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Feind im Unterholz: Was man über Zecken wissen muss

Was man über Zecken wissen muss Der Feind im Unterholz

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Sie saugen Blut und übertragen Krankheiten. Wo sie sitzen, welche Risiken es gibt und was man dagegen unternehmen kann: Alles über Zecken.

Zwischen März und Oktober treiben sie ihr Unwesen, und obwohl sie meist winzig sind, bergen Zecken für Menschen einiges Risiko, denn sie können eine Reihe Krankheiten übertragen. Die für den Menschen gefährlichsten darunter: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose (auch Lyme-Borreliose genannt). Gegen FSME kann man sich impfen lassen, gegen Borreliose nicht. Die beste Taktik besteht in der Prävention: sich gar nicht erst beißen lassen ist definitiv die beste Variante.

In diesem Artikel:

Allgemeine Zecken-Info

In hiesigen Breiten ist der gemeine Holzbock die am weitesten verbreitete Zeckenart. Diese Art wird zwischen 2,5 und 4,5 Millimeter groß; Weibchen werden meist größer als die Männchen. Der Zeckenkörper dehnt sich mit dem aufgenommenen Blut und kann bis zu 3 Zentimeter groß werden.

OD Zecke - Gemeiner Holzbock
James K. Lindsey
Der Gemeine Holzbock gehört zur Familie der Zecken und der Ordnung der Milben.

Zecken werden zwei bis fünf Jahre alt und durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien. Im Winter sind sie nicht aktiv und überleben ihn häufig nicht.

Hier sind Zecken verbreitet

Der kleine Parasit sitzt meist im hohen Gras, oder am Waldboden im Laub, im Unterholz und im Gestrüpp – selbst im Garten kann er lauern. Von Bäumen lässt er sich entgegen der landläufigen Meinung selten fallen. Bis auf anderthalb Meter Höhe sollen sie krabbeln können, doch meist bleiben Zecken in Bodennähe. Sie klettern auf Grashalme oder Zweige und warten auf ein potentielles Opfer, von dem sie sich abstreifen lassen.

OD Zecke auf Grashalm
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Zecke auf einem Grashalm - hier wartet sie auf ein Opfer.

Zecken sind bereits auf über 1500 Metern Höhe gesichtet wurden. Dies wird in erster Linie der Klima-Erwärmung zugeschrieben – braucht die Zecke doch gemäßigte bis warme Temperaturen.

Zeckenbissen vorbeugen

Zeckenbisse vermeiden: kein Problem für zivilisierte Menschen, die sich vornehmlich in geschlossenen Räumen aufhalten. Die Menschen allerdings, die es raus, auf Berge, ins Grüne, fernab der Wege zieht – die müssen auf sich aufpassen.

OD zecke gesundheit medizin tiere natur -Tamara-Hoffmann_pixelio (jpg)
© Tamara Hoffmann / PIXELIO
Kaum zu erkennen mit bloßem Auge: Die Biester sind teils sehr klein.

Dies hilft:

  • Aufpassen bei Kontakt zu bodennahen Pflanzen (hohes Gras, Kraut, Farne, Gräser am Wegesrand, Gestrüpp).
  • Tragen langer Kleidung, die möglichst viel Körperoberfläche bedeckt (z. B. lange Hosen, langärmelige Hemden und festes Schuhwerk).
  • Nicht besonders kleidsam, aber wirkungsvoll: Hosenbeine in die Socken stopfen.
  • Abwehrmittel ("Repellentien") wirken in gewissem Umfang auch gegen Zecken; nach etwa zwei Stunden lässt die Wirkung meist nach.
  • Abends nach dem Aufenthalt in Gebieten mit Zeckenvorkommen sollte der Körper sorgfältig nach Zecken abgesucht werden.
  • Zecken mögen es warm und bevorzugen dünne Haut. Besonders beliebt sind bei ihnen Knöchel, Kniekehlen, Schritt, Hals, Kopf – aber auch die Zehenzwischenräume zum Beispiel.
  • Bei Kindern können die Zecken auch am Kopf sitzen.

