Berg- und Hüttentouren
Hüttentouren - Tipps für Mehrtageswanderer
Schladminger Tauern - Bergwandern Iris Kürschner / powerpress.ch

Wandern in der Steiermark

Der Schladminger Tauern Höhenweg

Auf dem Schladminger Tauern Höhenweg erlebt man die Alpen wunderbar wild – Etappeninfos und GPS-Daten hier ...

Zum Weg: Auf sieben Etappen und über 70 Kilometer bringt es die Hüttentour auf dem "Schladminger Tauern Höhenweg". Wir haben die etwas kürzere Fünf-Tages-Variante gewählt, die südlich von Schladming auf rund 45 Kilometern in einem Bogen um die Rohrmooser Täler Obertal und Untertal führt. Ein halbes Dutzend Berge sind hier über 2700m hoch. Mit über 300 Bergseen und fast 150 Wasserfällen zählt die Region zu den wasserreichsten der Ostalpen. Erfahrene Bergwanderer besteigen auf der 3. Etappe den Hochgrolling, mit 2862 m der höchste Gipfel der Schladminger Tauern. Alle Infos und den ausführlichen Reisebericht unserer Trekkingtour auf dem Schladminger Tauern Höhenweg gibt es hier auf der Seite – oder als PDF zum Download:

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Schladminger Tauern - Bergwandern
Schladminger Tauern Höhenweg (aus Heft 10/20) Weitwandern in der Steiermark - Österreich
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5 Tage Schladminger Tauern Höhenweg: Wegverlauf und Etappenübersicht

Mehr zum Thema:
Länge 41,30 km
Dauer 20:12 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 2705 Meter
Höhenmeter absteigend 3425 Meter
Tiefster Punkt 1820 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

Diese Tour findest du auch bei unserem Partner

1. Vom Hochwurzen zu den Giglachseen

Von der Bergstation Hochwurzen (1850 m) südwärts zum Hüttecksattel, über den Höhenrücken des Rossfeld und über die Gipfel Guschen, Schneider und Hochfeld (2189 m) zum Schiedeck. Durch die Ostseite der Kamp-Spitze am Brettersee (2151 m) queren, an den Nachbartümpeln vorbei, schließlich hinunter in den Kessel mit Unterem und Oberem Giglachsee. An ersterem liegt die Ignaz-Mattis-Hütte (1986 m).

2. Zur Keinprechhütte

Von der Hütte zum nordöstlichen Ufer und Abfluss des Unteren Giglachsees. Auf Weg 702 ins Vetternkar. An den Resten ehemaliger Bergknappenunterkünfte vorbei und in Kehren auf die Rotmandl-Spitze (2453 m). Über die Krukeckscharte hinab und durch teils mit Seil gesicherte Felspartien zur Keinprechthütte im Neualmkar (1872 m).

3. Zur Gollinghütte

Von der Hütte wandert man auf der Zufahrtspiste ein Stück abwärts, dann rechts bergwärts über die Zirbenböden in die Trockebrotscharte (2237 m). Hinab zur Landawirseehütte (1985 m), auf dem Zufahrtsweg in den Göriachwinkel und steil in die Gollingscharte (2326 m) empor. Für routinierte Bergwanderer lohnt die alpine Variante, die noch vor der Landawirseehütte links abzweigt und spektakulär durch Felsabbrüche gen Gollingscharte quert. Von der Scharte führen steile Kehren in den Gollingwinkel. Ab dort flach und idyllisch dem Bach nach zur Gollinghütte (1641 m).

4. Zur Preintalerhütte

Gleich bei der Hütte quert man den Bach, um steil in den Greifenberg-Sattel (2450 m) aufzusteigen. Nun durch den Südhang des Greifenbergs zum Gipfelkreuz (2618 m), dem höchsten Punkt der Tour. Zu Füßen liegt der Klafferkessel, zu dem man in exponierter Wegführung (Abschnitte seilgesichert) über den Ostgrat und die Obere Klafferscharte hinabsteigt. Im Bogen nach Norden durchqueren. Von der Unteren Klafferscharte (2280 m) geht es steil ins Lämmerkar, dann moderater zur Preintalerhütte (1657 m) hinab.

5. Zurück ins Tal

Südöstlich zum Bach, links über die Brücke, steil bergwärts. An einer Gabelung links, dem Höfersteig nach. Vor der Neu-Alm den Höhenweg nach links, in den Talgrund, durchs Untertal. Variante: »Höll«. Bei dieser Tour geht es auf dem Alpinsteig im Untertal hautnah an die Riesachfälle heran. Mehrere Hängebrücken und Aussichtsplattformen laden dabei zum Staunen ein. Die Runde dauert 1,5 Std. und empfiehlt sich nur für geübte Bergwanderer.

Schladminger Tauern - Bergwandern
Iris Kürschner / powerpress.ch
Zwischen Trockenbrot- und Gollingscharte verlangt der alte Höhenweg nach etwas Handeinsatz.

