Outdoor-Küche: Kochtipps und Rezepte zum Nachkochen

Kochen im Freien + Rezepte zum Nachkochen

Foto: Ralf Bücheler Kochen im Freien
Kochen Sie bei Ihrer nächsten Tour im Freien und krönen Sie Ihre nächste Wanderung mit einem selbst zubereiteten Gericht! Was Sie dafür alles benötigen und wie Sie es am besten angehen? Wir sagen es Ihnen ...

"Ein 3-Sterne-Essen ist nichts gegen eine selbst gekochte Mahlzeit unterm Sternenhimmel", schwärmt Patrick Lenniger. Der passionierte Outdoorer muss es wissen, er ist gelernter Koch und hat lange in Gourmetküchen gearbeitet. Ein schmackhaftes Frischluftmenü gelingt allerdings auch ohne Kochdiplom. Lenniger: "Die wichtigste Zutat ist ein ruhiger, naturbelassener Ort - und ein gesunder Appetit." Beste Voraussetzung dafür: eine lange Wanderung - und das richtige Equipment.

Viel braucht es nicht, ein gutes Topfset und ein kleiner Gaskocher reichen dafür locker. Im Vergleich zu Benzin- oder Multifuelkochern lassen sich die gasbetriebenen Outdoor-Herde viel einfacher bedienen. Außerdem können Sie bei ihnen die Flammenstärke feiner regulieren. Wählen Sie aber keinen Gaskocher, der direkt auf die Gaskartusche geschraubt wird, denn der steht draußen viel zu kippelig. Besser: ein Kocher, bei dem die Kartusche separat steht. Oft werden diese Kocher mit Windschutz und passenden Töpfen als Komplettset angeboten – sehr praktisch, da Brenner, Töpfe, Griffzangen und Windschutz aufeinander abgestimmt sind und sich für den Transport klein stapeln lassen. »Mit einem Komplettset macht Kochen richtig Spaß – und ermöglicht es, auch mal etwas Aufwendiges zu versuchen«

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Bei der Auswahl der Gerichte heißt es kreativ sein. Halten Sie sich nicht sklavisch an Rezeptvorgaben. Vor allem Gemüse lässt sich oft beliebig variieren - und vielleicht sogar während der Wanderung einkaufen, etwa im Laden eines Bauernhofes. outdoor wünscht Ihnen Guten Appetit!

Weiter unten im Artikel finden Sie noch ein paar leckere Rezepte und die Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Geschirr, Brennstoff und Fertigmahlzeiten ...

Rezept zum Nachkochen: Ratatouille

Zutaten (für 2 Personen):
1 rote Zwiebel, gewürfelt
2 EL Olivenöl
1 rote Paprika
2 Knoblauchzehen
1 EL Kräuter der Provence
Gemüse der Saison
1 Dose Tomatenstücke
1 guter Schuss Rotwein
2 EL Tomatenmark
Brot zum Tunken

Zubereitung: Die Zwiebel würfeln und in Öl dünsten. Paprika in Streifen schneiden und in die Pfanne geben. Knoblauchzehen zerkleinern und mit den Kräutern der Provence hinzufügen. Danach das kleingeschnittene Saisongemüse zugeben und kräftig umrühren. Wenn die Zutaten langsam weich werden, Dosentomaten, Tomatenmark, Salz, Pfeffer und Rotwein zugeben und unter gelegentlichem Rühren zirka eine halbe Stunde mit aufgelegtem Deckel köcheln lassen. Nach Belieben würzen – fertig.

outdoor-Tipp: auf langen Zelttouren den Rotwein weglassen und die Dose durch Tomatenmark und eine Handvoll getrocknete Tomaten ersetzen.

Rezept zum Nachkochen: Pilzrisotto

Zutaten (für 4 Personen):
2 Zwiebeln,
in Scheiben geschnitten
3 EL Olivenöl
250 g Pilze
250 g Risotto-Reis
300 ml Weißwein
700 ml Gemüsebrühe
30 ml Rapsöl
100 g Parmesan
Frische Kräuter, gehackt
2 Zitronen
Salz und Pfeffer

Zubereitung: Zwiebeln in Öl andünsten, Pilze zufügen und braten, bis die Zwiebeln weich und die Pilze angebräunt sind. Mit reichlich Salz würzen. Reis zugeben und kräftig umrühren, so dass er nicht festbrennt. Nach ein paar Minuten den Wein unterrühren und köcheln lassen. Ist der Wein aufgesogen, nach und nach die Gemüsebrühe zugeben, so dass der Reis gerade eben nicht anbrennt. Wenn der Reis weich ist, Rapsöl, Parmesan und Kräuter unterrühren und mit Zitronensaft, Salz und viel Pfeffer abschmecken.

outdoor-Tipp: Wer aufs Rucksackgewicht achten muss, nimmt getrocknete Pilze und statt der Zitronen etwas Zitronensaft aus der Plastikflasche.

