OD Sunshine Coast Bernd Jonkmanns

Wandern an der Sunshine Coast - Australiens Hinterland

Krieg & Frieden - die Sunshine Coast Australiens

Wanderer werden an der australi­schen Sunshine Coast Zeuge eines Überlebenskampfes: Wildnis contra Farmland. Wir stellen eine spektakuläre 4-Tages-Tour vor.

Friedlich schlummert das Land im Sonnenschein. Aber unter den Regenwaldriesen mit ihren weitgeschwungenen Pfahlwurzeln, den hellgrünen Köpfen nickender Palmen, zwischen Farnen und Wasserfällen tobt ein Kampf auf Leben und Tod. Der Regenwald im Hinterland der Sunshine Coast versucht, sich sein ureigenes Revier zurückzuerobern, gegen den zähen Widerstand der Pflanzen, die durch Farmen hier angesiedelt wurden. Die Höfe sind inzwischen aufgelassen, denn der Regenwald im Kondalilla-Gebiet ist seit 1945 als Nationalpark geschützt. Trotzdem ist das biologische Erbe aus dem Farmbetrieb weiterhin quicklebendig und macht der Urwald-Vegetation das Leben und Überleben schwer.

Weit reicht der Blick vom Baroon Lookout, einem der ersten Aussichtspunkte auf dem 2005 eingerichteten Great Walk im australischen Bundesstaat Queensland. Der Obi Obi Creek strömt dem Lake Baroon zu, eine sanfte Brise weht. Ringsum stehen Black Butts, Verwandte des Eukalyptus, und Grass Trees knistern mit ihren dünnen, stachelartigen Blättern. Sie sehen aus wie überdimensionierte Grasbüschel auf einem dunklen Stamm. »Hier, ein Lemon Scented Tea Tree«, sagt Rangerin Cheryl, zupft vorsichtig ein Zweiglein ab, zerreibt es zwischen den Fingern, und tatsächlich verströmen die lanzettartigen Blättchen einen Zitrusduft. Der Teebaum ist ein typischer Vertreter des trockenen Bergwalds, der hier oben auf rund 300 Meter Höhe wuchert und den Weg bis hinab zum Fluss säumt. Nähert man sich dem Obi Obi, mischt sich in das frische Plätschern seines Wassers das Rascheln der vielen Palmen, die ihre Häupter unter den Böen beugen.

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Great Walk an der Sunshine Coast - mystische Stimmung im Regenwald

Geisterhaft singen Palmen im Wind

Das Geräusch gleicht einem Wispern, die Palmen singen geisterhafter als der sonor rauschende Regenwald, unter dessen Blätterdach der Pfad nahe des Flusses schlüpft. So friedlich das Nebeneinander wirkt, hier wird eine stille Schlacht geschlagen. Regenwaldpflanzen ringen mit den Bergwaldbäumen, versuchen, ihr Terrain mit Pfahlwurzeln neu abzustecken. Nach Buschfeuern, denen die Pfahlwurzler nichts entgegenzusetzen haben, breiten sich Palmen und Grass Trees wieder weiter aus.

Langsamer Tod am Obi Obi
Vier Tage lang zieht der Great Walk 50 Kilometer lang durch die ständig wechselnde Landschaft aus trockenem Bergwald, feuchtem Regenwald und aufgelassenen Farmen. Er verbindet 130 Kilometer nördlich von Brisbane vier Nationalparks beziehungsweise Conservation Areas miteinander: Kondalilla Falls National Park, Mapleton Falls National Park, Mapleton Forest Reserve und Delicia Road Conversation Park.

Ein handtellergroßer schwarzer Schmetterling mit weißen Flecken auf den Flügeln flattert über den Obi Obi dahin, biegt aus dem Sonnenschein ab unter das Dach der Bäume. Auch hier zähes Ringen, stumm, aber unerbittlich. Würgefeigen umschlingen ihre Wirtsbäume, umranken, umgarnen und erdrosseln sie so über Jahrzehnte hinweg. Schließlich stirbt der Wirt, zurück bleibt das bizarre Geflecht aus armdicken Wurzeln, Stämmchen und Ranken der Feige.

Plötzlich tritt man hinaus auf eine Lichtung. Was sich natürlich in die Umgebung einzufügen scheint, ist tatsächlich eine ehemalige Farm. Hübsch violett blüht die alles überwuchernde Lantana. Aber die Schönheit trügt. Diese Pflanze stammt ursprünglich aus Südamerika und ist einer der heftigsten Feinde des Regenwalds. Dem Expansionsdrang der Schling- und Kletterpflanze haben Palmen und Pfahlwurzler kaum etwas entgegenzusetzen. Sie raubt ihnen Licht und Wasser.

