Nepal

Nepal

Nepal, das klassische Land des Trekkings, fasziniert jeden. Christine Kopp erklärt, warum das so ist und stellt die schönsten Routen vor.

Nepal, das klassische Land des Trekkings, fasziniert jeden. Christine Kopp erklärt, warum das so ist und stellt die schönsten Routen vor.

Das Königreich Nepal hat sich nach langer Isolation erst um die Mitte des 20. Jahrhunderts für Ausländer geöffnet. In den 70er und 80er Jahren galt es als Geheimtipp für Tramper – inzwischen entfällt etwa ein Viertel aller Exporterlöse Nepals auf den Tourismus mit den Schwerpunkten Kathmandutal, Trekkings, Expeditionen und Wildwasserfahrten. Nepal grenzt im Westen, Süden und Osten an Indien, im Norden an Tibet bzw. China; Fläche
147 181 qkm, sehr große Höhendifferenzen von Süden nach Norden (von 86 m Gangesebene, bis 8850 m, Everestgipfel). Die Vegetationsstufen reichen von subtropisch bis hochalpin, das Klima ist durch den Monsun geprägt. Neun der 14 Achttausender stehen in Nepal oder an der Grenze zu Tibet. Einwohner: 23 Millionen; die Bevölkerungsexplosion (Wachstum 2,6% pro Jahr) ist eines der größten Probleme. Lebenserwartung 55 Jahre, Analphabetenrate 60%. Etwa 22 Volksgruppen und über 30 Sprachen. Die indo-arischen Völker (Bahun, Chhetri usw.) sind hinduistisch, die Ur-Nepalesen (Newar, Rai usw.) hinduistisch/ buddhistisch, die tibetisch-stämmigen Völker (Bhotia, Sherpa, Gurung) buddhistisch. Nepal ist ein Hindu-Königreich, doch der Buddhismus (10%) ist stark verbreitet.


Anreise

http://Der einzige internationale Flughafen Nepals, der Tribhuvan Airport, liegt bei der Hauptstadt Kathmandu. Täglich Flüge aus dem deutschsprachigen Raum diverser Fluggesellschaften (Condor, Austrian Airlines, Royal Nepal Airlines, Swissair usw.). Achtung: Direktflüge für die Hauptsaison im Herbst rechtzeitig buchen! Auf dem Landweg: 15 Grenzübergänge nach Nepal. Von Varanasi und Delhi fahren Touristenbusse an die nepalesische Grenze, wo man in Busse nach Kathman-du umsteigen kann. Ein Eisenbahnnetz existiert nicht.



Beste Reisezeit

Für die meisten Trekkings: Oktober und November – das Wetter ist mild und meist stabil, die Sicht gut, die Vegetation nach dem Monsun üppig. Allerdings hat sich der Tourismus in gewissen Gebieten derart stark auf den Herbst verlagert, dass dann von einem Besuch abzuraten ist. Das gilt vor allem für das Everest-Gebiet. Dezember bis Januar empfehlen sich für alle Reisen, die nur bis ca. 3500 m und über keine hohe Pässe führen. Die zweite Hauptsaison dauert von März bis April: Die Temperaturen sind angenehm, die Sicht ist meist nicht so klar wie im Oktober, dafür blühen Rhododendren und andere Blumen. Ab Mai beginnt die Vormonsunzeit, es wird unerträglich schwül und feucht. Von Mitte Juni bis Mitte September herrscht in Nepal Monsun; der Platzregen beschränkt die Aktivitäten. Auf gewisse Gebiete hat der Monsun jedoch geringen Einfluss, sie werden in dieser Zeit besucht; das gilt für Mustang, Dolpo und die Region um den Rara-See.



Ausrüstung

Führt ein Trekking von mittlerer Höhe (ca. 1500 m) über einen hohen Pass (ca. 5000 m), ist die Ausrüstung entsprechend sorgfältig zu wählen: Gore-Tex-, oder Daunenjacke und Funktionskleidung im Zwiebelsystem. Solide, knöchelhohe Wanderschuhe mit Vibram-Sohle sind auch nötig; für einfachere Strecken zusätzlich ein Paar Sandalen. In Trekkingführern (s. Literatur) findet man eine Ausrüstungs-liste. Bei individuellen Trekkings muss man Schlafsack und Matte selber mittragen, wenn es keine Lodges gibt. Bei Gruppenreisen mit nepalesischer Agentur werden einem Zelte und Matten zur Verfügung gestellt und das ganze Gepäck von Tragtieren oder Trägern befördert. Im Thamel, dem Einkaufsviertel in Kathmandu, kann Ausrüstung gemietet oder gekauft werden (Second Hand oder neu). Das gilt auch für Bergsteiger-Ausrüstung, doch Qualität ist selten oder teuer.



