Reisereportage Heft 05/2021: Monte Viso Iris Kürschner/ www.powerpress.ch

Hüttentour im Piemont

Rund um den Monte Viso Hüttentour im Piemont

Wie ein König überragt der Monviso die Cottischen Alpen im Piemont. Auf einer fünftägigen Hüttenrunde kommen Wanderer ihm ganz nahe.

Giro del Viso: Etappenüberblick

1. Zum Rifugio Alpetto

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Länge 11,64 km
Dauer 5:16 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 972 Meter
Höhenmeter absteigend 463 Meter
Tiefster Punkt 1715 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Vom Rifugio Pian della Regina (1750 m) Richtung Westen vorbei am Kriegsdenkmal. Die Fahrpiste geht in eine alte Mulattiera über und erreicht bald das Rifugio Pian del Re. Daran vorbei zur Po-Quelle und links bergwärts. Vorbei am Lago Fiorenza und am Lago Chiaretto zum Pass Colle dei Viso (2650 m). Am Rifugio Quintino Sella südlich abwärts ans Ufer des Lago Grande di Viso. Nach dem Lago della Pellegrina zieht die Route östlich um den Bergrücken Balze di Cesare in das Hochtal des Rio dell’Alpetto. Rechtshaltend über das Plateau zu einem Sattel, der schöne Blicke auf den Lago di Alpetto bietet. Linkshaltend zum Rifugio Alpetto (2268 m).

2. Zum Rifugio Bagnour

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Länge 11,17 km
Dauer 5:15 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 672 Meter
Höhenmeter absteigend 884 Meter
Tiefster Punkt 2219 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Auf dem Hinweg zurück zum kleinen Wasserfall des Rio dell’Alpetto. Oberhalb davon linkshaltend zum Hauptweg, den man kurz unterhalb des Passo Gallarino (2727 m) erreicht. Von diesem flach in den Passo San Chiaffredo (2764 m). Vorbei an zwei Seen und durch eine kleine Schlucht zum Wasserfall Gias Fons. Am Wegkreuz Pian Meyer den Giro del Viso linkshaltend verlassen und durch Arvenwald zum Rifugio Bagnour (2017 m).

3. Zum Refugio Vallanta

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Länge 7,76 km
Dauer 3:12 Std
Schwierigkeitsgrad Mittelschwer
Höhenunterschied 535 Meter
Höhenmeter absteigend 142 Meter
Tiefster Punkt 2010 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Von der Hütte bergab nach Westen. An der ersten Weggabelung rechts und nördlich ins Vallone di Vallanta, dessen Talgrund man am Grange-Gheit-Biwak erreicht. Am Bach entlang talaufwärts, bis nach einer Steilstufe das Rifugio Vallanta (2450 m) auftaucht.

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Seile helfen über knifflige Stellen im Aufstieg zum Rifugio Giacoletti. Gut so!

4. Zum Refugio Giacoletti

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Länge 5,76 km
Dauer 3:31 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 760 Meter
Höhenmeter absteigend 446 Meter
Tiefster Punkt 2413 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Zunächst auf den Passo di Vallanta (2815 m). Vorsicht beim Abstieg, auf der Nordseite liegt meist Schnee. Gen Nordwesten und durch den Schutthang zum Lac Lestio. Unterhalb an der Gabelung rechts halten zum Refuge du Mont Viso, weiter zum Wegkreuz am Bach Torrent de la Faito. Unter der Aiguille Traversette durch Blockfelder zum Tunnel; in diesem oder außerhalb zum Colle delle Traversette (2938 m) aufsteigen. Hinab in den Alpkessel von Pian Mait und über den Sentiero del Postino zum Rifugio Giacoletti (2744 m).

5. Zum Refugio Pian del Re

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Länge 3,75 km
Dauer 1:28 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 0 Meter
Höhenmeter absteigend 712 Meter
Tiefster Punkt 2726 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Hinab zum Lago Lausetto und zum Lago Superiore. Dem Weg folgen, bis er die vom Colle delle Traversette kommende Route trifft. Links zum Rifugio Pian del Re (2020 m).