Reiseinfos und Tipps für die Region Schladming-Dachstein:

  • Hinkommen: Nach Schladming gibt es gute Zugverbindungen (ab München zum Teil direkt in dreieinhalb Stunden), und ins Untertal verkehren Linien-busse. Fahrpläne: planaibus.at.
  • Orientieren: Auch wenn die Wege gut markiert sind, sollte man immer eine Karte dabeihaben. Auch, weil durchaus das Smartphone den Geist aufgeben kann. Gute Dienste leistet die Wanderkarte 201 Schladminger Tauern, Radstadt, Dachstein von Freytag & Berndt, 9,90 Euro. Oder von Kompass WK 31 Radstadt, Schladming, Flachau, 11,99 Euro, beide im Maßstab 1:50 000.
  • Informieren: Beim Tourismusverband Schladming (schladming-dachstein.at) erhält man eine gratis Broschüre zum Schladminger Tauern Höhenweg. Genauer ist die Route beschrieben im Rother Wanderführer »Vom Gletscher zum Wein« von Silvia Sarcletti und Elisabeth Zienitzer, für 14,90 Euro. Der Schladminger Tauern Höhenweg entspricht darin der 3. bis 7. Etappe auf der Südroute.
  • Sparen: Der Tourismusverband Schladming bietet den 5-Tage-Trek als Package an. Enthalten neben den Übernachtungen (3 x Hütte, 3 x Privatunterkunft in Schladming) sind Lunchpaket, Wanderkarte, Wanderführer und Nutzung der Sommercard mit gratis Gondelfahrten. Ab 313 Euro, Tel. 00 43/ 3687/2 27 77 52,schladming-dachstein.at
  • Anspruch: Der Schladminger Tauern Höhenweg ist kein Spaziergang, auch wenn es durch die Niederen Tauern geht. Man benötigt für die fünftägige Tour eine gute Fitness, Trittsicherheit und für zahlreiche Abschnitte auch Schwindelfreiheit.

Wenn der Magen knurrt: Einkehrtipps auf dem Schladminger Tauern Höhenweg

Kulinarische Vielfalt: Vegan, vegetarisch, ayurvedisch, heimisch, TCM-Küche – das Gasthaus Brunner in Schladming hat eine Speisekarte für viele Geschmäcker und kredenzt in coolem Rahmen. Bei lauen Temperaturen lässt es sich sehr schön auch in der Fußgängerzone sitzen. Zugleich Bar, Kaffeehaus, Wellnessoase und Hotel, stadthotel-brunner.at

Gemütlicher Ausklang: Wer die letzte Etappe wie vorgeschlagen durch das Untertal geht (und nicht über den härteren Planai-Höhenweg), den laden mehrere Almen zur Einkehr. Sehr schön sitzt man auf der Terrasse der Kaltenbachalm mit Blick zum Riesachsee.

Auf den Übernachtungshütten (siehe unten) isst man ebenfalls sehr gut.

Schladminger Tauern - Bergwandern
Iris Kürschner / powerpress.ch
Der Kaiserschmarrn sorgt nach der ersten Etappe für einen gelungenen Auftakt.

Unterkünfte auf dem Schladminger Tauern Höhenweg

Zu Beginn:
Im Herz von Schladming gleich beim Planai-Zielstadion liegt das Hotel Tui Blue. Sehr modern, mit aussichtsreicher Wellness-Dachterrasse und Skysauna, DZ ab 64 Euro p.P., tui-blue.com. Immer noch zentral, doch etwas grüner liegt das Gästehaus Vital, ebenfalls mit Sauna, DZ ab 62 Euro p.P., vital-wieser.at

Unterwegs:
1. Etappe: Hier nächtigt man in der urigen Ignaz-Mattis-Hütte,
Tel. 0043/664/4233823, alpenverein.at/ignazmattishuette
2. Etappe: Keinprechthütte, Tel. 0043/664/4330346, keinprechthütte.at
3. Etappe: Gollinghütte, Tel. 0043/676/5336288, gollinghuette.com
4. Etappe: Preintalerhütte, Tel. 0043/664/1448881, preintaler.at

Alle Hütten sind geöffnet von Mitte Juni bis Anfang Oktober und verfügen neben Massenlager (AV-Mitglieder 7,90 Euro) auch über einige Zimmer (AV-Mitglieder 13,10 Euro). Für die Hauptsaison Mitte Juli bis Mitte August frühzeitig buchen.

"Seit Stunden schon wandern wir alleine auf dem Grat. Niemand kommt uns entgegen, niemand zieht in unsere Richtung. Nur das Gipfelmeer, das bis an den Horizont reicht, begleitet uns, und der Wind. Gerade schiebt er die Wolken auseinander, und dann diese Offenbarung: Ein Sonnenstrahl bringt wie ein überirdischer Fingerzeig die Seen unten im Kessel zum Leuchten – die Giglachseen. »Einsame entgletscherte Urgebirgsgipfel inmitten weltentrückter Seen« – so beschreibt Hans Wödl die Schladminger Tauern, die ihm in drei Jahrzehnten zum alpinen Hausgarten geworden waren. Wödl gilt als der Erschließer der Schladminger Tauern. Der Wiener Kaufmann bestieg in den 1880ern viele Alpengipfel, und auf einer seiner Heimreisen hat er sich beim Blick aus dem Zugfenster in die Region verliebt. 1885 trat er der gerade gegründeten Alpinen Gesellschaft »Preintaler« bei und verhalf dem Gebirge zu einem gut verästelten Hütten- und Wegenetz, aus dem heute auch der Schladminger Tauern Höhenweg schöpft" ... den kompletten Reisebericht lest ihr in der neuen Ausgabe von OUTDOOR 10/2020, ab 15.09 am Kiosk- und online als E-Paper.

OUTDOOR-Heft 10/2020
OUTDOOR / Maren Krings

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