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Borreliose – die wichtigsten Infos

Borreliose muss nicht ausbrechen und kann denkbar harmlos verlaufen. Allerdings kann sie auch ernsthafte Gelenkschäden, Lähmungen, Hautveränderungen und Hirnschäden verursachen, und dies auch lange nach dem Zeckenstich. Die Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in Europa. Weil die Krankheit nur im Frühstadium gut zu behandeln ist, ist Wachsamkeit angebracht. Borreliose ist in der nördlichen Hemisphäre (Nordamerika, Europa und Asien) verbreitet.

Borreliose

  • Nicht jede Zecke im europäischen Raum enthält Borrelien, also die Bakterien, die Borreliose auslösen.
  • Laut Robert-Koch-Institut befinden sich die Borrelien-Erreger in der nüchternen Zecke im Darm. Nach Beginn des Saugaktes wandern die Borrelien in die Speicheldrüsen, von wo sie mit dem Zeckenspeichel auf die gestochene Person übertragen werden. Die Zecke muss daher eine längere Zeit (zumindest mehrere Stunden) gesaugt haben, damit Borrelien übertragen werden können.
  • Deshalb gilt: Je schneller die Zecke entfernt wird, desto unwahrscheinlicher ist, dass der Erreger übertragen wurde.
  • Eine Infektion zeigt sich oft – aber nicht notwendigerweise – in einer lokalen Entzündung um den Zeckenbiss. Dieser rote Fleck schmerzt meist nicht.
OD_ZECKE-Borreliose-novartis (jpg)
Novartis
Verbreitungsgebiet von Borreliose (Klick auf die Karte öffnet die Großansicht).
  • Eine spontane Ausheilung ist in jedem Stadium der Borreliose möglich. Ein Großteil der Infektionen verlaufen völlig beschwerdefrei.
  • Borreliose kann man in frühen Stadien mit Antibiotikum behandeln, in späteren Stadien lässt die Wirksamkeit der Therapie nach. Von prophylaktischer Antibiotika-Gabe wird abgeraten.

FSME – Verbreitung und Infos

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung, die mit grippeähnlichen Symptomen, Fieber und teilweise mit einer Meningoenzephalitis, der Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten, einhergeht.

Die wichtigsten Fakten zur FSME im Überblick:

  • Verbreitet ist der Virus vor allem bei Zecken in Baden-Württemberg, in Bayern, im südlichen Hessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen. Darüber hinaus sind einzelne Kreise in weiteren Bundesländern betroffen.
  • Laut Robert-Koch-Institut befinden sich FSME-Endemiegebiete in Mitteleuropa in Österreich, in der Schweiz, in Polen, in Tschechien und in der Slowakei, in Nordeuropa in den baltischen Ländern, Süd- und Mittelschweden, an der Südküste Norwegens und Finnlands und in Teilen Dänemarks und im europäischen Teil Russlands sowie in Südosteuropa in Ungarn, Kroatien, Slowenien und Albanien. Niedrige FSME-Inzidenzen bzw. Einzelfälle wurden in Frankreich (Elsass), Italien (Trentino), England und den Niederlanden beschrieben.
  • Es gibt keine Medikamente gegen FSME, nur die Symptome der Krankheit können behandelt werden. Daher wird in den Verbreitungsgebieten zur Impfung geraten.
  • Die Krankheit ist nicht leicht zu erkennen. Die Symptome sind unterschiedlich, und ähneln denen einer Sommergrippe: Fieber, Kopfschmerz, unspezifische, grippale, oder Magen- und Darmbeschwerden
  • Der Großteil der Erkrankungen heilt folgenlos aus, bei Erwachsenen mit Meningoenzephalitis können jedoch Folgeschäden zurückbleiben (z.B. Lähmungen, Gleichgewichtsstörungen, Hörstörungen, u.a.). Nur sehr wenige Fälle verlaufen tödlich.