Der Pfad schlängelt sich weiter durch eine hüfthohe Wiese aus Blue Billy Goat Weed mit bläulichen Blüten, auch sie Farmgewächse. »Mit denen wird der Wald aber leichter fertig«, erklärt Ranger Mark. Er weist auf einen kleinen Baum mit herzförmigen Blättern und erklärt: »Die Heart Trees spenden Schatten. Und darin kann das Goat Weed nicht wachsen.« Erste Scharmützel gewinnen die Heart Trees schon. Dann taucht der Weg wieder ein in Regenwald und damit in eine völlig andere Welt. Die Zeit scheint langsamer zu vergehen, die Bäume wachsen so hoch, dass man den Kopf sehr weit zurücklegen muss.

Versöhnlich gischtet nach zwei Dritteln der ersten Tagesetappe die dünne Spur des Kondalilla-Wasserfalls über Felsen hinab in den kühlen Grund und füllt gemächlich ein Bassin. Das kann in rund einem Monat schon ganz anders aussehen: Nach den im November einsetzenden Regenfällen wird er wild und in einem weiten Bogen herabströmen. Heute aber bildet er einen Ruhepol in der Wildnis.

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Allein im Reich der Giganten: Pfahlwurzler streiten Mit Piccabeen-Palmen um das Revier.

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Great Walk an der Sunshine Coast - Zeltabenteuer im Urwald

Gemütlicher Abend im Camp
Am Ende des zweiten Tags auf dem Great Walk schnauft man hoch oben durch. Im Ubajee Walkers‘ Camp sucht man sich zwischen licht stehenden Bäumen ein ebenes Fleckchen fürs Zelt und genießt den Luxus einer ökologischen Toilette, die Hinterlassenschaften von Wanderern so aufarbeitet, dass so gut wie kein Unrat zurückbleibt. Frischwasser spendet ein Hahn am Toilettengebäude. Und so lässt man den Tag ausklingen, köchelt sich ein bescheidenes Mahl auf dem Gaskocher und schaut in die zeitig heraufsteigende Dämmerung.

Wieder bestimmt ein Fluss den Weg am nächsten Tag. Dieses Mal folgt der Pfad dem Gheerulla Creek und führt auf und ab und durch einen Mix aus Regenwald und trockenem Bergwald in einer weiten Runde über Aussichtspunkte und das gut ausgestattete Thilba Thalba Walkers‘ Camp zu den Gheerulla Falls. Dieses Terrain gewinnt der trockene Bergwald für sich. Palmen ragen bis zu zwölf Meter hoch auf und strecken am unteren Teil des Stamms ringförmig kleine Wurzeln wie Finger aus, stecken sie in die Erde und sichern sich so einen besseren Halt in der dünnen Erdschicht. Große Exemplare liegen kreuz und quer. Ein armlanger Python verharrt regungslos mitten auf dem Pfad, wie ein geschwungenes schwarzes S. »Das ist noch ein Baby! Das ist okay, der ist harmlos«, sagt Mark und steigt vorsichtig über ihn hinweg.

Alle haben das gleiche Ziel: überleben
Ein Paradies für Fans der Grass Trees, die Jahrhunderte brauchen, um ungefähr hüfthoch zu wachsen, ist das Gelände rund um den Thilba Thalba Lookout. Oben schweift der Blick über das sanfte grüne Gheerulla Valley. Kegelförmige Berge ragen im Hintergrund auf. Sie sind vulkanisch entstanden wie die bekannteren Glass House Mountains, ein anderes Wanderrevier nicht weit von hier. Deren Form erinnerte James Cook, den ersten Europäer an der Ostküste Australiens, an die Glasschmelzöfen zu Hause in Yorkshire, und so kamen die bienenkorbartig aufragenden Felstürme zu ihrem Namen.

Niesel setzt ein, nicht ungewöhnlich für Oktober, denn nun be­ginnt in Queensland die Regenzeit und zwingt Wanderer in die Funktionsjacke. Einzelne Tropfen bringen die Stachelzweige der Grass Trees zum Schwingen. Cheryl erzählt, dass sie die Einzelkämpfer, aber auch wahre Botschafter des Friedens im alltäglichen Survival des Regenwalds sind. Kommt es zu einem der verheerenden Buschbrände, rasen die Flammen recht schnell über die relativ unempfindlichen Grass Trees hinweg. Selbst wenn so ein Bursche nach dem Feuer übel zugerichtet aussieht, erholt er sich rasch, und aus seinem geschwärzten Stumpf mit den angesengten Stachelhaaren wachsen neue, grüne Triebe. Alle Insekten, auch Spinnen und sonstiges Krabbelgetier, kriechen während des Brands in die Mitte der kleinen Bäume. In der Zeit des wütenden Feuers gibt es für einen Moment des Waffenstillstands weder Freund noch Feind. »Sie haben alle das gleiche Ziel: überleben«, sagt Cheryl und grinst. Nach dem Feuer verlassen die Flüchtlinge zügig wieder den meist noch dunkel vor sich hinrauchenden Grass Tree.

Dann geht der Kampf aller gegen alle weiter, Busch gegen Farmland, trockener Bergwald gegen Regenwaldriesen, Spinne gegen Fliege. Der Ausgang der Schlacht bleibt offen.

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Passage über den Gheerulla Creek nahe den Gheerulla Falls. Bei Starkregen schwillt er oft dramatisch an.

