen und im Online-Shop zu finden sind. Was steckt dahinter?

    Das ‚‚Eine grünere Wahl‘‘-Label haben wir 2018 eingeführt, um unsere Kundinnen und Kunden dabei zu unterstützen, nachhaltiger einzukaufen. Es kennzeichnet Produkte in unserem Sortiment, die in diesem Punkt besser abschneiden als vergleichbare Kleidungs- und Ausrüstungsstücke. Mittlerweile führen wir rund 2.000 ‚‚Eine grünere Wahl‘‘-Produkte: Alle haben wir intensiv geprüft und so als nachhaltige Vorreiter gekennzeichnet.

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    „Eine grünere Wahl“-Produkte in der Globetrotter Filiale in Dresden
    Zusätzlich verpflichtet Globetrotter alle Lieferanten, einen Verhaltenskodex, den Code of Conduct, zu unterschreiben. Reicht das nicht, um Nachhaltigkeit sicherzustellen?

    Die Anforderungen, die wir in unserem Code of Conduct an unsere Lieferanten stellen, decken schon vieles ab, wie etwa die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten, Umweltschutz sowie den Kampf gegen alle Formen von Zwangs-, Straf- und Kinderarbeit. ‚‚Eine grünere Wahl‘‘-Produkte gehen in puncto Nachhaltigkeit aber noch deutlich weiter: Sie erfüllen mindestens vier unserer Positivkriterien und stellen somit beispielsweise ein besseres Chemikalienmanagement, den Einsatz natürlicher und recycelter Materialien oder faire Arbeitsbedingungen sicher. Darüber hinaus haben wir zehn absolute No-Go-Kriterien definiert. Erfüllt ein Produkt nur eines dieser Kriterien, kann es nicht zur ‚‚grüneren Wahl‘‘ gehören.

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    Warum heißt das Siegel eigentlich ‚‚Eine grünere Wahl‘‘, und nicht ‚‚Eine grüne Wahl‘‘?

    Wir möchten nicht den Anschein erwecken, als sei alles perfekt – die Outdoor-Branche hat in den vergangenen Jahren viel erreicht, aber wir alle haben noch einen weiten Weg vor uns. Daher möchten wir mit dem Label Produkte hervorheben, die eine nachhaltigere Alternative im Vergleich zu anderen Produkten darstellen. Das heißt nicht, dass dieses dann zu 100 Prozent nachhaltig ist – es stellt aber eine der aktuell besten, verfügbaren Alternativen dar. Ich möchte das am Beispiel einer Regenjacke verdeutlichen: Eine neue Jacke kann per se nicht vollständig nachhaltig sein, denn für ihre Produktion werden Energie, Wasser und Rohstoffe aufgewendet. Bei der Produktion einer Regenjacke, die das ‚‚Eine grünere Wahl‘‘-Label trägt, wurde aber beispielsweise auf den Einsatz bestimmter, sonst üblicher Chemikalien wie PFC verzichtet und es wurden umfassendere Sozialstandards eingehalten. Mit unserem Label möchten wir Hersteller als Vorreiter auszeichnen, die den bisweilen steinigen Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit gehen, sie ermutigen, weiterzumachen und sich noch ehrgeizigere Ziele zu setzen. Wir betrachten Nachhaltigkeit als eine Reise und damit als einen Ansporn zur kontinuierlichen Verbesserung.

    Silke Sorgalla von Globetrotter mit Zitat
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    Silke Sorgalla, CSR Managerin im Einkauf bei Globetrotter
    Das heißt, die Kriterien für das Label werden ständig angepasst?

    Ja, genau – denn wir wollen schließlich nur die Besten der Branche auszeichnen. Daher prüfen wir nach jeder Saison, ob unsere Kriterien noch ‚‚up to date‘‘ sind und entwickeln sie ständig weiter. Ein gutes Beispiel ist hier der PFC-Verzicht: Zur Einführung des Labels wurde dieser mit einem Punkt belohnt – heute stellt der Einsatz von PFC für uns ein klares No-Go-Kriterium dar. Eben aus diesen Gründen stellt das ‚‚Eine grünere Wahl‘‘-Label zurzeit das umfassendste System dar, um Outdoor-Produkte auf dem europäischen Markt zu evaluieren.

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    Erscheinungsdatum 06.12.2022

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