Tipps zur Planung eurer Reise ins Piemont

  • So kommt ihr hin: Die öffentlichen Verkehrsmittel in Italien sind sehr kostengünstig. Gute Zugverbindungen gibt es zum Beispiel nach Turin (ab München 10 Stunden, trenitalia.it). Von dort per Bus über Saluzzo nach Paesana (Fahrplan: buscompany.it). Weiter mit der Linie Paesana–Crissolo (Fahrplan: dossettobus.it). Von Ende Juni bis Ende September verkehrt samstags und sonntags der Shuttlebus Crissolo–Pian della Regina (bzw. Melzè)–Pian del Re.
  • Orientieren: Trotz gut markierter Wege gehört eine Wanderkarte ins Gepäck. Die besten topografischen Karten zur Region bringt Fraternali editore heraus. Benötigt wird Blatt 10, Valle Po/Monviso im Maßstab 1:25 000. Erhältlich zum Beispiel über daslandkartenhaus. de, 15,90 Euro.
  • Informieren: Auf der Website des Tourismusverbands – vallidelmonviso.it/de – stehen nützliche Informationen in deutscher Sprache bereit. Eine genaue Wegbeschreibung des Giro del Viso und weiterer Touren in der Region finden sich im Wanderführer Piemont Süd von Iris Kürschner, Bergverlag Rother, 14,90 Euro. Alternativ auch in »Hüttentrekking Westalpen« von Iris Kürschner, Bergverlag Rother, 24,90 Euro.
  • Beste Zeit: Anfang Juli bis in den Herbst. Die Zeit um Ferragosto Mitte August sollte man besser meiden. Dann ist ganz Italien unterwegs.
  • Anforderungen: Gut markierter Rundweg über alpine Pässe, die Trittsicherheit und Kondition voraussetzen. Im Sommer besteht hohes Gewitterrisiko vor allem auf italienischer Seite, da empfiehlt sich neben wetterfester Kleidung im Gepäck ein früher Aufbruch. Stirnlampe für den Tunnel am Colle delle Traversette mitnehme! Im Passbereich kann auch im Hochsommer noch Schnee liegen.
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Der Austausch mit den Hüttenmitarbeitern fällt niemals langweilig aus.

Essen & Schlafen

  • Polentakönig: Im Rifugio Pian della Regina (auf der Karte Pian Melzè) hat man sich auf Polenta spezialisiert. Aber auch die Antipasti schmecken fantastisch. Die hübschen Zimmer im Nebengebäude sind ruhiger als die im Haupthaus. Ganzjährig geöffnet, sieben DZ (HP 75 Euro) und Lager mit 20 Betten (HP 65 Euro). rifugiopiandellaregina.it
  • Platzhirsch: Tolle Lage, gute Küche: Ein Bett im Albergo Pian del Re ergattert man zumindest an Sommerwochenenden nicht so leicht. Geöffnet von Juni bis Ende September, Zwei und Dreibettzimmer, HP 67 Euro. rifugiopiandelre.it
  • Aussichtsbalkon: Schon wegen seiner Lage direkt über der Poebene lohnt das Rifugio Alpetto einen Besuch. Geöffnet Mitte Juni bis Mitte September, 32 Betten, HP 51 Euro, Alpenvereinsmitglieder 40 Euro. rifugioalpetto.it
  • Versteckt im Wald: Das Rifugio Bagnour ist bekannt für seine kreative Küche. Zur besonders erholsamen Nachtruhe geht es in Arvenholzbetten. Ganzjährig geöffnet, 20 Betten, HP 50 Euro. Tel. 00 39/01 75/97 71 35
  • Preisgekrönt: Mit seiner originellen Dreiecksform beeindruckt das Rifugio Vallanta nicht nur Architekten. Geöffnet Mitte Juni bis Ende September, 75 Betten, HP 49 Euro, Alpenvereinsmitglieder 40 Euro. rifugiovallanta.it
  • Steinbockrevier: Nicht selten sonnen sich die Steinböcke auf der Terrasse des urigen Rifugio Giacoletti. Geöffnet hat es von Mitte Juni bis Mitte September. 55 Betten, HP 52 Euro, Alpenvereinsmitglieder 42 Euro. giacoletti.it