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Great Walk an der Sunshine Coast - die Tagesetappen

Tag 1
Baroon Pocket Dam – Flaxton Walkers‘ Camp (7 Std., 16 km)

Vom Baroon Pocket Dam führt der Weg durch offenen Wald und über Brücken (unterwegs lohnende Abstecher über Pfade zum Obi Obi Creek und zum Narrows Lookout) aus einer Schlucht heraus zum Baroon Lookout. Dann geht es steil hinab zum Obi Obi Creek durch Palmen und Regenwald und an den Kondalilla Falls vorbei bis zur Kondalilla National Park Picnic Area. Ein Stück folgt der Weg jetzt dem Netz aus Sträßchen in einem Bogen: Östlich auf einem Pfad entlang der Falls Road, nördlich an der Flaxton Mill Road entlang zum Eingang in den nächsten Teil des Great Walks. Der Pfad führt bald zum Flaxton Walkers‘ Camp.

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Ranger Mark zeigt einen erbitterten Regenwaldfeind: die Schlingpflanze Lantana.
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Immer wieder wechseln auf dem Great Walk dichter Wald und lichte, aussichtsreiche Plätze.

Tag 2
Flaxton Walkers‘ Camp - Ubajee Walkers‘ Camp (7 Std., 13 km)

Der Pfad schlängelt sich steil über Felsnasen hinab (unbedingt auf dem Weg bleiben, da loses Geröll!) und taucht in tieferen Lagen in Regen- und später in Palmenwald ein. Auf einer Hängebrücke über den Baxter Creek, dann hinauf zur Obi Obi Road und westwärts an ihr entlang zum Mapleton Falls National Park. Ab dem Mapleton Falls Lookout auf dem Wompoo Circuit weiter und aus dem Park heraus zur Daymar Road. Der Weg führt jetzt ein Stück auf ihr entlang zum Delicia-Road-Eingang. Achtung: Hier teilen Wanderer sich den Weg mit Reitern und Mountainbikern. Auf dem Linda Garrett Track an den Quellflüssen des Gheerulla Creeks entlang und durch den Wald zum Ubajee Walkers‘ Camp.

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Nach zwei Dritteln der ersten Etappe taucht man am Kondalilla-Wasserfall in eine Ruhe-Oase.

Tag 3
Ubajee Camp – Thilba Thalba C. (7 Std., 13,5 km)

Zuerst zum Ubajee Viewpoint mit seiner herrlichen Aussicht über das Gheerulla Valley. Nach Norden wandern, über mehrere Bäche hinweg (Vorsicht bei, vor und nach starkem Regen!) und durch dichten Wald voller Vögel ins offenere Gelände im unteren Gheerulla Valley. Dann steil hinauf auf den Felsvorsprung Gheerulla Bluff. Der Pfad führt hinauf zum Thilba Thalba Viewpoint und weiter zum Thilba Thalba Walkers‘ Camp.

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Unterwegs mit Rangerin Cheryl, die ein Herz für Pflanzen hat.

Tag 4
Thilba Thalba C. – Gheerulla Falls (4 Std., 9 km)

Heute geht es über Höhenzüge mit trockenem Bergwald, immer wieder mit weiten Ausblicken über das Gheerulla Valley und immer am Grat entlang. Danach führt der Weg hinab, berührt die Delicia Road und führt nach Südosten. Über die Gheerulla Falls wandert man zurück zum Ubajee Walkers‘ Camp.

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Great Walk an der Sunshine Coast - alle Planungsinfos

Der knapp über 50 Kilometer lange Great Walk führt im Hinterland der Sunshine Coast durch einen beeindruckenden Mix aus Regen- und Bergwald.

Lage:
Queensland ist Australiens nordöstlichster Bundesstaat mit 2300 Kilometer Küstenlinie. Die Sunshine Coast liegt ca. 130 km nördlich von Brisbane.

Anreise:
Flüge von vielen deutschen Flughäfen über Sydney nach Brisbane. Kosten: ab 1000 Euro, zum Beispiel mit Lufthansa, Emirates oder Qantas. Am besten Flüge vergleichen über Reiseportale, wie zum Beispiel www.opodo.de

Anfahrt:
Von Brisbane auf Gympie Arterial Road, später Bruce Highway (Nr. 1) rund 72 km nach Norden. Richtung Nambour abfahren (Nambour Connection Road), links und nach Montville, über Western Avenue und Narrows Road zur Picnic Area am Lake Baroon.

Beste Zeit:
März bis September. Ab Oktober Regenzeit, ab November dann Monsun.
Übernachtungen: Drei gut eingerichtete Walkers‘ Camps auf dem Great Walk: Flaxton, Ubajee und Thilba Thalba. Auf allen sind Toiletten und Frischwasser vorhanden. Allerdings sind Permits nötig, die man über die Nationalparkverwaltung buchen kann: Tel. 0061/7/131304, www.qld.gov.au/camping

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Info:
EPA Maleny Office, Tel. 0061/7/54943983; www.epa.qld.gov.au/greatwalks

Wetterinfo:
www.bom.gov.au

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