Rezept zum Nachkochen: Lammkoteletts mit Couscous

Zutaten (für 4 Personen):
4 Lammkoteletts
3 TL Kreuzkümmel
3 TL Garam Masala
Salz
Olivenöl
200 g Couscous
1 Zwiebel, gewürfelt
1–2 Chilischoten, gehackt
1 Handvoll Thymian
3 Paprikaschoten, gewürfelt
1 Zucchini, gewürfelt
1 Bund Petersilie
15 Kirschtomaten
1 Zitrone
Salz und Pfeffer

Zubereitung: Lammkoteletts in einem Mix aus Olivenöl, Kreuzkümmel, Garam Masala und Salz marinieren und ziehen lassen. Dann je nach Geschmack grillen. Couscous in einen Topf mit heißem Wasser geben, so dass es gut bedeckt ist, und fünf Minuten quellen lassen. Olivenöl erhitzen und die Zwiebel weich dünsten. Chili, Thymian, Paprika und Zucchini zufügen, Garam Masala unterrühren und nur kurz braten, so dass das Gemüse noch bissfest ist. Couscous zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und durchmischen. Mit Petersilie, Tomaten und Zitronensaft verfeinern und zusammen mit den Lammkoteletts servieren.

outdoor-Tipp: Vegetarier nehmen statt der Lammkoteletts Fladen- oder Knäckebrot, und Grammzähler ersetzen die Kirschtomaten durch getrocknete, die sie 30 Minuten in Öl einweichen.

Rezept zum Nachkochen: Hokkaido-Suppe

Zutaten (für 2 Personen):
ein halber, kleiner Hokkaido
eine Kartoffel
eine Karotte
eine kleine Zwiebel
ein haselnussgroßes Stück
frischer Ingwer
0,7 Liter Gemüsebrühe
Saft einer Orange
ein Esslöffel Pflanzenöl
eine gehäufte Msp. Currypulver (je nach Geschmack auch mehr)
frisch gemahlener Pfeffer
nach Belieben Chilipulver

Zubereitung:
Hokkaido waschen, entkernen und in Stücke schneiden. Kartoffel, Karotte und Zwiebel schälen und würfeln, Ingwer fein hacken. Zuerst die Zwiebel in Öl glasig dünsten (wer es scharf mag, gibt nach Gusto Chili dazu), dann Currypulver und anschließend das Gemüse zugeben. Mit Brühe ablöschen, Ingwer zufügen und das Ganze 10 bis 15 Minuten kochen lassen. Pürieren, Saft dazugeben, noch mal aufkochen und abschmecken.

outdoor-Tipp: Für die heiße Suppe unterwegs bieten sich isolierende "Foodcontainer" an. Optimal: der Thermax King von Thermos (0,47 l). Bezug über henkelmann-lunchtime.de, 50 Euro.

Rezept zum Nachkochen: Chili sin Carne für 2 Personen

  • 40 g geschroteten Grünkern
  • je 1 Dose Bohnen, Mais
  • eine Dose stückige oder pürierte Tomaten
  • je 1 (große) Zwiebel, Knoblauchzehe, Paprika, Chili sowie Pfeffer, Kräutersalz, Wasser, etwas Öl.

Zubereitung:
Grünkernschrot im trockenen Topf bei großer Hitze goldbraun werden lassen. Sofort die pürierten Tomaten zugeben, Dose/Glas mit Wasser ausspülen und in den Topf geben. Mit Pfeffer und Kräutersalz würzen, 20 Minuten köcheln lassen. Nach zehn Minuten Bohnen, Mais und die geschnittene Paprika beigeben. Nun in einem zweiten Topf die fein geschnittenen Zwiebeln und den Knoblauch in Öl goldbraun anbraten. Anschließend unter das Chili mischen. Dieses nun abschmecken und - je nach Schärfebedarf - die fein geschnittene Chili-Schote dazugeben.
(siehe Video unten)

Wie sieht es auf Flug- bzw. Fernreisen aus?