Die persönlichen Tipps von Fotografin und Autorin Iris Kürschner

  1. Aussichtsloge: Viso Mozzo (3019 m) heißt der »kleine Bruder« des Monviso. Für diesen Panoramaberg lohnt ein Abstecher vom Colle del Viso: 1 Std. 15 Min. Auf-, 45 Min. Abstieg. Trittsicherheit ist ein Muss; es geht durch Blockgelände.
  2. Abstecher: Im Hochsommer kann am Passo San Chiaffredo viel los sein. Wer es einsam mag, nimmt zum Rifugio Bagnour kurz vor dem Pass den Weg über die Punta Malta ins Vallone dei Duc. Dabei trifft man meist nur grasende Maultiere und Pferde.
  3. Abenteuer: Vom Rifugio Giacoletti führt eine spannende Route (1 Std.) über einen kurzen Klettersteig durch das Couloir del Porco auf die Punta Udine (3022 m) und die Punta Venezia (3095 m).

Rund um den Monte Viso – der Reisebericht

Welch ein Koloss! Klein und schmächtig fühlt man sich unter der Nordostfront des Monviso. Wie Zwerge vor einem Riesen bestaunen wir diese über 1500 Meter hohe Wand, modelliert aus Pfeilern, Rippen und Bändern. »Re di Pietra«, König aus Stein – der Beiname des Monviso passt. Ein Glas Prosecco käme jetzt genau recht. Immerhin eine erfrischende Alternative bietet der Berg mit dem glasklaren Wasser, das aus einer kleinen Quelle zu seinem Fuße sprudelt. Sie fällt kaum auf, wird aber in ihrem Verlauf zum größten Fluss Italiens: Hier findet sich die einzige Stelle des Po mit Trinkwasserqualität. Selbst von den Walliser Alpen aus sieht man den Monte Viso, okzitanisch Monviso. Jedem Gipfel südlich des Gran Paradiso stiehlt er die Schau, überragt er doch um mehr als 500 Meter alle umliegenden Berge im Grenzkamm der italienischen Südalpen. Den isoliert stehenden Gigant trennen nur 30 Kilometer von der Poebene und 90 Kilometer vom Meer. Mit 3841 Metern ist er der höchste Berg der Cottischen Alpen, die sich vom Susa-Tal im Norden bis zum Stura-Tal im Süden erstrecken: eine Erklärung, warum man ihn lange Zeit für den höchsten der Alpen hielt und er ins Deutsche übersetzt der »sichtbare Berg« heißt. Wie Krakenarme streckt er seine Grate aus und formt mit den Tälern Val Po, Val Varaita und Val Maira im Alpenbogen eine Kulisse, die sich wie ein Amphitheater um die piemontesische Provinzhauptstadt Cuneo erhebt.

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Pittoreske Dörfer mit Wandmalereien und Torbögen findet man im Val Varaita. Sie verwalteten sich einst selbst unter dem »Bund von Briançon«. Sehr sehenswert ist zum Beispiel Chianale – auch als Abstecher vom Rifugio Bagnour (4 h Gehzeit).