Geld/Telefon

Währung: Die nepalesische Rupie (Rs) kann nicht eingeführt werden, in den Städten Nepals wird aber jede harte Währung in Banken und
größeren Hotels problemlos gewechselt. Achtung: genügend Geld wechseln, bevor man zu einem Trekking aufbricht. Auf eine Nepalreise nimmt man US$, sFr. oder DM mit; in Touristenzentren können auch Traveler Checks eingelöst werden; Kreditkarten können in Kathmandu und Pokhara eingesetzt werden, außerhalb davon nicht. Aktueller Kurs (12/2000): 1 US$ = 74 Rs, 1 DM = 34 Rs.

Das Telefonnetz funktioniert gut. Das gilt auch für Fax und E-Mail (viel billiger als Fax!): In Kathmandu und auf vielen Trekkings gibt es Internet–Shops. Vorwahl von Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Nepal: 00977, anschließend für das Kathmandutal 1, für Pokhara 61; von Nepal nach D 0049, nach A 0043, in die CH 0041.


Sprache

Die offizielle Landessprache ist Nepali. Im Kathmandu-Tal und auf den wichtigsten Trekkingrouten kommt man mit Englisch problemlos durch.



Verpflegung

In Kathmandu gibt es alles, was man unterwegs benötigt. In Supermärkten sind Produkte wie Suppen, Kaffee, Schokoladen, Hygieneartikel usw. in europäischer Qualität und zu ebensolchen Preisen erhältlich. Essen unterwegs: In den Trekking-Gebieten Everest, Anna-purna und bedingt auch Langtang/Helambu ist sämtliche Verpflegung unterwegs erhältlich. In die weniger erschlossenen Trekking-Gebiete (die man oft nur als organisierte Gruppe mit Begleitoffizier, Koch und Trägern bereisen kann), muss man alles mitnehmen.



Übernachtung

Die Trekkinggebiete Everest, Annapurna und bedingt auch Langtang/Helambu weisen eine hervorragende Infrastruktur mit Lodges auf, in denen man günstig übernachten kann. Auch das Angebot an Hotels in Kathmandu ist beachtlich: vom großen Hotel der Luxusklasse bis zu gemütlichen Gasthäusern findet man hier alles; Tipps für eine komfortable Übernachtung (80 –100 US $): Shangri La, Lazimpat, Tel. 00977/1/412999, Fax 414184; E-Mail: hosangATmos.com.np; schöner Garten, in Gehdistanz zum Ortsteil Thamel; Summit Hotel, Kupondole Height, Patan, Tel. 00977/1/521894, Fax 523737; etwas abseits in Patan auf einer Anhöhe mit tollem Blick.



Transport vor Ort

Busse bewältigen den Großteil des öffentlichen Verkehrs, und sie sind meist überfüllt! Die Straßen sind nach wie vor schlecht. Minibusse sind schneller als große Busse. Der größte Busbahnhof von Kathmandu befindet sich am Tundhikel-Platz. Mietwagen sind in Nepal nur mit Fahrer zu mieten. Fast jedes größere Hotel besorgt ein Auto oder einen Minibus mit Chauffeur.



Veranstalter

In Kathmandu wimmelt es von Trekking-Agenturen. Wir empfehlen: Great Escapes Trekking, P.O. Box 9523, Kathmandu, Tel. 00977/1/418951,Fax 411533, E-Mail: sonamATescape.wlink.com.np (klein, eher teuer, aber fein!). Eine grosse Agentur ist z. B. Asian Trekking, P.O. Box 3022, Kathmandu, Tel. 00977/1/424249, Fax 411878, www.asian-trekking.com.
Veranstalter in Deutschland: Die grössten sind der DAV Summit Club, Am Perlacher Forst 186, 81545 München, Tel. 089/642400, Fax 089/64240100, www.dav-summit-club.de sowie Hauser Exkursionen, Marienstr. 17, 80331 München, Tel. 089/2350060, Fax 2913714, www.hauser-exkursionen.de. Ferner viele kleine Veranstalter.



