Bouldern Silvretta Silvapark Florian Wenter

Wohin zum Klettern? 5 richtig gute Tipps

Kletterziele Wohin zum Klettern? 5 richtig gute Tipps

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Wo soll's denn hingehen für den nächsten Klettertrip? Vom Bouldern bis MSL: 5 richtig gute Ideen für den nächsten Ausflug.

Urlaubs-Inspo gefällig? Ob Kurztrip übers Wochenende oder für den nächsten richtigen Kletterurlaub, hier haben wir fünf geniale Ziele fürs Frühjahr und den Sommer ausgesucht.

Tipp Nummer 1: Sonne in Spanien – Chulilla

Klettern Chulilla
Sam Bie
Genialen Kalk, Sonnenwände für den Winter und Schattenwände für später im Jahr findet man in Chulilla in der Nähe von Valencia.

Der Canyon von Chulilla ist das größte und wahrscheinlich beeindruckendste Kletterparadies, das die Provinz Valencia zu bieten hat. Der Fluss Túria schuf hier im Hinterland von Valencia eine beeindruckende Schlucht mit einer Länge von über vier Kilometern und Felswänden mit einer Höhe von bis zu 160 Metern. Der wieder auferstandene Klassiker aus den 80er-Jahren ist heute wieder angesagt, und eine Vielzahl an Kletterern aus der ganzen Welt macht das kleine Dorf alljährlich um die Weihnachtszeit zu einem Mekka für Sportkletterer. Aber auch im Frühling und Herbst lässt es sich hier hervorragend klettern. Durch die unterschiedliche Ausrichtung der Sektoren findet sich immer eine Wand in der Sonne oder im Schatten. Über 1000 Routen bieten die ganze Kletterpalette bis hin zu grandiosen Sinterlinien vorwiegend in den Graden 6a bis 8c.

Klettern Chulilla
Sam Bie
Wände ohne Ende im Sektor Diedros von Chulilla.

Tipp Nummer 2: Boulderidylle am Walensee in der Schweiz – Murgtal

Fred Nicole bouldert im Murgtal
Stefan Kuerzi
Altmeister Fred Nicole in einer seiner Kreationen im Sektor Zahlstelle.

Vis-à-vis der Churfirsten zieht das Murgtal vom Walensee nach Süden. Lange ein Geheimtipp, kam erst mit dem Erscheinen eines Führers im Jahr 2017 das ganze Ausmaß des Boulderpotenzials an die Öffentlichkeit – über 700 Probleme gleichmäßig verteilt von 4 bis 8C sind dort aufgelistet. Gebouldert wird an Verrucanogestein, das sich sehr vielfältig präsentiert: mal rau und scharf, mal mit runden Kieseln, mal Sandstein-ähnlich, mal glatt und reibungsarm. Insgesamt warten neun Sektoren auf einer Höhe von 500 bis 1100 Meter, die Straße zu den oberen drei ist meist erst ab Ende Mai geöffnet. Für die unteren sechs Sektoren eignet sich die noch laubfreie Zeit im Frühjahr bestens. Das gesamte Gebiet ist eher schattig mit oft hoher Luftfeuchtigkeit, die besten Bedingungen hat man deshalb bei – zum Glück regelmäßig eintretender – Föhnlage. Parken ist im ganzen Tal gebührenpflichtig (5 oder 10 CHF). Bitte parkt nur auf den offiziellen Parkplätzen und haltet euch an alle geltenden (Naturschutz-) Regeln!

Tipp Nummer 3: Offensichtlich und trotzdem gut – das Ziegenfelder Tal im Nördlichen Frankenjura

Klettern Frankenjura
Christian Seitz
Viel Futter für starke Kletterer: Zum Beispiel in Kyrill (9) an der Roten Wand.

Das tief eingeschnittene Kleinziegenfelder Tal gehört zu den nördlichsten Kletterzielen im Frankenjura – und zu den besten. Rund 30 Wände erheben sich auf dem kaum 10 Kilometer langen Talabschnitt nördlich von Kleinziegenfeld. Zu den beliebtesten Felsen des Reviers gehört die Rote Wand mit einer Auswahl an perfekten Lochklettereien vom 5. bis zum 10. Grad. Noch steiler geht es in den Dachklettereien am Diebes­loch zu. Die Holzgauer Wand zieht vor allem die ganz Starken an: Extremklassiker wie Nimue (9-/9) oder Nikita (10-) sind begehrte Ziele, ebenso die Mambo Cavallero (8+/9-) an der benachbarten Toni-Schmid-Gedenkwand. (Achtung, der dazwischen liegende mittlere Teil der Holzgauer ist im Frühjahr wegen Brutschutz gesperrt). Die frische Forelle beim Gasthof Zöllner oder das Bier in der Schrepfersmühle runden den Klettertag typisch fränkisch ab. In Kleinziegenfeld gibt es auch einen ganzjährig geöffneten Campingplatz (www.camping-kleinziegenfeld.de).

Klettern Frankenjura
Christian Seitz
Athletische Kletterei am Diebesloch: Die Blutspur (8-) gehört hier zu den leichteren steilen Routen.

Tipp Nummer 4: MSL an sonnigen Dolomitenwänden – Wände überm Sellajoch

Klettern Dolomiten Sellajoch
Ralph Stöhr
Genuss an der Westkante, Klassiker und moderne Routen in der Südwand: Schon der Erste Sellaturm bietet Kletterspaß für viele Tage.

Kurze Zustiege, moderate Wandhöhen, perfekter Dolomit, eine gewaltige Routenauswahl und ganztags Sonne in der Wand: Kaum eine Dolomiten-Region eignet sich besser für den Frühjahrseinstieg ins alpine Klettern als die Südwände des Ersten Sellaturms und des Piz Ciavazes. Neben grandiosen Genussrouten wie der Westkante (4) des Ersten Sellaturms oder der Rampenführe (4) am Ciavazes locken große Klassiker wie der Trenkerriss (5+) am Ersten Sellaturm, die famose Micheluzzi (6) oder die Abramkante (7 oder 5+/A0) am Ciavazes. Wer schon früh im Jahr die Form testen will, darf sich in alpine Sportklettereien wie die Delenda Carthago (7) am Sellaturm oder die Roberta 83 (8) am Ciavazes wagen. Die Abstiege sind kurz, aber durchaus ausgesetzt – alpin eben.

Tipp Nummer 5: Bouldern mit Alpenpanorama – Silvretta

Bouldern Silvretta Silvapark
Florian Wenter
Der Silvapark in der Silvretta ist das ideale Sommerziel für Boulderer.

Mit seiner Höhenlage auf über 2000 Metern ist der Silvapark oberhalb von Galtür eines der höchstgelegenen Bouldergebiete der Alpen und damit ein perfektes Sommerziel. Hier warten viele grandiose Linien und ein ebensolches Panorama. Bekannt wurde das Gebiet durch Bernd Zangerls schwere Erstbegehungen wie Anam Cara (8B+). Neben reichlich harter Kost gibt es hier ein noch größeres Angebot im sechsten und siebten Bleaugrad – und seit einigen Jahren ist der Silvapark nun auch für Genussboulderer interessant. Von den derzeit knapp 600 Problemen an meist scharfem, teils hautfressendem Gneis rangieren etwa 100 in den unteren Graden bis Fb 5. Die unteren Sektoren (mehrere Parcours) sind ideal für Genussboulderer und Familien, in den oberen Sektoren wird es ab 6C richtig interessant.

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