Beim Wandern perfekt orientieren - so geht's mit Karte, Kompass und GPS

Ortskunde - Orientierung mit Karte, Kompass & Co.

Auch in der Ära der Satellitennavigation haben Karte und Kompass nicht ausgedient. outdoor zeigt, wie man mit ihnen sicher ans Ziel kommt.
Foto: © Franz Heindl / PIXELIO Orientierung Kompass

Kompass und Karte - für manche Outdoorer die einzig wahre Orientierungshilfe.

Dank moderner GPS-Geräte wird die Orientierung auf Tour zum Kinderspiel: Einfach zu Hause am PC die Tour eingeben oder im Internet eine komplette Route herunterladen und diese auf das GPS übertragen – schon weist einem das Navigationsgerät fast so komfortabel wie im Auto den Weg. Wer aus diesem Grund jedoch glaubt, der Umgang mit Karte und Kompass komme nur noch für Nostalgiker in Frage, irrt.

Hochleistungsfähige GPS-Geräte verbrauchen so viel Strom, dass sich selbst sparsame Modelle bei Dauerbetrieb mit einem Batte­riesatz nur noch für Wochenendtouren eignen. Außerdem tätigt nicht jeder die Investition von einigen hundert Euro für Gerät und digi­tales Kar­tenmaterial – ohne letzteres funktioniert die GPS-Navigation nur beschränkt. Und falls die Technik ausfällt, müssen selbst GPS-Fans mit Karte und Kompass klarkommen.

Die Orientierung mit beiden klappt im Ernstfall aber nur dann reibungslos, wenn man die Karte schon während der Tourenplanung gründlich studiert hat. Dabei entsteht im Geist ein recht genaues Bild, wie es vor Ort aus­sehen wird – vorausgesetzt, es handelt sich um ­geeignetes Kartenmaterial und man liest es richtig. Optimal für Wanderungen und Trekkingtouren sind topografische Karten im Maßstab 1 : 25000 oder 1 : 50000, zum Beispiel von den Alpen­vereinen oder Landesvermessungsämtern. Der Maßstab gibt das Verhältnis zwischen der Abbildung auf der Karte und der Reali­tät wieder. Bei einem Maßstab von 1 : 25000­ entspricht die Distanz von einem Zentimeter auf der Karte 250 Metern im Gelände, bei einem Maßstab von 1 : 50000 sind es 500 Meter.

Gute Karten zeigen alle wichtigen Geländemerkmale, wie Bewuchs, Straßen, Wege, Flüsse, Bäche oder Seen und zum Teil sogar einzelne Häuser. Berge und Täler sind durch Höhenlinien dargestellt. Je enger diese Linien zusammenliegen, desto steiler ist das Gelände an dieser Stelle. Bei den genauesten Karten liegt die Abstufung bei zehn Metern, doch auch bei 20-Meter-Schritten lässt sich das Geländeprofil der Landschaft noch erkennen. Weiter auf Seite 2

Video: Orientieren mit Karte & Kompass - Kreuzpeilung

23.10.2008
Autor: Frank Wacker
© outdoor
Ausgabe 10/2009