Bücher

Das Literatur-Angebot ist riesig; hier nur drei Tipps: Nepal, Abenteuer Trekking, Bernhard Banzhaf, Bruckmann Verlag 1999, 49,80 DM. Das Trekking-Handbuch schlechthin – alle Routen sind von einem der besten Nepalkenner genaustens beschrieben, dazu eine hervorragende Einführung zu Land und Leuten und großer Serviceteil!
Nepal, Nelles Guides, Nelles Verlag 1999, 26,80 DM. Sehr gute Mischung zwischen Reiseführer und Lesebuch.
Nepal, Allianz Reiseführer, Verlag Karl Baedeker, 1999, 49,80 DM. Sehr detailreicher Reiseführer, wird mit guter Nepal-Karte geliefert – ein Buch vollgepackt mit Infos.



Karten

Gute Karten über Nepal und das Kathmandu-Tal gibt’s beim Nelles-Verlag, München. Dem Baedeker-Reiseführer ist eine gute Übersichtskarte beigelegt. Interessante Panoramakarten bietet das Karto-Atelier Rohweder, CH-8127 Forch, E-Mail:kartoatelierATbluewin.ch; aktuelle Karten (z. B. Nepal, Mandala) gibt’s in spezialisierten Reisebuchhandlungen in Europa und Kathmandu.



weitere Infos

Deutschland: Nepalische Botschaft, Im Hag 15, 53179 Bonn, Tel. 0228/343097, Fax 856747. Freunde Nepals, Siegfriedstr. 6, 80803 München, Tel. 089/3801570, Fax 336529.Österreich: Wahlkonsulat Nepal, Schickgasse 25, A-1220 Wien, Tel.0043/1/28800, Fax 28800220. Schweiz: Wahlkonsulat Nepal, Postfach 223, CH-8030 Zürich, Tel. 0041/
1/2014515, Fax 2014435.



Einreise:

Für die Einreise benötigt man einen noch sechs Monate gültigen Reisepass mit nepalesischem Visum. Ausgestellt werden Visa von nep. Botschaften und Konsulaten im Ausland, ferner an der indisch-nepales. Grenze sowie bei der Ankunft am Flughafen Kathmandu (30 US$). Ein Touris-
tenvisum gilt für 60 Tage, Verlängerungen beim Immigration Office am Tridevi Marg in Kathmandu.
»Trekking Permits« wurden 1999 für die meisten Gebiete abgeschafft. Der Besuch der meisten Regionen ist nun ohne weitere Formalitäten möglich. Die exklusiven Gebiete Dolpo, Mustang, Manaslu-Runde und Kangchendzönga sind nach wie vor bewilligungspflichtig. Für Mustang und das Innere Dolpo werden 70 $ pro Tag und Person verlangt, für die Manaslu-Runde 95 $ pro Woche und Person. Für diese drei Regionen ist zudem die Begleitung durch einen Verbindungsoffizier (Liaison Officer) vorgeschrieben. Für das Äußere Dolpo und die Region Kangchendzönga sind 10 US Dollars pro Woche und Person zu entrichten.



Essen und Trinken:

Die ungewohnte Ernährung, das Klima und – insbesondere in Kathmandu – verschmutztes Wasser führen häufig zu massiven Darmbeschwerden bei Nepalreisenden. Deshalb ist vor allem in den Städten beim Genuss von Fleisch, ungekochten Gerichten oder Speisen aus kleinen Garküchen größte Vorsicht angebracht! Abgesehen davon ist die nepalesische Küche sehr schmackhaft und bekömmlich: Sie baut auf dem traditionellen Dhal Bhaat aus Reis, Linsen und Gemüse auf, dazu wird Achar (scharf gewürztes Gemüse) serviert. Weiter sind Ei- und Kartoffelgerichte, tibetische Raviolis (Momo), verschiedene Fladenbrote und viele Gemüsesorten in ganz Nepal erhältlich. Alkoholische Getränke sind beliebt; in Kathmandu abgefüllte Biere und Schnäpse sind in »westlicher« Qualität erhältlich, daneben gibt es – Vorsicht! – lokale Getreideschnäpse (Rakshi) und einheimisches Bier (Chang). Gegessen wird in Nepal mit der rechten Hand – die linke gilt als unrein. Kathmandu bietet die größte kulinarische Vielfalt in Nepal; Tipps: nepalesische Küche Bhojan Griha, Dilli Bazar, 00977/1/416423; Bancha Ghar, Clock Tower, 225172; indische Küche:
Ghar-e-Kabab, Durbar Marg, Tel. 221711.



Literatur vor Ort:

Kathmandu ist ein wahres Mekka für Bücher- und Kartenfans und ein Stöbern in den Bookshops (z. B. im legendären Pilgrims im Ortsteil Thamel) ist überaus beglückend! Literatur, vor allem auf Englisch, zu allen Himalaja-Themen (Kunst, Tibet, Religion, Sprache usw.).