Vor der Tour sollte man sich aber nicht nur Gedanken über das Essen, sondern auch über die Brennstoffversorgung machen – zumindest, wenn man mit dem Flugzeug anreist und die Kartuschen nicht von zu Hause mitnehmen kann. »In diesem Fall muss man checken, ob und wo es am Zielort passende Kartuschen gibt«, so der Experte. Fernreisende schwören deshalb auf Multifuelkocher, die Gas, Benzin, Petroleum und sogar Diesel verbrennen. Auch für Trekkingtouren eignen sich die Allesschlucker gut, da man sich damit teure, sperrige Gaskartuschen sparen kann – Benzinflaschen rauben deutlich weniger Platz im Rucksack.

Und wie viel Brennstoff sollte ich mitnehmen?

outdoor-Redakteur Frank Wacker: »Das hängt in erster Linie von den Mahlzeiten ab – und davon, wie viel Tee oder Kaffee man am Tag zubereitet.« Wer pro Liter zum Sieden gebrachtes Wasser mit 20 Gramm Gas oder Benzin rechnet, ist auf der sicheren Seite. Aufwendige Gerichte, die lange kochen müssen, etwa mit Vollkornreis oder Kartoffeln, haben auf Trekkingtouren daher nichts verloren. »Hier bieten sich vielmehr Pasta, Instant-Kartoffelbrei, Polenta, Couscous und Quinoa an – eben alles, was sich sehr klein verpacken lässt und nur ein bisschen köcheln muss«, erklärt Patrick Lenniger.

Auf seinen Lapplandtouren kocht er die Basiszutaten oft nur kurz auf, um sie anschließend so lange quellen zu lassen, bis sie gar sind. »Das spart Brennstoff, außerdem kann man in der Zwischenzeit eine Soße zubereiten oder frisch gesammelte Pilze anbraten«, so der Experte. Er rät vor allem auf Mehrtagestouren zu Abwechslung. »Gewürzmischungen, getrocknete Kräuter, Pilze, Chilis, Pinienkerne und Knoblauch wiegen wenig, nehmen kaum Platz weg und peppen jedes Gericht auf – erst recht, wenn man sie kurz anröstet«, erklärt der Gourmet.

Welche Töpfe sind beim Kochen im Freien zu empfehlen?

Kurz angebratene Outdoor-Gerichte gelingen in einem antihaftbeschichteten Alutopf am besten. Im Vergleich zu teuren Titan- oder schweren Edelstahltöpfen verteilen Alupötte die Kocherhitze schneller und großflächiger, was nicht nur die Siedezeit verkürzt und Brennstoff spart, sondern auch das Anbrennrisiko reduziert. Und wer Antihaftbeschichtungen kritisch gegenübersteht, wählt stattdessen Töpfe mit hart anodisierter Oberfläche. Sie lassen sich fast genauso leicht reinigen, verkratzen nicht so schnell und kosten zudem weniger.

Foto: outdoor / Hersteller

Doch lieber zur Fertigmahlzeit greifen?

Wem das alles zu umständlich erscheint, kann auch Fertiggerichte aus der Tüte mitnehmen. »Hier empfehlen sich die besonders nahrhaften, gefriergetrockneten Gerichte von Adventurefood, Blåband, Lyofood, Trek‘nEat oder Turmat«, erklärt Equipment-Profi Wacker. Im Gegensatz zu den preisgünstigen Supermarkt-Alternativen von Knorr & Co. muss man die TrekkingTüten nicht im Topf zubereiten, sondern nur mit heißem Wasser aufgießen, umrühren und zirka zehn Minuten ziehen lassen. Danach löffelt man sie direkt aus der Packung. »Das spart nicht nur Brennstoff, sondern auch den Abwasch«, so Frank Wacker. Nachteile sind der hohe Preis – pro Einzelportion 7 bis 12 Euro –, der nicht immer überzeugende Geschmack und der voluminöse, mit Essensresten verschmierte Verpackungsmüll. Und nicht zuletzt: das fehlende Kocherlebnis unter freiem Himmel.

Video: So kocht ihr euch ein veganes Chili

Video: outdoor
14.08.2012
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Ausgabe 06/2012