Tatsächlich gehört der Monviso zu den ersten Alpengipfeln, denen zur Römerzeit ein Name gegeben wurde: Monte Vesulus. Schon früh fand er Eingang in Literatur und Künste, wurde von Vergil und von Dante beschrieben und taucht in den Canterbury Tales auf. Leonardo da Vinci benutzte als erster Künstler den heutigen Namen. Einen Meilenstein in Italiens Alpingeschichte setzte die Expedition von Quintino Sella: Dem damals 36-jährigen Politiker und Geologen kam im August 1863 auf dem Monviso-Gipfel die Idee zum italienischen Alpenverein CAI, als dessen Gründer er gilt. Der Monviso wurde zum Prestige-Berg, den jeder Piemontese einmal im Leben besteigen wollte.

Dieter und ich hingegen möchten ihn nur umrunden, weil er uns doch so gut gefällt. Möglich macht das der dreitägige Giro del Viso, der auf der italienischen Seite der GTA folgt, der Grande Traversata delle Alpi. Weil die Gegend einfach zu schön ist, um ratzfatz hindurchzumarschieren, haben wir eine fünftägige Runde ausgetüftelt, die im Nordosten beginnt und im Uhrzeigersinn um den Berg führt. Mit kleinen Umwegen, um stille Winkel ebenso wie kulinarische Highlights mitzunehmen. Schon für den Start wählen wir eine Alternative. Der schnellste Weg an den Monviso führt durch das Po-Tal hinauf zum Rifugio Pian del Re, wo die Straße endet. Doch wir sind schon etwas eher aus dem Bus gestiegen: am Rifugio Pian della Regina, das sich bereits bei seiner Eröffnung 1955 den Beinamen »Baita della Polenta« (Polenta- Hütte) gab. In der Tat schmeckt das regional- typische Gericht hier exzellent.

Ein schöner Maultierpfad führt dann hinauf zum Pian del Re. Völlig einsam, weil ja die meisten die Straße bis zum Talschluss nehmen. Vorbei an den Seen Lago Fiorenza und Lago Chiaretto geht es dann steiler bergwärts, immer mächtiger wirkt der Monviso. Flacht die Route ab, taucht bald das Rifugio Quintino Sella auf – der häufig überfüllte Stützpunkt für eine Monviso-Besteigung. Wer wie wir die Stille sucht, zieht weiter, an glasklaren Bergseen vorbei und über wildromantische Höhenterrassen zum urigen Rifugio Alpetto. »Es wurde 1866 gebaut und war die erste Alpenvereinshütte der italienischen Alpen«, erzählt uns der Wirt. Die Lage hoch über der Poebene könnte kaum besser gewählt sein. Für den Anblick, wie die Sonne dort aufgeht, lohnt sich frühes Aufstehen. »Fast wie über dem Meer«, kommentiert Dieter, der sonst gern ausschläft. Im Westen färbt sich der Monviso rosa.

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Manche Leute tragen Gipfelschnaps zum Monviso. Andere ein Akkordeon.

Stichwort Rosa: Als wir nach dem Frühstück wieder zum Hauptweg aufsteigen, rückt das Monte-Rosa-Massiv ins Blickfeld, mit 4634 Metern das höchste der Schweiz. Wenig später glaubt man sich am Passo San Chiaffredo, dem Übergang ins Varaita- Tal, in einem gewaltigen Freiluft-Atelier von Steinkünstlern. Passgänger haben unzählige Steinmänner gebaut. Eine Etage tiefer erwartet uns der größte Zirbelkiefernwald der Alpen. Auf einer Fläche von gut acht Quadratkilometern bedeckt der Bosco dell’Alevé die Ostseite des Varaita-Tals. Als natürliche Lawinenbarriere blieb der Wald vor Rodungen geschützt, manche Bäume sind über 600 Jahre alt. Mitten in diesem Märchenwald versteckt sich eine Wieseninsel mit Moorbiotop: Verwunschener könnte das Rifugio Bagnour nicht liegen. Beim Abendessen entpuppt sich das ehemalige Forsthaus als regelrechter Gourmettempel, allein die Antipasti – Datteln im Speckmantel, glasierte Maroni, mit Ziegenkäse gefüllte Paprika, marinierte Champignons – bringen den Gaumen in Hochstimmung.

