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Acht Bergwanderstiefel im outdoor-Test - Ergebnisse, Video, Praxistest

Gipfelstürmer: Acht Bergwanderstiefel im Test

Wie gut sind die aktuellen Bergwanderstiefel? Das wollte outdoor wissen und testete acht Modelle – mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

Das Niveau der acht getesteten Bergstiefel liegt hoch. Vor allem finden sich einige gute Spezialisten im Feld, das sich preislich zwischen 160 und 240 Euro bewegt. Wie sich die getesteten Bergwanderstiefel in der Praxis schlagen, hat die Testcrew in den Allgäuer Alpen überprüft. Lesen Sie auf den Folgeseiten alles über den Praxistest und die Testergebnisse.

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Die Bergwanderstiefel im Praxistest

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Auf dem feuchten, ausgesetzten Grat­weg zählt nicht allein die Trittsicherheit, sondern auch der Sohlengrip.

Immer wieder kämpft das Team ums Gleichgewicht, wenn es eine heftige Sturmböe wie eine ­unsichtbare Faust schüttelt. Nicht unbedingt ideale Bedingungen für den Hindelanger Klet­tersteig. Aber nur in diesem Gelände lassen sich Trittpräzision, Kantenstabilität und Klettersteigeignung optimal prüfen. Schon beim ersten Aufstieg kommt eine leichte Kletterpassage. Schnell zeigt sich, dass sich der Fuß am genausten platzieren lässt, wenn man ­einen Schuh mit einem etwas flexibleren Schaft trägt wie beispielsweise den Aku, ­Lowa, Meindl oder Hanwag. »Außerdem sollte sich die Sohle quer zum Fuß nicht verwinden, das Profil darf nicht nachgeben, wenn man auf der Kante steht – sonst rutscht man ab«, ergänzt Bergfuchs Boris Gnielka.

Top schneiden in diesem Punkt Aku, Lowa und Meindl ab. Gleichzeitig bietet der Aku Cresta aber auch genügend Gespür für den Untergrund, sein geringes Gewicht sichert ihm weitere Pluspunkte. Damit hat er am ­Ende des ersten Tages die Nase vorn.

Acht Bergwanderstiefel im outdoor-Test

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Doch wie sieht die Performance auf klassischen Bergwegen aus?

Das klärt sich am nächsten Tag bei einer Wanderung rund um das Nebelhorn. Auf dem Pfad in Richtung Koblatsee achtet die Testcrew vor allem auf hohen Gehkomfort, ein geschmeidiges Abrollverhalten und eine nicht allzu harte Dämpfung. Die meisten Komfortpunkte sammeln die Modelle von Hanwag, Jack Wolf­skin und Scarpa, dicht gefolgt von Meindl und Adidas.

Der Auf- und Abstieg zum 2280 Meter hohen Großen Daumen bringt die ersten drei ­Modelle dann aber an ihre Grenzen: »Die Sohlen von Hanwag, Jack Wolfskin und Scarpa verwinden sich beim Queren des steilen Grashanges spürbar«, bemängelt outdoor-­Internetredakteur Ralf Bücheler. Außerdem stützt der Schaft das Sprunggelenk auf dem zum Teil sehr steilen Abstieg kaum, wenig tritt­sichere Wanderer können deswegen schnell umknicken. Für sie sind festere Modelle wie der Adidas Super Trekking besser.

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Für einen TV-Beitag begleitete ein Filmteam von N-TV die Testexperten der outdoor-Redaktion zum Schuhtest in die Berge.

Klima und Wetterschutz – die Ergebnisse

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Das Niveau der acht getesteten Bergstiefel liegt hoch.

