Baja Aufmacher

Küstenpaddeln in Baja California

Kakteen und Strände, Wasser, Wale und Wärme – an Mexikos schönstem Seekajak-Revier, der Baja California, gibt’s all das schon im Frühjahr.

Kakteen und Strände, Wasser, Wale und Wärme – an Mexikos schönstem Seekajak-Revier, der Baja California, gibt’s all das schon im Frühjahr.

Nur wenige Kilometer südlich der Grenze zu den USA ragt in Mexiko Baja California, eine rund 1300 Kilometer lange Halbinsel in Nord-Süd-Richtung in den Pazifik, vom Festland getrennt durch den Golf von Kalifornien. Erst seit 1972 ist es möglich, die Peninsula auf dem Landweg zu durchqueren. Der Highway »MEX 1« schlängelt sich von Tijuana nach Cabo San Lucas. Außerhalb der sehr stark besiedelten Gebiete im Norden gibt es in Baja California kaum nennenswerte Kriminalität. Gepaddelt wird meist an der ruhigeren Golfküste.


Anreise

http://Zwei Varianten sind möglich: 1. Flug nach San Diego und von dort mit dem Taxi (ca. 20 U$), Mietauto, etc. zur Grenze. 2. Flug nach La Paz und von dort weiter. Die erste Variante ist günstiger, dafür muss man die Grenze überschreiten, was dauern kann. Sich die Halbinsel von Norden nach Süden zu erarbeiten hat aber auch seinen Reiz. Ab L.A. fliegt die Alaska Air verschiedene Orte der Baja an. www.alaskaair.com.



Beste Reisezeit

Eigentlich das ganze Jahr, jede Jahreszeit bietet Vorteile:
Januar–Ende März: Einzige Zeit, die Grauwale an der Pazifikküste zu beobachten. Im nördlichen Baja California kann es noch recht kühl sein; die windigsten Monate und die mit den meisten amerikanischen Touristen. Gute Zeit für das Beobachten von Zugvögeln am Pazifik.

April–Juni: Super. Nach Winterregenfällen und Schneeschmelze führen viele Bäche Wasser, die Wüste ist saftig grün, Kakteen blühen. Es ist noch nicht drückend heiß, allerdings ist auch die Wassertemperatur nördlich von La Paz im April und Mai noch eher kühl. Ausgezeichnete Zeit für Wanderungen.
Juli–August: Heiß. Selbst das Meer bietet kaum Abkühlung (bis 35°C). Im Norden, speziell am Golf, ist es drückend schwül. Die windstillste Zeit und die einsamste. Wer Hitze verträgt, ist fast allein, da viele Mexikaner in kühlere Regionen reisen. An der Pazifikküste deutlich angenehmer, die Wassertemperatur ermöglicht noch Abkühlung. Zeit für Touren am Pazifik.
September–Oktober: Extrem gute Reisezeit. Hitze lässt nach, Wasser noch immer sehr warm. In dieser Zeit wird der Süden der Halbinsel öfters von Hurrikan-Ausläufern gestreift, was zu Gewittern und heftigen Stürmen führen kann. Danach beginnt die Wüste oft wieder zu blühen, und Regen bei 35°C ist auch nicht das Schlimmste. Bei Kajaktouren am Golf vorher über Hurrikan-Warnungen informieren. Gute Zeit zum Angeln und um Wale im Golf zu beobachten. Im Oktober kommen Walhaie in das Gebiet von B. de Los Angeles.
November–Dezember: Zu kurze Tage. Ab Mitte Oktober sinken die Temperaturen (sowohl Luft als auch Wasser) ziemlich rasch. Trotzdem keine schlechte Zeit für die südlichste Region (ab Mulege), wenn man den Winter verkürzen will.


Ausrüstung

Sonnenschutz aller Art extrem wichtig: Breiter Sonnenhut oder Schirmkappe, Sonnenbrille, Tarp als Schattenspender, Sonnencreme. Sandalen für Strandwanderungen und als Schutz vor Rochen, die gerne im flachen Wasser im Sand liegen. Wasserbehälter. Für Wanderungen festes Schuhwerk als Schutz vor Stacheln und Klapperschlangen. Schnorchelausrüstung. Windjacke.



Geld/Telefon

Mexikanische Pesos und U$ Dollar akzeptiert. Auf Dauer ist man mit Pesos günstiger dran. Vorsicht: Bei Preisangaben wird für Pesos dasselbe Zeichen ($) wie für Dollars verwendet. Travellercheques/Kreditkarten werden nur in größeren Städten akzeptiert.

In den größeren Orten ist es überraschend leicht, ein Telefon zu finden. Eine Minute nach Europa kostet in etwa 6 US$. Gespräche innerhalb des Landes sind erstaunlich günstig. Vorwahl nach D: 0049 nach A: 0043 nach MEX: 0052.


Sprache

Spanisch. In den Touristen-Gebieten reicht mitunter Englisch aus.