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Maßnahmen nach dem Biss

Hat die Zecke einmal gebissen, muss die Zecke so schnell wie möglich entfernt und die Wunde desinfiziert werden. Beim Entfernen der Zecke ist darauf zu achten, dass der Zeckenkörper nicht gequetscht wird, dabei können erst recht viele Krankheitserreger aus der Zecke in die Wunde gelangen.

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Zecke beim Blutsaugen.

Ob Öl auf die Zecke träufeln, nach rechts oder links drehen oder sonstiger Hokuspokus: Es gibt keinen Trick, um Zecken zu entfernen. Von diesen überlieferten Tricks wird mittlerweile abgeraten; das wichtigste ist die zügige Entfernung, ohne die Zecke zu quetschien. Dabei helfen können Werkzeuge wie z.B. Zecken-Pinzetten oder Zecken-Karten. Welches Utensil sich am besten eignet, um die Zecke zu entfernen, hängt von der Größe der Zecke und vom Geschick des Anwenders ab. Fingernägel tun es übrigens auch.

Zum Arzt oder nicht?

OD Zecke Gesundheit Medizin Tiere_by_sassi_pixelio (jpg)
© Sassi / PIXELIO
Spezielle Zeckenzangen eignen sich erst ab einer gewissen Mindestgröße des Parasiten - vorher greift die Zange nicht.

Schon gewusst? Wissenswertes zu Zecken

Eine Nase haben Zecken nicht – sie riechen stattdessen mit dem "Haller'schen Organ". Dieses sitzt an der Innenseite der vorderen Beine und kann Kohlendioxid (aus dem Atem), Ammoniak (kommt in Urin vor), Butter- und Milchsäure (in Schweiß) und andere Stoffe wahrnehmen. Vermutlich kann es noch weitere physikalische Reize wie Licht und Temperatur feststellen.

Männer erkranken häufiger an FSME als Frauen, fanden Eckhart Petri und Jiri Beran heraus. Von insgesamt 2.263 Fällen waren bei der fraglichen Untersuchung fast doppelt so viele Männer (1.471) erkrankt wie Frauen (792). Zunächst hatte man angenommen, dass Männer mehr Zeit draußen und damit in zeckenverseuchten Gebieten zubringen. Doch so einfach ist es nicht: dagegen spricht, dass eine andere von Zecken übertragene Erkrankung häufiger Frauen betrifft: die Borreliose. Hier sind die erkrankten Frauen leicht in der Überzahl. Es wird vermutet, dass die Immunabwehr von Männern und Frauen unterschiedlich funktioniert.

Zecke 1

Zecken saugen nicht nur Blut – sie geben auch etwas zurück. Nämlich:

  • einen Gerinnungshemmer, der das Verstopfen des Saugrüssels verhindert und den Blutfluss verbessert
  • eine Art Klebstoff, der die Mundwerkzeuge fest in der Haut verankert;
  • ein Betäubungsmittel, das die Einstichstelle unempfindlich macht; und
  • einen entzündungshemmenden Wirkstoff, der eine Infektion der Einstichstelle und somit eine Immunabwehr des Wirtskörpers vermeiden soll.

Um sich von der aus dem Ei geschlüpften Larve zur "Nymphe" zu wandeln, muss die Larve erst einmal Blut zu sich nehmen. Danach entwickelt sie sich weiter. Nymphen werden circa 1,5 bis 2 Millimeter groß. Nach einer weiteren Blutmahlzeit häutet sich die Nymphe dann und entwickelt sich weiter zur ausgewachsenen Zecke. Schon als Larve können die Parasiten Krankheitserreger übertragen.

Die Atemorgane der Zecke, die Tracheenöffnungen, befinden sich an der Unterseite der Zecke zwischen dem vorletzten Beinpaar.

Quellen: www.zecken.de, www.rki.de, www.wikipedia.de, www.uni-heidelberg.de, www.isw-tbe.info, www.netdoktor.de

Beim Verdacht auf eine Infektion sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen. Dieser Artikel dient zu Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Beratung!

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