Das etwas wärmere Wetter am zweiten Testtag eignet sich zudem gut, um das Schuhklima im Praxiseinsatz zu beurteilen – selbst wenn keine hochsommerlichen Temperaturen herrschen. Erfreuliches Ergebnis: In keinem Testmodell läuft man heiß. Ein Anruf im Labor von W. L. Gore bestätigt die Praxiserfahrung. Es gibt keine Ausrutscher, bei allen Schuhen fallen die Werte der Klimaprüfung gut bis sehr gut aus, beim Hanwag Altai sogar überragend. Und der Nässeschutz? »Sechs Stiefel halten dicht, bei Jack Wolfskin und Lowa meldeten die Sensoren aber schon nach wenigen Kilometern einen Nässeeinbruch«, fasst Seidl zusammen. Grund: unsauber abgeklebte Nähte – wie sich nach dem Aufschneiden beider Modelle zeigt. Ein Ausnahmefall! Denn im Praxistest hielten die Stiefel bei diversen Bach­querungen und in nassen Wiesen dicht. Trotzdem sollten solche Fehler bei Schuhen für 150 Euro (Jack Wolfskin) beziehungsweise 240 Euro (Lowa) nicht vorkommen.

Der Allrounder im Test gewinnt

Das Niveau der acht getesteten Bergstiefel liegt hoch. Vor allem finden sich einige gute Spezialisten im Feld, das sich preislich zwischen 160 und 240 Euro bewegt.

Ideal für Klettersteige oder leichte Klettereien sind die ­Modelle von Aku und Hanwag. Wobei sich der Hanwag Altai aufgrund des sehr flexiblen Schafts nur für trittsichere Bergsportler eignet. Wer wiederum einen möglichst komfortablen Wanderschuh fürs Mittelgebirge und einfache Bergwanderungen sucht, wird bei Scarpa fündig. Der Scarpa Kailash trägt sich traumhaft bequem und lockt mit einem fairen Preis. Der Adidas Super Trekking wiederum vereint Komfort mit Halt – eine gute Wahl für schwierige Bergwanderungen. Der einzige Allrounder im Test ist aber der Meindl Alpine Trek. Er schneidet in allen Kriterien sehr gut ab und sichert sich so den Testsieg.

Acht Bergwanderstiefel im outdoor-Test

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Welcher Schuh der richtige für Sie ist, hängt außerdem von der Passform ab. Das von outdoor und Corpus.e erstellte Passformprofil hilft bei der Grobauswahl, ersetzt aber nicht das Anpro­bieren im Fachgeschäft. Denn nur ein Schuh, der Ihnen passt, macht Sie glücklich.

Schuh-Ratgeber: Der outdoor-Passform-Guide

Zeitplanung

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Am besten ­gehen Sie nachmittags Wanderstiefel kaufen, denn der Fuß schwillt im Verlauf des ­Tages an. Außerdem sollten Sie sich ein paar Stunden Zeit nehmen. Nur dann lassen sich die in Frage kommenden Modelle im Fachgeschäft gründlich probieren.

Vorauswahl treffen

Das von outdoor in Kooperation mit Corpus.e erstellte Passformprofil (s. Testbriefe) hilft bei der Grobauswahl. Das spart Zeit. Gute Läden messen außerdem vor dem Kauf den Fuß aus – er wird im Lauf der Jahre größer. Ziehen Sie zum Anprobieren auch gleich die Wandersocken an, die Sie später auf Tour tragen werden.

Passform-Check

Doch woran erkennt man, ob ein Schuh wirklich passt? Ganz einfach: Das Schuhoberteil (Schaft) muss den Fuß wie eine zweite ­Haut umschließen, sollte dabei aber ­nirgends drücken. Nur die Zehen brauchen nach vorne und oben Luft. Gehen Sie mit den Stiefeln bergauf und bergab – gute Läden bieten dafür eine schiefe Ebene. Der Fuß darf sich dabei im Schuh nicht bewegen, selbst wenn Sie quer zur Neigung auf der Sohle stehen. Am besten schnüren Sie den Stiefel für diesen Test nochmals nach, weil er sich erst nach 10 bis 15 Minuten am Fuß optimal anpassen lässt. Achten Sie auch auf ein geschmeidiges Abrollverhalten – je geschmeidiger ein Schuh abrollt, desto besser.

Schuh-Tuning

Neigen Sie zu Druck­stellen, sollten Sie extra dicke Socken ­anziehen. Spezielle Einlegesohlen, beispielsweise von Superfeet, Conform‘able oder Spenco, verbessern den Sitz im Schuh – ein lohnender Kauf!

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