Angenehm innovative Hütten

Noch eine ganze Weile schlendern wir am nächsten Tag durch den duftenden Wald, lauschen Vögeln und rätseln über das Alter der Bäume. Nichts treibt zur Eile, weil unsere kurz gewählten Etappen viel Spielraum lassen. Zum Beispiel für einen Abstecher zu den Laghi di Forciolline, einem Seenplateau östlich über dem Vallone di Vallanta. Bummler folgen dem gurgelnden Bach durch das raue Hochtal direkt zum Rifugio Vallanta, einem ungewöhnlichen Bau, dessen Dreiecksform die Berge der Umgebung widerspiegelt. Auch die gut durchdachte Innenarchitektur spricht uns an: Die Vorratskammern in der Kühle des Kellers halten Obst und Gemüse lange frisch, und die Schlafräume unterm Dach profitieren von der hochsteigenden Wärme der Gaststube. Eine Turbine am aufgestauten See sorgt für den nötigen Strom. Es gibt sogar warme Duschen und in den Badezimmern auch Fußwannen.

Betrachtet man unsere Runde wie ein Zifferblatt, dann sind wir bei etwa zwei Uhr losgegangen und befinden uns nun bei neun Uhr. Steil zieht sich der Pfad von der Vallanta-Hütte zum Passo di Vallanta, wo wir die Grenze nach Frankreich überschreiten. Auf einer Höhenterrasse lädt das Refuge du Viso zur Mittagsrast ein, in unserem Rücken zeigt sich der Monviso wieder einmal als breiter Koloss. Der Giro del Viso bleibt allerdings nicht lange in Frankreich: Nach zwei Stunden stehen wir wieder an der Grenze, diesmal am Colle delle Traversette – beziehungsweise vor einem Loch. Der Buco di Viso, wie eine Infotafel angibt, gilt als ältester Tunnel der Alpen. Wir bewegen uns ihr zufolge auf der »Via del Sale«, einer alten Handelsroute. Unter der Initiative von Ludovico II. di Saluzzo durchbohrte man Ende des 15. Jahrhunderts den Grenzgrat, um den Lebensmitteltransport – darunter »weißes Gold«, Salz aus der Provence – zwischen der Dauphiné und seiner Grafschaft zu erleichtern.

Um den Pass ranken sich viele Geschichten. Auch Hannibal soll mit seinen Elefanten über den Colle delle Traversette gezogen sein. Tatsächlich entdeckte ein Forscherteam im Sommer 2016 vor Ort Pferdedung aus jener vorchristlichen Zeit. Doch wie könnten Elefanten den rauen Pass bewältigt haben? Wo doch schon Wanderer ihre Mühen haben, wenn sie keine Lampe dabeihaben und rechts vom Tunnel zum Pass aufsteigen. Statt die Direttissima zum Pian del Re zu nehmen, biegen wir auf halber Etappe zum Rifugio Giacoletti ab. Eine abenteuerliche Route, teilweise mit Seil und Tritten entschärft, führt uns durch die Reste eines Lawinenabgangs. Sentiero del Postino nennt Andrea Sorbino, der das Rifugio seit über 30 Jahren leitet, diesen jahrzehntelang vergessenen Pfad: Weg des Postboten.

»Ein Hirte zeigte mir diesen Weg«, erzählt Andrea. Mit Freunden richtete er ihn wieder her, ebenso wie unzählige Kletterrouten rund um seine Hütte. Langweilig wird hier niemandem, selbst wenn er kein Kletterer ist. Schon wegen der Steinböcke, die sich gerne auf der Terrasse sonnen oder Wanderer manchmal ein Stück begleiten. Dieter und ich sehen sie am Morgen, als wir zu unserer letzten Etappe aufbrechen. »Genau das richtige Haustier für einen König aus Stein«, sagt Dieter.

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