Verpflegung

Wer von Nord nach Süd reist, sollte sich spätestens in Ensenada mit den notwendigsten Lebensmitteln versorgen. Obst, Gemüse und Konserven gibt’s fast überall. Wirklich große Supermärkte erst wieder in La Paz. Wer von Süd nach Nord unterwegs ist, stößt auf ein anderes Problem: Knapp nördlich von La Paz gibt es eine Einfuhrsperre für Obst, Gemüse und Milchprodukte nach Norden. Trinkwasser: Baja California besitzt zwar kein schlechtes Leitungswasser, trotzdem nicht unbehandelt trinken. In Flaschen abgefülltes Wasser gibt’s überall zu kaufen. In größeren Orten füllen Tankwagen eigene große Wasserbehälter auf.



Übernachtung

Zelt mitbringen. Die Campingplätze sind sehr primitiv, jedoch günstig. Aus Palmenwedeln gebaute »Palappas« schützen vor Sonne und Wind. Duschen oft vorhanden. Die Preise variieren zwischen 3 und 10 US$/Palappa/
Tag. Campingplätze nahe an und in Städten sind wesentlich komfortabler, aber auch teurer (20 bis 30 U$/Platz). Bei Wanderungen oder Kajaktouren wird wild gezeltet, wobei man einzig darauf achten sollte, nicht auf Inseln mit Vogelkolonien zu nächtigen oder andere Naturschutzbestimmungen zu übertreten. Wegen Skorpionen und Klapperschlangen besser nicht nur im Schlafsack unter den Sternenhimmel legen. In allen großen Orten findet man ein Hotel der staatlichen La-Pinta-Kette (ca. 50 US$/Person).



Transport vor Ort

Mit dem Bus zu reisen ist simpel, da es praktisch nur einen Highway gibt. Zwischen Tijuana und La Paz verkehrt täglich ein Bus, der in allen Ortschaften hält und auf Wunsch auch zwischendurch. Preis für die Strecke: ca. 60 US$, Dauer ca. 24 h. Sowohl von La Paz als auch von Cabo San Lucas gibt es eine Fähre zum Festland. Fahrpläne und Tarife schwanken aber so sehr, dass man vor Ort genau nachfragen muss. Bequemer ist der Mietwagen. Beachten sollte man aber, dass US-Verleiher nicht immer gestatten, dass ihre Autos die Grenze nach Mexiko überqueren. Von San Diego aus ist es möglich, mit dem Taxi zur Grenze und von der anderen Seite mit dem nächsten weiter zu einer mexikanischen Firma zu fahren. Die meisten mexikanischen Mietautos sind VWs (oft Käfer), die fast alle Strecken bewältigen. Achtung: Nie in der Nacht fahren (viele Schlaglöcher, oft stehen Kühe auf der Straße). Benzin so oft wie möglich auftanken. Tankstellen können leer sein und Nachschub Tage ausbleiben.



Karten

Sea Kayaking in Baja California, Andromeda Romano-Lax, Wilderness Press, 1994, ISBN 0-89997-157-1, ca. U$ 20. Für Paddler ein Muss! Zahlreiche Tourenvorschläge mit Kartenskizzen und Tourenbeschreibung.

Into a Desert Place, Graham Mackintosh; W.W. Norton & Company, 1990, ISBN 0-393-31289-5.
Amüsante Lektüre für alle, die einen Baja Aufenthalt hinter sich gebracht haben. Tagebuch einer Soloumwanderung der 3000 Meilen langen Küste.
The Baja Adventure Book, Walt Peterson, Wilderness Press, 1992, ISBN 0-89997-130-x. Unglaubliche Fülle von Tourentips, extrem genau. (Paddeln, Wandern,Fischen, Schnorcheln, etc.
Log from the Sea of Cortez, John Steinbeck; Mandarin Paperbacks, 1951, ISBN 0-7493-033-44. Wie »Into a desert Place« eine Lektüre für danach.
Baja California Touren Manual, Christian Pehlemann, (Eigenverlag), 1994, ISBN 3-980 2594-2-0, ca. DM 50
Karte Baja California, 1:1 000 000, International Map Productions, P.O.Box 2290, Vancouver B.C., V6B 3W5, Canada, ISBN 0-921463-09-X.


weitere Infos

Mexikanisches Fremdenverkehrsamt, Wiesenhüttenplatz 26, 60392 Frankfurt, Tel. 069/253413 oder 0800/1823553

Mexiko West Travel Club, 3450 Bonita Road Suite 107, Chula Vista CA 91910, USA, Fax 001/609/4208133. www.baja.com


Einreise:

Notwendig: Reisepass sowie eine »Tourist Card«, die man vor Ort erhält. Sie wird bei der Ausreise entfernt, also nicht verlieren. Wer länger als 3 Monate bleiben will, muss sich um ein Visum bemühen. Der Wechsel zwischen den USA und Mexiko bedeutet keine neue Einreise und verlängert das Visum nicht.



Essen und Trinken:

Neben Enchiladas, Nachos, Tortillas, Tacos und anderen Leckereien ein reichhaltiges Angebot an Seafood: Shrimps, Fische (Yellowtail, Dorado) und Muschelmenüs. An Getränken locken Margarita oder kühles Tecate- bzw. Corona-Bier sowie Tequila und Mescal (mit Wurm), beide aus Agaven erzeugt.

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